“Günstig” ist relativ. Wer aber ein Smartphone aus der Königsklasse sein Eigen nennen will, wie etwa das Samsung Galaxy S22, muss etwa 850 Euro aufwärts ausgeben. Im Vergleich dazu sind Geräte um die 300 bis 500 Euro geradezu Schnäppchen-verdächtig. Dazu zählen das neu erschienene Samsung Galaxy A33 5G (369 Euro) und das Galaxy A53 5G (509 Euro) im Test. Sind sie die bessere Alternative zu teuren Top-Smartphones? Der Test zeigt, was Nutzer für ihr Geld bekommen – und was nicht.

Bildschirme scharf und hell

Sowohl der Bildschirm des Samsung Galaxy A33 5G als auch des A53 5G zeigen im Test ein insgesamt gutes Bild. Die Auflösung beträgt bei den ähnlich großen Modellen 2.400 x 1.080 Pixel. Beim A33 ergibt das auf dem 6,4 Zoll großen Bildschirm 411 Pixel pro Zoll (ppi), beim A53 sind es 405 ppi – kein Spitzenwert, ergibt aber allemal ein scharfes Bild. Die maximale Helligkeit betrug bei den Labormessungen 845 Candela pro Quadratmeter (cd/qm) beim A33. Das A53 kitzelt mit 871 cd/qm etwas mehr heraus. Das S22 Beide Smartphones lassen sich somit auch unter Tageslicht noch gut ablesen – ein Privileg, selbst unter teuren Smartphones. Übrigens: Das Galaxy S22 bringt es auf mehr als 1.000 cd/qm und eine ähnlich hohe Auflösung (422 ppi). So groß ist der Abstand also (noch) nicht.

Günstige Galaxys mit hoher Farbtreue

Die Farbgenauigkeit eines Bildschirms bestimmt darüber, wie präzise und originalgetreu er Farben wiedergibt. Es ist ärgerlich, wenn etwa ein schönes Urlaubsfoto gelingt, doch aufgrund eines ungenauen Bildschirms statt Karibik-Teint ein Schweinchenrosa und der Sonnenuntergang irgendwie farblos erscheint. Samsung wie auch Apple glänzen hier mit hoher Farbgenauigkeit bei ihren Top-Modellen. Doch auch das Galaxy A33 5G und das Galaxy A53 5G überzeugen: Im Testlabor offenbarten die Messungen eine hohe Genauigkeit von insgesamt 97% (A33) und 98% (A53). Allerdings nur dann, wenn der Nutzer in den Display-Einstellungen die Farbwiedergabe auf “natürlich” stellt. Die Standard-Einstellung “Lebendig” bringt Bonbon-bunte Farben, fern der Realität. Das Kontrastverhältnis ist bei beiden Bildschirmen dank OLED-Technologie hervorragend.

Im Test zeigte das Samsung Galaxy A33 5G mit 90 Herz die etwas geringere Bildwiederholrate, das Samsung Galaxy A53 5G brachte es auf 120 Hertz, ebenso wie auch das Galaxy S22. Letzteres beherrscht jedoch den automatischen Wechsel auf geringere Bildwiederholraten je nach angezeigtem Inhalt. Das spart Strom.

Samsung Galaxy A33 5G und A53 5G Bildschirme
Die Bildschirme füllen bei beiden Geräten die Gehäusefront sehr gut aus: Schmale Ränder, auch die Frontkamera stört kaum. © SAMSUNG / IMTEST

Leistung im Test: Tempo nur ausreichend

Mehr Abstriche als bei beim Bildschirm müssen Nutzer in Sachen Leistung hinnehmen. Die verbauten Prozessoren hecheln den rasanten Rechnern der Top-Modelle förmlich hinterher. Das Samsung Galaxy A33 5G und das Galaxy A53 5G erreichen ein nur ausreichendes Tempo im Test. Das A33 bringt es im Geekbench 5 auf 1.929 Punkte (Mehrkern). Im Spielebenchmark 3D Mark Sling Shot Extreme sind es 3.632 Punkte. Das Galaxy A53 5G zeigt sich ähnlich abgeschlagen mit 1.882 und 3.622 Punkten. Das Galaxy S22 liegt bei 3.386 Punkten im Geekbench und im 3D Mark Sling Shot Extreme zeigt es sich schlicht unterfordert: Maximalwert. Für aufwendige 3D-Spiele und rechenaufwendige Aufgaben wie Videoschnitt ist es definitiv die bessere Wahl.

Samsung Galaxy A33 5G und A53 5G Gehäuserahmen
Beim Galaxy A53 5G ist der Rahmen des Gehäuses glänzend und wirkt dadurch etwas edler, beim Galaxy A33 bleibt das Aluminium matt. © SAMSUNG / IMTEST


Laufzeit: (K)ein Vergleich zu Vorgängern

Für den Energietank hingegen sind die nicht so flotten Prozessoren ein Gewinn. Im Test bewiesen die Geräte bei dauerhafter Videowiedergabe per Stream eine solide Ausdauer. Das A53 hielt 6:58 Stunden durch, den längeren Atem hatte das A33 mit 8:44 Stunden. Das Galaxy S22 liegt übrigens mit 8:09 Stunden dazwischen.

Der aufmerksame Leser wird nun erstaunt sein über die deutlich längere Laufzeit der Vorgänger: Das Galaxy A32 5G brachte es seinerzeit auf 12:47 Stunden, das Galaxy A52 5G auf 9:30 Stunden. Der Vergleich hinkt jedoch. Das alte Testverfahren beanspruchte die Kandidaten etwa 30% weniger. Das berücksichtigt, sind die neuen A-Smartphones jeweils etwa auf Niveau ihrer Vorgänger – das Galaxy A32 mit 8:56 Stunden, das Galaxy A52 mit 6:39 Stunden.

Kabelloses Laden beherrschen die beiden erschwinglichen Galaxys nicht. Die Ladedauer per Kabel beträgt bestenfalls 1:32 Stunden (Galaxy A53 5G) und 1:32 (Galaxy A33 5G). Voraussetzung: das richtige Netzteil mit 25 Watt Ausgangsleistung. Im Lieferumfang ist nämlich gar keines enthalten. Auch fehlt die klassische Klinkenbuchse. Kabelgebundene Kopfhörer müssen Nutzer per Adapter am Ladeanschluss anschließen.



Viele Kameras, noch mehr Megapixel

Indirekt hat ein schwacher Prozessor auch Auswirkung auf die Fotoqualität. Denn die hängt nicht nur von der Hardware ab, also Sensoren und Linsen, sondern auch von der Software. Smartphones sind nämlich wahre Rechenmeister und gleichen die Nachteile kompakter Technik bei der Fotografie mit aufwendigen Berechnungen aus. So hellen sie Bilder auf bei finsterer Nacht, gleichen Unschärfen aus bei bewegten Motiven, reduzieren das Bildrauschen und vieles mehr. Ein schwacher Prozessor hat hier das Nachsehen.

Das Galaxy A33 5G ist rückseitig mit vier Kameras bestückt: Hauptkamera (48 Megapixel, MP), Ultraweitwinkel (8 MP), Tiefenkamera (2 MP) und Makrokamera (5MP) sollen alle Einsatzzwecke abdecken. Die Selfiekamera löst mit 13 MP auf.

Das Galaxy A53 5G bietet ähnliche Kameras, die jedoch höher auflösen: Die Hauptkamera löst mit 64 MP, der Ultraweitwinkel mit 12 MP, die Tiefenkamera und Makrokamera mit jeweils 5 MP auf. Die Frontkamera schießt Selfies mit 32 MP.

Das klingt nach einer Menge Kameras mit einer Menge Megapixel, oder? Lassen Sie sich nicht täuschen. Die zusätzlichen Kameras sind zwar nettes Beiwerk, aber auf die Hauptkamera kommt es an. Die schießt generell die besten Fotos.

Samsung Galaxy A33 5G und A53 5G an einen Ast gelehnt
Angenehm flach bleibt das Gehäuse auch, da die Kameras kaum daraus hervorragen. © SAMSUNG / IMTEST
Porträt Foto von einem Baby
Porträts gelingen mit beiden Smartphones gut, mit dem A53 5G aufgrund höherer Detailstufe besser. Die Tiefenkamera erfüllt ihren Zweck und trennt weitgehend sauber zwischen Motiv und Hintergrund. Da freut sich auch IMTESTs jüngste Redakteurin. © SAMSUNG / IMTEST

Kameras im Test: Gut bei Tageslicht

Wenig überraschend: Das Galaxy A53 hat in fast allen Aufnahme-Situationen die Nase vorn. Die höhere Auflösung verschafft mehr Detailgrad, rettet aber nicht vor den Schwächen, die es mit dem A33 teilt.

Bei Tageslicht liefern beide Geräte eine natürliche Farbdarstellung. Das Galaxy A53 zeigt jedoch mehr Details auf seinen Fotos. Bei wenig Licht hellen beide Hauptkameras das Bild stark auf. Die Geschwister kämpfen dann mit unterschiedlichen Hürden: Das A33 verzerrt feine Details und farbige Flächen zu kuriosen Formen, sogenannten Artefakten. Das wirkt wie eine Aquarellzeichnung und ist in der Praxis weniger kunstvoll als es klingt. Das A53 zeigt schärfere, dafür aber etwas blasse Aufnahmen.

Ein optischer Zoom fehlt beiden Geräten, weshalb die vierfache Vergrößerung im Test nur wenig Details zeigt. Schlimmer schneidet die Selfie-Kamera ab. Sowohl beim A33 als auch beim A53 zeigt die wenig Details. Bei Abendlicht tritt körniges Bildrauschen und starke Artefaktbildung auf. Das ist allenfalls ausreichend.

Die scharfen Videoaufnahmen retten die Note etwas: Dank optischer Bildstabilisierung gelingen Aufnahmen mit wenig Verwackelungen. Insgesamt schneiden beide Galaxys in der Kategorie Kamera befriedigend ab. Hier zeigt sich der größte Unterschied zu hochpreisigen Modellen, die gerade bei Tag, Nacht, mit und ohne Zoom deutlich bessere Aufnahmen liefern.

Blumenbeet
Natürliche Farbwiedergabe und eine ordentliche Bildschärfe – das Galaxy A33 schießt bei Tageslicht noch gute Fotos.
Samsung Galaxy A53 5G Blumenbeet
Der Detailgrad ist höher als beim A33, dafür erscheinen Farben etwas blasser, nicht ganz so natürlich. Bei sehr wenig Umgebungslicht verstärkt sich der Nachteil weiter.
Blumenbeet mit einer Blume digital vergrößert
Die Vergrößerung der Blume zeigt: Das Galaxy A33 zeigt weniger Details, löst nicht so scharf auf wie die Fotos des Galaxy A53.
Blumenbeet mit einer Blume digital vergrößert
Die Strukturen der Blumenblätter werden vom Galaxy A53 feiner wiedergegeben, dafür erscheinen die Farben der Blumen blasser als es real der Fall war.

Das fehlt den Mittelklasse-Geräten

Abgesehen von den getesteten Qualitäten, fragt sich der geneigte Nutzer zu recht: Wo liegen denn nun die großen Unterschiede zum teuren Top-Smartphone? Gibt es sie überhaupt? Oder macht ein Galaxy S22 im Grunde genau dasselbe, nur eben besser? So sieht es aus:

  • Nicht wasserdicht: Viele Geräte dieser Preisklasse dürfen nicht auf Tauchgang gehen. Bis zu 30 Minuten in einem Meter Tiefe im Süßwasser halten die beiden Testgeräte laut Zertifizierung aus (IP67). Die noch bessere Zertifizierung IP68 erlaubt eine 1,5 Meter Tiefe und bleibt weiterhin der S-Serie und ähnlich teuren Geräten der Konkurrenz vorbehalten.
  • Kabelloses Laden: Das Gerät auf eine dafür vorgesehene Ladestation zu legen, ohne es per Kabel anzuschließen – Das können fast ausschließlich nur Premium-Smartphones. Auch die beiden Galaxys sind keine Ausnahme und verzichten auf den Komfort, den das Galaxy S22 erlaubt.
  • 5G: Der neue Mobilfunkstandard war bei Markteinführung ein Privileg hochpreisiger High-End-Geräte. Mittlerweile findet man ihn auch in der Mittelklasse, so auch bei den beiden getesteten Modellen.
  • Fingerabdrucksensor: Während Apple weiterhin auf die sehr komfortable Entsperrung des Geräts via Gesichtserkennung setzt (FaceID), ist die Methode bei Android-Smartphones bei fast allen Geräten unsicher – selbst bei den teuren! Besser ist es, Android-Nutzer halten den Finger hin (siehe Artikel unten “Finger weg!”). Die günstigen Geräte verbauen den Fingerabdruck-Scanner in der Seitentaste oder umständlich erreichbar auf der Rückseite. Bei den beiden getesteten Modellen liegt er unter dem Display – absolut modern.
  • Top-Bildschirme: Hohe Bildwiederholraten, ein scharfes Bild und ein hoher Kontrastumfang beherrschen heute auch viele Mittelklasse-Geräte. Eine präzise Farbtreue und hohe Helligkeit in der Regel aber nicht. Das Galaxy A33 und das Galaxy A53 heben sich mit den starken Anzeigen von der Konkurrenz ab.


Preise, Farben, Speicher

Bei beide Modellen stehen die Farben Blau, Schwarz, Weiß und Pfirsich zur Auswahl.

Das Samsung Galaxy A33 5G ist nur in einer Speicher-Ausführung erhältlich mit 128 Gigabyte, die sich in aber per micro-SD-Karte um bis zu 1.000 Gigabyte erweitern lassen. Der Preis beträgt 369 Euro.

Das Samsung Galaxy A53 5G ist in einer von zwei Speicher-Varianten verfügbar und kostet mit 128 Gigabyte 449 Euro, mit 256 Gigabyte 509 Euro. Auch hier ist der Speicher per micro-SD-Karte erweiterbar um bis zu 1.000 Gigabyte (1 Terabyte).



Samsung Galaxy A33 5G im Test: Fazit

Die Unterschiede zu hochpreisigen Smartphones sind an der Hand abzuzählen: Auf dem Papier sind das der etwas geringe Speicher, das Fehlen der kabellosen Lademöglichkeit und der etwas geringere Schutz gegen Wasser. Im Test weiß das Samsung Galaxy A33 5G mit hellem, farbechten und scharfen Display und langer Laufzeit zu punkten. Die Detail-Schwächen seiner Kameras kostet ihm dafür eine bessere Note. IMTEST empfiehlt: Da der technische Abstand zum Galaxy A53 gering ist, bleibt das Galaxy A33 die bessere Wahl für Sparfüchse.

  • PRO
    • Gutes Display, lange Laufzeit, 5G, wasserdicht (IP67).
  • KONTRA
    • Schwacher Prozessor, Kameras mit großen Schwächen bei wenig Licht, etwas wenig Speicher, kein kabelloses Laden.

IMTEST Ergebnis:

gut 2,3

Samsung Galaxy A53 5G im Test: Fazit

Das etwas bessere Display und die etwas bessere Kamera als das Galaxy A33 5G sowie mehr Speicher (gegen Aufpreis) bietet das Galaxy A53 5G. Die zentralen Stärken und Schwächen teilen sich aber beide Geräte, allem voran der langsame Prozessor, der nur für das Nötigste taugt. Auch hält das Galaxy A53 5G nicht so lange durch. Das drückt auf die Note.

  • PRO
    • Starkes Display mit 120 Hertz, gute Kamera bei Tageslicht, viel Speicher (getestete Variante).
  • KONTRA
    • Schwacher Prozessor, Kameras schwächeln stark bei wenig Licht, kein kabelloses Laden, etwas kurze Laufzeit.

IMTEST Ergebnis:

gut 2,2