An Bord der Schiffe von MSC Cruises ist Deutsch nur eine Sprache von mehreren – anders als bei den anderen Anbietern, die IMTEST sich genauer angeschaut hat. Diese konzentrieren sich im Wesentlichen auf deutschsprachige Gäste. Bei MSC ist mindestens auch noch Italienisch, Spanisch, Englisch und Französisch Bordsprache. Das bedeutet etwa: Ansagen dauern länger, weil sie gleich in fünf Sprachen hintereinander erfolgen.

MSC Cruises im Überblick

  • Zielgruppe: Familien, Paare, Singles
  • Flottengröße: 20 Schiffe
  • Preissegment: ab 150 Euro pro Person/Nacht (kurzfristig ab 50 Euro)
  • Routen: u.a. Mittelmeer, Nordland, Karibik, Arabische Emirate, Südafrika, Südamerika.
  • Nachhaltigkeit: Fünf Schiffe mit LNG-Antrieb bis 2027
  • Corona-Regeln: Vollständiger Impfschutz auf allen Schiffen nötig, Test(s) vor Reise.
  • App: MSC for me (kostenlos, für Android und iOS)

MSC mit italienischem Einfluss

Obwohl die Reederei zwar im Schweizerischen beheimatet ist, wird MSC in der Öffentlichkeit aber eher als italienische Reederei wahrgenommen. Wie viele Offiziere an Bord stammt auch die Eignerfamilie Aponte aus Italien. Taufpatin fast aller Schiffe der Flotte war stets die lebende Schauspieler-Legende Sophia Loren. Das Design an Bord ist vielfach italienisch geprägt – mit viel Bling-Bling. Die Animateure erinnern an Mitarbeiter eines Ferienhotels in Lido di Jesolo an der Adria.

Pool mit Palme und Glasdach
Wenn’s draußen mal regnet Im überdachten Pool auf MSC Splendida ist es immer schön. © IMTEST


MSC wächst stetig weiter

MSC Cruises befindet sich zurzeit auf einem starken Wachstumskurs. Über 19 Kreuzfahrtschiffe verfügt die Reederei momentan. Davon kamen allein sieben in den vergangenen vier Jahren dazu. Bis 2027 könnte die Flotte auf 25 Schiffe anwachsen. Mit seinen Neubauten seit 2017 setzt die Reederei deutlicher denn je auf Familien als Zielgruppe. Große Wasserparks und Klettergärten an Bord sollen diese Kundengruppe beispielsweise ansprechen. Einige der neuen Schiffe bieten große Einkaufspassagen, wie sie sonst nur von amerikanischen Schiffen bekannt sind. Deren Einrichtungen insgesamt noch viel spektakulärer ausfallen als auf europäischen Schiffen.



Getränke kosten extra

Auch wenn es auf den MSC-Schiffen jeweils mindestens ein Büfett-Restaurant gibt, nimmt ein Großteil der Gäste an Bord sein Essen in einem Restaurant mit Bedienung ein. Dort gelten, wie überall auf dem Schiff, Getränke als Extra-Posten. Zuweilen kann bei Angeboten aber auch schon ein Getränkepaket im Reisepreis enthalten sein. Eine besonders von deutschen Gästen wenig geschätzte automatische Belastung des Bordkontos mit meist zehn Euro Servicegebühr pro Person und Tag wurde mittlerweile geändert. Sie wird nun als „Hotel-Servicegebühr“ schon bei der Buchung abgerechnet. Die Passagiere sollen dann später keine böse Überraschung mehr erleben.

Mehr Luxus mit MSC

Wer mehr Wert auf Luxus legt, findet über den MSC Yacht Club einen abgeschlossenen Bereich auf den neueren Schiffen des Anbieters vor, dort lässt sich gezielt eine (teurere) Kabine buchen – inklusive Butler. Neben einem exklusiven Restaurant, einem umfassenden Angebot für Inklusiv-Getränke, gibt es im Yacht-Club-Bereich zudem einen separaten Pool mit mehr Platz für Sonnenliegen.

Großes Zimmer mit zwei Betten und hinten Balkon
Wer mehr Luxus bezahlt, bekommt ihn auch: Im MSC Yacht Club in einer Deluxe Suite. © IMTEST

FAZIT

MSC hat es als internationale Reederei nicht immer ganz einfach, sich gegen die ausschließlich deutschen Anbieter zu behaupten. Denn für mehrere Nationen ein gutes Produkt zu machen, ist schwieriger, als nur die Deutschen im Blick zu haben. Im Zweifel schafft es der Anbieter aber über den Preis, auch diese Zielgruppe zu überzeugen.