Citroën ë-C4 geht mit dem SUV-Trend

SUVs boomen – auch unter den Elektroautos. In Deutschland war 2020 jeder dritte Neuwagen ein SUV-Modell. Ein Hauptgrund dafür: die erhöhte Sitzposition, die eine gute Sicht nach vorne ermöglicht. Damit punktet auch der Citroën ë-C4. Und dank einer gedrungenen, kompakten Karosserie sticht der Wagen zudem optisch aus dem SUV-Allerlei hervor. So betragen seine Maße 4,36 × 1,53 × 2,03 Meter und er bringt ein Gewicht von 1.700 Kilogramm auf die Waage (Leerzustand inklusive Fahrer). Doch hält das Elektro-Auto im Test, was es dem Anschein nach verspricht? IMTEST hat ein Modell für 43.830 Euro genau geprüft.

Produktdetails

  • 5 Türen/E-Kompakt-SUV
  • Front/ 150 km/h
  • max. Leistung in kW (PS): 100 (136)
  • ab 34.640 Euro

Der Citroën ë-C4: Eine französische Wohlfühl-Oase

Komfort – dieses Wort kommt einem beim Citroën ë-C4 schon beim Einsteigen in den Sinn. Nahezu alles ist auf Bequemlichkeit ausgelegt. Die Sitze sind gut gepolstert, mit Kunstleder überzogen und für einen Aufpreis (im Paket für 1.500 Euro) sogar mit einer Massagefunktion ausgestattet. Dazu ist der Wagen extrem weich gefedert. Auf ebener, gerader Strecke gleitet man daher wie auf einer Wolke dahin. Auch im Fond ist selbst hinter großen Vorderleuten (1,90 Meter) viel Platz. Zumindest für die Beine. Die Kopffreiheit auf den Rücksitzen ist eingeschränkt.

Für den Wohlfühlfaktor ist auch die technische Ausstattung entscheidend. Und da hat der ë-C4 einiges zu bieten. Besonders praktisch ist der aktive Geschwindigkeits- und Spurhalte-Assistent „Highway Driver“. Er ist standardmäßig betriebsbereit, muss aber einmal per Knopfdruck am Lenkrad aktiviert werden. Der Wagen hält dann automatisch Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug, bremst selbsttätig ab und manövriert dank Spurhalteassistent auch durch leichte Kurven. Die Hände müssen jedoch stets am Lenkrad bleiben, ansonsten setzt ein nervöses Piepen ein.

1 indirekte CO2-Emission: statistische Berechnung in g/km

Citroën mit Problemen in der Stadt

Ausgerechnet dort, wo E-Autos eigentlich punkten sollen, nämlich in der Stadt, schwächelt der Citroën ë-C4. Zwar kann auch er durch die ständigen Tempowechsel besonders gut rekuperieren, also beim Bremsen Energie zurückgewinnen und so die Reichweite erhöhen, wenn am Gangwahlhebel das verstärkte Rekuperieren per Knopfdruck aktiviert wird. Doch das mindert nicht das unangenehme Gefühl im engen Stadtverkehr. Da wünscht man sich die Lenkung präziser und direkter – und den Wagen insgesamt weniger klobig.

Das macht sich vor allem beim Parken bemerkbar. Beim Blick über die Schulter ist aufgrund der geteilten Heckscheibe fast nichts zu erkennen. Citroën versucht dem technisch beizukommen: Schon in der günstigsten Ausstattungsvariante sind serienmäßig Parksensoren verbaut. Noch sicherer rangiert man allerdings mit den besser ausgestatteten Varianten mit Rückfahrkamera.

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Citroën ë-C4 – ein Auto, zwei Meinungen

Citroën ë-C4 Meinung IMTEST-Leiter

„Es macht echt Spaß, den ë-C4 zu fahren. Der Sport-Modus drückt jeden in die Sitze, und zieht alle Mundwinkel nach oben. Für Fahrer und Beifahrer ist eine Menge Platz, nur hinten fällt mir als großem Menschen buchstäblich die Decke auf den Kopf.“

Jan Bruns, Leiter Verbrauchertests IMTEST

Citroën ë-C4 Meinung IMTEST

„Mein Highlight: die Fahrdaten-Projektion direkt vor mir auf der Scheibe. So verliert man wichtige Infos wie aktive Fahrassistenz, Geschwindigkeit oder aktuelle Tempobegrenzungen garantiert nicht mehr aus den Augen.“

Caroline Neumann, Stellv. Art Directorin

Der Citroën ë-C4 und seine Reichweite

Drei Fahrmodi stehen beim Citroën ë-C4 zur Auswahl: Eco, Normal und Sport, die über einen Kippschalter in der Mittelkonsole ausgewählt werden. Im Sportmodus steht die maximale Motorleistung zur Verfügung. Im Autoalltag reicht in den meisten Fällen der sparsame Eco-Mode (Leistung etwa 60 kW) aus. Mit ihm lässt sich die maximale Reichweite aus dem Akkupaket herausholen, 350 Kilometer nach WLTP-Norm.

Im praktischen Fahrtest schrumpfte der Aktionsradius allerdings massiv auf maximal 210 Kilometer. Auf der Autobahn und im Sport-Modus reduzierte sich die Reichweite noch weiter, sodass im Schnitt nur 197 Kilometer Reichweite gemessen werden konnten. Übrigens: Die wichtigsten Fahrdaten projiziert der ë-C4 dem Fahrer direkt vor das Lenkrad.

Citroën ë-C4 bietet nur schwache Sprachsteuerung

Unterwegs sorgt das Infotainment-System des Citroën ë-C4 für Unterhaltung. Via Bluetooth lässt sich das Smartphone mit dem Auto verbinden. So kann man zum Beispiel telefonieren oder über Spotify Musik hören. Das Infotainment lässt sich auch per Sprachsteuerung zu bedienen, die am Lenkrad per Knopfdruck aktiviert wird. Während Anrufe via Sprachbefehl gut klappten, tat sich das System beim Verstehen spezifischer Musikwünsche jedoch schwer.

Die Bedienung entpuppte sich als wenig nutzerfreundlich. Erst auf umständliche Befehle wie etwa „Quelle Bluetooth aktivieren. Titel ‚Westerland‘ bei Spotify spielen.“ reagiert das System. Und bisweilen versteht die Sprachsteuerung auch nur Bahnhof – und startet statt des gewünschten Songs einen Anruf. Besser funktioniert die Bedienung mit Android Auto oder Apple Carplay, wenn das Smartphone via Kabel mit dem Auto verbunden wird.

Citroën ë-C4 Platz für Fahrer
Komfort: Auch für große Fahrer bietet der Citroën viel Komfort und Beinfreiheit – zumindest vorne…
Citroën ë-C4 Platz
… auf der Rückbank dagegen kann es eng werden.

FAZIT

Der Citroën ë-C4 spielt seine Stärken vor allem dort aus, wo Elektroautos eigentlich weniger zu Hause sind – auf Autobahnen oder Landstraßen. Dort punktet der Wagen mit hohem Komfort. In der Stadt wirkt der Wagen manchmal etwas klobig und schwerfällig.

  • PRO
    • Hoher Komfort, gute technische Ausstattung und hilfreiche Assistenzsysteme
  • KONTRA
    • Im Stadtverkehr etwas klobig und schwerfällig, schwache Sprachsteuerung

IMTEST ERGEBNIS: gut

2,4

Quelle: IMTEST, Hersteller