Sony-Beamer im Test
© Hersteller

Sonys „kleinster“ Projektor fängt preislich da an, wo andere Hersteller aufhören: Der 5.499 Euro teure Sony-Beamer VPL-VW290ES bietet dafür echtes 4K – aber verzichtet auf viele moderne Extras. Insgesamt wendet sich Sony mit seiner kompletten Beamerreihe an pure Cineasten: Hippe Trends wie Android TV, Wi-Fi, Bluetooth oder eine „Magic Remote“ wie bei LG gibt es hier nicht. Denn Sony weiß: Die Zielgruppe der Heimkinoprofis schließen Projektoren ohnehin an einen hochwertigen AV-Receiver an, über den dann alle Geräte und Surroundlautsprecher gesteuert werden. Somit dürfte das den Käufer nicht stören.

Produktdetails

  • 20,5 x 49,6 x 46,4 cm
  • 4K
  • 5.499 Euro

Sony-Beamer ohne Schnickschnack

Links zwei HDMI-Eingänge und die notwendigen Eingänge zur Heimkinosteuerung, wie etwa zum automatischen Herablassen der Leinwand beim Einschalten des Projektors. Rechts einige Knöpfe. Mehr gibt es bei dem 14 Kilogramm schweren Koloss mit Abmessungen von 20,5 x 49,6 x 46,4 Zentimeter (H x B x T) nicht. Es gibt keine Möglichkeit einer Netzwerkverbindung und entsprechend keine vorinstallierten Apps. Dafür kommt das eigene Menü mit einer übersichtlichen und einfachen Struktur in dem es viele Funktionen gibt. Auch eine Lens Shift-Funktion gibt es, damit Nutzer das Bild fein ausrichten können.

Sony Projektor mit Anschluss
Die Anschlussmöglichkeiten sind im Vergleich zur Konkurrenz begrenzt und konzentrieren sich aufs Wesentliche. © IMTEST
Sony-Beamer mit Knöpfen
Auch Knöpfe und Tasten sind am Sony in übersichtlicher Anzahl vorhanden. © IMTEST

Lampentechnik mit Nachteil

Einen Trend hat der japanische Hersteller jedoch leider verschlafen, den die IMTEST-Experten im Vergleich zur Konkurrenz am Sony-Beamer schmerzlich vermissten: Nach wie vor setzt der Konzern auf eine Lampe statt auf Laser. Erst in der Kategorie ab 12.000 Euro und damit zwei Klassen über diesem „Einstiegsmodell“ werden langlebige Laserquellen verbaut.

Erfahrungsgemäß verlieren Lampen bereits ab 500-1.000 Stunden über 20 Prozent ihrer Helligkeit – und bei Sony kostet ein Ersatz über 300 Euro. Das ist nicht zeitgemäß und ist in der Preisklasse ärgerlich. Das machen die Konkurrenten LG und Epson besser.

Sony mit Lampentechnik
Lampentechnik ist leider nicht mehr zeitgemäß, zumal Nutzer in dieser Preisklasse eigentlich langlebige Lasertechnik erwarten dürfen.

Das beste Bild

Selbst beim „günstigsten“ Sony-Beamer sind hochwertige Komponenten wie der hauseigenen „SXRD“-Technik verbaut. Diese Projektionschips sorgen für überlegene Kontrast- und Farbwerte und verhindern auch den bei Projektoren oft typischen Fliegengittereffekt. Das sieht man sofort: Zwar ist das Bild des VPL-VW290ES mit nur 1.500 Lumen etwas zu dunkel und kann nur im völlig abgedunkelten Heimkino genossen werden.

Dafür spielt er die Konkurrenz in Sachen Farbechtheit und Kontrastwerte mühelos an die Wand. Projektoren von Acer, LG oder Epson sind zwar heller, doch nur Sony zaubert ein sauberes und natürliches Bild auf die heimische Leinwand. Wer also Filme authentisch und mit einem homogenen Bild genießen möchte, kann nur zu Sonys Projektor greifen.

Sony Projektor mit scharfem Bild
In Sachen Schärfe lässt der Sony nichts zu wünschen übrig. © IMTEST

Sony-Beamer scharf wie keiner

Abgesehen davon, dass das Heimkino komplett abgedunkelt werden muss, sorgt die niedrige Lichtleistung für ein weiteres Manko: HDR-Inhalte. Diese Technik zur verbesserten Ausleuchtung von Farben und kontrastschwächeren Bereichen kommt nur mit einer enormen Helligkeit zur Geltung. Im HDR-Modus wirkt das Bild des Sony-Beamers zu dunkel, Details gehen unter. HDR bleibt also besser aus.

Dafür punktet der Sony-Beamer in Sachen Bildschärfe. Hier liegt der Projektor auf einem sehr guten Niveau und kann dank seinem guten Objektiv die Konkurrenz sichtbar hinter sich lassen. An den gestochen scharfen und fast schon nach einem Gemälde wirkenden Schriften unten ist das besonders gut sichtbar.

FAZIT

Sonys Einstiegsbeamer im Premium-Segment VPL-VW290ES kann überzeugen. Die mit Abstand saftigsten Farben, die besten Kontrastwerte und das schärfste Bild projizierte der Sony-Beamer auf die Leinwand – sofern der Raum vollständig abgedunkelt ist. Die 1.500 Lumen konnten aber selbst gegen eine schwache Wohnzimmerbeleuchtung nicht ankämpfen und Mittags ist nichts mit „Beamer schauen“.

Für den stolzen Preis ist das Bild dafür zu dunkel. Leider müssen Nutzer trotz des guten Bildes damit rechnen, dass die Helligkeit dank der Lampentechnik ab 1.000 Stunden sichtbar nachlässt.

  • PRO
    • Beste Farb- und Kontrastwerte im Test, gestochen scharfes Bild
  • KONTRA
    • Zu dunkel für Räume, die nicht vollständig abgedunkelt werden können, Lampentechnik lässt mit der Zeit nach

IMTEST Ergebnis:

gut 2,3