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9 Saug-Wisch-Roboter mit und ohne Reinigungsstation im Test

Saug-Wisch-Roboter bei der Hausarbeit: Neun Modelle im Test.

„Hat der alte Hexenmeister sich doch einmal wegbegeben und nun sollen seine Geister auch nach meinem Willen streben.“ Diese berühmte Zeile aus „Der Zauberlehrling“ ist vermutlich ebenso bekannt wie das damit ausgedrückte Gefühl. Wer würde nicht gern ein paar Aufgaben abgeben? Offenbar eine ganze Menge Menschen, denn das Geschäft mit automatisierten Haushaltsgeräten boomt. Laut Statista wurden 2021 allein in Deutschland 2,1 Milliarden Euro für smarte Haushaltsgeräte ausgegeben. Doch sind heutige Haushaltsroboter hilfreicher als die Geister vom Zauberlehrling? IMTEST hat neun aktuelle Saug-Wisch-Roboter getestet.

Saug-Wisch-Roboter im Test: Zauberhaft einfach

Die Montage und Bedienung sind wirklich simpel. Alle getesteten Modelle kamen bereits aufgeladen an und ließen sich über einen Startknopf ganz einfach in Gang setzen.

Eine Person die auf den An-Schalter eines Saug-Wisch-Roboters drückt.
Ein Startknopf ist bei allen getesteten Geräten vorhanden. Damit kann der erste Reinigungseinsatz des neuen Haushaltshelfers direkt losgehen. © IMTEST

Weitere Funktionen fordern mehr Vorbereitung: Für die Wischfunktion müssen Wischtücher befestigt und Leitungswasser in den integrierten Wassertank gegeben werden. Bei sieben der neun getesteten Modelle muss Letzterer zum manuellen Befüllen entnommen werden.

Der Wassertank eines Saug-Wisch-Roboters.
Bei einigen Robotern lassen sich die Wassertanks entnehmen. © IMTEST
Der Wassertank eines Saug-Wisch-Roboters wird aufgefüllt.
Ist keine Reinigungsstation mit Wischwasser dabei, muss der Wassertank des Saug-Wisch-Roboters manuell befüllt werden. © IMTEST

Bei den Geräten von Roborock und Ecovacs hingegen findet sich ein zusätzlicher, großer Wassertank in der Ladestation. Ist dieser aufgefüllt, funktioniert das Auftanken des Roboters automatisch. Eine zusätzliche Selbstreinigungsfunktion für die Wischtücher ist ebenfalls integriert, und das entstehende Schmutzwasser wird aufgefangen. Das Rundum-sorglos-Paket wird vervollständigt durch einen Auffangbehälter, der den aufgesaugten Schmutz des Roboters entleert und über einen größeren Zeitraum sammelt. Diese automatische Ausleerfunktion ist übrigens auch bei den Geräten von Proscenic und Viomi dabei. Bei Yeedi und Mi kann sie optional hinzugekauft werden.

Der Auffangbehälter des Saug-Wisch-Roboters von Yeedi.
Der Staubbehälter wird bei allen getesteten Modellen automatisch an der Station entleert.
Der leere Platz für den Auffangbehälter des Saug-Wisch-Roboters von Yeedi.
Für die Reinigung des Innenraums bieten einige der getesteten Modelle eine kleine Bürste, die unter dem Deckel Platz hat.
Ein auseinander genommener Saug-Wisch-Roboter, bei dem der Auffangbehälter sichtbar wird.
Bei allen getesteten Modellen lässt sich der Staub-Auffangbehälter manuell herausnehmen – unabhängig von seiner oder der Deckelform.


Böden nach der Säuberung: Magisch rein?

Die wichtigste Frage bleibt aber natürlich: Machen die Saug-Wisch-Roboter auch wirklich sauber? Um das zu klären, reinigten die neun getesteten Modelle im IMTEST-Labor verschiedene Verschmutzungen. Dafür mussten die Saug-Wisch-Roboter groben Schmutz (Froot Loops) von Hartboden aufsammeln, eine Mischung aus Salz und Reis aufsaugen und mit langen Haaren kämpfen. Den absoluten Wisch-Härtetest stellten angetrocknete Flecken aus Senf und aufgequollenen Haferflocken dar.

Reis, Salz und Froot Loops als Saugaufgabe für die Roboter.
Im Test mussten alle Saug-Wisch-Roboter eine definierte Menge Schmutz in einem abgegrenzten Bereich reinigen.
Der Ecovacs Deebot Omni X1 beim saug-wischen.
Ist einem die Wischspur zu feucht, kann man die Wassermenge fürs Wischen in der App anpassen.
Ein Saug-Wisch-Roboter saugt und wischt einen Boden voller Reiskörner auf.
Der IMTEST-Wischtest stellt die Roboter mit angetrocknetem Senf und Haferschleim auf die Probe.


Ein Saugroboter liegt auf dem Rücken. Das Wischtuch zeigt gelbe Flecken.
Der im Wischtuch hängen bleibende Schmutz muss bei den meisten Modellen im Test von Hand ausgewaschen werden.
Ein weißer Boden mit verschmierten Senf-Flecken und einem Saug-Wisch-Roboter an der Wand.
Bei starken Verschmutzungen lohnt sich in den meisten Fällen das Selbst-Putzen, da die Saug-Wisch-Roboter die Flecken eher verschmieren als sie zu reinigen.

Zudem stellte der IMTEST-Hindernisparcours die Manövrierfertigkeiten und die Raum-Kartografierung auf die Probe. Ins Testurteil flossen außerdem die gemessene Lautstärke sowie Funktionen, Bedienung und Umwelteinflüsse ein. Mit Abstand am besten reinigte der Roborock S7 Pro Ultra. Sowohl beim Saugen als auch beim Wischen konnte der Testsieger die anderen Modelle hinter sich zurücklassen.
Die Geräte von Yeedi, Xiaomi, Viomi und Pearl waren mit der Reinigungsleistung im guten Bereich, die Saug-Wisch-Roboter von Ecovacs und Mi konnten nur die Note “befriedigend” erreichen. Am schlechtesten schnitt bei der Reinigung hingegen der Zaco V6 mit einem “ausreichend” ab.

Hinderniserkennung wie mit sechstem Sinn?

Den Hindernisparcours bestritten der Ecovacs Deebot X1 Omni und der Mi Robot Vacuum-Mop 2 Ultra sogar noch besser als der Testsieger von Roborock. Sie “sahen” nämlich das ausgelegte Ladekabel und umfuhren es geschickt. Gemeinsame Schwäche aller Modelle war hingegen die Erkennung des aufgestellten Weinglases, das mehr oder weniger stark durch den Raum verschoben wurde. Besonders rabiat gingen der Sichler PCR-3200 und der Zaco V6 mit den Hindernissen um. Weinglas, Mülleimer und sogar der Schreibtisch-Stuhl wurden mindestens leicht verschoben.

Ein Smartphone-Kabel und ein Mülleimer als Hindernisse der Saug-Wisch-Roboter.
Die Objekte des IMTEST-Hindernisparcours wurden von einigen Saug-Wisch-Robotern durch den Raum verschoben.
Ein Tischbein verhindert einem Saug-Wisch-Roboter die Weiterfahrt.
Im IMTEST-Hindernisparcour festgefahren. Nicht jeder Roboter hat eine gute Objekterkennung.

Die Testergebnisse in der Übersicht

In diesem Test sind Saugroboter mit Wischfunktion zusammengefasst, die entweder eine normale Ladestation oder eine Reinigungsstation mit Ausleer-Funktion dabei haben. Für die endgültige Bewertung wurden die Ergebnisse daher in zwei Testfelder aufgeteilt:

Saug-Wisch-Roboter mit Reinigungsstation

Saug-Wisch-Roboter ohne Reinigungsstation



Steuerung der Saug-Wisch-Roboter wie von Geisterhand

Für weitere Funktionen sind alle getesteten Geräte vernetzungsfähig. Die Apps machen zum Beispiel die Fernsteuerung des Roboters, die Überwachung der Reinigung und das Festlegen von Verbotszonen möglich.

Eine zugehörige App eines Saug-Staub-Roboters, die den Reinigungsweg des Roboters anzeigt.
Die Apps der getesteten Saug-Wisch-Roboter zeigen eine mehr oder weniger genaue Karte des IMTEST-Hindernisparcours und ihres Fahrtweges an. © IMTEST

Für die einfache Bedienung zu Hause ist zudem bei allen Geräten eine Sprachsteuerung über Amazons Alexa möglich. Einige Modelle bieten auch weitere Möglichkeiten wie die Nutzung des Google Assistant, des Apple HomePod oder eines eigenen Sprachassistenten.

Eine Hand die eine Fernbedienung hält.
Im Test: Eine Fernbedienung zusätzlich zur Smartphone-App bieten nur die Modelle von Proscenic und Zaco. © IMTEST, Proscenic

Fazit

Der Testsieger von Roborock bietet im ersten Testfeld am meisten Komfort und die beste Reinigungsleistung – ist aber auch eine größere Investition. Für einen kostengünstigeren Einstieg ist der Preis/Leistungssieger von Yeedi zu empfehlen.
Wer auf eine Reinigungsstation verzichten kann, ist mit dem Testsieger des zweiten Testfelds gut beraten. Der Xiaomi Robot Vacuum-Mop 2S erzielte sowohl in der Reinigungsleistung als auch in der Bedienung die Testnote “gut”.