Silberner SUV von BMW fährt auf Straße am Wald mit dem IMTEST-Siegel
Credit: BMW, IMTEST

BMW wollte Elektromobilität zur „neuen Normalität“ machen. Und das hat man nun davon: Das Mittelklasse-SUV BMW iX3 wirkt so normal, dass sich niemand danach umdreht. Er sieht eben aus wie ein X3. Nur wenige Design-Details deuten darauf hin, dass hier Elektrotechnik drinsteckt. Dabei war BMW 2013 Avantgarde bei der E-Mobilität. Der i3 war aufwendig konstruiert, sah nach Zukunft aus – und zu teuer. Mit dem iX3 wird Stromern wirtschaftlicher.

Produktdetails

  • 5-türig / E-SUV
  • Heck / 180 km/h
  • 210 kW (286 PS)
  • ab 66.300 Euro

BMW iX3 sieht aus wie Verbrenner

Der BMW iX3 teilt sich viele Baugruppen mit dem X3. Verbrenner, Hybride und Elektromodelle laufen vom selben Band. So will BMW flexibel auf die Nachfrage reagieren können. Entsprechend ähnlich sieht die Innenausstattung denen der nicht-elektrischen Modellen. Nur im Kofferraum des 4,7 × 1,7 × 2,1 Meter großen iX3 gibt es rund 40 Liter weniger Platz als im X3. Auch eine exklusive Elektroplattform gibt es vorerst nicht. Ist der iX3 also ein Kompromiss?


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Fährt weiter, als man denkt

BMW installiert einen Akku mit 80 kWh Kapazität zwischen den Achsen des iX3, fast 74 kWh davon sind nutzbar. Laut WLTP schafft er damit zwischen 450 und 458 Kilometer. Noch besser: Der Test mit dem BMW iX3 bestätigt das. Im Stadtverkehr und beim entspannten Pendeln ins Umland liegt der Verbrauch auf 100 km bei nur rund 14,5 kWh – deutlich weniger als der angegebene Normverbrauch von 19 kWh.

Erst auf der Autobahn steigt der Verbrauch auf über 20 kWh an. Im Test liegt die reale Reichweite bei rund 450 Kilometern. Die relative Effizienz hat auch damit zu tun, dass BMW – anders als etwa Mercedes oder Audi – nur einen Motor an der Hinterachse installiert.

Blick über Vordersitze ins dunkle Cockpit, Sitzbezüge in Orange, durch die Frontscheibe sieht man Schiffscontainer
Vertraut: Wer BMW und den X3 kennt, trifft im iX3 auf eine vertraute Umgebung.
Blick bei offener Klappe in den Kofferraum
Stauraum: Bis zu 1.560 Liter Platz sind im Kofferraum. Das sind nur 40 weniger als beim X3.

Fahrspaß und Effizienz

Die 210 kW (286 PS) und 400 Newtonmeter Drehmoment im BMW iX3 sorgen für reichlich Fahrspaß. Lenkung und Fahrwerk legt BMW straff aus, was den iX3 zu einem ziemlich sportlichen 2,3-Tonner macht. Doch der iX3 speist seine Energie auch sehr effizient zurück in den Akku. Er berücksichtigt beim Rekuperieren standardmäßig die Verkehrsverhältnisse, den Streckenverlauf und Tempolimits.

Nicht immer wirkt der Wechsel aus Rollen und Rekuperieren vollends harmonisch, doch leichte Irritationen nimmt man im Dienst der Effizienz gerne in Kauf. Wer mag, kann die adaptive Rekuperation deaktivieren und stattdessen die Rekuperation festlegen. Mit auf „B“ gekipptem Automatikwählhebel rekuperiert der iX3 bis zum Stillstand, One-Pedal-Driving ist möglich.

BMW iX3 – ein Auto, zwei Meinungen

Mann auf Fahrersitz im Auto schaut lächelnd über die Schulter nach hinten
Credit: IMTEST

„Dass man gerne hoch sitzt, kann ich verstehen, doch müssen SUVs sportlich sein? Niedriger Schwerpunkt hin oder her: Limousinen und Kombis fahren trotzdem dynamischer – und brauchen dafür kein unnötig straffes Fahrwerk.“

Heiko Dilk, IMTEST-Experte

Frau sitzt am Steuer im Auto und schaut lächelnd über die Schulter
Credit: IMTEST

„Ich bin keine Freundin von SUVs, doch beim iX3 mag ich das Fahrverhalten. Mir gefallen die straffe Federung und das sportliche Fahrwerk. Dank des niedrigen Schwerpunkts der im Boden verbauten Akkus geht der iX3 richtig flott um die Ecken.“

Nina Eickhoff, IMTEST-Expertin

Beim Laden nicht der Schnellste

An Schnellladesäulen mit Gleichstrom erreicht der iX3 eine Ladeleistung von bis zu 150 kW, doch die Geschwindigkeit hält er nur bis zu einem Ladestand von rund einem Drittel. Ist der Akku halb voll, muss man mit der Hälfte klarkommen. Immerhin hält er 50 kW bis über 90 Prozent Ladestand. Es gibt also Elektroautos, mit denen man besser weit fährt, doch eine gute halbe Stunde für die Ladung von 0 bis 80 Prozent geht in Ordnung. An Standardladesäulen oder an der Wallbox mit Wechselstrom schafft der BMW iX3 serienmäßig 11 kW. 7,5 Stunden hängt er für eine komplette Ladung an der Dose.

Detailaufnahme Klimaanlage zwischen Vordersitzen
Prima Klima: Auch für die hinteren Passagiere gibt es ein regelbares Klima-System. Credit: IMTEST

BMW iX3 inklusive Extras

Untypisch für einen deutschen Premiumhersteller: Die Aufpreisliste des BMW iX3 umfasst nur 12 Positionen, inklusive Sonderfelgen, Zierelementen und Anhängerkupplung. Schon die Grundausstattung Inspiring bringt alles mit, was das Leben im Alltag erleichtert und vieles, was es angenehmer macht:

  • Verstellfahrwerk,
  • LED-Scheinwerfer,
  • 3-Zonen-Klima,
  • elektrische Sitze mit Memoryfunktion,
  • Sitzheizung sowie
  • Parkassistent sind serienmäßig.

Ab Werk baut BMW das große Infotainmentsystem mit 10,25-Zoll-Display und Online-Navigation ein. Das ist wichtig und sinnvoll, denn damit navigiert der iX3 unter Berücksichtigung von Ladestopps. Weil der BMW iX3 für seine clevere Rekuperationsstrategie sämtliche Sensoren braucht, die auch das große Assistenzpaket „Driving Assistant Professional“ nutzt, steckt auch das ab Werk im Auto.

Der Preis des iX3 (ab 66.300 Euro), relativiert sich also. Abzüglich Elektroprämie wird der iX3 ausstattungsbereinigt nicht teurer als viele X3 mit Verbrennungsmotor – je nach Motorisierung sogar günstiger.

FAZIT

Von den Elektroauto-typischen Nachteilen abgesehen, müssen iX3-Fahrer sich nicht einschränken. Der Innenraum bietet die gewohnte BMW-Qualität, die Infotainment-Bedienung gelingt Dank „altmodischem“ Dreh-Drück-Steller sicher und intuitiv. Das Platzangebot fällt insgesamt gut aus. Was fehlt sind etwas mehr Ladeleistung und Reichweite, um den BMW iX3 wirklich langstreckentauglich zu machen. Doch auch so ist er kein fauler Kompromiss.

  • PRO
    • Viel Platz, schicke und hochwertige Innenausstattung, fährt flott und effizient
  • KONTRA
    • Ladeleistung und Reichweite könnten höher sein

IMTEST Ergebnis:

gut 1,8