Campingplatz, Hotel oder unterwegs im Auto – sobald man nicht zu Hause ist, taucht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein lästiges Problem auf: Ein WLAN ist entweder gar nicht vorhanden, andauernd überlastet oder viel zu teuer. Hier helfen Mobile Router. Denn das Überlastungsszenario ist vor allem Urlaubern nur allzu gut bekannt. Bei den älteren IPv4-Netzwerken können „nur“ 255 Geräte mit einer Netzwerkadresse versorgt werden. Das kann in großen Ferienanlagen schnell ausgereizt sein.

Mit mobilen Routern bringt man einfach sein eigenes Netzwerk mit. Hierbei handelt es sich um kleine 4G-Router, die bequem ins Reisegepäck passen. Die lassen sich theoretisch sogar beim Campen im Wald nutzen, sofern man dort unbedingt mit mehreren Geräten online sein muss. Im Test treten fünf Mobile Router gegeneinander an.

Mobile Router im Test: Besser als ein Smartphone-Hotspot

Natürlich lässt sich jedes Smartphone auch als Hotspot nutzen. Allerdings sind dabei die Einstelloptionen im Gegensatz zu mobilen Routern begrenzt. Jede Nutzung geht zulasten des oft begrenzten Datenvolumens. Ganz wichtig dabei: Das Telefon muss ständig als Hotspot verfügbar sein. Fährt der Besitzer aber mitsamt Gerät im Urlaub einkaufen, muss der Rest der Familie entweder auf ein anderes Telefon ausweichen oder ganz auf das Internet verzichten.

Ein Foto der mobilen Router ZTE und D-Link im Vergleich auf weißen Hintergrund.
Mobile Router im Test: ZTEs LTE-Router ist im Vergleich zu allen anderen – im Bild D-Link – ein echtes Monster. Und leider auch ein Schwergewicht. © IMTEST

Ein echter mobiler Router hingegen hat also viele Vorteile. Die Geräte im Test sind, mit Ausnahme des ZTE-Modells, sehr klein und handlich. Alle besitzen einen Akku, können also einige Stunden ohne Netzanschluss auskommen. Die Dauer hängt letztlich auch von der Empfangsqualität und der Auslastung ab – vier bis acht Stunden sind aber realistisch. Damit das funktioniert, ist allerdings die Menge der gleichzeitig betreibbaren Geräte limitiert, weil mehr Endgeräte auch stärkere Prozessoren für deren Verwaltung benötigen. Hier ist wiederum die Speedbox der Telekom (ZTE) mit 64 WLAN-Clients weit vorne. Bei den kleinen Routern liegt die Grenze durchweg unter 20. Wobei man auch die selbst bei einer vierköpfigen Familie erst einmal zusammenbekommen muss.

5 verschiedene mobile Router auf einem Holztisch.
Überall Internet: Dank Hosentaschenformat und integriertem Akku liefern mobile Router auch an entlegenen Orten eine WLAN-Verbindung. Einzig das ZTE-Modell hat sperrige Maße. © IMTEST

Einige der getesteten Modelle sind auch mit Displays ausgestattet, auf denen wesentliche Funktionen bedient werden können, wie bei dem mobilen Router von TP-Link.

Ein Foto von dem Display des mobilen Routers TP-Link.
Über das Display des mobilen Routers von TP-Link bekommt man nicht nur viele Infos, sondern kann auch wesentliche Funktionen bedienen. © IMTEST

Mobile Router im Test: Ohne Extra-SIM-Karte geht gar nichts

Alle mobilen Router benötigen eine eigene SIM-Karte. Diese sollte einen entsprechend üppigen Datentarif bieten, denn die Datenspar-Mechanismen der Endgeräte für „mobiles Internet“ greifen natürlich dann nicht mehr: Einmal mit dem mobilen Router verbunden, benehmen sich Smartphone, Tablet & Co. genauso wie im heimischen WLAN: Sie laden etwa automatisch Mail-Anhänge herunter und synchronisieren Fotos mit der Cloud. Es lässt sich zwar bei allen Routern ein Datenlimit festlegen, jedoch lohnt es sich kurz vorher sich mit den verschiedenen Optionen weiterer SIM-Karten zu befassen. Im Prinzip gibt es drei sinnvolle Optionen:

  • Laufzeittarif mit neuer Karte: Eine neue SIM-Karte für den mobilen Router mit Vertrag ist dann sinnvoll, wenn man den Router oft bis regelmäßig verwendet. Solche Tarife gibt es ab 3 GB Datenvolumen im Monat, was allerdings für einen Router viel zu wenig ist. 15 GB oder mehr sollten es schon sein. Dafür muss man im Schnitt zwischen 10 und 20 Euro pro Monat kalkulieren. Einige Provider bieten sogar Kombi-Angebote, bei denen es einen mobilen Router gleich mit dazugibt.
  • Laufzeittarif mit Zwillingskarte: Ist man schon Mobilfunkkunde, kann man oft einen separaten Datentarif mit zweiter SIM vergünstigt zubuchen. Wer ohnehin schon eine Handy-SIM mit Datenflat verwendet, fährt mit einer identischen zweiten Karte („Twin-Card“) meist am besten. Diese SIM-Karte ist dann praktisch ein Klon der Smartphone-SIM und nutzt auch das Datenvolumen-Kontingent. Perfekt bei Flatrates oder sehr üppigem Datenvolumen.
  • Prepaid-Karte: Wer dagegen nur kurzzeitig für den Urlaub ein Extra-Datenvolumen braucht, greift besser zu einer Prepaid-Lösung. Das hat zwar den Nach teil, dass man das Telefonie-Guthaben „verschenkt“, aber es erspart unnötige monatliche Kosten. Nachteil: Man kann oft nicht mehr als 15 GB Inklusiv-Volumen kaufen und muss gegebenenfalls nachladen. T-Mobile allerdings bietet auch eine unbegrenzte Flat an. Diese kostet für vier Wochen 99 Euro. Für den Preis gibt es bei O2 ein Prepaid-Angebot mit 999 GB inklusive. Gerade bei den Prepaid-Tarifen muss man zudem noch darauf achten, dass sie auch wirklich volle LTE-Geschwindigkeit bieten.
Ein Screenshot auf dem zu sehen ist, dass O2 noch unter dem Lable Eplus firmiert.
In die Jahre gekommen: Bei TP-Link firmiert O2 noch unter dem Label E-Plus. © TP-Link, IMTEST


Karte in den mobilen Router und lossurfen

Die Inbetriebnahme ist: SIM-Karte einlegen, Router starten und dann mit dem WLAN verbinden. Die jeweiligen Passwörter finden sich auf den Aufklebern im Akkufach, bei Zyxel unter dem Akku. Das ist in diesem Fall auch sinnvoll, denn mobilen Geräten fehlt in der Regel die automatische Verbindungsfunktion „WPS“. Deshalb ist eine einmalige manuelle Passworteingabe also nötig. Die Router selbst beherrschen „WPS“ und darüber hinaus auch ziemlich viel von dem, was „die Großen“ können: MAC-Filter, Firewall, oder Port-Forwarding zum Beispiel.

Ein Foto vom Akkufach des Mobile Router TP-Link.
Durch SD-Card-Slots lassen sich manche Mobile Router aus dem Test (TP-Link, Zyxel) um etwas zentralen Netzwerkspeicher erweitern. © IMTEST

Die WLAN-Verbindung selbst ist aber mehr oder weniger Standardkost: ZTE und D-Link bieten zwar den Funknetz-Standard 802.11ac, beim Rest gibt es jedoch nur 802.11n. Das ist kein allzu großes Problem, weil man sich in der Regel in Nahdistanz zu den Geräten befindet und zudem die theoretischen Datenraten von 802.11n im 2,4-GHz-Band und LTE annähernd gleich sind.

Ein Screenshot auf dem die Anwendungseinstellungen von D-Link zu sehen sind.
Auch, wenn die Mobile Router im Test klein sind, bieten sie in Sachen Anwendungseinstellungen ein ähnlich gutes Programm wie viele ihrer großen Geschwister. © IMTEST, D-Link

ZTE-Router geht eigenen Weg

Im Mobile-Router-Test: Die ZTE Speedbox von Telekom © Telekom, IMTEST

Der Homespot, der trotz Telekom-Aufdrucks auch in allen anderen Netzen nutzbar ist, kann mit externen Antennen nachgerüstet werden und damit seine Sendecharakteristik optimieren. Auch bietet er als einziger Router noch einen LAN-Anschluss. Das ist eine Lösung für alle, die eher ihr Büro von zu Hause- und unterwegs aus nutzen wollen, denn: Der Mobile Router kann auch mit einem DSL-Modem gekoppelt werden. Auch für Fotografen, die unterwegs direkt ein NAS verwenden wollen, um Bilder zu sichern ist es praktisch.



Das wiederum ginge bis zu einem gewissen Grad aber auch bei Zyxel und TP-Link. Alle drei Router besitzen einen MicroSD-Steckplatz, über den man Speicher im WLAN bereitstellen kann.

Die Kabelnetzbuchse des ZTE-Routers.
Mit Ausnahme des ZTE bietet keiner der mobilen Router die Option, sich an ein Kabelnetz anzudocken oder externe Antennen zu nutzen. © Telekom, IMTEST

Dass der ZTE einen mobilen Router darstellen soll, erkennt man anhand der Größe nicht direkt. Im Gegensatz zu den anderen Testgeräten sticht die Speedbox schon vor dem Auspacken direkt heraus. Die weiß-pinke Verpackung der Telekom stellt jedoch schnell klar, dass dieser Router mobil ist und die Form und das Gewicht kein Hindernis der Mobilität darstellt.

Die Verpackung der Telekom ZTE Speedbox.
Mobile Router: Die Telekom, für die ZTE die Speedbox vorrangig baut, vermarktet das Gerät trotz Größe und Gewicht offensiv für den Mobilbetrieb. © IMTEST

Zyxels nicht zu Windows 11 kompatibel

Ein Screenshot mit einem Hinweis darauf, dass Zyxels Sicherheitseinstellung nicht mit Windows kompatibel ist.
Beim Zyxel allerdings sind die Sicherheitseinstellung des SMB-Zugriffs nicht mehr zu Windows 11 kompatibel. © IMTEST

Versucht man den Zyxel Router mit dem Windows 11 zu verbinden, ploppt direkt ein „Fehlgeschlagen“ Fenster auf. Statt SMB2 sind die Sicherheitseinstellungen auf dem Stand des veralteten SMB1 und somit mit Windows 11 nicht mehr kompatibel.

Testergebnisse der mobilen Router

Tipp: Das Datenvolumen der Mobile Router reduzieren

Wer ein Windows-Notebook oder ein MacBook an einem LTE-Router nutzt, muss höllisch auf das Datenvolumen achten. Betriebssysteme und Software verursachen im Hintergrund eine Menge Traffic, der schnell den Mobiltarif erschöpfen kann. Bei Windows besteht aber die Option, eine Verbindung als „getaktet“ zu definieren, was viele Hintergrundaktivitäten, aber auch den Download von Dateianhängen etwa bei Outlook deaktiviert. Für Mac OS gibt es dafür eine Software namens TripMode.

Ein Screenshot der Windows-Netzwerk-Einstellungen.
© IMTEST

Fazit

Die kleinen, akkubetriebenen LTE-Router sind praktische Assistenten für unterwegs. Allerdings sind sie in dieser Preisklasse weit davon entfernt, mit einem leistungsfähigen, aktuellen stationären WLAN mithalten zu können. Aber sie ermöglichen höhere Geschwindigkeiten als mancher DSL-Anschluss. Letztlich überzeugt dabei die Speedbox von ZTE am meisten, ist aber aufgrund ihrer Größe als Mobilgerät auch etwas speziell. Bei den wirklich kompakten Modellen hat D-Link die Nase vorn. Vor allem auch, weil es besonders flott im LTE-Netz unterwegs ist.