Kreuzfahrtschiffe werden pauschal oft als „Luxusliner“ bezeichnet – nicht immer zu Recht. Bei den Schiffen von Hapag-Lloyd Cruises passt der Begriff Luxusschiff allerdings gut: Preise ab 550 Euro pro Person und Nacht sind hier keine Seltenheit. Was aber zeichnet ein Luxusschiff aus? Die meisten Gäste würden sich wohl für viel Platz pro Passagier, eine vergleichsweise hohe Anzahl an Crew-Mitgliedern und besonders hochwertiges Essen aussprechen. Dieses wird an Bord der Flotte beispielsweise auf Sterne-Niveau gekocht.

Hapag-Lloyd Cruises im Überblick

  • Zielgruppe: Je nach Schiff verschieden
  • Flottengröße: 5 Schiffe
  • Preissegment: ab 550 Euro pro Person/Nacht (Angebote sehr selten)
  • Routen: Überall auf der Welt, wo Kreuzfahrtschiffe fahren – teils mehrmonatige Weltreisen.
  • Nachhaltigkeit: Keine Nutzung von Schweröl, besonders schwefelarmer Kraftstoff.
  • Corona-Regeln: Vollständiger Impfschutz auf allen Schiffen nötig, Test(s) vor Reise.
  • App: keine

Unterschiedliche Konzepte bei Hapag-Lloyd

Hapag-Lloyd fährt mit fünf Schiffen auf den Weltmeeren, die ganz unterschiedliche Konzepte bieten: Die Europa ist ein schwimmendes Grandhotel, die Europa 2 wiederum steht für legeren Luxus, der sich auch an Familien mit Kindern richtet. Mit den drei Expeditionsschiffen der Hanseatic-Klasse ist überdies eine ganz andere Form der Kreuzfahrt möglich. Dabei stehen eher besondere Ziele und die Natur im Mittelpunkt. Für wen eine gewöhnliche Kreuzfahrt nie infrage käme, kann sich etwa auf Expeditionskreuzfahrt in die Antarktis begeben – begleitet von Wissenschaftlern.

Schiffspitze mit vielen Menschen an der Reling, die aufs Wasser umrahmt von Bergen schauen
Expeditionskreuzfahrt: Mit der Hanseatic Nature geht es auf Wunsch durch die Chilenischen Fjorde. © IMTEST


Erste Hapag-Lloyd-Kreuzfahrt 1891

Die Geschichte von Hapag-Lloyd Cruises reicht zurück bis ins 19. Jahrhundert. Man war damals mit der Augusta Victoria im Liniendienst zwischen Hamburg und New York unterwegs. Weil das Geschäft im Winter aber eher schlecht lief, hatte man 1891 die Idee, das Schiff auf eine Vergnügungsreise von Cuxhaven in den Orient zu schicken. Mit der heutigen Container-Reederei Hapag-Lloyd hat die Kreuzfahrtsparte allerdings nichts mehr zu tun. Die Reederei gehört mittlerweile, wie die Mein-Schiff-Flotte, zu TUI Cruises.



Weniger inklusive als bei anderen

Bei den Inklusivleistungen zeigt sich Hapag-Lloyd Cruises traditionell etwas knauserig. Zwar ist der Inhalt der Minibar im Reisepreis enthalten, doch ansonsten müssen sämtliche Getränke an Bord zusätzlich bezahlt werden. Das gilt selbst für das Wasser im Restaurant – in Eigenabfüllung aus der Karaffe. Einzig Kaffee gibt es kostenlos an Bord. Die frei verfügbare Internetnutzung an Bord ist ebenfalls nicht Luxusschiff-tauglich: Für die meisten Passagiere gibt es am Tag nur 60 Frei-Minuten zum Surfen. Im Vergleich zu internationalen Anbietern ist das unterdurchschnittlich wenig.

Schlafzimmer mit Doppelbett und Balkonfenster hinten
Kleine Kabinen sind bei Hapag-Lloyd Cruises ganz schön groß. Wie die Veranda Suite auf der Europa 2. © Hapag Lloyd

Gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass der Anbieter mit seinem Fokus auf den deutschen Gast sich gar nicht im Wettbewerb mit internationalen Anbietern sieht. Zur Spitzenklasse gehört die Reederei hingegen beim Essen: Auf der Europa 2 mit Platz für etwa 500 Gäste bieten allein sieben Restaurants feine Gerichte an. Das ist für ein Schiff dieser Größe mehr als ungewöhnlich.

FAZIT

Wer Luxus auf einem deutschsprachigen Schiff sucht, kommt an Hapag-Lloyd Cruises nicht vorbei. Und das trotz teils geringer Inklusivleistungen. Da die Konzepte an Bord der fünf Schiffe recht verschieden sind, ist es besonders wichtig, sich vor der Buchung kompetent beraten zu lassen.