Der Zeitraum des 9-Euro-Tickets ist in wenigen Wochen zu Ende. Damit das günstige Monatsticket allerdings nicht als einmaliges Spar-Sommermärchen in Vergessenheit gerät, werden von verschiedenen Seiten Forderungen und Ideen für eine Anschlusslösung laut. IMTEST gibt einen Überblick, welche Vorschläge kursieren und was hinter den Ideen steckt.



Bei allen Vorschlägen ist eines klar: Die Debatte um bezahlbare Mobilität wurde angestoßen und kann seitens der Politik nicht länger ignoriert werden. Aktuell ist zwar noch alles offen, eine Anschlusslösung für den 1. September scheint jedoch unrealistisch. Tatsächlich wirkte das 9-Euro-Ticket auf verschiedenen Ebenen, woraus sich auch unterschiedliche Zwischenbilanzen ergaben. Ökologisch war laut Studien kein signifikanter Erfolg zu verzeichnen, so nutzten zwar viele Menschen den öffentlichen Personennahverkehr, doch der Verkehr auf den Straßen ließ nur geringfügig nach. Andererseits gibt es die soziale Ebene: Der vereinfachte und günstige Zugang zu Mobilität ist ein entscheidender Schritt in Richtung sozialer Gerechtigkeit. Vor allem deswegen wurde die aktuelle Debatte um eine Nachfolge des 9-Euro-Tickets ausgelöst. Das größte Problem dabei ist natürlich die Finanzierung des Angebots, insbesondere ob Bund oder Länder dafür verantwortlich sind.

9-Euro-Ticket: Mögliche Zukunftsszenarien

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) forderte bereits vor Wochen eine Anschlusslösung in Form des 69-Euro-Tickets, welches dann vor allem Pendler entlasten soll. Der Preis liegt deutlich über den bisherigen neun Euro pro Monat, soll dafür jedoch langfristig finanzierbar sein. Laut VDV-Chef Oliver Wolff würden Streckenüberlastungen mit dieser Lösung vermieden und dennoch ein Anreiz von nachhaltigen Verkehrsmitteln gegeben werden.

Seitens der Grünen ist das vorgeschlagene Anschlussticket in zwei Tarife geteilt und jeweils nochmals günstiger. 29 Euro im Monat soll es laut Konzeptpapier kosten, den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) innerhalb eines Bundeslands oder einer Region, wie beispielsweise Hamburg-Bremen-Niedersachsen zu nutzen. Vor allem für Berufspendler wäre das eine preiswerte Option. Für Reisen durch die gesamte Republik lautet der Vorschlag, ein Ticket zum Monatstarif von 49 Euro einzuführen. Dadurch würde insbesondere eine Vereinfachung zur derzeit unübersichtlichen Tarifgestaltung zwischen den Verkehrsverbünden umgesetzt.

Bereits lange vor der Einführung des 9-Euro-Tickets gab es Ideen und sogar Umsetzungen eines 365-Euro-Tickets. Unter anderem in Nürnberg und Mecklenburg-Vorpommern fahren Schüler und Auszubildende bereits zu diesem Preis mit dem ÖPNV. Von drei SPD-Kommunalpolitikern stammt nun der Vorschlag, das Prinzip, also umweltfreundliche Mobilität für einen Euro pro Tag, auch auf Bundesebene auszuweiten. Die Finanzierung könnte realistisch von sowohl Bund als auch Ländern und Kommunen getragen werden. Auch Ulrich Schneider, Chef des Paritätischen Wohlfahrtsverbands sieht darin eine ökologisch sowie sozial sinnvolle Maßnahme.

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Die Politiker, die am längsten Hebel setzen, nämlich Bundesverkehrsminister Volker Wissing und Bundesfinanzminister Christian Lindner, sprechen sich im Gegensatz zu all den Vorschlägen für eine Lösung ab Januar beziehungsweise gar keine Anschlusslösung aus.