Action Cam am Strand im Einsatz
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GoPro ist Action-Cam-Marktführer

Sie sind klein, leicht und unverwüstlich: Moderne Action-Cams leisten Extremsportlern und Hobbyfilmern gute Dienste, wenn es um beeindruckende Aufnahmen aus außergewöhnlichen Blickwinkeln geht. Marktführer GoPro behauptet sich seit Jahren an der Spitze der Testtabellen, aber die Konkurrenz schläft nicht und verspricht ebenfalls hohe Auflösung und unerschütterliche Bildstabilität.

So auch DJI. Der Hersteller konnte bereits mit seinen Drohnen FPV und Mini 2 überzeugen. Nun ist die Action-Cam Osmo Action im Test. Weitere Konkurrenzmodelle sind die sehr leichte V50 Elite von Akaso, die W9.1 von Lamax und die ebenfalls sehr leichte Black Hawk 4K+ von GoXtreme. IMTEST hat sich die fünf Action-Cams genauer angeschaut und klärt, ob die Hersteller ihre Versprechen halten können.

Das Besondere an einer Action-Cam

Dank ihrer Größe lassen sich Action-Cams dort einsetzen, wo normale Kameras zu sperrig sind. Mit umfangreichem Zubehör und einheitlichen Befestigungsstandards installiert man sie mit Klemmen am Fahrradlenker, an Helmen, am Arm oder mit Klebepads am Auto. Allen Testkandidaten liegt Zubehör bei. Die günstigen Cams von Lamax, GoXtreme und Akaso kommen sogar mit einem regelrechten Sammelsurium verschiedenster Adapter.

Die Verkaufsverpackung der GoPro HERO9 dient darüber hinaus als praktische Aufbewahrungstasche. Sie ist auch die einzige Action-Cam, die ohne Extragehäuse mit Zubehör verbunden werden kann, denn die nötigen Haltebügel klappt man direkt aus dem Gerät heraus. Die Kameras von GoPro, Lamax und DJI überstehen selbst ohne Gehäuse Tauchgänge von bis zu zehn Metern, mit Gehäuse schaffen alle Kandidaten mindestens 40 Meter und sind so für Urlaube am Meer bestens gewappnet.

Das Zubehör einer Action-Cam
Umfangreich: Den meisten Action-Cams liegt ein ausgewähltes Sortiment vielseitigen Zubehörs bei. Credit: IMTEST

Bedienung der Action-Cams

Auch bei der Bedienung liegt das Trio GoPro, Lamax und DJI vorn: Jede der Kameras besitzt ein kleines farbiges Front-Display und einen rückseitigen Touchscreen. Darüber lassen sich die HERO9 und die DJI dank sortierter Menüs und responsiver Technik hervorragend steuern. Der Touchscreen der Action-Cam V50 Elite von Akaso reagiert im Vergleich nicht nur weniger flott, sondern löst auch deutlich geringer auf. Das erschwert die Bedienung. Noch fummeliger wird es bei der GoXtreme Black Hawk 4K+, die sich nur über drei mehrfach belegte Tasten umständlich steuern lässt.

Per App auf dem Smartphone

Wem die kleinen Displays zu winzig sind, der bedient seine Action-Cam auch mit dem Smartphone. GoPro und DJI liefern dafür solide Apps mit Vorschaufunktion, Kameraeinstellungen und sogar rudimentärem Videoschnitt. Die iSmart-DV-App der Lamax W9.1 funktioniert ebenfalls gut, mutet aber an wie aus dem letzten Jahrhundert.

Die Programme von GoXtreme und Akaso sind faktisch nicht zu gebrauchen, teilweise auf Chinesisch und stürzen permanent ab. Dagegen liegen die beiden Action-Cams im Test in Sachen Akkulaufzeit mit 90 Minuten vorn. Allerdings sind die Unterschiede zur Konkurrenz nicht allzu hoch: Die DJI und die Lamax schaffen 80 Minuten und die GoPro 88 Minuten.

App für Action-Cam auf Chinesisch
Wie bitte? Die Apps von Akaso und GoXtreme setzen umfangreiche Sprachkenntnisse voraus.

Mit der Action-Cam unterwegs

Alle getesteten Action-Cams beherrschen 4K-Auflösung, was 3.840 x 2.160 Pixel entspricht. Damit und mit ihren 6 Bildern pro Sekunde sind die Kameras so zumindest auf dem Papier bei der Bildqualität gleichauf. Die Action-Cam HERO9 schießt Videos sogar in 5K mit 30 Bildern. Im direkten Sichtvergleich liegen DJI und GoPro aber weit vorne und begeistern bei ausreichend Licht mit klaren Farben, scharfen Konturen und einer erstklassigen Bildstabilisierung. Die HERO9 zeigt hier die lebhaftere Farbzeichnung, die Osmo Action gibt Bewegungen besser wieder.

Wird es dunkler, lässt die Qualität bei allen Action-Cams spürbar nach. Akaso und GoXtreme verfälschen derweil in ihren Aufnahmen den Farbton, von einer Stabilisierung merkt man leider nur wenig. Bei Schummerlicht sind die geschossenen Videos beider Cams unbrauchbar matschig. Schlusslicht bildet die Action-Cam W9.1 von Lamax, deren Aufnahmen selbst bei guten Lichtverhältnissen eine deutliche Körnung zeigen. Beim Ton machen aber alle Action-Cams im Test eine gute Figur, nur Windrauschen lässt sich nirgends vermeiden.

FAZIT

Die GoPro HERO9 sichert sich als erstklassige Action-Cam mit ihrem tollen Bild und der hervorragenden Stabilisierung den Testsieg. Wer nur halb so viel bezahlen will, schießt mit dem Preis-Leistungs-Sieger DJI Osmo Action ebenfalls beeindruckende Aufnahmen.