Apple legt nach: Neben einem neuen iPad Pro und den lang erwarteten AirTags stellt das Unternehmen einen neuen iMac 24 Zoll (2021) vor, IMTEST berichtete. Vor allem der iMac weckt mit technischen und optischen Neuerungen die Neugier. IMTEST durfte sich eine Farbe aussuchen und das bunte Technik-Bonbon ausführlich testen. Ob es schmeckt, verrät der Test-Bericht.

Produktdetails

  • Bildschirm: 24 Zoll / 4.480 x 2.520 Pixel
  • Prozessor: Apple M1
  • Gewicht: 4,46 kg
  • Preis: ab 1.449 Euro

Kunterbunte iMacs: Das neue Design

Die auffälligste Neuerung springt farbenfroh ins Auge. Der neue Apple iMac 24 Zoll (2021) ist in sieben verschiedenen Farben erhältlich, darunter auch in Gelb (getestete Variante). Die Farbe der Frontfläche und des Standfußes bleiben dabei dezenter als die kräftige Farbe der Rückseite. Apropos Frontfläche: Die besteht beim neuen iMac aus einer einzigen ebenen Glas-Fläche, wobei der Bildschirm weiß, statt wie bisher schwarz umrahmt ist. Der Rand fällt dabei mit nur 1,3 cm sehr schmal aus. Auch die Gehäuse-Tiefe ist mit 1,2 cm extrem schlank gehalten – schon manch Monitor ist dicker. Damit kommt das Gerät auf leichte 4,6 Kilogramm und lässt sich einfach unter den Arm klemmen und in einen anderen Raum tragen. Das ist beeindruckend, da Apple weiterhin die gesamte Technik im schlanken Gehäuse unterbringt und nicht wie manch andere All-In-One-PCs im Standfuß. Einzige Ausnahme bildet das Netzteil, das ausgelagert wurde und nach einigem Kabel-Abstand zum iMac dann auf dem Boden Platz findet. Das prominente Apple-Logo verschwindet vorne, bleibt aber rückseitig erhalten. Das Design wirkt somit insgesamt noch minimalistischer und aufgeräumter.

Buntes Früchtchen: Der neue iMac 24 Zoll (2021) kommt in einer von sieben neuen Farben.
Apple iMac 24 Zoll
Die Rückseite des neuen iMac mutet in der Farbgebung sehr schick an – fast zu schade, um der Wand zugewandt zu sein.
Apple iMac 24 Zoll
Kein Photoshop-Trick: Der neue iMac ist wirklich derart flach gehalten und hält damit auch sein Gewicht sehr gering.

Einfache Bedienung, jetzt mit Fingerabdrucksensor

Passend zur gewählten Farbe sind auch Tastatur und Maus. Die Bedienung per Magic Keyboard und Magic Mouse geht gewohnt einfach von der Hand. Ein Nummernblock fehlt der Tastatur, Druckpunkt und Größe der Tasten sind sehr angenehm und komfortabel. Praktische Neuerung: Ähnlich wie ein neueres MacBook Pro oder MacBook Air lässt sich der neue iMac nun auch per Fingerabdrucksensor entsperren. Bis zu zehn Nutzer können sich so per Finger-Platzierung am iMac anmelden, ihr Nutzerprofil wird dann automatisch geladen. Die nahezu tastenlose Touch-Maus wird wohl weiterhin für viele Nutzer etwas gewöhnungsbedürftig bleiben. Beherrscht der Nutzer die Gesten für den Rechtsklick und das Scrollen, funktionieren Eingaben dann aber sehr zuverlässig. Leider lässt sich die Maus auch weiterhin nicht bei der Benutzung aufladen, da sich der Lightning-Anschluss in der Unterseite befindet. Das beiliegende Lightning-Ladekabel ist übrigens ebenfalls in der gewählten Farbe gehalten und mutet durch die Textil-Ummantelung wirklich edel an. Das gilt auch für das Stromkabel, das sich per Magnet-Mechanismus sehr leichtgängig auf der Rückseite einstecken lässt. Gegen Aufpreis von 50 Euro gibt es das Magic Trackpad statt der Magic Mouse dazu, für 130 Euro ist beides inkludiert.  

Apple iMac 24 Zoll
Magic Mouse und Magic Keyboard sind beim Kauf des iMacs inkludiert und farblich auf den iMac abgestimmt.
Apple iMac 24 Zoll Tastatur
Auf der Tastatur lässt sich sehr angenehm und präzise tippen. Zwar fehlt ein Nummernblock, dafür gibt es viele nützliche Extra-Tasten zum Beispiel für die Mediensteuerung.
Apple iMac 24 Zoll Tastatur
TouchID nennt sich Apples Technik zur Entsperrung des Geräts per Fingerabdrucksensor. Nun gibt es die Technik auch für iMacs.
Apple iMac 24 Zoll Kabel
Ein nützlicher Hingucker: Mit Stoff ummantelt, in der passenden Farbe und einem magnetischem Anschluss, ist das Stromkabel schick und praktisch zugleich.

Bildschirm: Starke Kontraste und strahlend hell

Trotz der fröhlichen Farben kann der iMac auch Ernst machen. Dass er sich nicht nur als Lifestyle-Computer für das Wohnzimmer, sondern auch für den professionellen Einsatz eignet, zeigt schon der Bildschirm. Der löst mit 4.480 x 2.520 Pixeln sehr hoch auf und bietet ein scharfgestochenes Bild. Apple spricht hier passenderweise von einer 4,5k-Auflösung, da sie zwischen der 5K-Auflösung der 27-Zoll-Geräte und der mittlerweile verbreiteten 4K-Auflösung liegt. Auf die Fläche gerechnet ergibt das beim iMac mit 24 Zoll 218 Pixel pro Zoll (pixel per inch, ppi) und ein scharfes Bild. Die maximale Helligkeit ist mit den gemessenen 516  Candela pro Quadratmeter (cd/qm) herausragend. Für gewöhnlich bringen es Computer-Bildschirme auf 200 bis 300 cd/qm. Einen leichten Patzer erlaubt sich der iMac bei der Gleichmäßigkeit der Bildschirmhelligkeit. IMTEST prüft die Helligkeit des Bildschirms an sieben Stellen und berechnet die maximale Differenz vom dunkelsten zum hellsten Punkt. Die betrug beim Testgerät 16 Prozent, allerdings betraf das nur den oberen linken Bildschirm-Bereich im Vergleich zur Bildmitte. Mit dem bloßen Auge ist das allerdings kaum bis gar nicht zu erkennen. Auch verringert sich die Differenz auf unter 5 Prozent, sobald man die Anzeige von der maximalen Helligkeit herunter regelt. Das gemessene Kontrastverhältnis ist mit 1.175:1 gut, besser noch aber ist die Farbdarstellung.

Apple iMac 24 Zoll (2021): Farbtreuer Bildschirm

Ob beim Surfen, in Dokumenten, in Filmen oder der Betrachtung von Fotos: Auf die Farbe kommt es an. Ist das Gelb zu blass, das Schwarz zu fahl und das Rot eher Lachs, kann das am falschen Monitor liegen. Der iMac beherrscht Farben aus dem weit verbreiteten sRGB-Farbraum ohne Probleme und stellt sie mit 99,9 Prozent Genauigkeit sehr präzise dar. Farben aus dem erweiterten Farbraum DCI P3 sind besonders wichtig für die Videobearbeitung und somit den professionellen Bereich und den Hobby-Filmemacher. Auch hier glänzt der Apple-Rechner mit einer sehr hohen Genauigkeit von 99,3 Prozent. Bedingung hierfür ist aber, dass der Nutzer in den Geräte-Einstellungen tätig wird und je nach Anwendungsbedarf ein passendes Farbprofil wählt. Das beste Gesamtergebnis im Test lieferte der iMac mit der Einstellung “Display P3”. Im Bild unten sehen Sie, wo die Einstellung zu finden ist.

Apple iMac 24 Zoll
Unter Einstellungen -> Monitor -> Farben können verschiedene Farbprofile gewählt werden. Das beste Mess-Ergebnis am EX4-Sensor von Eizo erzielte der iMac 24 Zoll (2021) mit der Einstellung “Display P3”.

iMac 24 Zoll (2021): Ein Multimedia-Monster

Passend zur hohen Farbtreue des Bildschirms ist der neue iMac mit hervorragender Hardware für Multimedia-Anwendungen ausgestattet. Allem voran verbaut Apple seinen neuen, selbst entwickelten M1-Chipsatz, der schon im MacBook Pro und MacBook Air 2020 Premiere feierte und mit hoher Leistungsfähigkeit überraschte. Im neuen iMac ist das nicht anders. Ob Einzelkern- oder Multikern-Berechnungen, das Tempo ist hoch, die Rechenleistung stark. Ein 4K-Video wandelte das Multimedia-Monster in ein Full-HD-Video in nur 2:58 Minuten um und damit noch schneller als das MacBook Pro (2021) mit demselben Chipsatz (3:52 Minuten). Im Prozessor-Benchmark Geekbench erreichte der Systemchip 1.739 und 7.680 Punkte (jeweils Einzelkern- und Multikern-Berechnungen). Im Cinebench, der das Rendering von 3D-Inhalten simuliert, lieferte er ebenfalls eine hohe Punktzahl von 1.492 (Einzelkern) und 7.793 (Multi-Kern) Punkten. Für anspruchsvolle Spiele ist das Multimedia-Monster eher nicht geeignet, stemmt aber durchaus Games für Gelegenheitsspieler. Das Spiel Shadows of the Tom Rainer lief auf niedrigsten Grafikeinstellungen bei Full-HD mit 41 Bildern pro Sekunden (fps), auf den höchsten Einstellungen mit 22 fps. Besonders rasant zeigte sich der verbaute Speicher. In der günstigsten Ausstattungs-Variante ist der interne Speicherplatz mit 256 Gigabyte zwar nicht gerade groß bemessen, macht das aber mit Geschwindigkeit wieder wett. Eine Datenmenge von 5 Gigabyte kopierte die Rechenmaschine mit 2.450 Megabyte die Sekunde. In der Summe liefert der iMac somit schnelle bis sehr schnelle Rechenergebnisse und kommt dabei nicht mal ins Schwitzen, wie sich an folgenden Testergebnissen zeigt.

Stromverbrauch und Lautstärke sehr gering

So auffällig die Farbwahl des neuen iMacs auch sein kann, so unauffällig ist die Lautstärke. Im Normalbetrieb ist er nicht hörbar und selbst unter Volllast, also anspruchsvollen Anwendungen, bei denen andere Rechner die Lüfter aufdrehen, bleibt er mit nur 42 Dezibel (db) sehr leise. Der Grund ist neben der ausgeklügelten Kühltechnik auch der neue Prozessor. Der von Apple entwickelte M1-Chip benötigt weniger Kühlleistung, weshalb er im MacBook Air sogar ohne aktive Belüftung auskommt, dafür dann aber auch weniger Leistung als im MacBook Pro oder im Apple iMac 24 Zoll (2021) bringt. Ein weiterer Vorteil des neuen Chips ist der geringe Stromverbrauch. Im Normalbetrieb verbraucht der neue iMac nur 35 Watt, unter Volllast 56 Watt und im Ruhemodus 5 Watt. Das sind sehr gute Werte. So manches Notebook arbeitet lauter und benötigt mehr Strom.  

Apple iMac 24 Zoll
Das Netzteil leitet den Strom aus der Haussteckdose weiter und auf Wunsch auch die Internetverbindung via Ethernet-Kabel.
Apple iMac 24 Zoll
Maximal vier USB-C-Anschlüsse gibt es beim neuen iMac 24 Zoll, die allesamt rückseitig zu finden sind.

Für Konferenzen und Musik gerüstet

Neben Bluetooth 5.0 ist als kabelloser Funkstandard Wi-Fi 6 an Board. Allerdings verfügen die wenigsten Haushalte und Büros über passende Router. Im eher üblichen Wi-Fi 4 (2,4-GHz-Frequenz) erreichte der iMac 89,7 Megabit die Sekunde (MBit/s), über Wi-Fi 5 (5-GHz-Frequenz) waren es 225 MBit/s. Das ist in Ordnung, aber nicht herausragend schnell. Gerade im 5-GHz-Bereich bringen es performante Notebooks wie das Asus ExpertBook B9 auf 857 Mbit/s. Auf der Rückseite der getesteten Modell-Variante finden wir zwei USB-Typ-C-Buchsen mit Thunderbolt 3 (entspricht USB 4) und zwei mit USB 3.1. In der günstigeren Variante für 1.449 Euro sind es nur zwei USB-4-Anschlüsse. Einen Gigabit-Ethernet-Anschluss für das kabelgebundene Internet hat der Hersteller im ausgelagerten Netzteil untergebracht. Die Frontkamera löst zwar nur mit Full-HD auf und liefert kein sehr scharfes Bild. Trotzdem ist die Bildqualität noch gut, zeigt eine klare und helle Darstellung, selbst bei schlechtem Umgebungslicht, was vor allem Software-Berechnungen zu verdanken ist. Noch mehr überrascht die Qualität der Lautsprecher. Sechs an der Zahl verbaut Apple und das auf den kleinen Raum des schmalen Gehäuses – das lässt Verzerrungen und unliebsame Vibrationen erahnen. Von wegen: Im Hörstest brachte das Lautsprecher-System einen klaren Klang, Tiefen wurden kräftig, Mitten und Höhen klar und gut differenziert wiedergegeben.

FAZIT

Der neue Apple iMac 24 Zoll (2021) bringt Farbe ins Spiel. Nicht nur hebt er sich von seinen Vorgängern durch die bunte Farbwahl, die sehr schlanke Bauweise und die Glasfront optisch ab, sondern dank M1-Chip auch technisch. Der leistet gute Arbeit und bringt eine hohe Rechenleistung, zugleich bleiben Stromverbrauch und Lautstärke sehr gering. Damit und durch das hochauflösende, sehr helle und farbtreue Display eignet sich der neue iMac vor allem für Multimedia-Anwendungen, also für die Betrachtung und Bearbeitung von Videos und Fotos. Aber auch jenseits solch anspruchsvoller Anforderungen ist der neue iMac ein echter Allrounder. Bei der Bedienung erfreuen der neue Fingerabdrucksensor, der laute und klare Klang der verbauten Lautsprecher und die leichten Verbesserungen der Frontkamera für Videotelefonie. Ab dem 21. Mai 2021 ist das Gerät in verschiedenen Ausführungen ab 1.449 Euro erhältlich. 

  • PRO
    • Hochauflösendes, farbtreues und helles Display, sehr hohe Verarbeitungsqualität, hohe Rechenleistung bei geringem Stromverbrauch.
  • KONTRA
    • etwas ungleichmäßige Helligkeitsverteilung, Bildschirm nicht höhenverstellbar, etwas geringe Spieleleistung.

IMTEST Ergebnis:

gut 2,0