Ventilatoren bewähren sich seit etwa zwei Jahrhunderten zur Abkühlung von Räumen, indem sie die darin befindliche Luft umwälzen. Entsprechend groß ist die Auswahl an Modellen. Ob Zeitschaltung, das Imitieren von natürlichem Wind oder Bedienung per Sprachsteuerung: IMTEST hat 14 Standventilatoren vom preisgünstigen Allrounder bis zum innovativen Designermodell getestet und zeigt, welche für einen kühlen Kopf sorgen.

Denn vor ein paar Jahren noch blickten Daheimgebliebene im Sommer sehnsüchtig auf den Wetterbericht aus Südeuropa. Doch immer häufiger steigen die Temperaturen hierzulande ebenso über 35 Grad Celsius. Wer sich darunter Urlaubsstimmung vor der eigenen Haustür vorstellt, muss bedenken, dass anhaltende Hitze nicht selten zu Kreislaufproblemen führt. Gerade wenn Temperaturen nachts nicht unter 20 Grad fallen, findet der Körper keine Erholung und nimmt davon potenziell Schaden. Da ist effektive Abkühlung etwa durch einen Standventilator besonders wichtig.

Nicht nur Standventilatoren: Diese Arten gibt es

Nicht jeder Ventilator eignet sich für jeden Einsatz, so werden grundsätzlich drei Typen unterschieden:

Dieser Gerätetyp ist am weitesten verbreitet und typisch erweise zwischen 80 und 150 Zentimeter (cm) groß. Der Ventilatorkopf ist durchschnittlich etwa 40 cm breit. Zum Schutz des Geräts selbst und zur Verhinderung von Unfällen wird der Rotor von einem Gitter umschlossen. Standventilatoren eignen sich zur Belüftung von Wohnräumen, Schlafzimmern, Werkstätten oder (Großraum-)Büros.

Bei Turmventilatoren ist der Rotor in einer Säule versteckt, sodass der Luftstrom über die gesamte Höhe erfolgt. Die Abwandlung des Standventilators ist in der Regel etwas schlanker und damit platzsparender.

Diese Modelle gehören, wie der Name sagt, zum Beispiel auf den Schreibtisch und zeichnen sich durch einen besonders leisen Betrieb aus. Das bedeutet meist aber auch, dass der Luftstrom schwächer ist und die umliegende Luft deshalb nicht so stark gekühlt wird.

Standventilatoren sind von diesen Gerätetypen immer noch die am weitest verbreiteten, da sie die wichtigsten Funktionen vereinen und einfach zu bedienen sind. Daher hat sich ihnen IMTEST in diesem Test angenommen und 14 Modelle miteinander verglichen. Mit dabei sind unter anderem Modelle von Sichler, Xiaomi, Meaco und Klarstein. Aber auch sehr günstige Ventilatoren wie von Medion (29,95 Euro), Möbel Inhofer (59 Euro) und Vasner (99 Euro) sind im Test mit von der Partie. Natürlich ist auch ein Modell der beliebten Haushaltsgeräte-Marke Rowenta am Start. Wie gut schneidet der Marken-Ventilator bei so viel Konkurrenz ab? Der Vergleichstest liefert die Antwort:

*Leistung: Windstärke/Lautstärke mit 1, 2, 3 Meter Abstand gemessen im Minimal-/Maximalbetrieb, in m/s)

Standventilatoren im Wohnraum

Für den Einsatz eines Ventilators gibt es viele Möglichkeiten. Innerhalb der eigenen vier Wände ist ein Standventilator in grundsätzlich allen Räumen denkbar. Der Faktor Ruhe spielt besonders dann eine wichtige Rolle, sobald das Gerät ins Schlafzimmer gestellt werden soll. Denn sosehr die kühle Brise für einen ruhigen Schlaf sorgen soll, so wenig soll der Geräuschpegel des Ventilators diesen wieder stören. Das Gerät sollte dafür eine Lautstärke von etwa 40 Dezibel (db) nicht überschreiten. Das ist nur geringfügig mehr als das übliche Lautstärke-Niveau eines ruhigen Raumes mit 30 bis 35 db.

Hand hält schwarzes Messgerät vor weißen Standventilator
Je näher, desto lauter: Mit dem Dezibel-Messgerät kann genau ermittelt werden, welcher Ventilator in welcher Stufe für ruhige Umgebungen geeignet ist. © IMTEST

„SINNVOLL IST EIN GERÄUSCHARMER VENTILATOR, DENN IN HITZEWELLEN SIND AUCH DIE NÄCHTE UNANGENEHM.“

Rachel Cale
Rachel CaléIMTEST-Expertin

Wie laut ist das denn?

Hersteller von Standventilatoren protzen nicht selten mit dem angeblich leisesten Dezibel-Wert. Doch die Zahl alleine nützt bei der Einschätzung nicht viel. Ein Vergleich kann helfen.

Balken von grün nach orange mit eingezeichneten Geräuschpegel-Werten
Die Dezibel-Skala ist nicht linear, sondern logarithmisch aufgebaut. Als Faustregel gilt: Eine Erhöhung um 10 Dezibel klingt wie eine Verdoppelung der Lautstärke. © IMTEST

Mit Ventilatoren im Winter Heizkosten sparen

Entgegen der gängigen Vorstellung, Ventilatoren wären erst bei steigenden Außentemperaturen sinnvoll, können sie sogar im Winter Vorteile bringen. Da warme Heizungsluft leicht ist, staut sich diese ohne Einflussnahme meist oben unterhalb der Decke. Der Standventilator erzeugt eine Luftzirkulation, welche warme und kalte Luftschichten vermischt. Dadurch wird der Raum gleichermaßen mit warmer Luft versorgt und kann vor allem in hohen Altbauten dabei helfen, in den kälteren Monaten Heizkosten einzusparen.

Ventilatoren für kühlen Kopf am Arbeitsplatz

Neben dem Wohnraum ist der häufigste Einsatzort eines Ventilators der Arbeitsplatz. Kein Wunder, denn dort hält man sich zu den heißesten Stunden des Tages auf. Unabhängig davon, ob es sich dabei um den Heimarbeitsplatz, die Werkstatt oder das Großraumbüro handelt: Das Raumklima spielt für Komfort und Produktivität immer eine bedeutende Rolle. Geräusch arme Standventilatoren können die Arbeitsumgebung erheblich verbessern, vor allem wenn keine Klimaanlage vorhanden ist.

Ein weiterer, eher unkonventioneller Anwendungsfall von Standventilatoren ist der Außenbereich. Wenn die Luft sprich wörtlich zum Zerschneiden ist, muss der natürlichen Brise manchmal nachgeholfen werden. Zudem vertreibt der stetige Luftstrom Mücken und andere Fluginsekten. Dafür ist es besonders praktisch, wenn der Ventilator kabellos funktioniert. Im vorliegenden Test der Standventilatoren bietet lediglich der Xiaomi Smart Standing Fan Pro einen Akkubetrieb.



So testet IMTEST Ventilatoren

Neben Handhabung und Ausstattung wurden Windstärke, Lautstärke und Stromverbrauch der Ventilatoren getestet.

Die Windstärke der Ventilatoren wurde aus einem Abstand von einem, zwei und drei Metern gemessen. Als Messgerät diente hierbei ein Anemometer, welches in der Einheit Metern pro Sekunde die Intensität der Luftbewegung misst.

Der Stromverbrauch wurde anhand eines Messgerätes ermittelt, welches vor den Ventilator an die Stromversorgung gesteckt wurde. So konnte der jeweilige Verbrauch beim Betrieb auf Minimal- und Maximalstufe abgelesen werden.

Zur Ermittlung der Lautstärke wurde ein Dezibel-Messgerät verwendet. Aus demselben Abstand von einem, zwei und drei Metern hat das Gerät die jeweilige Lautstärke ermittelt.

Weiße Steckdose mit Display auf weiße Steckleiste gesteckt mit schwarzem Stecker
Das Messgerät wird zwischen Steckdose und Ventilator gesteckt und gibt in Watt an, wie viel Strom verbraucht wird. © IMTEST

Standventilatoren im Test: Nicht nur Maximalleistung zählt

Zur Messung der Ventilationsleistung wurden bei allen Standventilatoren im Test aus Abständen von einem, zwei und drei Metern jeweils parallel die Windgeschwindigkeit und die Lautstärke gemessen. Für die Messung der Windstärke im Minimalbetrieb erzielten diejenigen Ventilatoren mit einem niedrigeren Wert eine bessere Note, da dies sonst dem Produktversprechen einer sanften Brise entgegenstünde. Anders im Maximalbetrieb: Hier wurden Windstärken mit einer guten Note belohnt, je höher diese waren. Die Lautstärkenmessung verlief sowohl im Minimal- als auch im Maximalbetrieb so, dass ein geringerer Geräuschpegel positiv benotet wurde. Dass die Betriebsstufen von Gerät zu Gerät unterschiedlich umgesetzt sind, zeigt schließlich der Test und der Vergleich.

Ventilatoren zwischen sanfter Brise und kräftigem Wind

Während der Viking von Möbel Inhofer bei einem Abstand von einem Meter bereits im Minimalbetrieb eine Windstärke von 2,2 Meter pro Sekunde (m/s) zustande bringt, erzeugt der Silent Storm von Klarstein im selben Abstand, allerdings auf der höchsten Stufe, mit 2,4 m/s nur minimal stärkeren Wind. Zur besseren Einschätzung: Stünden die Ventilatoren in den genannten Szenarien direkt neben einem Schreibtisch, bliebe kein Blatt an seinem Platz. Im Kontrast dazu steht die Minimalstufe des Boneco F225: Die im Abstand von einem Meter gemessenen 0,2 m/s sind kaum spürbar, ebenso hört man die 37,5 db fast gar nicht.

Hand hält schwarzes Messgerät vor weißem Ventilator
Das Anemometer – auch Windmesser genannt – bestimmt die Windgeschwindigkeit, die vom Ventilator ausgeht. © IMTEST

Die beste Kombination aus leichter Brise und geringster Lautstärke auf unterster Stufe sowie kräftigem Luftzug und akzeptablem Lärmpegel auf höchster Stufe liefert im Test der Standventilator von Rowenta. Die schwächste Kombination findet sich beim Standventilator Viking von Möbel Inhofer.

So viele Stufen sind bei den Standventilatoren drin

Zur Einteilung der Windintensität sind drei bis vier unterschiedliche Stufen am gängigsten. Manche Standventilatoren wie der F225 von Boneco lassen sich sogar bis zur Stufe 32 aufdrehen. Teilweise ist diese granulare Aufteilung sinnvoll. Nicht mehr als eine nette Spielerei ist die Unterteilung des Xiaomi-Ventilators in der App in ganze 100 Stufen, während am Gerät selbst nur zwischen vier gewählt werden kann. Eigene Messungen haben hierbei gezeigt, dass die Zwischenstufen lediglich als optischer Effekt wirken – die Windstärke selbst unterscheidet sich nur in den vier festen Stufen.

Smartphone zeigt App mit blauem Ring auf weißem Grund
Von 0 auf 100: In der Xiaomi Smart-Home-App stehen für den Standventilator angeblich 100 Stufen zur Auswahl. © Xiaomi

Verfügt der Standventilator über eine Auswahl an zusätzlichen Modi, ist darunter häufig ein Natürliche-Brise- oder Schlafmodus zu finden. Stufen und Modi lassen sich häufig, zum Beispiel bei den Modellen von Klarstein und Rowenta, von einem Display in der Mittelstange unterhalb des Kopfes ablesen. Boneco und Meaco platzieren das Display hingegen unkonventionell auf dem Ventilatorfuß.

Detail weißer Standfuss mit schwarzer runder Leuchtanzeige zeigt 15
Boden der Tatsachen: Das Display des Standventilators Boneco F225 ist im Fuß verbaut. © IMTEST
Weißer Standfuß von Ventilator mit leuchtenden Punkten
Auf dem Fuß des GreenFan von Balmuda ist zwar kein Display verbaut, doch Windstärke und Ausschalt-Timer lassen sich hier auch ablesen. © IMTEST

Die Modi der Ventilatoren

Moderne Standventilatoren können mehr als nur pusten. Diese Wind-Arten stecken hinter den verschiedenen Modi.

Viele Ventilatoren lassen sich in einen natürlichen Modus umstellen. Damit ist die Simulation einer frischen Brise gemeint, wie man sie zum Beispiel von einem Waldspaziergang kennt. Die technische Umsetzung ist simpel: Der Ventilator variiert unregelmäßig zwischen einer niedrigeren und höheren Windstärke.

Mit diesem Modus sind keine Kompromisse nötig: kühlende Luft bei einer kaum hörbaren Betriebslautstärke. Da kann der Ventilator gerne beim Filmabend, Abendessen oder neben dem Schreibtisch Platz nehmen.

Dieser Modus wird je nach Hersteller auch als Night, Sleep oder Snooze bezeichnet. Mit diesem Modus soll das Einschlafen selbst im Hochsommer leichtfallen. Nicht zu verwechseln ist er mit dem Ruhe-Modus. Zwar laufen beide bei 30 bis 40 Dezibel, beim Nachtmodus schaltet sich der Ventilator zudem nach einer vorher festgelegten Zeit von selbst ab.

Manche Hersteller bezeichnen diesen Modus auch als Komfort-Modus. Es handelt sich um eine sowohl stromsparende als auch klimaschonende Zusatzfunktion. So misst der Ventilator kontinuierlich die Raumtemperatur und schaltet sich beispielsweise bei 20 Grad selbstständig ab.

Als einziges Modell im Test bietet der Turbo Silence Extreme+ von Rowenta diesen Modus. Der Wind nimmt dabei langsam und kontinuierlich ab.

Detail weißes Standbein von Ventilator mit schwarzem langen Display vor grauem Hintergrund
Wird ein variierender oder abnehmender Wind gewünscht, übernehmen die Modi Natural und Decrescendo diese Arbeit. © IMTEST

Standventilatoren mit hoher Stabilität bringen mehr Gewicht

Nicht jeder Standventilator aus dem Test gleicht dem anderen. Modelle wie der F225 von Boneco oder der 1056 P von Meaco zeigen, wie stilvoll Ventilatoren gestaltet sein können. Abgesehen vom Design des Ventilatorkopfes folgen alle demselben Grundaufbau: ein stabilisierender Fuß, die Mittelstange und der Ventilatorkopf mit einem durch Gitter geschützten Rotorblatt. Gerade was den Fuß betrifft, gilt es vor dem Kauf genau zu überlegen, wie häufig der Ventilator im täglichen Gebrauch seinen Ort ändern soll.

Hand hält schwarzen kleinen Standventilator vor grauem Hintergrund
Leichtgewicht: So leicht wie der Stand- und Bodenventilator von Sichler ist kein anderer. © IMTEST

Denn der Fuß stabilisiert den Standventilator vor allem durch sein eigenes Gewicht. Dieses lässt manche Geräte über sechs Kilo schwer werden, wie zum Beispiel den Turbo Silence Extreme+ von Rowenta. Soll der Ventilator an Ort und Stelle bleiben, ist dieser Aspekt eher unwichtig, doch zum täglichen Verräumen eignet sich ein leichteres Modell besser. Das geht allerdings auf Kosten der Stabilität, sodass eine vorherige Abwägung zwischen Mobilität und Stabilität sinnvoll ist. Praktikabel ist ein Gesamtgewicht bis etwa vier Kilogramm.

Hand hält Ventilatorenkopf an einem Lederband
Fest im Griff: Der Standventilator 1056 P von Meaco lässt sich einfach und stilvoll transportieren. © IMTEST

Außerdem verfügen manche Ventilatoren über einen Tragegriff. Hersteller Meaco hat seinem 1056 P beispielsweise einen praktischen und zugleich stilvollen Griff in Lederoptik verpasst. Andere setzen auf dünne Metallgriffe.

Bedienkomfort der Ventilatoren im Test

Neben dem grundlegenden Aufbau und dem Gesamtgewicht unterscheiden sich Standventilatoren im Test durch ihre Bedienung. Klassisch ist ein Drehschalter zum Verstellen der Stufe, etwas bequemer geht es per Fernbedienung. Die getesteten Geräte mit Fernbedienung funktionieren alle mittels Infrarot-Technologie. Das bedeutet: nur bei direktem Kontakt zwischen Gerät und Fernbedienung und aus nicht aus allzu großer Entfernung. Ein Ausschalten des Ventilators mit dem Arm unter der Bettdecke beim Filmabend ist demzufolge nicht möglich. Noch weiter entwickelt sind Ventilatoren, die per App oder gar Sprachsteuerung zu bedienen sind.

Hand hält runde schwarze Fernbedienung an weißen Kopf von Standventilator
Diskret versteckt: Die Fernbedienung des Standventilators von Meaco 1056 P hält magnetisch am Ventilator. © IMTEST

So funktioniert die App-Bedienung der Ventilatoren

Um ein Haushaltsgerät komfortabel vom Smartphone aus zu steuern, ist das Anlegen eines Kundenkontos üblicherweise notwendig. Die App für den Standventilator von Boneco sieht dies als einzige im Test nicht vor, bietet dafür auch weniger Funktionen. Während die App des WLAN-Modells von Sichler nicht viel mehr zu bieten hat als die manuelle Bedienung am Ventilator selbst, punktet die App des Xiaomi Smart Standing Fan Pro durch diverse Zusatzfunktionen. Unter anderem kann damit der Bewegungsradius des Kopfes zwischen 30 und 140 Grad stufenweise verstellt werden.

Smartphone zeigt App mit Himmel und schwarzem Feld
Funktional und sicher: Für die Nutzung der App des Standventilators Boneco F225 werden keine Daten gesammelt. © Boneco

Für die Modelle von Xiaomi und Boneco kann jeweils eine Kindersicherung aktiviert werden. Sie sorgt dafür, dass sich am Gerät selbst keine Einstellung mehr verändern lässt, während diese in der App aber weiterhin anpassbar sind. Die Standventilatoren von Xiaomi und Sichler lassen sich darüber hinaus in ein vorhandenes Smart-Home-System integrieren und hören dann in Verbindung mit Alexa oder Google Assistant auf Sprachbefehle.

Standventilatoren und Oszillation: Was bedeutet das?

Um dieses Fremdwort wird man nicht herumkommen, wenn es um Standventilatoren geht: Oszillation. Damit ist die Schwenkbewegung des Ventilatorkopfes gemeint, der im Durchschnitt zwischen 90 und 180 Grad um die Mittelstange rotiert. Bei den klassischen Geräten im Test wie dem Ventury S von Vasner oder dem Viking wurde auf der Hinterseite des Ventilatorkopfs ein Schalter eingebaut, welcher angehoben werden kann. Dieser Mechanismus löst die Oszillation aus und schaltet diese wieder ab.

Weißer Standventilator mit nach oben gerichtetem Kopf in Wohnraum mit blau eingezeichneten Pfeilen um den Kopf herum
Auf den Kopf gestellt: Zeigt der Ventilatorkopf des Boneco F225 zur Decke, soll sich ein Luftstrom im ganzen Raum bilden, vom Hersteller als „Air Shower“ betitelt. © Boneco

Mit einem unkonventionellen Konzept hat das schweizerische Unternehmen Boneco seinen F225 ausgestattet: Dieser oszilliert vertikal, und das um erstaunliche 270 Grad, allerdings nicht automatisch. Der Hersteller vergibt dafür den Namen „Air Shower“, denn sofern der Ventilatorkopf zur Decke gerichtet ist, soll ein indirekter Luftstrom erzeugt werden, der wie eine Dusche wieder zum Boden herabströmt. Im Laufe des Standventilatoren-Test ist dieser Effekt nicht deutlich geworden. So macht das Konzept die fehlende horizontale Oszillation also leider nicht wett.

Die Höhenverstellbarkeit der Standventilatoren im Test

Fast alle Standventilatoren im Test lassen sich in der Höhe verstellen. Dadurch lassen sie sich flexibel einsetzen. Aus diesem Grund fließt die Spannbreite zwischen niedrigster und höchster Höhe des Geräts in die Bewertung ein. Einzig der smarte Xiaomi-Ventilator sowie der Silvercrest Standventilator mit Sprühnebelfunktion lassen sich gar nicht in der Höhe verstellen. Die niedrigste Spannbreite bietet das Modell von Meaco mit einer Differenz von 12 cm zwischen 82 und 94 cm. Im Gegensatz dazu kann der GreenFan um 38,5 cm zwischen 49 und 87,5 cm in seiner Gesamthöhe am weitesten verstellt werden.

Unterschiedlich ist auch die Handhabung des Verstellens und ob dies stufenlos möglich ist. Der GreenFan, Bonecos F225 und das preisgünstigere Modell von Sichler sind lediglich um ein herausnehmbares Element der Mittelstange in ihrer Höhe verstellbar. Viking, Ventury S und das WLAN-Modell von Sichler werden per Schraubverschluss höhenverstellt, die verbliebenen drei Ventilatoren lassen sich bequem per Schiebeknopf einstellen.

Test der Timer: So gut klappt die Zeitschaltung der Ventilatoren

Ob höhenverstellbar oder nicht, smart oder nicht, Fernbedienung oder manuell: Die Mehrheit der Standventilatoren im Test verfügt über eine Zeitschaltfunktion, zumeist als „Timer“ bezeichnet. Neben dem Anwendungsfall des Zubettgehens, bei dem der Ventilator nicht die ganze Nacht hindurch in Betrieb sein soll, ist auch eine Zeitschaltung im Arbeitskontext denkbar. Beispielhaft als Abkühlung im Meetingraum oder zurück im heimischen Gebrauch während des Fußballspiels.

Die Standventilatoren, die über eine App und damit von unterwegs gesteuert werden können, bereiten mithilfe der Zeitschaltung ein kühles Zuhause vor. Doch nicht jeder Timer funktioniert gleichermaßen. Während der Boneco F225 und der Xiaomi Smart Standing Fan Pro auf die Minute genau per App ausgeschaltet werden können, ist dies bei den Modellen von Rowenta, Klarstein, Meaco, Balmuda und Sichler (WLAN-Variante) nur in vollen Stunden möglich.

Standventilatoren im Sicherheits-Check

Nicht zuletzt ist ein Haushaltsgerät mit einem gewissen Risiko verbunden, vor allem wenn Strom oder potenzielle Gefahrenquellen, wie hier der Rotor, im Spiel sind. Im Standventilatoren-Test wurde geprüft, ob das Schutzgitter für schmale Finger nicht passierbar oder der Ventilatorkopf zumindest weit genug entfernt vom Boden ist. Halten sich Kinder oder Haustiere in der Nähe des Ventilators auf, sollte sich der Ventilatorkopf nicht in Bodennähe befinden. Weiterhin sollte der Rotor beim Abmontieren des Gitters im laufenden Betrieb idealerweise mithilfe eines Sensors stoppen. Über diesen Sicherheitsaspekt verfügte jedoch keiner der Standventilatoren im Test.

Standventilator zerlegt ordentlich auf dunklem Boden
Teil für Teil: Ist jedes Einzelteil in Plastik verpackt, ergibt das eine Menge Verpackungsmaterial für einen Standventilator. © IMTEST
Plastik überall: Nahezu alle Hersteller, wie auch Klarstein, verpacken die Bestandteile der Ventilatoren einzeln in Plastik.

Fazit

Der Turbo Silence Extreme+ von Rowenta gewinnt mit einer Gesamtnote von 2,1 den Vergleichstest der Standventilatoren. In allen Bereichen erzielte er eine solide bis sehr gute Leistung erzielen. Im Kriterium „Leistung“ mit einer 1,5 fuhr er sogar das einzige sehr gute Ergebnis ein. Wer Leistung zu einem günstigeren Preis sucht, ist mit dem Preis-Leistungs-Sieger MD18795 von Medion am besten beraten.