Die Kosten für Energie und Strom steigen bereits seit Jahren immer mehr an. Doch seit Beginn des Ukraine-Kriegs kletterten die Preise laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung auf einen historischen Höchststand. Da wäre es doch schön, nicht mehr von der Steckdose abhängig zu sein, sondern einfach selbst Strom herstellen zu können – zum Beispiel mit einer Solaranlage. Da diese im Moment aber heiß begehrt und schwierig zu kriegen sind, erfahren auch andere Solargeräte einen Boom. Doch lohnt sich beispielsweise die Anschaffung einer Power Station mit passenden Solarpanels? Kann man damit erneuerbare Energie nutzen und vielleicht sogar Strom und Geld einsparen? Oder sind sie nur für Freizeit und Urlaub geeignet?
IMTEST hat zehn Power Stations mit integriertem Solargenerator getestet.

Übrigens: Sie fragen sich, welche Power Station für Sie die richtige ist? Der IMTEST-Ratgeber Power-Stationen klärt auf über Unterschiede und Einsatzmöglichkeiten.

Diese Geräte laufen mit Power Stations

Über die Einsatz-Möglichkeiten einer Power Station entscheiden die Ausgangsleistungen der unterschiedlichen Anschlüsse. Per Kfz-Steckdose schaffen acht von zehn getesteten Stationen bis zu 120 Watt. Das reicht beispielsweise für Kühlboxen, Ventilatoren und ähnliche Kleingeräte. Per USB ist nicht jedes Saftpaket leistungsstark: Mit bis zu 100 Watt per USB-C sind die EcoFlow River mini, Anker 757 PowerHouse, Jackery Explorer 2000 Pro und Bluetti AC200Max eine gute Wahl für moderne Notebooks und sogar größere Drohnen. Das Modell Anker 521 PowerHouse sowie die Geräte von Revolt und Goal Zero liefern mit 60 Watt noch ordentlich Leistung. Der USB-C-Anschluss des Jackery Explorer 1000 eignet sich mit 36 Watt eher nur für Smartphones. Die Bosswerk BW-PS500 und Xmund XD-PS6 sind mit unter 20 Watt Ausgangsleistung weit abgeschlagen.

Beim Anschluss von Haushaltsgeräten wird es etwas kniffliger. Hier entscheidet nämlich die maximale Leistung der 230-V-Steckdose darüber, was sich überhaupt betreiben lässt – und was nicht. Ein Ventilator benötigt in der Regel um die 25 Watt, ein Fernseher selten mehr als 100 Watt, eine Kochplatte schon 1.500 Watt und bei manchen Geräten wie Espressomaschinen und Geschirrspülern schwankt die Leistungsaufnahme sogar. Diese benötigen neben dem konstanten Verbrauch für kurze Zeitspannen besonders viel Strom, etwa zum Aufheizen (Anlaufleistung). Das stemmt nicht jede Power Station.

Eine Kapselmaschine die von der Jackery Power Station betrieben wird.
Eine Kapselmaschine verbraucht für den Druckaufbau und die Erhitzung kurzzeitig 1.200 Watt. Dafür ist nicht jede Power Station ausgelegt. © IMTEST
Ein E-Bike welches über eine Power Station aufgeladen wird.
Herausforderung: Ein E-Bike vollständig aufzuladen, ist selbst für die großen Energiekisten nur zwei- bis dreimal möglich. © IMTEST

Wie lange typische Nutzgeräte mit Strom versorgt oder wie oft sie aufgeladen werden können, zeigt die folgende Übersicht. Ein ausführlicher IMTEST-Ratgeber zu Power Stations und Solargeneratoren findet sich außerdem hier.

In einer Tabelle sind verschiedene Endgeräte (Smartphone, Notebook etc.) gegen die 10 getesteten Power Stations aufgeführt. Es ist dargestellt, wie lange diese Betrieben bzw. wie oft sie aufgeladen werden können.
So viel Power steckt drin: Wie oft lässt sich ein Notebook, ein Smartphone oder eine Drohne aufladen? Wie lange lässt sich eine Kühlbox, ein TV oder eine Spülmaschine betreiben? Die Grafik gibt Aufschluss. Die Leistungs- und Energiewerte unter den Geräten in Wattstunden und Watt sind dabei Beispiele für die jeweilige Gerätegattung. © IMTEST


Diese Anschlüsse gibt es bei Power Stations

Alle Testkandidaten können Elektrogeräte vielseitig mit Strom versorgen: USB-Anschlüsse machen Netzteile von Handys, Laptops und Ähnlichem überflüssig. Auch eine Bordspannungsdose für Kfz-Stecker bieten alle getesteten Stationen. Die klassische Steckdose versorgt mobile Haushaltsgeräte mit 230 Volt, dank integriertem Spannungswechsler (von Gleichstrom auf Wechselstrom). DC-Rundstecker – etwa für Kühlboxen – bieten außerdem die Modelle von Bluetti, Revolt, Goal Zero, Bosswerk und Xmund. Kabelloses Laden mit kompatiblen Smartphones können hingegen nur die EcoFlow River mini und die Bluetti AC200Max.

Die möglichen Anschlüsse einer Power Station sind erklärt.
Alle Anschlüsse auf einen Blick: Power Stations haben nicht nur den Vorteil großer Akkus und der vielseitigen Energiespeisung, allem voran per Sonnenenergie. Sie können Strom auch auf unterschiedlichste Weise ausgeben: Per USB, Kfz-Stecker-Anschluss und 230-Volt-Steckdosen.  © IMTEST
Ein Smartphone liegt auf der Bluetti AC200Max und lädt ohne Kabel.
Das kabellose Aufladen von Smartphones erlauben im Test nur zwei Power Stations. © IMTEST

Mobiler Stromspeicher für unterwegs

Um den Energiespeicher der mobilen Stationen zu füllen und um ihn zu leeren, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Jeder Testkandidat lässt sich sowohl per 230-Volt-Steckdose, etwa zu Hause oder am Campingplatz, als auch an der Automobilsteckdose betanken. Die Modelle von Goal Zero und Anker mögen auch Strom per USB, etwa über ein modernes Laptop-Netzteil. Um den Wettbewerb fair zu gestalten, bewertet IMTEST die Ladedauer im Verhältnis zur Akku-Kapazität. Hier schneiden die Modelle von Jackery, Bluetti und Revolt sowie die Anker 757 PowerHouse sehr gut ab. Die EcoFlow River mini und Goal Zero Yeti 200X erreichen die Testnote „gut“. Die Anker 521 PowerHouse sowie die Modelle von Bosswerk und Xmund brauchen für die gebotene Akkukapazität hingegen zu lange für den Ladevorgang.

Eine Power Station wird über die Steckdose aufgeladen.
Im Test: Der schnellste Weg zum vollen Akku führt über die leistungsstarke 230-V-Steckdose. © IMTEST

Solarstrom mit der Power Station

Das eigentliche Highlight bei den Power Stations ist aber die Aufladung per Sonnenenergie. Hierzu braucht es ein Solarpanel – entweder ein stationäres oder ein faltbares für unterwegs. Die Photovoltaiktechnik des Panels wandelt Lichtenergie in elektrische Energie um und speist damit die angeschlossene Power Station. Das dauert aber bei den meisten Testgeräten deutlich länger als das Aufladen per Steckdose. Außerdem ist die Effizienz der Solarstrom-Erzeugung von diversen Faktoren abhängig – zum Beispiel vom Sonnenstand, vom Einfallwinkel des Lichts und der Jahreszeit. Auch die Anzahl der anzuschließenden Panels ist natürlich für die Dauer der Aufladung wichtig. Je mehr Solarpanels angeschlossen werden, desto schneller geht es – klar. Doch eine Power Station kann nicht an unendlich viele Panels angeschlossen werden.

Die Jackery Explorer 2000 Pro wird in einem Park an einem Solarpaneel aufgeladen.
Das Aufladen mit Solarpaneel dauert häufig länger, macht die Geräte aber nachhaltig und autark.

Die Jackery 2000 Pro zum Beispiel bietet Steckplätze für bis zu sechs Solarpanels. Unter perfekten Bedingungen dauert das Aufladen des großen Akkus mit vollen Ausrüstung dann circa 2,5 Stunden. Können aber nur vier Solarpanels verwendet werden – zum Beispiel wegen Platzmangels – dauert die Solarladung schon 4 Stunden und bei zwei Panels sogar ganze 7,5 Stunden. Über die Steckdose kann die Aufladung hingegen in knapp 1,5 Stunden erfolgen, da dort der maximale Ladestrom größer ist.
Die kleinere Jackery 1000 kann per se nur mit zwei Solarpanels verbunden werden. Die Solar-Ladedauer beträgt daher trotz kleinerem Akku knapp 8 Stunden. Über die Steckdose lässt sich das Aufladen allerdings auch nur um circa eine halbe Stunde verkürzen.

Nur bei den Geräten von Bluetti und Xmund ist es umgekehrt: Der maximale Ladestrom per Solarpanel ist dort höher als über die Steckdose – jedenfalls, wenn ausreichend Panels und Platz zur Verfügung stehen.

Die Auswahl des richtigen Solarpanels

Beim Kauf der Solarpaneele ist übrigens Vorsicht geboten, denn nicht jedes Paneel passt an jede Power Station. Weit verbreitet sind als Anschlüsse der Anderson-Stecker sowie der DC-Rundstecker. Der etwas exotischere MC4-Anschluss ist eher unter stationären Paneelen verbreitet, etwa auf Booten oder Autodächern. Diese Stecker sind wasserbeständig – sogar nach IP-Norm zertifiziert – allerdings nicht für das ständige An- und Abstecken ausgelegt.

Vier verschiedene Anschlüsse für die Powerstations.
Kabelsalat: DC-Rundstecker, Anderson-Stecker und MC4 (von links nach rechts) für Solarpanels. © IMTEST

Im Test zeigte sich aber, dass auch bei gleicher Anschlusstechnik Probleme auftreten können. Denn bei den verschiedenen Steckern gibt es teilweise unterschiedliche Größen. So war zum Beispiel der Anderson-Stecker des Jackery Solarpanels zu groß für den entsprechenden Anschluss der Anker 757 PowerHouse. Beim Kauf von Solarpanel und -Generator ist also darauf zu achten, dass die Anschlüsse beider Geräte zueinanderpassen. Am einfachsten ist das, wenn beide vom gleichen Hersteller gekauft werden. Wer das nicht möchte, bekommt bei einigen Anbietern aber auch entsprechende Adapter dazu oder kann diese für circa 10 bis 30 Euro nachkaufen.

Ein weiterer wichtiger Punkt für die Auswahl eines Solarpanels ist der geplante Einsatzort. Denn nicht alle angebotenen Solarpanels halten zum Beispiel Wind und Wetter stand. Bei Jackery etwa sind verschiedene Paneele im Angebot, von denen aber nicht alle wasserdicht sind.

Echte Schwergewichte im Ring

Gerade wenn die Power Stations unterwegs genutzt werden sollen, ist auch das Gewicht der Geräte ein interessanter Faktor. Die größeren Stationen im Test sind  nämlich richtig schwer: Die Jackery Explorer 2000 Pro, Anker 757 PowerHouse und Revolt HSG-1150 bringen rund 20 Kilogramm auf die Waage. Noch schwerer ist die Bluetti AC200Max mit insgesamt knappen 28 Kilogramm. Dafür verfügen diese Modelle aber auch über deutlich mehr Akku-Kapazität als die Leichtgewichte im Test. Dennoch eignen sie sich wohl weniger als Begleiter bei einem kurzen Picknick im Park. Sie sind eher für längere Ausflüge ins Freie oder feste Aufstellorte gedacht.

Eine Person trägt die Anker 757 PowerHouse durch einen Park.
Muskelkraft braucht man für einen Ausflug mit Power Station. Vier Geräte wiegen über 15 Kilogramm. © IMTEST


Power Stations mit Ausdauer

Im IMTEST-Labor wurde die Ausdauer der Testgeräte zudem mit mehreren Endgeräten überprüft, die gleichzeitig und dauerhaft mit Strom versorgt werden sollten. Ein kräftezehrendes Szenario, bei dem die kleineren Stationen den Kürzeren zogen. Besonders lange hielten hingegen die Jackery Explorer 2000 Pro (27:00 Std:Min), Bluetti AC200Max (25:10 Std:Min) und die Revolt HSG-1150 (18:14 Std:Min) durch. Damit ließen sie ihre Konkurrenz aufgrund ihrer Riesen-Akkus weit hinter sich. Für einige dieser Power Stations gibt es aber sogar die Möglichkeit, die Akku-Kapazität mittels Zusatz-Modulen zu erweitern – darunter die Hersteller Bluetti, EcoFlow und Goal Zero.

Bluetti AC200Max mit angeschlossenem Monitor, Notebook, Kühlschrank und Espressomaschine
Mit einigen Power Stations, etwa mit der Bluetti AC200 Max, lassen sich mehrere Kleingeräte problemlos über mehrere Stunden betreiben. © IMTEST

Am schlechtesten musste hingegen die Xmund XD-PS6 bewertet werden, da sie nicht nur die geringste Akku-Kapazität aufwies, sondern den Test gar nicht erst überstand. Obwohl sie – wie alle Geräte im Test – einen Überlast- und Kurzschluss-Schutz haben soll, gab die Steckdose der kleinen Power Station nach kurzem Gebrauch den Geist auf. Anschließend konnten nur noch die anderen Anschlüsse sowie die integrierte Taschenlampe benutzt werden.

Leicht oder leichtsinnig?

Die Akku-Technologie hat Einfluss auf viele Faktoren: Nachhaltigkeit, Langlebigkeit, Gewicht und Sicherheit. Fünf der zehn getesteten Power Stations setzen auf NMC-Akkus (Nickel-Mangan-Cobalt), die zwar besonders leicht, doch auch anfällig für Brandgefahr sind. Diese besteht vor allem bei extremen Temperaturen oder Beschädigungen aufgrund der sehr hohen Energiedichte der Akkus. Dass dies nicht nur ein theoretisches Risiko ist, zeigten in der Vergangenheit zum Beispiel Fälle von brennenden Smartphone-Akkus.

Deutlich sicherer sind LiFeP04-Akkus (Lithium-Eisenphosphat), wie in den Modellen von Bluetti, Anker, Revolt und Bosswerk. Die Brandgefahr ist laut aktuellem Forschungsstand minimal bis ausgeschlossen. Zudem sind diese Akkus langlebiger: Bis zu 3.500 Ladezyklen versprechen die Hersteller, bevor der Akku nur noch 80 Prozent seiner Kapazität fasst. Hier gilt es sich zu entscheiden, was bevorzugt wird: die Sicherheit und Langlebigkeit eines LiFeP04-Akkus oder die Leichtigkeit und Mobilität eines NMC-Energiespeichers.

Die Power Stations von Xmund und Bluetti im Größenvergleich.
Die Größe macht einen Unterschied – vor allem bezüglich der Leistung und des Gewichts. © IMTEST

Umwelteinfluss der Solargeneratoren 

Das Umweltbundesamt stuft Solaranlagen generell als umweltfreundlich ein. Zwar verbrauchen sowohl Herstellung als auch Entsorgung Energie. Dafür lassen sich die meisten Systeme aber sehr gut recyceln und mit einer durchschnittlichen Lebensdauer von 30 Jahren ist der Nutzen sehr viel größer als die Kosten.
Diese Angaben beziehen sich allerdings auf fest installierte Anlagen. Bei den mobilen Solargeneratoren muss zusätzlich die Herstellung und Entsorgung des Akku-Speichers kompensiert werden. Es hängt also von Nutzungshäufigkeit und -Dauer ab, wann der Nutzen die Kosten ausgleicht. Da bei allen getesteten Modellen der Akku allerdings nicht austauschbar ist und die Nutzungsdauer je nach Gerät mit 500 bis 3.500 Ladezyklen angegeben wird, ist fraglich, ob dieser Amortisierungs-Zeitpunkt überhaupt erreicht wird. Denn wenn der Akku nicht mehr ausreichend mitspielt, muss der komplette Generator ausgetauscht werden.

Dafür ist der entstehende Verpackungsmüll bei Lieferung bei allen Power Stations ähnlich. Die meisten Modelle werden in einem unbeschichteten Pappkarton und mit Schaumstoff-Polsterung geliefert. Zubehörteile, wie Kabel oder Adapter, sind teilweise zusätzlich in Plastiktüten oder Folie eingeschlagen. Das ist zwar unnötig, aber in der Regel ebenfalls gut im üblichen Recycling-System zu entsorgen.

Testergebnisse im Überblick

Während es kleinere Power Stations bereits ab unter 200 Euro gibt, kosten die großen Kraftpakete teilweise deutlich über 1.000 Euro. Daher wurde das IMTEST-Testfeld in zwei Kategorien unterschieden. Die Ergebnisse finden sich in den tabellarischen Übersichten.

Power Stations unter 1000 Euro

Power Stations über 1000 Euro

Fazit

Der ökobilanzielle Nutzen einer Power Station kann infrage gestellt werden. Bei allen getesteten Geräten müssen die Solarpanels gesondert hinzugekauft werden und produzieren nur dann wirklich viel Strom, wenn sie unter optimalen Bedingungen genutzt werden. Wem es aber vor allem auf eine autarke Stromversorgung ankommt – zum Beispiel im Camping-Urlaub –, der ist mit einer Power Station gut beraten. Der Testsieger in der Preiskategorie unter 1000 Euro ist die EcoFlow River mini mit kurzer Ladedauer und der Möglichkeit, Smartphones kabellos aufzuladen. Bei den Power Stations über 1000 Euro schnitt dank großem Akku, langer Laufzeit und vielen Anschlüssen die Jackery Explorer 2000 Pro am besten ab. Preis/Leistungssieger wird die kleinere Jackery Explorer 1000 .



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