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Apple Watch SE 2022 im Test: So gut ist die günstigste Apple Watch

Die SE ist die günstigste Methode, an eine neue Apple Watch zu kommen. Wie groß ist der Unterschied zur Apple Watch 8?

© Apple

Nachdem Apple die Series 3 aus dem Programm genommen hat, ist neue 2022-SE die erschwinglichste Apple Watch im Programm. Die Preise beginnen bei 299 Euro für die kleine 40 mm-Version und bei 329 Euro für die 44 mm-Version. Die Möglichkeit, unabhängig vom iPhone zu telefonieren, Nachrichten zu empfangen und vieles mehr (Cellular), kostet 70 Euro Aufschlag. Für das IMTEST-Testmodell mit 40 Millimeter-Gehäuse in der Farbe Polarstern mit Sportarmband und Cellular-Option ruft Apple 369 Euro auf.



Optik: Alles beim Alten

Optisch hat sich im Vergleich zu 2020er-Version bei der Apple Watch SE nur wenig getan – tatsächlich ähneln sich beide Versionen auf den ersten Blick wie ein Ei dem anderen. Wie das Vorgängermodell gibt es die neue SE mit Aluminium-Gehäuse und in den Größen 40 und 44 Millimeter. Zwei Dinge haben sich jedoch geändert. Zum einen die Farbauswahl.  Käufer haben jetzt die Wahl aus Mitternacht, Starlight und Silber, während die 2020er-Version in Silber, Spacegrau und Gold erhältlich war. Zum anderen hat Apple die Rückseite der Smartwatch mit anderem, leichteren Material ausgestattet.

Apple Watch SE Front
Bei der Apple Watch SE setzen die Kalifornier auch beim 2022er-Modell auf das bekannte Design – hier in Polarstern-Silber. © IMTEST

Apple Watch SE mit Top-Prozessor

Zu den weiteren Neuigkeiten zählt ein flotterer Prozessor, genau genommen der S8. Dabei handelt es sich um das gleiche Modell, das in der teureren Series 8 als auch in der Apple Watch Ultra steckt. Laut Apple ist die neue SE dadurch 20 Prozent schneller als ihr Vorgänger. In der Tat fühlt sich die SE insgesamt flott und flüssig an. Apps starten schnell und Siri reagiert prompt – definitiv ein Fortschritt gegenüber dem Vorgänger. Der größte Vorteil des S8-Prozessors aber: Zukunftssicherheit. Neue Funktionen, die in kommenden Versionen von watchOS enthalten sind, werden höchstwahrscheinlich auf der 2022 SE funktionieren, da schließlich Apples neuester Prozessor drinsteckt. Im Vergleich dazu läuft die 2020er SE auf dem S5-Chip der Apple Series 5, der mittlerweile drei Generationen auf dem Buckel hat.

Apple Watch SE Rückseite
Auf der Rückseite der Apple Watch SE regiert jetzt Kunststoff statt Glas – aber wann sieht man das schon? © IMTEST

Apple Watch SE: Jetzt mit Unfallerkennung

Der neue Crash-Sensor der hochpreisigen Modelle ist ebenfalls an Bord. Der Algorithmus zur Erkennung von Unfällen basiert laut Apple auf Daten aus professionellen Crashtest-Labors, die Frontal-, Auffahr-, Seitenaufprall- und Überschlag-Unfälle simulieren. Erkennt die Smartwatch einen Unfall, alarmiert sie automatisch Rettungsdienste sowie hinterlegte Notfallkontakte und teilt den Standort, falls der Träger 10 Sekunden lang nicht reagiert. Die Erkennung von Autounfällen ergänzt das große Spektrum an Sicherheitsfunktionen, die in Apples Smartwatches stecken. Dazu zählen SOS-Notrufe auf Knopfdruck sowie Sturzerkennung.



Sport & Fitness: Keine Abstriche

Auch Sportler werden im Vergleich zur Series 8 nichts vermissen. Beide Uhren sind schwimmtauglich, unterstützen dieselbe Vielzahl von Trainingsmodi, bieten Schlafüberwachung und können die Herzfrequenz und den Cardio-Fitnesslevel messen. Zudem erhalten Träger auf beiden Modellen Benachrichtigungen über zu hohe und zu niedrige Herzfrequenzen und unregelmäßige Herzrhythmen. In der Watch SE stecken darüber hinaus die gleichen Sensoren, die den Puls sehr genau erfassen und sowie bei Outdoor-Aktivitäten zuverlässige Angaben zu Geschwindigkeit und zurückgelegter Distanz liefern. Genau wie der Watch 8 hinkt Apple in diesem Bereich den Spezialisten wie Garmin und Polar deutlich hinterher. Dazu liefern die Auswertungen zu wenig Erkenntnisse über Trainingsstatus, Erholung und Belastungssteuerung. Unterm Strich gibt’s die gleiche Note in dieser Disziplin wie bei der Series 8: 2,2.

Apple Watch SE am Handgelenk
Auch beim Bildschirm handelt es sich um einen alten Bekannten. Dank OLED-Technik ist er klar, hell und in jeder Situation gut ablesbar. © IMTEST

Apple Watch SE: Schwacher Akku

Leider teilt sich die Apple Watch SE die schlechte Ausdauer mit der großen Schwester. Beide Modelle weisen genau wie alle Vorgänger eine Akkulaufzeit von 18 Stunden aus. Das ist schlicht und ergreifend nicht mehr zeitgemäß. Daran ändert auch der neue Stromsparmodus nichts, der bis zu 36 Stunden Laufzeit verspricht. Dieser schränkt allerdings die Sensoren der Apple Watch ein und schaltet bestimmte Funktionen aus, wie die automatische Trainingserkennung und die Herzfrequenzmessung im Hintergrund. Abgesehen davon, dass selbst 36 Stunden schwach sind, scheint der Energiesparmodus nicht den gleichen Effekt wie bei der Series 8 zu haben. Was kein Wunder ist, da bei der SE im Gegensatz zur 8 der Bildschirm sowieso immer abgeschaltet wird. Maßgeblich sorgt der schwache Akku und das fehlende Always-on-Display, dass es in der Kategorie “Akku, Bildschirm, Bedienung & Verarbeitung” nur zur Note 3,0 reicht.



Apple Watch SE: Unterschiede zur Series 8

Nicht zuletzt profitiert die Apple Watch SE von (fast) allen Vorteilen, die das aktuelle Betriebssystem watchOS 9 mit sich bringt. Dazu zählen der Energiesparmodus zur Verlängerung der Batterielebensdauer und sowie die Kompass-App, mit dessen Hilfe man wieder nach Hause findet. Bei den smarten Funktionen (Note 1,2) zeigt sich die Apple Watch SE Cellular ebenfalls von ihrer besten Seite: Telefonieren, Siri schalten und walten lassen, Zugriff auf gut bestückten App Store sowie bezahlen mit Apple Pay? Alles kein Problem. Was fehlt denn aber im Vergleich zu Apple Watch Series 8? Konkret verlangt Apple für folgende Punkte mindestens 200 Euro Aufpreis:

  • Immer-An-Bildschirm: Der Apple Watch SE verfügt immer noch nicht über ein Always-on-Display. Das bedeutet, dass sich der Bildschirm der Uhr nach einigen Sekunden ausschaltet, wenn der Träger nicht draufblickt. Wird das Handgelenk wieder gehoben, erleuchtet er wieder automatisch. Ob einen das stört, ist in erster Linie Geschmackssache. Die Automatik funktioniert auf jeden Fall fehlerfrei, so dass es in Sachen Bedienung keine Einwände gibt. Allerdings sieht ein Bildschirm mit angezeigter Uhrzeit (und wahlweise weiteren Informationen) eindeutig schicker aus als ein leeres, schwarzes Quadrat.
  • Kleinerer Bildschirm: Der Apple Watch SE fehlt bei beiden Größen im Vergleich zur Series 8 jeweils 1 Millimeter Bildschirmdiagonale. Zudem fällt die Auflösung minimal geringer aus. Im Alltag ist der Unterschied allerdings zu vernachlässigen. Aber: Durch den kleineren Bildschirm stehen nicht alle Ziffernblätter zur Verfügung. Das Gleiche gilt für die vollwertige Tastatur, die es seit watchOS 9 gibt. Auch das ist aber kein großes Thema, da es zum Beispiel möglich ist, Nachrichten zu diktieren oder Buchstaben zu kritzeln.
  • Abgespeckte Gesundheitsfunktionen: Der größte Unterschied zwischen den günstigen und hochpreisigen Apple Watches liegt in den Gesundheitsfunktionen. Die Apple Watch SE ist im Gegensatz zur Series 8 (und vielen anderen modernen Smartwatches) nicht in der Lage ein EKG am Handgelenk zu erstellen oder die Sauerstoffsättigung im Blut zu messen. Sie verfügt auch nicht über die Temperaturmessung, die bei Series 8 und der Apple Watch Ultra neuerdings an Bord ist. Ob einen diese Einschränkungen (Gesundheitsfunktionen: Note 4,3) stören, ist höchst individuell. Wer jung und fit ist und nur selten das Bedürfnis verspürt ein EKG oder eine Blutsauerstoffmessung durchzuführen, kann darauf sicher verzichten. Wer aber Gesundheitsthemen hat und seine Körperwerte im Blick behalten und mit seinem Arzt teilen will, profitiert von den zuverlässigen Messungen.     

Fazit

Wer auf das vorzügliche Zusammenspiel zwischen Apple Watch und iPhone nicht verzichten möchte, trifft mit dem Kauf der Apple Watch SE 2022 die aktuell preislich attraktivste Wahl. Nachrichten empfangen sowie beantworten, Telefonieren, Bezahlen, Apps nutzen und Training sowie Schlaf tracken – all das funktioniert mit der günstigen Apple Watch genauso gut wie bei den „großen“ Modellen. Abstriche gibt’s nur beim Bildschirm und den Gesundheitsfunktionen. Im Vergleich zum Vorgänger brennt das neue Modell zwar kein Innovationsfeuerwerk ab, überzeugt aber mit einem schnellen Prozessor und Unfallerkennung. Beides Funktionen, die früher oder später wichtig sein können.  

  • PRO
    • Schneller Prozessor.
  • KONTRA
    • Schwache Akkulaufzeit.

IMTEST Ergebnis:

befriedigend 2,6