Nicht nur auf dem Land oder im Urlaub kennt man das Problem: die verzweifelte Suche nach Empfang, um zum Beispiel Fotos per WhatsApp zu versenden. In Deutschland ist die Netzabdeckung alles andere als lückenlos. Kein Wunder, dass sich die Freude Vieler über das neue Mobilfunknetz 5G in Grenzen hält. Ein anderer Weg als über Sendemasten führt über das Verlegen von Kabeln. Das ist aber aufwendig. In weitläufigen Regionen jenseits aller Städte ist von Internet nur zu träumen. Elon Musk möchte das ändern und zündet nach SpaceX eine weitere Rakete: Satelliteninternet via Starlink. Im Herbst startet das Projekt durch.

In der ersten Phase bringt das Unternehmen Satelliten in eine Höhe von um die 500 Kilometer und lässt sie dort um die Erde kreisen. Damit weltweit auch allerorts Internet zur Verfügung steht, ist eine große Anzahl an Satelliten nötig. Bereis 1.800 sind es jetzt, bis zu 55.000 sollen es noch werden. Schon in der Testphase des Beta-Programms sollen Übertragungsraten zwischen 50 und 150 Megabit die Sekunde möglich sein, bei Reaktionszeiten von 20 bis 40 Millisekunden. Das ist vergleichbar mit einer klassischen Kupfer-Kabelverbindung, wie sie heute noch viele Haushalte nutzen. Der Nutzer am Boden benötigt dann eine Satellitenschüssel mit einer klaren Sicht zum Himmel und einen WLAN-Router.

Für Starlink macht sich das Team um Elon Musk die Erfahrung aus SpaceX zunutze.

Das Satelliteninternet eignet sich somit für alle abgelegenen Orte, die via Kabel und Sendemasten nicht mehr erreichbar sind. Laut Musk betrifft das etwa fünf Prozent der Menschen. Im Herbst startet das Projekt offiziell. Dann sind nämlich alle Satelliten positioniert, so dass fast alle Regionen mit Starlink versorgt werden können. Ausnahmen bilden der Nord- und der Südpol. Die Nutzerzahlen sollen dann von aktuell 69.000 auf 500.000 ansteigen. Die monatlichen Kosten belaufen sich auf 99 US-Dollar.

Die Kritik an dem Projekt wächst. Die befürchteten Auswirkungen bei der massiven Anzahl an Satelliten, die um die Erde kreisen, sind vielseitig. Zum einen würden die Geräte mit ihrer glänzenden Oberfläche aus Aluminium Licht so stark reflektieren, dass sie in dieser hohen Zahl für eine deutliche Aufhellung des Nachthimmels sorgen würden. Vor allem Astronomen hätten dann mit Widrigkeiten bei der Beobachtung des Sternenhimmels zu kämpfen, weshalb sie vor Gericht klagen. Außerdem macht die hohe Anzahl an Satelliten die Kollisionen mit anderen, etwa chinesischen oder europäischen Satelliten deutlich wahrscheinlicher. Die herumfliegenden Teile könnten dann wiederum eine Kettenreaktion an Zusammenstößen auslösen. Eine weitere Sorge betrifft die Umweltbelastung. Haben Satelliten ihren Dienst endgültig verrichtet, verglühen sie beim Absturz in der Atmosphäre. Das setzt aber alle Stoffe in der Atmosphäre frei, aus denen sie bestehen, darunter Metalle wie Aluminium. Wissenschaftler warnen vor den Auswirkungen der Oxide. Es sei nicht hinreichend geklärt, wie sich ein so massiver Einfluss auf die Umwelt auswirke.