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E-Bike im Winter: Die besten Tipps für Reifen, Pflege & Akku

IMTEST nennt die besten Pflege- und Fahr-Tipps rund um E- und E-Cargo-Bikes im Winter.

Ein zweigeteiltes Bild auf dem man ein Lastenrad im Schnee und eine Reparatur am E-Bike erkennt
© Rodnae Productions / Pexels, Babboe

Mit dem E-Bike im Winter sicher unterwegs sein oder das E-Cargo-Bike über den Winter richtig aufbewahren. Die dunkle und meist kalte Jahreszeit wirft viele Fragen beim richtigen Umgang mit dem E-Bike auf. IMTEST kennt die besten Tipps, damit E-Bikes und E-Lastenräder gut – samt Fahrerinnen und Fahrer – durch den Winter kommen.

Mann fährt mit E-Cargo-Bike durch eine Pfütze in Dünenlandschaft bei herbstlichem Wetter
Werden E-Lastenräder regelmäßig gereinigt und gewartet, lassen sie sich problemlos auch das ganz Jahr über fahren – ganz gleich bei welchem Wetter. © Urban Arrow

Mit dem E-Lastenrad und E-Bike sicher durch den Winter

Immer mehr E-Bikes und E-Cargo-Bikes sind in Stadt und Land unterwegs. Oft auch das ganze Jahr über. Damit das Bike auch gut durch Herbst und Winter kommt, sollte es mindestens zweimal im Jahr gewartet werden – im Idealfall in einer Werkstatt. Laut dem niederländischen E-Cargo-Bike-Hersteller Urban Arrow fahren aber nur knapp die Hälfte aller E-Lastenrad-Nutzerinnen und Nutzer zweimal jährlich in einer Werkstatt vor. Doch auch ohne Rat und Tat vom Profi lassen sich E-Bikes und E-Cargo-Bikes fit für die Wintermonate machen – ganz gleich, ob sie gefahren oder bis zum Frühjahr eingelagert werden. IMTEST nennt die wichtigsten Tricks und Tipps zum Wintercheck, der die Sicherheit beim Fahren erhöht und hilft größere Schäden oder Wartungskosten im Frühjahr zu vermeiden.


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Checkliste E-Bike: Hierauf sollten E-Bike-Fahrende im Winter achten

  • Bremsen: Vor dem Winter sollte das Bremssystem – wenn möglich – in einer Werkstatt geprüft werden. Vor jeder Fahrt ist ein Bremsencheck obligatorisch.
  • Beleuchtung: Was für die Bremsen gilt, sollte entsprechend auch für die E-Bike-Beleuchtung berücksichtigt werden.
  • Gangschaltung: Steht das E-Bike draußen, können in sehr kalten Winternächten die Bowdenzüge von Schaltung und Bremsen einfrieren. Tipp: Um das Rad auch zu fahren, selbst wenn sich die beispielsweise Gänge aufgrund der Vereisung nicht mehr schalten lassen, kann die die Gangschaltung auf eine mittlere Stufe gestellt werden, bevor der Frost einsetzt.
  • Akkus: Da Kälte auch den E-Bike-Akkus und deren Ladekapazität schaden kann, ist es ratsam, die Batterie gerade in der kalten Jahreszeit mit in die Wohnung oder das Haus zu nehmen – sobald das Bike eine längere Zeit nicht genutzt wird.
  • Vor Witterung schützen: Im Winter sollten E-Bikes und E-Lastenräder etwa in einer Garage oder einem Carport geschützt untergebracht werden. Oder zumindest möglichst nah an einer Hauswand stehen. Eine Alternative bieten E-Bike- oder E-Lastenrad-Abdeckungen.
  • Reifendruck: Der Reifendruck sollte über die Wintermonate auf 2 bis 2.5 bar gesenkt werden, um den Rädern mehr Grip auf dem Straßenbelag zu verleihen. So gelingen Fahrten selbst auf einer verschneiten Fahrbahn problemlos.

Das E-Bike fit für den Winter machen

Nicht nur wenn das E-Bike auch im Winter als Fortbewegungsmittel genutzt wird gilt, hin und wieder benötigt es eine gründliche Reinigung – gern auch inklusive Wartung für Reifen und E-Motor, Bremsen oder Federung. Aber auch wenn das Bike über den Winter im Keller, auf dem Dachboden oder in der Garage eingemottet wird, sollte es zuvor geputzt, gepflegt und gewartet werden. IMTEST verrät, wie Sie dabei vorgehen sollten:

Verschmutztes Fahrrad
Damit sich Schmutz nicht unnötig am E-Bike festsetzt, sollte sein verdrecktes Rad gleich nach Ausflügen abseits befestigter Wege oder Regenfahrten mit Wasser und bei Bedarf auch einem Pflegeprodukt reinigen. © Jan Kopriva/Unsplash

Schmutz schnellstmöglich entfernen!

Hat das E-Bike ordentlich Schmutz gesammelt sollte es schnellstmöglich gereinigt werden. Denn ist der Dreck erst einmal getrocknet, lässt er sich wesentlich schwerer entfernen. Überdies begünstigen Schmutzablagerungen Lackschäden, Korrosion und Verschleiß – also schnell weg damit!

Benötigte Reinigungsutensilien

  • Gartenschlauch oder Wassereimer
  • Fahrradreiniger oder Geschirrspülmittel
  • Schwamm und/oder weiche Bürste
  • kleine, harte Bürste (Ritzelbürste)
  • mehrere weiche Lappen; wenn vorhanden: ein Fensterleder


Das E-Bike richtig reinigen

Zuallererst den Akku entfernen. Falls möglich, sollte auch das Display abgenommen werden – alternativ kann man es wasserdicht einpacken. Den Akku nur mit einem feuchten Tuch abreiben und beiseitelegen. Falls vorhanden, das Bike nun in einen Montageständer spannen – dies erleichtert das Putzen ungemein, da man alle Bauteile gut erreichen und die Räder sowie die Kette frei bewegen kann.

Jetzt das E-Bike mit dem Gartenschlauch abduschen, um grobe Verschmutzungen wie Schlamm zu lösen. Dabei sollte man jedoch nicht mit dem gebündelten Wasserstrahl auf den E-Antrieb, die Radlager, Federelemente oder Bremsen zielen. Lieber einen möglichst weichen Wasserstrahl einstellen und das Bike großflächig ansprühen. Wer keinen Gartenschlauch zur Hand hat, dem reicht auch ein Eimer Wasser.



Winter- und Spikereifen für E-Bikes

Da viele E-Bikes mittlerweile als Ersatz fürs Auto und somit als Alltags-Verkehrsmittel für alle Jahreszeiten dienen, versucht die Reifenindustrie, E-Biker von den Vorteilen spezieller Winterreifen zu überzeugen. Sogar Spikereifen, die in Deutschland für Autos seit Jahrzehnten verboten sind, werden für E-Bikes angeboten.

Mann fährt auf E-Bike durch verschneite Landschaft
Mit speziellen Reifen lassen sich alle Jahreszeiten und Strecken-Belege gut und sicher meistern © Himiway Bikes/Unsplash

Bei Spikereifen ist die Lauffläche des Reifens mit vielen Stahlnägeln bestückt, die einige Millimeter aus der Lauffläche herausragen und sich auf Eis oder festgefahrener Schneedecke erfolgreich in den Untergrund krallen. Auf trockenem oder nassem Asphalt bewirken die Metallstifte im Gegenzug extrem verlängerte Bremswege und ein schwammiges Fahrverhalten. Außerdem ruinieren sie den Asphaltbelag der Straße.

Trotz der besonders weichen Gummimischung von Winterreifen und dem guten Eis-Grip von Spikereifen ist eine sichere Fahrt mit einem E-Bike auf verschneiten und vereisten Fahrbahnen nicht möglich. Das liegt daran, dass ein Fahrrad im Gegensatz zu einem Auto eine wesentlich instabilere physikalische Konstruktion darstellt. Weil es nur zwei Räder hat und nicht vier, fällt ein Fahrrad beispielsweise um, wenn man es nicht festhält. Deshalb: Sobald eines der beiden Räder eines E-Bikes auf Schnee oder Eis auch nur leicht seitlich wegrutscht – und die Wahrscheinlichkeit dafür ist sehr hoch – lässt sich ein Sturz kaum noch vermeiden.

Passende Pflegeprodukte für E-Bikes

Nun das Bike mit einem Fahrradreiniger aus etwa 20 bis 30 Zentimeter Entfernung einsprühen, kurz einwirken lassen und mit Schwamm oder weicher Bürste reinigen. Alternativ kann man dem Schmutz auch mit Spülmittel zu Leibe rücken.

Wichtig: Es sollte immer mit viel Wasser gearbeitet werden, sonst schmirgelt man mit Schwamm und Bürste Kratzer in den Lack.

Nun mit dem Gartenschlauch großzügig abspülen. Bei hartnäckiger Verschmutzung ist unter Umständen ein zweiter Durchgang nötig. Ist aller Schmutz entfernt, kann man das Bike mit einem weichen Baumwolllappen oder einem Fensterleder trockenreiben. Empfehlenswerte Bike-Pflegeprodukte gibt es unter anderem bei den Anbietern SonaxDr. WackLiqui Moly oder Nigrin.

Nicht vergessen: Die Kette reinigen

Kettenspray wird zum Reinigen einer Fahrradkette auf Ritzel und Kette an einem E-Bike aufgesprüht.
Um eine verschmutzte Kette zu reinigen, reicht es oft schon Kettenspray einfach aufzusprühen und kurz einwirken zu lassen. Anschließend muss die Kette nun noch mit einem Tuch abgewischt werden. © Sonax

Für den Kettentrieb gibt es spezielle Kettenreiniger, die stark schmutzlösend und entfettend wirken. Nachdem Kette, Kettenblätter, Kassette, Schaltwerk und Umwerfer mit einer Bürste vom gröbsten Schmutz befreit sind, sprüht man diese Teile mit dem Kettenreiniger ein und lässt ihn fünf Minuten einwirken. Danach alle Zahnräder, das Schaltwerk und den Umwerfer mit der Bürste säubern und die Kette langsam und vorsichtig (Achtung: Verletzungsgefahr!) durch einen Lappen ziehen. Ist der gesamte Kettentrieb sauber, wird das Kettenöl aufgetragen. Hierzu wiederum die Kette langsam bewegen und das Öl tröpfchenweise von oben auf den unteren Kettenstrang geben. Auch hier bewährt sich einmal mehr der Montageständer.

Akku: Witterungseinflüsse bei Fahrten mit dem E-Bike beachten

Akku am Elektrofahrrad
© IMTEST

Auf große Temperaturschwankungen reagieren Akkus – ganz gleich ob bei E-Bikes, E-Autos oder Smartphones – empfindlich. Die beste Leistung kann ein E-Bike-Akku bei Temperaturen zwischen 5 °C und 25 °C bringen. Ist er, etwa im Sommer, für längere Zeit Temperaturen von über 30 °C oder gar direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt, kann seine Ausdauer, aber auch seine Lebenserwartung, teils stark darunter leiden. Bei kalten Temperaturen (ab 0 °C) entlädt sich der Akku schneller. Die Folge ist eine teils deutliche spürbare Leistungsminderung. Wird das E-Bike eine längere Zeit nicht genutzt, sollte der Akku stets bei Zimmertemperatur gelagert werden. Sofern er entnehmbar ist.

Für eine höhere Reichweite bei Fahrten im Winter, sollte der Akku dafür so spät wie möglich ins E-Bike eingesetzt werden. Bevor er nach einer Fahrt wieder an das Ladegerät angeschlossen wird, sollte er erst zunächst vorher aufgewärmt werden. Diese Tipps helfen die Lebenszeit des Akkus zu verlängern. So dass Sie so spät wie möglich für Ersatz sorgen müssen.



Licht, Reflektor & Rückspiegel

Die meisten E-Bikes sind bereits mit einem Front- und Rücklicht ausgestattet. Die Stromversorgung für die Beleuchtung übernimmt der E-Bike-Akku. E-Mountainbikes oder E-Gravelbikes fehlt eine festinstallierte Beleuchtung. Um im normalen Straßenverkehr fahren zu dürfen, sind sie gesetzlich vorgeschrieben. Viele Hersteller bieten Sets aus Front- und Rücklicht an. Als praktisch erweist sich das MonkeyLink-System. Dabei wird die Beleuchtung mit der Schnittstelle des Fahrrads verbunden und auf diese Weise mit Strom des E-Bikes versorgt. Einfachere Modelle haben Akkus, die sich über einen USB-Anschluss laden lassen.

Ebenso gibt es smarte Fahrradlichter, die mit einen Kurvenlicht-Assistenten ausgestattet sind. Bei Lenkbewegungen hält das Gerät elektronisch geregelt die Hell-Dunkel-Grenze stets waagerecht auf gleicher Höhe. Das Lichtfeld kippt bei geneigtem Fahrrad nicht nach rechts oder links unten ab.

Für bessere Sichtbarkeit gerade im Herbst und Winter eignen sich zudem Reflektorgurte, die der E-Bike-Fahrer ähnlich wie eine Weste überziehen kann. Je mehr ein Fahrradfahrer unter all den Lichtern im Großstadtverkehr auffällt, je besser ist er selbst geschützt. Einfache Reflektorbänder für Arme und Beine gibt es als Alternative und Ergänzung.

Wer viel in der Großstadt unterwegs ist und es auf seiner Route nicht vermeiden kann, auch auf Straßen fahren zu müssen, für den ist ein Rückspiegel eine gute Wahl. Damit lassen sich Gefahrensituationen besser beobachten, beispielsweise wenn man von Autos überholt wird. Es gibt zudem mehr Sicherheit, weil man sich nicht mit dem halben Körper nach hinten drehen muss, sondern stets fokussiert nach vorne schauen kann.