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DHL: Beschwerden über verlorene Briefe häufen sich

DHL kämpft mit Lieferschwierigkeiten. Immer mehr Kunden beschweren sich bei der Bundesnetzagentur über fehlende Post.

Verschiedene Fahrzeuge der DHL Group sind zu sehen.
© Deutsche Post AG

Rund 9.700 Beschwerden über fehlende Post gingen im Oktober bei der Bundesnetzagentur ein, fast doppelt so viele wie im Vormonat September. Die meisten Schreiben richten sich dabei gegen den Marktführer Deutsche Post DHL.

Beschwerden gegen DHL häufen sich

Theoretisch müssten Logistik-Unternehmen wie DHL 80 Prozent der Briefe bereits einen Tag nach dem Versand ausgeliefert haben. Am darauf folgenden Tag müssten es 95 Prozent sein. Deutschlandweit werde die Quote eingehalten, so die Deutsche Post. Dennoch scheint es in rund 100 der 5.000 Bezirke erhebliche Probleme in der Briefzustellung zu geben. Während Pakete relativ zuverlässig ihr Ziel erreichen, kommen Briefe oft verspätet oder auch überhaupt nicht an.

Davon betroffen sind nicht nur ländliche Gebiet mit oftmals weniger gut ausgebauter Infrastruktur. Stattdessen zählen zu den Problem-Bezirken unter anderem Berlin und einige süddeutsche Städte.

Zudem ist neben der ohnehin schon überdurchschnittlichen Zahl an Beschwerden gegen DHL mit einer hohen Dunkelziffer zu rechnen. Einerseits ist anzunehmen, dass bei weitem nicht alle Kunden von ihrem Beschwerderecht Gebrauch machen. Zum anderen sei die Bundesnetzagentur als Beschwerdestelle vielen Bürgerinnen und Bürgern erst jetzt, durch die erfolgte Berichterstattung bekannt geworden, so ein Post-Sprecher.



Zu wenig Personal bei DHL

Verantwortlich für die zahlreichen Verspätungen bei DHL sollen Personalengpässe im Unternehmen sein. Laut der Deutschen Post sei dieser Umstand vor allem auf Corona-bedingte Ausfälle zurückzuführen. Eine anonyme Wortmeldung eines angeblichen Mitarbeiters hingegen sieht die Post selbst in der Pflicht. Personal sei schlicht zu knapp berechnet und zu streng eingespart worden, sodass mit den aktuellen Herausforderungen kaum adäquat umgegangen werden könne.

Was auch immer stimmt mag, jedenfalls reagiert die Deutsche Post nun: Zu den rund 200.000 Mitarbeitenden kamen in den vergangenen Wochen 3.000 neue DHL-Zusteller hinzu.

Trotzdem rät das Logistik-Unternehmen mit Blick auf die kommende Weihnachtszeit, Post zum Fest frühzeitig zu verschicken.

Ein Briefkasten der Deutschen Post hängt an einer Wand.
Der E-Postbrief sollte die Deutsche Post digitaler machen. Nach zwölf Jahren wird das Angebot eingestellt. © Ibrahim Rifath / Unsplash

Politischer Handlungsbedarf?

Der Bundesnetzagentur fehlen unterdessen jegliche Handlungsoptionen, um dem Problem Herr zu werden. Die Post selbst scheint nun zwar Veränderungen anzustreben, trotzdem fordert Klaus Müller, Chef der Bundesnetzagentur, Sanktionsmittel für seine Behörde. Bislang sind ihm dabei die Hände gebunden, neben der Möglichkeit, einem Logistik-Unternehmen ganz die Lizenz zu entziehen, existiert keine entsprechende Stufenregelung. Aus der Politik kommt hierzu erste Zustimmung. DHL hingegen hält Sanktionen in dieser schwierigen Zeit lediglich für eine zusätzliche Belastung.

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