Smartwatches werden immer beliebter, vor allem Garmin-Modelle. Im letzten Jahr konnte der US-Hersteller seine Verkäufe um 62 Prozent steigern und ergatterte mit 5,8 Prozent Markanteil erstmals einen Platz unter den Top Fünf der größten Smartwatch-Hersteller. Kein Wunder, denn Garmin-Uhren sind zwar nicht günstig, bieten aber vor allem für Sportler unzählige praktische und zum Teil einzigartige Funktionen. Angesichts des Funktion-Overkills von Top-Geräten der Fenix-, Epix-, Venu- und Forerunner-Modelle lässt sich selbst nach mehrere Monaten Einsatzzeit immer wieder Neues entdecken. Ein Überblick über die besten Funktionen, finden Sie in diesem Ratgeber.  

Tipp 1: Einrichten der Sportaufzeichnung

Aktuelle Garmin-Smartwatches verfügen zwar über viele ausgefallene Zusatzfunktionen, im Kern handelt es sich aber in erster Linie um Sportuhren. Entsprechend einfach erweist sich der Start einer Aktivität: Die Taste oben rechts drücken, Sportauswählen, gegebenenfalls einige Sekunden auf das GPS-Signal warten, Aktivität starten und los geht’s. Aber Sie können das Ganze individuell anpassen. Vor allem lassen sich die Datenbildschirme so einrichten, dass die Uhr Ihnen nur benötigte Statistiken anzeigt. Vor allem Läufern und Fahrradfahren steht eine Fülle von Datenfeldern zur Auswahl, darunter Zeit, Entfernung, Tempo, Herzfrequenz und Trittfrequenz. So funktioniert das (im Beispiel Garmin Epix, bei anderen Garmin-Modelle funktioniert es ähnlich):

1. Wählen Sie wie gewohnt eine Aktivität aus. Vor dem Start drücken Sie auf die mittlere Taste links (Menü), wodurch sich das Optionsmenü öffnet.

2. Öffnen Sie dann über die Taste oben rechts (Start/Stop) die Trainings-Einstellungen und darin den Punkt Trainingsseiten.

3. Nun haben Sie die Möglichkeit entweder bestehende Datenfelder zu editieren oder neue hinzufügen. Zudem können Sie das Layout ändern (Anzahl der Datenfelder), die Datenfelder neu anordnen oder Datenfelder löschen.

Garmin Datenfelder anpassen
Passen Sie an, welche Daten Ihnen die Smartwatch während einer Aktivität anzeigt. © IMTEST

Tipp 2: Trainingspläne auf die Uhr laden

Sie wollen beim Laufen endlich die 5, 10 Kilometer oder einen Halbmarathon knacken? Dann engagieren Sie den Garmin-Coach, der Ihnen Anweisungen direkt auf die Uhr spielt. Sie finden den Trainer in der Connect-App unter Mehr, Training und Trainingspläne. Wählen Sie einen Plan aus, fragt Sie die App unter anderem, wie viel Sie bereits laufen oder Rad fahren und an wie vielen Tagen in der Woche Sie trainieren möchten. Außerdem können Sie einen virtuellen persönlichen Coach auswählen, der Sie auf Ihrem Weg begleitet. Dieser liefert Ihnen direkte Anweisungen rund um Aktivitäten und Intensität direkt auf die Smartwatch. Die Uhr erinnert Sie darüber hinaus daran, wann und wie Sie am besten trainieren.

Garmin Coach
Mithilfe fundierter Trainingspläne erreichen Sie schneller Ihre Ziele. © IMTEST

Tipp 3: Eigene Trainings erstellen

Garmin verfügt darüber hinaus über einen ausgezeichneten und einfach zu bedienenden Workout-Editor, mit dem Sie Trainingseinheit planen, mit der Smartwatch synchronisieren und vom Handgelenk aus starten können. Sie finden die Funktion in der Garmin Connect-App unter Mehr, Trainings und Trainings erstellen. An dieser Stelle stehen Ihnen Werkzeuge für alle möglichen Sportarten zur Verfügung. Sie können etwa Laufeinheiten inklusive Zeit, Entfernung, Tempo, Herzfrequenz-Bereich und vieles mehr basteln.

Auf einigen Garmin-Smartwatches wie der Fenix, Epix und Venu 2 plus stehen zudem unter Mehr, Trainings und Trainings suchen vorgefertigte Pilates-, Yoga- und Krafttrainings zur Auswahl, die sogar animierte Anleitungen auf der Uhr enthalten. Und: Einfache Trainings, zum Beispiel Intervalleinheiten, lassen sich direkt auf der Smartwatch planen. Das geschieht über das Optionsmenü der einzelnen Sportarten.



Tipp 4: Ziffernblätter anpassen

Zu einer Smartwatch gehört ein möglichst individuelles Ziffernblatt. Hier bietet Garmin einige Möglichkeiten. Zunächst sind einige Ziffernblätter auf der Uhr vorinstalliert. Um diese einzurichten, drücken Sie länger auf die Taste links in der Mitte (Menü) und wählen Displaydesign. Mit den Tasten links oben und unten scrollen Sie nun durch die verfügbaren Designs. Zum Auswählen drücken Sie die Taste oben rechts. Je nach Ziffernblatt haben Sie anschließend die Möglichkeit noch Dinge wie Zeiger und Farben dem eigenen Geschmack anzupassen. Zudem können Sie festlegen, welche Daten das Ziffernblatt anzeigen soll, etwa Fitness-Statistiken auch Dinge wie Temperatur oder Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. Haben Sie Ihre Auswahl getroffen, wählen Sie Anwenden.

Garmin Ziffernblatt ändern
Auf Smartwatches wie der Epix lassen sich mitunter sogar die Farben der verschiedenen Ziffernblatt-Elemente anpassen. © IMTEST

Extra-Tipp: Bei Garmin-Smartwatches mit Touchscreen landen Sie direkt in der entsprechenden Detailanzeige, wenn Sie auf dem Ziffernblatt länger auf ein Datum drücken. Halten Sie zum Beispiel den Finger auf der Akkuanzeige, landen Sie direkt in den Energieeinstellungen.

Sagen Ihnen die vorinstallierten Ziffernblätter nicht zu, finden Sie eine große Auswahl im Garmin IQ-Shop. Den starten Sie über die Garmin Connect-App auf Ihrem Smartphone über Mehr und Garmin IQ-Shop. Wählen Sie ggfs. Ihr Gerät aus, tippen auf App Type und wählen Watch Faces. Tippen Sie auf ein Ziffernblatt, das Ihnen gefällt und dann auf Herunterladen. Nach dem nächsten Abgleich mit der Smartwatch richten Sie das neue Ziffernblatt wie oben beschrieben ein.

Tipp 5: Widgets arrangieren

Drücken Sie auf die Taste rechts unten (Down) (oder wischen nach unten), erscheinen die sogenannten Widgets. Diese enthalten beispielsweise Informationen zum aktuellen Fitnesszustand, zum Wetter, zu den eingegangenen Nachrichten, zum Kalender und vieles mehr. Sie können die Widget-Leiste individuell bestücken als auch die Reihenfolge ändern. Scrollen Sie dazu in den Widgets ganz nach unten bis zum Eintrag bearbeiten. Nun können Sie neue Widgets hinzufügen, überflüssige löschen und die Reihenfolge Ihrem Geschmack anpassen.

Widgets neu anordnen
Passen Sie an, welche Informationen Ihre Garmin-Uhr im Widget-Bereich anzeigt. © IMTEST

Tipp 6: Notfallkontakte einrichten

Eine der wichtigsten Funktionen vieler Garmin-Smartwatches: Richten Sie einen Notfallkontakt ein. Der wird automatisch kontaktiert, sobald die Uhr einen Sturz registriert (neuerdings nicht mehr bei Mountainbike-Aktivitäten). Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Sie ein mit der Smartwatch gekoppeltes Smartphone bei sich haben. Das geht so:

1. In der Garmin Connect-App tippen Sie auf Mehr, Sicherheits-Funktionen und Einrichtung starten.

2. Im Folgenden geben Sie Ihre eigenen Daten an und fügen einen oder noch bessere mehrere Notfallkontakte samt Handynummer hinzu.

3. Zudem richten Sie eine Notrufoption ein. Der hier hinterlegte Kontakt lässt sich im Notfall direkt über die Uhr anrufen, indem Sie obere linke Taste (Light) länger gedrückt halten.  

Notfallkontakt einrichten
Das Einrichten eines Notfallkontakts kann Leben retten. © IMTEST

Tipp 7: Garmin-Konto mit Strava und Komoot verknüpfen

Die von Ihrer Garmin-Smartwatch aufgezeichneten Aktivitäten landen automatisch in der Garmin Connect-App, in der Sie Ihre Statistiken im Detail einsehen können. Viele begeisterte Läufer und Radfahrer verfügen jedoch auch über ein Strava-Konto, in dem sie ihre Aktivitäten mit Freunden teilen und sich gegenseitig motivieren.  

Auch Komoot-Konten lassen sich mit Garmin Connect verknüpfen. Auch in diesem Fall landen gemachten Touren automatisch im „Gemacht“-Bereich der Outdoor-App. Weiterer Vorteil: Geplante Touren lassen sich direkt auf die Uhr (nur Garmin-Modelle mit Kartenmaterial) laden, die in diesem Fall als Navigationsgerät dient.

Um Dienste mit Garmin zu verknüpfen, tippen Sie in der Garmin Connect-App auf Mehr, Einstellungen und Verknüpfte Apps. Folgen Sie dann den Anweisungen.

Garmin Dienste verknüpfen
Ihr Garmin-Konto lässt sich mit vielen anderen Diensten verknüpfen, etwa Strava, Zwift, Komoot und sogar Office 365. © IMTEST

Tipp 8: Nachtmodus einrichten

Wie viele Smartwatches zeigen auf Wunsch auf Garmin-Modelle Benachrichtigungen wie Textnachrichten oder App-Meldungen an, die auch auf dem gekoppelten Smartphone aufpoppen. Aber sicher wollen Sie nicht, dass Ihre Uhr die ganze Nacht lang vibriert und piept. Richten Sie daher den Nachtmodus ein, der zudem noch den Akku schont.

Garmin Schlafmodus
Stellen Sie sicher, dass Sie keine Benachrichtigungen oder ein heller Bildschirm um den Schlaf bringen. © IMTEST

Tippen Sie dazu in der Garmin Connect-App auf Ihrem Smartphone oben rechts auf das Symbol für Ihre Smartwatch und wählen dann System sowie Schlafmodus. Unter „Plan“ geben Sie dann an, wann Sie normaler Weise ins Bett gehen und wieder aufstehen. Anschließend aktivieren Sie den Schalter DND (Bitte nicht stören). Je nach Uhr haben Sie in diesem Menü außerdem die Möglichkeit das Displaydesign auszuwählen sowie den Touchscreen zu deaktivieren. Den „Energiesparmodus“ sollten Sie dagegen nicht aktivieren, da die Smartwatch sonst Ihre Schlafdaten nicht aufzeichnet.

Tipp 9: Mit der Smartwatch Musik hören

Einige Smartwatch-Modelle von Garmin sind in der Lage Playlisten von Spotify, Amazon Music und Deezer zu synchronisieren, sodass Sie Ihre Musik auch dann genießen können, wenn Sie Ihr Smartphone zu Hause lassen. Voraussetzung dafür ist allerdings ein Premium-Abonnement bei einem dieser Dienste, mit den Gratis-Versionen funktioniert es nicht.

1. Um den Musik-Dienst auf der Uhr einzurichten, öffnen Sie auf dem Smartphone die Garmin Connect-App und öffnen Sie über Mehr den Garmin IQ-Shop. Hier laden Sie die entsprechende Musik-App herunter, im Beispiel Amazon Music. Nach dem Herunterladen wird die App im Zuge der nächsten Synchronisierung auf Ihrer Smartwatch installiert.

2. Auf der Uhr drücken Sie nun länger die Taste oben links (Light) und wählen Musikfunktionen. Wählen Sie hier den Dienst aus folgen Sie der Anleitung zum Verknüpfen, was durch Eingabe eines Codes auf einer Internetseite erfolgt. Dies ist nur einmalig erforderlich.

3. Die Die Musik-App auf Ihrer Smartwatch zeigt Ihnen anschließend unter anderem Ihre erstellen Playlisten. Diese können Sie auf die Uhr herunterladen, sofern die Uhr mit einem WLAN verbunden ist.

4. Ist das erledigt, können Sie an gleicher Stelle die Playlist wiedergeben. Zuvor müssen Sie allerdings über Neu hinzufügen noch Bluetooth-Kopfhörer mit der Uhr verbinden.

Musik auf Smartwatch
Praktisch: Erstellen Sie Playlisten und übertragen diese auf die Smartwatch. © IMTEST

Tipp 10: Garmin Connect aufräumen

Genau wie die Widgets auf der Smartwatch können Sie auch die Informationen anpassen, die beim Start der Garmin Connect-App auf Ihrem Smartphone erscheinen. Um einzustellen, was unter „Mein Tag” in der Connect-App angezeigt wird, scrollen Sie ganz nach unten und wählen Sie Mein Tag bearbeiten. Daraufhin erscheinen abhängig von Ihrem Garmin-Modell alle verfügbaren Datenquellen – angefangen beim Trainingszustand bis hin zu Flüssigkeitsaufnahme. Entscheiden Selbst, welche Daten Sie interessieren und welche nicht. Tippen Sie auf das Minuszeichen zum Löschen, um einen Datenpunkt zu entfernen, oder tippen und halten Sie die Schaltflächen rechts, um die Reihenfolge zu ändern. Statistiken, die Sie entfernen, sind weiterhin verfügbar, sie erscheinen nur nicht mehr unter „Mein Tag“.

Garmin Mein Tag
Bestimmen Sie, welche Daten in der “Mein Tag”-Übersicht erscheinen. © IMTEST

Tipp 11: Persönliche Rekorde entdecken

Im Laufe der Zeit sammelt Ihre Garmin-Smartwatch einen Haufen Daten. Als Sportler möchten Sie dann wahrscheinlich gerne wissen, wie sich Ihre Leistungen im Laufe der Zeit entwickelt haben und welche persönlichen Rekorde Sie aufgestellt haben. Diese Infos finden Sie unter anderem in der Garmin Connect-App.

Tippen Sie dazu oben links auf Ihr Profilbild und Statistiken. Hier finden Sie nicht nur Informationen rund um Ihre zurückgelegten Strecken beim Laufen, Radfahren und Schwimmen, sondern ebenfalls Ihre persönlichen Rekorde wie Bestzeiten, längste Strecken und Schrittrekorde aber auch interessante Daten zu allen gemachten Schritten und zur Anzahl aller Aktivitäten.

Garmin persönliche Rekorde
Interessant, wie sich die Daten im Laufe der Zeit entwickeln. © IMTEST

Tipp 12: So finden Sie Ihre Auszeichnungen

Neben persönlichen Bestleistungen vergibt Garmin virtuelle Auszeichnungen, sogenannte Badges. Dabei handelt es sich um eine zusätzliche Motivation, sich noch mehr zu bewegen, um weitere Auszeichnungen einzuheimsen. Dabei muss es sich nicht nur um sportliche Aktivitäten handeln, ebenfalls möglich sind beispielsweise das Nutzen bestimmter Funktionen oder soziale Interaktionen mit anderen Garmin-Mitgliedern. Zusätzlich erhalten Sie dafür Punkte.

Um Ihre Auszeichnungen zu finden, tippen Sie in der Connect-App auf Ihr Profilfoto und wählen Aktivität. Hier zeigt die App an, welche Auszeichnungen Sie bereits verdient haben und welche Sie noch freischalten können. Fies: Im Reiter Beste sehen Sie, wie viele und welche Auszeichnungen Ihre Freunde erhalten haben.

Garmin Badges
Über 100 Punkte scheinen nicht besonders viel zu sein. © IMTEST

Tipp 13: Aktivitäts-Daten bei Garmin nachträglich bearbeiten

In der Regel zeichnet Ihre Garmin-Uhr Ihre Aktivitäten adäquat auf. Manchmal passiert es aber, dass man vergisst die Aufzeichnung rechtzeitig zu starten oder zu beenden. In diesem Fall stimmen weder die zurückgelegte Strecke noch die Dauer der Aktivität. Zum Glück lassen sich aufgezeichnete Aktivitäten editieren und so korrigieren. So funktioniert wie folgt:

1. Öffnen Sie die Aktivität, beispielsweise über den Kalender.

2. Tippen Sie dann auf die drei Punkte oben rechts und wählen Aktivität bearbeiten.

3. Nun haben Sie die Möglichkeit die Aktivität umzubenennen, Notizen hinzuzufügen und Daten wie Zeit und Distanz zu ändern. Über Aktivität kürzen können Sie zudem Start- und Endpunkt anpassen. Haben Sie die erforderlichen Änderungen durchgeführt, tippen Sie auf Speichern.

Garmin Aktivität bearbeiten
Aktivitäten lassen sich über die Garmin Connect-App nachträglich anpassen.

Tipp 14: So verbinden Sie Garmin-Daten mit Apple Health

Als iPhone-Besitzer können Sie die Daten von verschiedenen Wearables sowie Gesundheits- und Fitness-Apps in Apple Health zusammenzuführen. Das funktioniert auch mit Garmin-Geräten. Abhängig von den Sensoren Ihres Modells überträgt Garmin eine Reihe von Daten an Apple, darunter Schritte, Herzfrequenz, Intensitätsminuten, Ruheherzfrequenz und vieles mehr. Um Garmin Connect mit Apple Health zu verbinden, gehen Sie wie folgt vor:

1. Öffnen Sie die Health-App auf Ihrem iPhone. Darin tippen Sie unten auf Teilen und dann auf Apps.

2. In der Liste wählen Sie Connect und wählen mithilfe der Schieberegler aus, welche Daten Garmin an Apple weitergeben soll und welche nicht. Fertig.

Garmin Apple Health
Sie haben die Möglichkeit auszuwählen, welche Daten Garmin mit Apple teilt. © IMTEST

Tipp 15: Smartphone aufspüren

Smartphone verlegt? Ihre Garmin-Watch hilft beim Aufspüren: Dazu halten Sie den oberen linken Knopf (Light) gedrückt und wählen Telefon suchen. Schon ertönt auf dem Handy ein schriller Alarmton.

Telefon suchen
Handy verloren? Finden Sie es mithilfe Ihrer Smartwatch wieder. © IMTEST

Tipp 16: Laktatschwelle ermitteln

Viele Garmin-Smartwatches sind in der Lage Ihre Laktatschwellen-Herzfrequenz zu ermitteln, also den Punkt, an dem Ihr Körper mehr Laktat produziert, als er wieder abbaut. Dies ist zudem der Punkt, an dem es Ihnen schwerer fällt, die Intensität über einen längeren Zeitraum fortzusetzen. Der Test ist sinnvoll, damit die Smartwatch Ihre Herzfrequenzzonen besser versteht. Um ihn durchzuführen, müssen Sie die Uhr mit einem Brustgurt verbinden und ein Lauftraining durchführen. Im Detail funktioniert das so:

1. Starten Sie eine Lauftaktivität. Halten Sie dann die mittlere rechte Taste (Menü) gedrückt, um die Optionen aufzurufen.

2. Wählen Sie den Eintrag Training und dann Laktatschwellentest. Starten Sie die Aktivität und folgen den Anweisungen.

3. Nach Abschluss des Tests fragt Sie Ihre Garmin-Smartwatch, ob sie die Herzfrequenz-Bereiche basierend auf der Laktatschwellen-Herzfrequenz aktualisieren soll.



Tipp 17: Noch mehr Daten bei Garmin online

Die Smartphone-App Garmin Connect zeigt bereits jede Menge Daten rund um Ihren Körper und Ihre sportlichen Aktivitäten. Im Vergleich zum Web-Portal von Garmin Connect ist das aber nur ein Klacks. Öffnen Sie diese Internetseite, melden sich mit Ihrem Garmin-Konto an und sehen, was alles möglich ist.

Garmin Connect Web
Bei “Garmin Connect” im Browser erfahren Sie noch mehr über Aktivitäten, Gesundheit und Entwicklungen. © IMTEST

Tipp 18: Finden Sie eine lokale Laufgruppe

Garmin Connect dient in erster Linie dazu, Ihre Aktivitäten zu überprüfen, aber Sie können auch nach Gruppen suchen, denen Sie beitreten möchten. Es gibt verschiedene Arten von Gruppen, von Laufclubs bis hin zu MTB-Gruppen.

Um einer Gruppe beizutreten, öffnen Sie das Webportal von Garmin Connect und klicken unten links auf Gruppen. Tippen Sie den Namen Ihres Ortes / Ihrer Stadt ein und drücken die Eingabetaste. Garmin Connect listet nun gefundene Gruppen auf. Klicken Sie nun entweder auf Gruppe beitreten oder Beitritt zur Gruppe beantragen, OK wählen aus, mit wem Sie Ihre Daten teilen möchten und bestätigen mit Speichern.

Garmin Gruppen
Finden Sie über Garmin Connect Gleichgesinnte. © IMTEST

Sobald Sie einer Gruppe beigetreten sind, können Sie sehen, wie die anderen Mitglieder ihre Ziele verfolgen, sei es in Form von gelaufenen Kilometern, verbrannten Kalorien oder insgesamt zurückgelegten Schritten. Die Informationen werden in Form einer Rangliste angezeigt, die für eine zusätzliche Dosis an motivierendem Wettbewerb sorgt.

Tipp 19: PacePro-Plan für Läufer erstellen

Wenn Sie für einen langen Lauf oder ein Rennen einen PacePro-Plan erstellen, erhalten Sie für jeden Abschnitt (etwa pro Kilometer) eine Zeitvorgabe, die auf Ihrer anvisierten Zeit für die gesamte Strecke und den Höhenmetern in diesem Abschnitt basieren, abhängig davon, ob es bergauf oder bergab geht. Sie können zudem vorgeben, dass Sie den Lauf erst einmal ruhiger angehen wollen und dann später mehr Gas geben. Vor allem sorgt die Funktion also dafür, dass Sie anfangs nicht zu schnell unterwegs sind und später noch über ausreichend Reserven verfügen. So funktioniert Pace Pro:

1. Zunächst gilt es den Streckenverlauf als GPX-Datei zu bekommen. Ob Sie dazu einen Streckenplaner von Garmin, Komoot oder Strava nehmen, spielt keine Rolle. Die GPX-Datei laden Sie dann in Garmin Connect (Internetseite), in dem Sie links im Dashboard auf Trainings, Strecken und Importieren klicken.

2. Öffnen Sie die Strecke und klicken dann auf PacePro-Strategie erstellen. Folgen Sie dann den Anweisungen des Assistenten.

3. Haben Sie Ihre Pace-Pro Strategie erstellt, klicken Sie auf Speichern und übertragen den Track per Klick auf das Symbol An Gerät senden an die Uhr.

4. Auf der Smartwatch starten Sie dann eine Laufeinheit, öffnen die Optionen, Training, PacePro-Pläne und wählen einen Plan aus.  

PacePro einrichten
Legen Sie mit PacePro abhängig von Steigungnen Ihre Zielpace fest. © IMTEST

Tipp 20: Fehlende Sportarten nachrüsten

Nehmen wir an, Sie sind Fussball- oder Tennisspieler und auf Ihrer Garmin-Smartwatch fehlt das entsprechende Aktivitätsprofil. In diesem Fall haben Sie zwei Möglichkeiten:

1. Schauen Sie im Garmin IQ-Shop nach, ob das das gesuchte Profil als App zum Herunterladen gibt. Sie starten ihn über die Garmin Connect-App auf Ihrem Smartphone über Mehr und Garmin IQ-Shop. Wählen Sie ggfs. Ihr Gerät aus, tippen auf Suchen und geben zum Beispiel „Tennis“ ins Suchfeld ein und laden die entsprechende App herunter.

2. Sie erstellen ein eigenes Aktivitätsprofil. Dazu öffnen Sie auf der Smartwatch die Aktivitätenliste (Taste oben rechts), Scrollen einen Schritt nach oben und wählen Hinzufügen. Ist auch in der folgenden Liste die gesuchte Sportart nicht zu finden, wählen Sie Aktivität kopieren. Wählen Sie etwa Laufen, benennen das neue Profil wie gewünscht und richten die Trainingsseiten ein und legen weitere Eigenschaften fest. Abschließend speichern Sie das neue Profil über Fertig. Sie haben dann noch die Möglichkeit, es als Favorit einzurichten.  

Aktivität hinzufügen
Basteln Sie sich einfach eigene Aktivitätsprofile direkt auf der Smartwatch. © IMTEST

Tipp 21: Materialermüdung erkennen

Sie wollen wissen, wie viele Kilometer Sie mit einem bestimmten Paar Laufschuhen oder einem Fahrrad bereits abgerissen haben? Mit der Funktion „Gear Tracker“ können Sie die Abnutzung im Blick behalten. Sie können auch einen Alarm einrichten, der sich meldet, wenn Sie eine bestimmte Distanz zurückgelegt haben, und es Zeit ist, die Schuhe zu wechseln oder einen Service durchzuführen. Das geht so:

1. In der Garmin Connect-App auf dem Smartphone tippen Sie auf Mehr und Ausrüstung.

2. Weiter geht es mit Hinzufügen. Geben Sie Marke, Typ, Erste Verwendung und Maximale Distanz an. Zudem können Sie angeben, ob die Ausrüstung automatisch bei bestimmten Aktivitäten als Ausrüstung hinzugefügt werden soll. Bestätigen Sie mit Speichern.

3. Nutzen Sie mehrere Fahrräder oder Laufschuhe? Dann können Sie in gespeicherten Aktivitäten auswählen, welche Teile zum Einsatz gekommen sind. Tippen Sie dazu in der Aktivitäts-Übersicht oben rechts auf die drei Punkte und wählen Ausrüstung hinzufügen/entfernen.

Garmin Material
Kontrollieren Sie, wie viele Kilometer Ihre Ausrüstung schon auf dem Buckel hat. © IMTEST

Tipp 22: Shortcuts einrichten

Wenn Sie auf bestimmte Funktionen besonders schnell zugreifen möchten, richten Sie am besten sogenannte Shortcuts ein.

1. Halten Sie Menü-Taste gedrückt (Fenix > mittlere Taste auf der linken Seite).

2. Scrollen Sie runter zu System und wählen den Punkt Hotkeys. Hier können Sie nun festlegen, was beim längeren Druck auf eine Taste oder beim gleichzeitigen Drücken von zwei Tasten passieren soll. Zur Auswahl stehen zum Beispiel direkter Zugriff auf die Bezahlfunktionen, das Knipsen eines Screenshots oder Position speichern.

Garmin Hotkeys
Direkter Zugriff auf häufig genutzte Funktionen dank Hotkeys. © IMTEST

Tipp 23: Das bringt die neue Funktion HFV

Neuerdings können Smartwatches wie die Forerunner 955, Fenix 7 und Epix 2 die Herzfrequenzvariabilität anzeigen. Das soll einen besseren Überblick über die Erholung und das allgemeine Wohlbefinden ermöglichen. Zudem sollen ein Tages- sowie ein 7-Tage-Durchschnittswert im Verhältnis zum individuellen Grundwert interessante Daten rund um Gesundheit, Erholung und Fitness liefern. Das steckt dahinter:

Was ist die Herzfrequenzvariabilität?

Die Zeitspanne zwischen den Herzschlägen schwankt leicht – diesen Wert nennt man Herzfrequenzvariabilität (HFV). Diese Schwankungen sind sehr gering und betragen nur den Bruchteil einer Sekunde. Die Herzfrequenzvariabilität soll dabei ein Indikator dafür sein, wie gut der Körper Belastungen verkraftet. Neben der Atmung wird die HFV zum Beispiel durch Training, hormonelle Reaktionen, Stoffwechselprozesse, kognitive Prozesse, Stress und Erholung beeinflusst. Daher ist die HFV in der Regel höher, wenn das Herz langsam schlägt, und niedriger, wenn das Herz schneller zu schlagen beginnt, beispielsweise bei Stress oder Sport.

Herzfrequenzvariabilität
Der Wert Herzfrequenzvariabilität (HFV) bezeichnet die zeitliche Änderung von Herzschlag zu Herzschlag. © Firstbeat

Nachdem die Smartwatch Ihre persönliche HFV ermittelt hat – was mindestens drei Wochen dauert – sind vor allem die Abweichungen vom Grundwert interessant.

  • Eine niedrigere HFV als üblich ist negativ: Sie kann zum Beispiel durch zu hartes Training oder Krankheiten auftreten.
  • Ein höhere HFV als üblich ist positiv: Das signalisiert einen guten körperlichen Zustand, man ist bereit für harte Trainingseinheiten.

Eine hohe HFV gilt allgemein als Indikator für ein gesundes Herz. Als Faustregel gilt: Werte unter 50 Millisekunden gelten als ungesund, 50-100 ms stehen für eine beeinträchtigte Gesundheit und über 100 ms sind gut. Was Sie aber wissen müssen: Sie sollten Ihre individuellen Werte nicht mit anderen vergleichen. Denn neben der persönlichen Fitness spielen neben der Genetik auch Faktoren wie Alter und Geschlecht eine wichtige Rolle.

Garmin HFV auf Epix
Für die Anzeige der Herzfrequenzvariabilität bieten Smartwatches wie die Exp © IMTEST

Und selbst wenn Ihre Herzfrequenzvariabilität niedrig ausfallen sollte, kann ein gesunder Lebensstil Ihre HFV positiv beeinflussen. Wenn Sie mehr Sport treiben, sich bewusst entspannen und gesund ernähren, wird sich früher oder später auch Ihre Herzfrequenzvariabilität verbessern.

Tipp 24: Individuelle Trainingsvorschläge auf Basis der körperlichen Fitness

Hochwertige Garmin-Modelle können Ihnen maßgeschneiderte Trainingseinheiten vorschlagen, die mittel- bis langfristig Ihre Fitness steigern. Die Vorschläge sind abhängig vom aktuellen Trainingszustand, der wiederum auf Ihren Aktivitäten und Ihrem Fitnesslevel basiert. Die Crux an der Sache: Die Smartwatch muss einen „Trainingszustand“ ausweisen. Das setzt voraus, dass Sie entweder regelmäßig mit der Uhr laufen oder beim Radtraining einen Wattmesser einsetzen.

Garmin Trainingsvorschläge
Die Smartwatch schlägt passend zum aktuellen körperlichen Zustand ein Training vor. © IMTEST

Ist das der Fall, zeigt Ihnen die Smartwatch entweder direkt beim Aufrufen einer Aktivität den „Vorschlag für heute“ an, der die Zielherzfrequenz und die Trainingsdauer beinhaltet. Sollte der Vorschlag nicht erscheinen, starten Sie eine Aktivität, öffnen die Optionen, wählen Trainings und Tägliche Vorschläge. In diesem Fall sehen Sie auch, welche Trainingseinheiten Ihnen die Uhr für die nächsten Tage anzeigt. An gleicher Stelle starten Sie direkt das vorgeschlagene Training.

Tipp 25: Am Garmin Beta-Programm teilnehmen

Sie wollen stets die neusten Funktionen zuerst ausprobieren? Dann melden Sie sich bei Garmins Beta-Programm an. In diesem Fall erhalten Sie Updates, die Fehlerverbesserungen und neue Features enthalten, deutlich früher als Nutzer, die auf die finalen Aktualisierungen warten. Sicherlich besteht das Risiko, das nicht alles hundertprozentig funktioniert. Allerdings sind bei Garmin Betas, was früher „Release Candidates“ waren. Bedeutet: Es handelt sich in der Regel bereits um stabile Versionen. Zudem ist es möglich, im Fall der Fälle wieder alte Software-Versionen aufzuspielen. Folgende Smartwatches nehmen derzeit am Garmin Beta-Programm teil:

  • Fenix 6 & Enduro
  • Tactix Delta
  • Quatix 6
  • fenix 7 & Epix 2
  • Quatix 7
  • Forerunner 245, 745 & 945

Garmin-Beta: So machen Sie mit

1. Melden Sie sich auf dieser Internetseite mit Ihrem Garmin-Konto an. Klicken Sie oben rechts neben Ihrem Profilbild auf das Geräte-Symbol und wählen in der Liste das gewünschte Gerät aus.

Garmin Beta Schritt 1
© IMTEST

2. Klicken Sie dann auf Beta-Software-Programm beitreten und im nächsten Schritt auf Zustimmen. Das war es schon. Es dauert nun mindestens 24 Stunden, bis Ihre Smartwatch das neuste Beta-Update zum Installieren anbietet.

Garmin Beta Schritt 2
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