canary flex-2

Produktdetails

  • Preis: 249 Euro
  • Gewicht: 216 g
  • Auflösung: HD (1920×1080 Pixel)
  • Ausstattung: WLAN, Gegensprechfunktion, Nachtmodus

Sicherheitskamera von Canary: Das Modell Flex im Test

Die wohl flexibelste Überwachungskamera des Herstellers Canary, das Modell Flex, kommt in einer deutlich kleineren und leichteren Bauweise als die beiden größeren Brüder View und Pro. Dennoch zeigt sich das Gehäuse als wetterfest und hielt im Test auch strömendem Regen Stand. Mit Hilfe des mitgelieferten und an der Wand anzubringenden „Docks“ können Nutzer die Sicherheitskamera von Canary auch fest in den Eingangsbereich oder an jeder Hauswand fest anbringen. Ein starker Magnet hält sie bombenfest, bis die Überwachungskamera wieder abgenommen und der Akku aufgeladen werden muss. Somit glänzt die Kamera schon mal mit einer sehr guten Verarbeitung und ist sowohl für drinnen als auch für draußen geeignet.

Mit einer Full-HD-Linse (1920×1080 Pixel) erfolgt die Überwachung, die dank drehbarer Kamera 360 Grad möglich ist. Merkwürdigerweise speichert die Sicherheitskamera von Canary die Videos auf dem Smartphone nur in der kleinen HD-Auflösung (1280×720 Pixeln). Dennoch sind die Videos bei einer guten Verbindung und auch im Nachtsichtmodus gut zu erkennen. Zudem funktioniert die Flex komplett ohne Basisstation: Einstecken, aufladen und per App koppeln – fertig! Einfacher geht die Einrichtung einer Überwachungskamera kaum. Damit die Bedienung ebenso einfach erfolgt, ist die Flex kompatibel mit Alexa und Google Home und ermöglicht damit Sprachsteuerung.

Canary Flex im Test: Bildqualität und Überwachung

Im Test erreichte die Flex eine durchwegs gute Bildqualität, HD-Auflösung sei Dank. Dennoch erreichte sie im Labortest gerade mal die Note 4,3. Grund sind ein etwas starkes Rauschen und teils zu dunkle Darstellung. Trotzdem sind Personen und Bewegungen bei einer guten Verbindung zum Router Tag und Nacht zu erkennen.

Allerdings leidet die Überwachungskamera von Canary im Praxistest an einer relativ schwachen Verbindung zum Wi-Fi-Router. Auch wenn im Test zwischen Kamera und einem leistungsstarken Router nur eine Wand und gerade mal 7m Distanz liegen, kommt das Signal nur schwach an. Die Folge sind starke Artefakte. Hier muss Canary stärkere WLAN-Chips verbauen. Denn auch wenn Personen erkannt werden, fehlen auf den Videos leider jegliche Details. Hier schneidet die Canary Pro deutlich besser ab.

Das WLAN-Signal kommt nur schwach an und sorgt bei der Canary Flex für detailarme Aufnahmen. (Bild: IMTEST)
Das WLAN-Signal kommt nur schwach an und sorgt bei der Canary Flex für detailarme Aufnahmen. (Bild: IMTEST)

Funktionen der Canary Flex

Gerade im Außenbereich passiert ständig etwas: Spaziergänger, Nachbarn, vorbeifahrende Autos oder gar die eigene Hauskatze, die vor der Sicherheitskamera umherschleicht. Im Test gab es im Schnitt im Stundentakt eine Benachrichtigung zu völlig harmlosen Bewegungen. Hier spielt Canary seine Stärken aus: Nach einer Bewegungserkennung können Sie einen so genannten „Tag“ hinzufügen und etwa direkt festlegen, dass es sich um eine Katze, Hund, oder um einen sich im Wind bewegenden Baum handelt. Die Überwachungskamera lernt mit und zeigt künftig keine Benachrichtigungen mehr, was im Test sehr gut klappte. Nach einer 2-3-tägigen Lernphase wurden nur noch Personen, etwa der Postbote, erkannt und die Hauskatze oder Bäume ignoriert.

Eine weitere spannende Funktion der Flex ist Canary Talk: Per Knopfdruck können Nutzer direkt nach draußen lauschen und sogar mit Besuchern oder dem Postboten sprechen. Ganz gleich ob sie im Haus oder im Urlaub sind. Die Sprachqualität der Überwachungskamera war durchwegs in Ordnung: Stimmen waren auf beiden Seiten trotz eines leichten Rauschens und der etwas dünnen Tonqualität gut zu verstehen. Ist man nicht zuhause kann darüber auch ein Einbrecher alarmiert werden und per Knopfdruck gleich die Polizei gerufen werden. Beim Einrichten der App legen Nutzer zudem einen Sicherheitsbereich („Geofencing“) fest. Sobald sie diesen Bereich verlassen, wird die Sicherheitskamera eingeschaltet. Ab sofort werden alle Bewegungen aufgezeichnet und gemeldet. Sobald man wieder zuhause ist, schaltet sich die Canary Flex wieder in den stillen Modus.

Canary talk: Gegensprechanlage getestet
Mit der Funktion Canary Talk kann die Kamera als Gegensprechanlage genutzt werden. (Bild: IMTEST)

Canary Flex im Sicherheitstest

Im „Premium“-Paket speichert die Canary Flex alle aufgezeichneten Überwachungs-Clips wie auch seine beiden Brüder View und Pro bis zu 30 Tagen auf den Datenservern des Herstellers. Dagegen sind es im Basispaket nur 24 Stunden. Doch wie sicher sind die Videos? Schließlich kann es sich dabei um teils persönliche Aufnahmen handeln und verraten, wer wann das Haus verlässt und wieder nach Hause kommt. Nach dem Test im Labor gab es leider Sicherheitsbedenken, was die Übertragung auf die Server angeht.

Leider können Nutzer die Cloud nicht umgehen: Die Aufnahmen werden standardmäßig nicht lokal gespeichert und es gibt keine Anschlussmöglichkeit eines USB-Sticks oder einer Festplatte, SD-Karte oder Verbindung zu einem PC im Heimnetzwerk. Wer möchte, kann die einzelnen Clips der Canary-Kamera dennoch aus dem Internet herunterladen und auf dem Smartphone oder PC händisch abspeichern. Das funktionierte im Test allerdings viel zu langsam und brach oft ab. Clips müssen auf dem Server erst minutenlang „vorbereitet“ werden, bevor sie zum Download bereitstehen. Und selbst dann klappte das Überspielen der Videos nicht immer.

Canary Flex: Die Kosten und Pakete

Größte Hürde der Flex ist der Preis: Eine einzelne Sicherheitskamera von Canary kostet bereits satte 250€. Leider ist es damit nicht getan. Ohne das kostenpflichtige Jahresabo (99€/Jahr) speichert die Kamera bei Bewegungserkennung nur einen Kurzclip – und das gerade mal für nur 24 Stunden. Bei längerer Abwesenheit wie Urlaub bringt das natürlich wenig. Dagegen gibt es im Premium-Abo Videoclips in ganzer Länge, 30-Tage-Zwischenspeicherung der Videos bevor sie gelöscht werden und statt nur einem Jahr Support zwei Jahre. Mit diesem notwendigen Abo zahlen Sie somit auf einen Schlag 348€, um Ihren Außenbereich mit der Canary Flex zu überwachen und ab dann weitere 99€ pro Jahr. So ist Flex von Canary eine durchaus kostspielige Angelegenheit.

FAZIT

Die Flex von Canary bietet fast alles, was die Überwachung des Außenbereichs benötigt: So funktionierte die Erkennung stets tadellos und ist lernfähig. Falls man gerade nicht zuhause ist, ermöglicht die Gegensprechfunktion eine flotte Unterhaltung mit Postboten und Besuchern. Die Bild- und Tonqualität ist durchwegs in Ordnung, leidet aber massiv an Verbindungsproblemen. Schon eine Wand führte trotz geringer Distanz zwischen Kamera und Router zu schlechter Bildqualität und Verzögerungen bei der Übertragung. Ebenso enttäuschend ist das teure Premium-Abo von Canary: Wer bereits 249 Euro für eine einzelne Überwachungskamera ausgibt, muss gleich noch 99€ im Jahr bezahlen, um die volle Funktionalität freizuschalten.

  • PRO
    • Flexibel einsetzbar und immer noch gute Bildqualität
  • KONTRA
    • Voller Funktionsumfang nur im teuren Abo und schlechte WLAN-Verbindung

IMTEST Ergebnis:

ausreichend 4,0