Vater und Tochter braten Eierkuchen.
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Bratpfannen: Test mit diesen Modellen

Das Wendemanöver bei Pfannkuchen oder Omeletts ist eine heikle Sache: Oft klebt der Teig am Pfannenboden fest und lässt sich auch durch Rütteln nicht lösen. Ein Pfannenwender macht es oft nur noch schlimmer: Der Pfannkuchen reißt und die perfekte Frühstücks-Freude ist dahin. Mit Antihaft-beschichteten Bratpfannen passiert das nicht. Oder?

Und sind alle beschichteten Pfannen gleich gut? Um das herauszufinden, hat IMTEST fünf beschichtete Modelle für alle Herdarten von 65 Euro bis 120 Euro getestet. Mit im Test dabei sind Bratpfannen der beliebten Marken Tefal, WMF und Fissler. Doch auch die Hersteller Zwilling und Berndes sind mit von der Partie. Wie gut sind die Bratpfannen in der Handhabung? Wie robust sind sie und wie gut leiten und speichern sie Hitze? IMTEST beantwortet die Fragen.

Antihaft-Beschichtung von Bratpfannen ein Geheimnis

Die glänzende, dunkle Innenseite bei Bratpfannen ist ein Hinweis für die spezielle Beschichtung, die das Anhaften von Speisen verhindern soll. Dabei sind die Oberflächen ist meist glatt, manchmal leicht rau. Die Art der Versiegelung ist unterschiedlich – und oft geheim: Von reinem Polytetrafluorethylen (PTFE, bekannt als „Teflon“) bis zu Mischformen mit keramischen Bestandteilen, Siliciumcarbid oder Diamantpartikeln ist einiges möglich. Für Hobbyköche und Küchenmeister spielt das keine Rolle – Hauptsache, es brennt nichts an.

Die Pfannenkörper selbst bestehen in der Regel aus Aluminium oder Edelstahl – so auch die Bratpfannen im Test. Die Form der Ränder variiert zwischen steil und schräg, und die Innendurchmesser liegen zwischen 20 (Berndes) bis 24 Zentimeter (Tefal). Der Boden der Pfanne von Tefal sticht aber noch aus einem anderen Grund hervor: Er hat als einziges Modell im Testfeld einen Indikator integriert, der die ideale Brattemperatur anzeigt. Es ist ein Eieruhr-Symbol, mittig im Boden, das bei knapp 200°C verblasst. Das ist das sichere Zeichen: Jetzt kann es losgehen.

Handhabung der Bratpfannen im Test

Die Pfannengriffe zeigen hinsichtlich Gestaltung und Materialkombination deutliche Unterschiede. So weist etwa die Pfanne von Zwilling einen rutschfesten Silikonbereich auf, der in den elegant geformten Stiel eingearbeitet wurde. Eine Art Kunststoffschutz-Haken soll hingegen bei der Fissler-Pfanne verhindern, dass die Finger zu dicht an den heißen Pfannenkörper rutschen – insbesondere auch dann, wenn sich Köche und Köchinnen das schwungvolle Wenden zutrauen.

Die sichere Handhabung der Bratpfannen wird aber auch durch das Gewicht bestimmt. Das reicht im Testfeld von etwa 1050 Gramm wie beim Modell von Berndes bis hin zu 1800 Gramm bei Fissler. Für den täglichen Hausgebrauch gilt erst einmal: je leichter desto besser! Schließlich kommt zum Pfannengewicht noch der Inhalt hinzu und das kann bei diesen Volumen gerne mal zweieinhalb Kilogramm oder mehr ausmachen. Der routinierte Umgang mit so viel Heißem und oft Fettigem erfordert dann eine Menge Muskelkraft.

Bratpfannen: Test im Labor und in der Küche

Der Test der Bratpfannen umfasste Messungen zur Wärmeleitfähigkeit, Hitzeentwicklung am Griff, Wärmespeicherfähigkeit, Hitzeverteilung am Pfannenboden sowie verschiedene Bratversuche bei mittleren und hohen Temperaturen. Zur Simulierung einer Langzeitnutzung standen alle Pfannen 50 Minuten lang auf einer rotierenden Ebene – gefüllt mit Stahlstiften und gekerbtem Bleischrot. Weiterhin mussten die Beschichtungen einen Kratztest überstehen, bei dem eine mit 1200 Gramm beschwerte Gabel über den Pfannenboden gezogen wurde.

Je nach Beschichtungsart waren Beschädigungen dadurch kaum erkennbar, wie bei den Bratpfannen von Fissler und Berndes. Zum Teil waren die Kratzer aber auch deutlich ausgeprägt. Hier schnitten die Modelle von Tefal und Zwilling am schlechtesten ab. Nach diesen Abnutzungssimulationen hat IMTEST erneut Pfannkuchen bei mittleren, und Fleisch bei sehr hohen Temperaturen gebraten. Erstaunlich: Das klappte bei allen Testkandidaten immer noch gut.

Bratpfannen richtig reinigen

Doch auch wer die Bratpfannen pfleglich behandelt, muss damit rechnen, dass die Beschichtung auf Dauer ihre Antihaft-Eigenschaften verlieren. Bei beschädigter Antihaftbeschichtung ist eine Verwendung allein schon aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zu empfehlen. Um sie darum möglichst lange zu erhalten, sollte man die Pfannen nicht im Geschirrspüler reinigen, nie die harte Seite eines Topfschwammes benutzen und nicht mit Metallbesteck in der Pfanne arbeiten. Holz oder Kunststoff sind hier die Materialien der Wahl.

FAZIT

Im Test zeigten die Bratpfannen, dass ihre Antihaftversiegelungen sogar abgenutzt gut bis sehr gut funktionieren. Auch wenn die Pfanne „Adamant Premium“ von Fissler die schwerste im Testfeld ist, kann sie den Gesamtsieg für sich verbuchen. Ausstattung, Robustheit, Brat- und Wärmeleiteigenschaften sind bei diesem Modell beinahe sehr gut. Vergleichsweise weiche Beschichtungen wie bei Tefal und Zwilling müssen besonders vorsichtig genutzt werden, die drei anderen sind robuster. So konnte sich die „Induction Enduro“ von Berndes mit dieser Eigenschaft sowie ihrer guten Wärmeleitfähigkeit die Empfehlung Preis-Leistungs-Sieger holen.

Fotos: Hersteller, Getty Images