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6 Tablets im Test: Echte Notebook-Alternativen

So vielseitig, schlank und leicht wie ein Tablet ist kein Notebook. Was die Computer im kleinen Format können, zeigt der Test.

© Sebastian Bednarek / Unsplash, Hersteller

Wer überwiegend surft, Dokumente bearbeitet und E-Mails liest und schreibt, braucht dafür nicht gleich ein kostspieliges Notebook. Tablets sind schon deutlich günstiger zu haben, kinderleicht zu bedienen und beherrschen genannte Aufgaben bestens. Kein Wunder also, dass immer mehr Schüler und Studenten lieber das federleichte Flachbrett in der Tasche haben. Weitere Vorteile: Es lassen sich viele kostenfreie Anwendungen beziehen, ob für Freizeit, Schule, Studium oder Beruf. IMTEST hat sechs passende Modelle getestet, die als klassisches Tablet taugen und darüber hinaus eine passende Tastatur für Vielschreiber bieten.

Auch für das Filmvergnügen geeignet

Worauf es beim Arbeiten vor dem Bildschirm ankommt, ist eine scharfe Bilddarstellung. Alle Testkandidaten können mit hoher Auflösung punkten. Mit einer Bilddiagonale zwischen 10 und 11 Zoll, ist die Arbeitsfläche zwar kleiner als bei den meisten Notebooks. Dafür bringt die Auflösung von Full-HD und höher auf die Fläche gerechnet mehr Pixel, als es bei vielen Notebooks der Fall ist. Spitzenreiter sind hier die Modelle von Samsung und Xiaomi, die mit 276 und 275 Pixeln pro Zoll das schärfste Bild zeigen. Die anderen Kandidaten liegen nur leicht darunter. Die Modelle von Xiaomi und Samsung bieten darüber hinaus eine hohe Bildwiederholrate. Das macht das Arbeiten besonders angenehm, da Animationen mit 120 statt 60 Bildern pro Sekunde zum Beispiel beim Scrollen durch Dokumente geschmeidiger erscheinen.

Microsoft Surface Go 3 mit klappbarem Ständer
Praktisch ist der aufklappbare Ständer des Surface Go 3 auf der Rückseite, etwa für den Filmgenuss. © Microsoft

Eine hohe maximale Bildschirmhelligkeit ist hilfreich, wenn die Sonne auf das Display strahlt. Eine hohe Leuchtkraft des Bildschirms sorgt dann für gute Ablesbarkeit. Die konnte das Testlabor bei vier der sechs Modelle messen. Spitzenwerte liefern das Galaxy Tab S8 (481 cd/qm) und das iPad Air (456 cd/qm). Das Surface Go 3 und das Lifetab von Medion erreichen nicht ganz die hohen Maximalwerte ihrer Konkurrenten. Im Vergleich zu Top-Smartphones mit teils über 1.000 Candela pro Quadratmeter (cd/qm) erscheinen die Werte gering. Gegenüber herkömmlichen Notebooks sind die getesteten Tablets aber regelrechte Strahlemänner.

Tablets im Test: Medion
Tablets im Test: Viele moderne Tablets erlauben Eingaben per Tastatur, so wie das Medion Lifetab E10814. © IMTEST

Selbst hochpreisige Modelle überschreiten nicht oft die 300 cd/qm. Arbeiten im Freien ist dann selbst bei wenig Sonne anstrengend. Wer über das Arbeiten und Schreiben hinaus auch gerne Videos oder Fotos mit dem Tablet genießen möchte, sollte auf eine hohe Farbtreue und gute Kontraste achten. Das Zusammenspiel beherrschen die iPads gut, auch die Anzeige des Pad 5 von Xiaomi kann sich sehen lassen und unterstützt farbenfrohen Filmgenuss.



Die Ergebnisse im Detail

Tablets im Test: Tippen kann teuer sein

Mit Speicher knausern die Hersteller etwas, ähnlich wie bei Smartphones. Für Dokumente und manches Fotoalbum reichen aber alle getesteten Kapazitäten aus. Wer mehr Speicher braucht, kann ihn bei Samsung, Microsoft und Medion per micro-SD-Karte erweitern. Um ein Notebook aber wirklich Konkurrenz zu machen, braucht es auch eine Tastatur, die nicht jedes Tablet bietet. An die getesteten Tablets docken passende Tastaturen der Hersteller magnetisch an, das Gerät erkennt das Zubehör automatisch, es muss also nichts weiter eingestellt werden. Einfach und flexibel: So lässt sich das Eingabegerät jederzeit an- und abstellen und das Tablet umfunktionieren. Einzig das günstige Tablet von Medion bewerkstelligt die Verbindung per Bluetooth, die der Nutzer in den Systemeinstellungen erst herstellen muss.

Samsung Galaxy Tab S8
Die Tastatur für das Tab S8 kostet extra und erweitert das Tablet zudem um ein Mausfeld. © IMTEST

Auf fünf von sechs Testgeräten lässt sich sogar per Stift zeichnen oder handschriftlich schreiben. Das ersetzt umweltfreundlich Stift und Papier und ist je nach Situation praktischer und intuitiver als die Tastatur. Die Erweiterung um diese Eingabegeräte ist für Tablets nicht selbstverständlich, auch wenn der Trend immer mehr dahin geht. Erfreulich ist, dass Medions Lifetab trotz des günstigen Preises die Tastatur schon im Lieferumfang mitbringt, die bei den anderen Tablets extra kostet. Je nach Modell beträgt der Preis etwa 100 Euro aufwärts, selbes gilt für den Stift. IMTEST-Tipp: Wer das Tablet direkt mit Tastatur und/oder Stift erwerben möchte, sollte direkt beim Hersteller nach sogenannten Bundles Ausschau halten. Xiaomi, Huawei und Samsung bieten beim Kauf des Tablets oft Ermäßigungen bis hin zur kostenlosen Beigabe an.

Tablets im Test: iPad mit Pencil
Der Apple Pencil (2. Gen) lädt kabellos per Magnet-Befestigung am oberen Teil des Tablets. © IMTEST

Office-Apps und System-Unterschiede

Bei der Wahl des richtigen Geräts gilt es auch, das Betriebssystem zu beachten. Grundsätzlich gibt es drei: Android, iPad OS (ehemals iOS) und Windows. Die zwei erst genannten kennen viele vom Smartphone. Bis auf einige Extras gibt es hier keine nennenswerten Unterschiede zur mobilen Version, was den Einstieg für Smartphone-Nutzer ungemein erleichtert. Bedienelemente sind für Finger ausgelegt und entsprechend groß, die Menüführung ist weitgehend übersichtlich und per Play Store (Android) und App Store (Apple) gibt es eine Vielzahl kostenloser Anwendungen, etwa zum Streamen von Serien und Filmen, Notizenverwalten, Zeichnen und vielem mehr. Unter Windows sieht das schon anders aus.

Das iPad ist das günstigste Gerät, um in die smarte Welt von Apple einzusteigen. Trotzdem erlaubt es die Erweiterung um viel Zubehör, wie Tastatur, Stift, die jedoch mit nicht geringen Kosten den Preis hochtreiben. © GettyImages

Seit Windows 8 versucht Microsoft sein PC-Betriebssystem auch Tablet-fähig zu gestalten. Das gelingt bis heute selbst mit Windows 11 nur teilweise. Manche Menüpunkte sind klein und schwer mit dem Finger zu treffen. Der App Store bietet immer noch zu wenige Anwendungen. Zudem ist Windows nicht gleich Windows. Die auf dem Go 3 laufende Version erlaubt nicht die Installation herkömmlicher PC-Programme. Offenbar auch, weil die Hardware dafür zu schwach ist. Vorteil wiederum: Windows ist PC-Nutzern bekannt, bietet mehr Möglichkeiten bei der Dateiverwaltung und greift nahtlos ineinander mit den Microsoft-Produkten wie Office und One Drive.



Schade nur, dass Microsoft das Office-Paket seinen hauseigenen Geräten nicht kostenlos beilegt. IMTEST-Tipp: Wer nicht unbedingt das Microsoft-Original braucht, kann zu kostenlosen Alternativen wie WPS Office greifen. Apple bietet mit iWork sogar hauseigene Apps an für Dokumente (Pages), Präsentationen (Keynote) und Tabellen (Numbers). Die Anwendungen sind nicht so umfangreich wie die Microsoft-Pendants, dafür deutlich intuitiver und einfacher zu bedienen – perfekt für Tablets und Einsteiger.

Vom Muli bis zum Rennpferd

Große Unterschiede gibt es bei der Leistungsfähigkeit. Die ist wichtig, damit Apps schnell starten, der Wechsel zwischen Anwendungen nicht ewig lange Ladezeiten erzeugt und das System flott und fehlerfrei arbeitet. Außerdem sind Tablets taugliche Spielemaschinen. Die Auswahl an sogenannten Mobile Games ist riesig, einige bieten überraschend gute Grafik und unterstützen Konsolen-Controller, die sich per Bluetooth mit dem Tablet verbinden lassen. Rennspiele oder Online-Shooter wie „Call Of Duty Mobile“ machen so richtig Spaß und können sich grafisch durchaus sehen lassen. Doch zur mobilen Spielekonsole wird das Tablet nur mit genügend Grafikleistung, zumindest wenn 3-D-Titel gezockt werden sollen.

Tablets im Test: Vergleich von Leistung und Laufzeiten
Leistung und Laufzeiten der Tablets im Vergleich. © IMTEST

Apple spendiert hierfür selbst seinem günstigsten Modell, dem iPad, einen sehr schnellen Prozessor. Damit ist es bei der getesteten Rechenleistung auf Augenhöhe mit dem deutlich teureren Samsung Galaxy Tab S8. Schneller ist im Testfeld nur noch das iPad Air. Der rasante Chip bietet genug Leistung für Hardware-hungrige Anwendungen, etwa 3-D Rendering, Foto- und Videobearbeitung. Das wäre im professionellem Umfang zu viel für das Pad 5 von Xiaomi. Doch für 3-D-Spiele, etwas Zeichnen und eine flüssige Bedienung ist die Leistung hoch genug. Abgeschlagen hinken das Surface Go 3 und das Medion Lifetab hinterher. Sie bieten gerade mal genug Rechenkraft für einfache Office-Arbeiten, das Surfen im Netz und Ähnliches. Gelegentliche Denkpausen sind noch im erträglichen Bereich, beim Medion-Tablet laufen allerdings Videos in 4k-Auflösung nicht.



Tablets auf dem Prüfstand: Ausdauer für einen Tag

Mindestens genauso wichtig für Mobilgeräte wie Tablets ist die Akkulaufzeit. Hier können sich Nutzer nicht auf die Angaben der Hersteller verlassen, etwa zur Größe des Akkus. Vielmehr kommt es auf das richtige Zusammenspiel an von energieeffizientem Prozessor, Bildschirm und Betriebssystem. Am besten gelingt das dem Xiaomi Pad 5, das bei dauerhafter Videowiedergabe im Test auf 8:02 Stunden kam. An zweiter Stelle punktet das iPad mit 7:30 Stunden, knapp dahinter das Galaxy Tab S8 (6:42) und das leistungsstarke iPad Air (6:19). Trotz der sehr geringen Prozessorleistung belegen die Tablets von Microsoft (4:08) und Medion (5:18) die letzten Plätze. Da beide aber primär für das stromsparende Schreiben ausgelegt sind, dürften sie damit und bei moderater Bildschirmhelligkeit einen Schul- oder Unitag gut überstehen.

Tablets im Test: Apple iPad
Der Vorteil von Tablets wie dem iPad ist das sehr schlanke Gehäuse und das kompakte Format. © IMTEST

Wer sein Tablet mit Prozessorfordernden Aufgaben intensiv und lange beansprucht, muss es womöglich zwischendurch aufladen. Hier ist eine schnelle Ladezeit von Vorteil. Mit nur 1:14 Stunde ist das Samsung Galaxy Tab S8 rasant wieder aufgeladen. Somit genügen auch wenige Minuten, um die nächste Stunde zu überstehen. Die übrigen Kandidaten benötigen etwa doppelt so lange oder länger.

Kamera an Tablets: Xiaomi Pad 5
Kameras wie beim Xiaomi Pad 5 gehören nicht zu den großen Stärken eines Tablets. © Xiaomi

Kameras für Schnappschüsse

Anders als Notebooks verfügen Tablets über rückseitige Hauptkameras. Die Hersteller spendieren ihnen aber nicht dieselbe Spitzentechnik, die ihren Top-Smartphones vorbehalten bleibt. Das beste Ergebnis erzielt das iPad Air. Die Fotos zeigen bei Tag viele Details und eine gute Farbwiedergabe, bei wenig Umgebungslicht aber körniges Bildrauschen. Das Nachsehen hat das Lifetab, dem eine Hauptkamera ganz fehlt. Das drückt zwar auf die Note. Da aber viele Nutzer ihr Smartphone mit vermutlich besserer Kamera zur Hand haben, ist dies wohl ein verzichtbares Extra.

Fazit

Die Preisspanne lässt es vermuten: Die Unterschiede sind groß. Der sehr günstige Preis-Leistungs-Sieger von Medion eignet sich für Schreibaufgaben und bringt die Tastatur kostenlos mit. Flink und ausdauernd punkten das Xiaomi Pad 5 und Apples iPad, erlauben mit ihren guten Displays auch Videogenuss. Der Testsieger iPad Air eignet sich für kreative Schwerpunkte, die kräftezehrend sind.

Ansonsten lässt sich feststellen, dass alle Testkandidaten durchweg mit einer hohen Bildschirmauflösung punkten. Bei den Speicher-Kapazitäten ist dann der Unterschied zum Notebook doch spürbar. Diese lassen sich aber zumindest beim Galaxy Tab S8, Surface Go 3 und Lifetab noch erweitern. Hilfreich ist auch die externe Tastatur, die sich bei allen Tablets außer dem von Medion magnetisch und somit schnell andocken lässt. Beim günstigen Preis-Leistungs-Sieger ist eine Verbindung via Bluetooth nötig.

Für den Fall, dass es doch mehr Leistung und Funktionalität sein soll, ist der Griff zum Notebook wohl die bessere Entscheidung: 10 Notebooks für jeden Einsatz im Test – IMTEST



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