Als Nachfolger einer der besten Sport-Smartwatches, der Fenix 6, tritt die Fenix 7 in große Fußstapfen. Obendrein gibt es mit der Epix 2 aus dem eigenen Haus neue Konkurrenz. Ob sich der Kauf lohnt, zeigt der Test der Fenix 7 Solar Sapphire.

Details

  • 899,99
  • ca. 18 Tage
  • 73 Gramm mit Armband
  • bis 100 Meter
  • 32 GB

Garmin Fenix 7: Das ist neu

Im Vergleich zum Vorgänger hat Garmin der Fenix 7 (genau wie der Epix 2) einige neue Funktionen eingepflanzt. Hier die Wichtigsten:

  • Touchscreen: Die Fenix 7 bietet zusätzlich zur bewährten 5-Tasten-Steuerung einen Touchscreen.
  • Verbesserte Akkulaufzeit: Die ohnehin bereits ansprechende Akkulaufzeit hat Garmin weiter optimiert.
  • Neuer Herzsensor: Im neuen Modell steckt der Garmin Elevate Gen.4 Herzfrequenz Sensor.
  • Trainingskurse: Direkt über die Uhr lassen sich jetzt HIIT-Workouts starten.  
  • Verbessertes GPS: Die Sapphire-Modelle verfügen über ein sogenannten Multiband-GPS, mit genauerer Ortung.
  • Taschenlampe: Die große Fenix 7X verfügt über ein LED-Licht, das einerseits als Taschenlampe andererseits auch als Lichtsignal beim Laufen im Dunkeln fungiert.

Mehr Neues unter der Haube

Die Fenix 7 bietet Garmin in verschiedenen Größen, Gewichten, Materialien und mit einem optionalen Solar-Ladesystem an, die alle über eine vollständige Kartendarstellung verfügen. Optisch hat sich im Vergleich zum Vorgänger wenig geändert. Man muss schon genauer hinschauen, um die Unterschiede am Gehäuse auszumachen. So sind etwa die Schrauben aus der Lünette in die Stege gewandert. Auch der transflektive Farb-Bildschirm ist ein alter Bekannter und gleicht technisch dem des Vorgängers. Bedeutet: Er lässt sich vor allem bei Sonneneinstrahlung bestens ablesen, im Alltag in geschlossenen Räumen dagegen weniger (dazu später mehr).

Fenix 6, Fenix 7 und Epix im Vergleich
Uhrenvergleich: Fenix 6, Fenix 7 und Epix (von links nach rechts). © IMTEST

Deutlicher macht sich dagegen der Touchscreen bemerkbar, der die Bedienung im Alltag deutlich komfortabler gestaltet. So lässt sich etwa auf dem Zifferblatt auf Widgets tippen, wodurch man direkt zur entsprechenden Funktion gelangt. Es ist auch viel praktischer durch Menüs, Bildschirme und Karten zu wischen, als mit den Tasten zu hantieren. Befürchtungen, dass der Touchscreen beim Sport nervt, sind unbegründet. Erstens weil es im mehrwöchigen Test zu keiner einzigen Fehleingabe kam und zweitens, weil sich der Touchscreen optional (etwa bei starkem Regen) komplett abstellen lässt.

Nicht zuletzt hat Garmin die Bedienoberfläche der Fenix 7 im Vergleich zur Fenix 6 neugestaltet und mit frischen Funktionen versehen. Wer will, kann sowohl Ziffernblätter als auch Menüs von A bis Z seinem eigenen Geschmack anpassen. Einschätzung: Schick, funktional und komfortabel.



Fenix 7: Akkulaufzeit der Spitzenklasse

Garmin verspricht bei der Fenix 7 im Alltag bis zu 18 Tage Akkulaufzeit und bis zu 22 Tage Akkulaufzeit mit Solarunterstützung. Wie lange die Smartwatch tatsächlich durchhält, hängt dabei stark von den individuellen Einstellungen sowie den durchgeführten Aktivitäten ab. Bei abgeschalteter Blutsauerstoffmessung (SpO2) und geringer GPS-Nutzung sind allerdings in der Tat mehr als zwei Wochen drin. Auch bei langen Outdoor-Aktivitäten geht der Fenix 7 nicht so schnell die Puste aus. Selbst mit aktiviertem GPS-Multiband sind knapp 40 Stunden im Tank. Top. (Hinweis: Die Messwerte gelten nur für die Fenix 7 Sapphire Solar und lassen sich nicht auf andere Fenix 7-Modelle übertragen).

Sport: Ein weiterer Schritt nach vorne

Während die Fenix 7 in ihrer Funktion als Smartwatch einige Dinge wie Telefonieren am Handgelenk, Beantworten von Kurznachrichten und Zugriff auf smarte Assistenten vermissen lässt, schlägt ihre Stunde, wenn es um die Themen Sport, Fitness und Outdoor geht. Die Fenix 7 ist in der Lage praktisch jede Aktivität der Welt aufzuzeichnen, dazu stehen 60 vorinstallierten Profile direkt auf der Uhr und weitere zum Herunterladen bereit. Darunter sind alle möglichen Sport- und Abenteuersportarten, inklusive Spazierengehen, Wandern und Laufen in verschiedenen Ausprägungen, alles rund um Radsport, Schwimmen, verschiedene Wassersportarten, Triathlons, Skifahren, Klettern, Krafttraining und diverse einige Ballsportarten.

Fenix 7 App
Erstaunlich: Bei Kratftsporteinheiten erkennt die Fenix 7 automatisch, welche Muskelgruppen belastet wurden. Das funktioniert ordentlich. © IMTEST

Die Art und Weise, wie Garmin sportliche Aktivitäten auswertet, sucht dabei seinesgleichen. So gibt es zum Beispiel eine Body-Batterieanzeige, die abhängig von Faktoren wie Schlaf, Bewegung und Erholung die aktuelle Leistungsfähigkeit misst. Zudem erfahren Sportler, wie lange sie sich erholen sollten, welches Training sich am besten zur Steigerung der Fitness eignet und wie es um den aktuellen Trainingszustand bestellt ist. Kleiner Wermutstropfen: Trainingszustand und Trainingsvorschläge spuckt die Fenix 7 nur dann aus, wenn der Träger regelmäßig läuft (oder einen Wattmesser am Fahrrad hat). Neu rund um den Sport sind bei der Fenix 7 vor allem drei Funktionen:

  • Multiband-GPS: Die getestete Fenix 7 Solar Sapphire ist in der Lage, mit allen fünf Satellitensystemen (GPS, Glonass, Galileo, BEIDOU, QZSS) gleichzeitig über mehrere Frequenzbänder zu kommunizieren. Das verbessert die Genauigkeit beim Erfassen von Distanz und Geschwindigkeit bei von Outdoor-Aktivitäten messbar. Das gilt speziell in schwierigen Gebieten, etwa im Gebirge oder in Städten mit vielen hohen Gebäuden. Die Garmin Epix 7 setzt in diesem Bereich neue Maßstäbe, auch wenn die Unterschiede zu „guten“ GPS-Smartwatches nicht dramatisch ausfallen.
  • Neuer Herzsensor: Eine akkurate Herzfrequenzmessung ist für Smartwatches elementar, im Speziellen für die Fenix. Denn auf diesem Wert baut ein Großteil der errechneten Werte auf, wie Kalorienverbrauch, Trainingsleistung und Erholungszeiten.  In der Fenix 7 steckt die neuste Garmin-Sensortechnik vom Typ Elevate Gen.4. Vergleiche mit einem Brustgurt ergaben, dass dieses Modell meist sehr genaue Werte liefert, isnbesondere bei linearem Ausdauersport. Perfekt ist die Pulsmessung der Fenix 7 allerdings nicht. Speziell bei Indoor-Aktivitäten, etwa Kraft- und Cardio-Training, kam es im Test bisweilen zu deutlichen Abweichungen im Vergleich zu den Messwerten, die der Brustgurt ermittelte.
  • Stamina: Als Ergänzung zur „Body Battery“, die (erstaunlich präzise) die körperlichen Energiereserven im Tagesverlauf anzeigt, gibt es jetzt „Stamina“ (zu Deutsch „Ausdauer“). Die Funktion gibt auf einer Skala von 100 bis 0 an, wie die Energie während einer Aktivität schwindet. In Abhängigkeit der aktuell erbrachten Leistung ermittelt die Fenix 7 dazu Schätzungen zu Zeit und Distanz, die noch bis zur Erschöpfung bleiben. Wer etwa das Tempo verringert, schont die Energiereserven, wer schneller läuft, schöpft sie stärker aus. Laut Garmin dient die Funktion dazu, den Energieverbrauch zu optimieren und eine zu frühe Überanstrengung zu vermeiden. Einschätzung: Scheint noch unausgegoren. Während des Tests sank die Stamina bei mehrstündigen Aktivitäten zum Teil auf null, ohne sich vollkommen erschöpft zu fühlen. Dazu kommt: Bei der anschließenden Auswertung war im Rahmen des „Training Effekts“ von Überbelastung mitunter keine Rede.
Garmin Stamina
Die Stamina soll zeigen, wie hoch die Belastung während einer Aktivität ausfällt. © IMTEST

Epix 2 oder Fenix 7?

Bis auf den Bildschirm ähneln sich Fenix 7 und Epix wie ein Ei dem anderen. Während die Epix auf ein helles, farbenfrohes AMOLED-Display setzt, kommt bei der Fenix 7 wie geschrieben eine transflektive Variante zum Einsatz. Käufer müssen sich also entscheiden, ob für sie eine lange Akkulaufzeit (7 oder 18 Tage) oder ein im Alltag deutlich besser ablesbarer Bildschirm wichtiger ist. Abgesehen von dieser Frage kostet die Epix in ähnlicher Ausstattung auch noch einmal 100 Euro mehr.

Fazit

Die Fenix 7 ist zusammen mit der Epix die beste Sportuhr auf dem Markt. Die Unterschiede zur Fenix 6 sind zwar nicht gewaltig, die Touch-Steuerung, die verbesserte Akkulaufzeit und die verbesserte GPS-Genauigkeit (nur Sapphire) sind allerdings sinnvolle Verbesserungen. Unabhängig davon handelt es sich um Spitzentechnik für ambitionierte Sportler, die bereit sind, für die zum Teil einzigartigen Funktionen tief in die Tasche zu greifen. Wer nur ab und zu läuft oder Rad fährt, kann auch mit deutlich günstigeren Smartwatches glücklich werden.

  • PRO
    • Einzigartige Sportfunktionen, sehr gute Akkulaufzeit.
  • KONTRA
    • Blasser Bildschirm.

IMTEST Ergebnis:

gut 2.0