Auf der Wordwide Developers Conference 2022 (WWDC 2022) hat Apple nicht lange gefackelt und iOS 16 direkt als Erstes enthüllt. Besonders an einer Sache haben die Entwickler aus Cupertino mächtig geschraubt. Was das ist und welche spannenden Neuerungen das iPhone-Betriebssystem noch mitbringt, fasst IMTEST zusammen.


Apple WWDC 2022: iOS 16, MacBook Air mit M2-Chip & mehr

Im Rahmen der WWDC 2022 hat Apple seine neuen Betriebssysteme demonstriert. Doch neben iOS 16 und Co. gab es auch spannende Hardware zu sehen.


Update vom 9. Juni 2022: Kamera dient wohl als Übersetzer

Mittlerweile ist eine Beta-Version von iOS 16 für Entwicklerinnen und Entwickler erhältlich. Darin stecken bereits einige neue Features. Wie die Website “redmondpie.com” berichtet, spendiert Apple seiner Kamera eine neue Funktion. Denn in der dazugehörigen App sei es möglich, Text auf Bildern live zu übersetzen. Dafür erweitere der iPhone-Hersteller seine Kamera-App um einen neuen Button. Das Vorgehen sei simpel: Man mache ein Bild, markiere den Text und entscheide sich für eine Übersetzungsoption. Das Ergebnis soll sofort angezeigt werden. Apple zieht mit der Funktion mit Konkurrenten wie Google gleich. Denn die aktuellen Pixel-Smartphones sind dank Google Lens ebenfalls in der Lage, Live-Übersetzungen anzuzeigen.

Update vom 7. Juni 2022: Enthüllung auf der WWDC 2022

Für die Vorstellung von iOS 16 hat sich Apple viel Zeit genommen und jede Menge Features demonstriert. Schon mal vorab: An der Optik hat der iPhone-Hersteller nicht geschraubt, dafür aber am Sperrbildschirm. Der lässt sich dank iOS 16 nämlich mit einer Vielzahl von Widgets ausstatten. Die zeigen beispielsweise Benachrichtigungen und Sportergebnisse an oder informieren über die Wetterlage. Doch damit nicht genug: Nutzerinnen und Nutzer sollen in der Lage sein, Stil, Schriftart und Farben des Sperrbildschirms nach Belieben zu ändern. Des Weiteren bestimmt man dank neuer Fokus-Features selbst, welche Inhalte die Widgets auf dem Sperrbildschirm anzeigen. Ein Beispiel: Der Kalender wirft nur Termine auf den Sperrbildschirm, die man auf dem Display sehen möchte.

Die neuen Sperrbildschirme von iOS 16
Schicker Effekt: Der iOS-16-Sperrbildschirm stellt fokussierte Objekte wie Personen und Bäume frei. Das verleiht dem Ganzen eine gewisse Tiefe. © Apple

Außerdem bohrt Apple seine Nachrichten-App auf – da werden WhatsApp-Nutzerinnen und -Nutzer glatt neidisch. Denn dank iOS 16 lassen sich bereits versendete Nachrichten nachträglich bearbeiten oder gänzlich zurückrufen. Jedoch ist das nur in den ersten 15 Minuten nach dem Versenden möglich. Eine weitere Neuerung: Bereits gesehene Nachrichten lassen sich als ungelesen markieren.

iOS 16
Nur wenige Schritte seien nötig, um Nachrichten nachträglich zu editieren oder gänzlich zurückzunehmen. © Apple

Außerdem optimiert Apple eine Vielzahl von Anwendungen wie den Safari-Browser und den hauseigenen Google-Maps-Konkurrenten Apple Karten. Weitere Details und Bilder gibt es auf dieser Webseite von Apple.

Wie gehabt startet die neue iOS-Version im Herbst 2022 – höchstwahrscheinlich gemeinsam mit dem iPhone 14. Doch nicht nur die allerneuesten Modelle erhalten das Software-Update. Das iPhone 8 und alle jüngeren Modelle bekommen iOS 16 spendiert. Wer noch ein iPhone 7 oder ein noch älteres Apple-Smartphone besitzt, guckt in die Röhre.

Update vom 31. Mai 2022: Prognosen von Apple-Insidern

Branchen-Analysten sind sich sicher: Am 6. Juni 2022 wird Apple im Rahmen der WWDC 2022 iOS 16 präsentieren. Doch was bringt das neue iPhone-Betriebssystem mit sich? Bloomberg-Reporter und Apple-Experte Mark Gurnam geht nicht davon aus, dass Apple die Optik überarbeitet. Dafür soll das Unternehmen jedoch am Benachrichtigungssystem geschraubt haben. Das soll nun noch mehr Optionen für die Kategorisierung ankommender Nachrichten bieten. Obendrein bohre iOS 16 den iPhone-Sperrbildschirm auf. Laut Gurnam können Nutzerinnen und Nutzer zwischen Hintergrundbildern mit Widget-ähnlichen Funktionen auswählen. Eine weitere potenzielle Neuerung: der Always-On-Modus. Dafür soll das Telefon die Bildrate senken, um gewisse Inhalte permanent anzuzeigen. Jedoch sei dieses Feature laut Gurnam auf die iPhone-14-Pro und -Pro-Max-Modelle beschränkt.

Demgegenüber steht ein Twitter-Post des Nutzers “@LeaksApplePro”. Der Leaker geht davon aus, dass Apple neue interaktive Widgets hinzufügt und so die Optik ändert. Wie das aussieht, kann man auf dem angefügten Bild sehen. So lasse sich beispielsweise die Lautstärke regeln oder die Helligkeit anpassen. Bisher zeigen die Widgets nur Informationen an und öffnen beim Tippen die jeweilige App.

Zuletzt sei noch ein Konzeptvideo des italienischen Content-Creators Nicholas Ghigo erwähnt. Das zeigt mögliche Optimierungen und Neuerungen von iOS 16: darunter den neuen Sperrbildschirm und eine neue Taschenrechner-App mit Verlauf.

Apple iOS 16: Wann kommt es?

Mit Blick auf die alljährlich eingehaltene Tradition, wird Apple vermutlich auch 2022 eine WWDC (World Wide Developers Conference) veranstalten, bei der es vornehmlich um Apps und natürlich auch ein neues iOS geht. Entspricht der Zeitpunkt dem der bisherigen Jahre, so wird die WWDC 2022 zwischen Juni und Juli stattfinden. Das neue iOS 16 ist dann mit Veröffentlichung der neuen iPhones erhältlich, die für gewöhnlich im September des Jahres stattfindet.


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Konzept zeigt neues Apples iOS 16

Auch wenn bislang wenig bekannt ist über das neue iOS 16, ein bisschen Fantasieren ist ja erlaubt. Das dachte sich wohl der italienische Designer Andrea Copellino. Ganz nach dem Motto “Es gibt noch Einiges zu verbessern” präsentiert das Konzept ungewöhnliche Neuerungen. So landet die Anzeige von Uhr und Datum des Sperrbildschirms auch auf dem Home Screen. Multitasking und Control Center verschmelzen zu einer gemeinsamen Übersicht, zu der man mit einer Wischgeste gelangt. Auch neue Widget-Größen gibt es.

iOS 16 Homescreen
Neuer Homescreen mit Scroll-Funktion? Designer Copellino gibt einen Ausblick auf mögliche Änderungen durch iOS 16. © ANDREA COPELLINO

Neue Wischgesten und Statusleiste

Einigen Gerüchten zufolge sollen mindestens die Pro-Versionen des iPhone 14 auf eine Notch verzichten. Die Sensoren für FaceID befänden sich dann unter dem Display, also nicht sichtbar, während die Frontkamera auf ein kleines Loch im Bildschirm reduziert wäre (Punch-Hole). Damit stünde mehr Display-Fläche zur Verfügung. Die neue Technik hätte aber auch Folgen für die Bedienung. Aktuell trennt die Notch zwei Wischgesten. Wischt der Nutzer links von oben nach unten, gelangt er zur Mitteilungszentrale. Wischt er rechts nach unten, öffnet er das Controll Center. Fällt die Notch weg, so auch die Trennung beider Wisch-Bereiche.

Denkbar wäre hier also eine Kombination aus Mitteilungszentrale und Controll Center, die der Nutzer zugleich mit nur einer Wisch-Geste aufruft. Dort könnte er dann zum Beispiel per Wisch nach rechts oder links zwischen Mitteilungen und Steuerungs-Elementen wechseln. Das Ganze wäre der Widget- und Mitteilungszentrale unter macOS ähnlich.



Neues Design für Apples iOS 16?

Schon iOS 14 erhielt einige, grundlegende Neuerungen: So gibt es erstmalig für iOS die von Android bekannten Widgets, die App-Infos auf den Homescreen bringen. Installierte Apps sind in der App-Mediathek automatisch sortiert. Dass iOS 16 all dies wieder auf den Kopf stellt, ist also unwahrscheinlich.

Ein neuer Stil ist aber denkbar: Gerüchten zufolge sollen sich die App-Icons mit einem flachen Symbol-Design an macOS Big Sur orientieren.

Mindestens eine optische Neuerung könnte Apple sich bei Googles Android abgucken: Seit Android 12 steht die optische Individualisierung des Betriebssystems noch mehr im Vordergrund. So erkennen Widgets die Farben des Hintergrundbildes und passen sich optisch an. Da Apple sein Betriebssystem selten und wenn dann nur minimal aufhübscht, wären neue Individualisierungs-Möglichkeiten wie eine Farb-Automatik ein willkommenes Extra.



Welche iPhones erhalten iOS 16?

Spannend bis zuletzt bleibt natürlich die Frage, welche Geräte unterstützt werden und das Update erhalten. Was die Versorgung mit Aktualisierungen angeht, verhält sich Apple vorbildlich und spendiert den iPhones in der Regel bis zu sechs Jahre Updates, wie etwa dem iPhone 6s, das mit dem aktuellen iOS 15 läuft. Von dieser Zeitspanne dürfen Androiden nur träumen.

Länger als diese sechs Jahre werden es wohl aber nicht sein. Das iPhone 6s und das iPhone 6s Plus blieben dann außen vor und alle nach 2015 erschienenen iPhones würden das neue Update erhalten.