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Cybergangster geraten immer wieder an Anmeldedaten für Online-Konten. Dafür sind einerseits Internet-Unternehmen verantwortlich, die die Daten ihrer Kunden nicht ausreichend schützen. Andererseits gehen viele Nutzer anscheinend immer noch allzu sorglos mit Ihren Passwörtern um. Immer wieder erscheinen Veröffentlichungen, die uns suggerieren, wie dumm die meisten Menschen sind weil sie simplen Kennwörter vertrauen. Einfache Zahlenreihen dominieren beispielsweise auch in den jetzt veröffentlichten Top 10, die von Nordpass laut eigenen Angaben in Zusammenarbeit mit unabhängigen Spezialisten angefertigt wurde. Als Basis soll eine Datenbank gedient haben, die vier Terabyte an Passwortdaten und statistische Auswertungen aus über 50 Ländern beinhaltet.

Die deutsche Passwort Top 10

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Nordpass Passwort Top 10

Nordpass bietet auf der Projektseite zu den beliebtesten Passwörtern nicht nur die Möglichkeit, die Ergebnisse einzelner Länder aufzulisten, sondern auch nach Geschlechtern getrennt. Die Erkenntnis daraus: Männer sind nicht vorsichtiger als Frauen oder umgekehrt. Die Nummer Eins lautet bei Mann und Frau etwa jeweils „123456“. Frauen nutzen laut der Liste allerdings auch gerne Kennwörter wie „ichliebedich“ und ausgerechnet „marchelle27″. Die Frage darf erlaubt sein, warum gerade dieses Passwort so beliebt sein soll. Unabhängig davon erlaubt kaum noch ein Internet-Dienst das Anlegen eines Passworts mit weniger als acht Zeichen. Sonderzeichen und Groß- und Kleinschreibung werden ebenfalls fast überall verlangt.

Warum Passwort Top 10-Listen Unsinn sind

Statistisch ist es übrigens keine Überraschung, dass die schlechtesten Passwörter in solchen Listen ganz vorne landen. Denn gute Kennwörter sind einzigartig und tauchen folglich nicht darin auf. Ein sinnvoller Rückschluss über die allgemeine Verbreitung von Passwörtern ließe sich nur dann ziehen, wenn Nordpass sagen würde, wie oft Kombinationen wie „123456“ prozentual zum Einsatz kommen.  



Sind Ihre Anmeldedaten sicher?

Generell gilt: Neben der Komplexität von Passwörtern, die im Idealfall aus 12 oder mehr Zeichen bestehen, ist es wichtig, keine „gängigen“ Wörter zu nutzen, die etwa in einem Wörterbuch stehen könnten. Besser ist, eine möglichst unvorhersehbare, zufällige Abfolge aus Zeichen und Sonderzeichen zu wählen. Komplizierte, aber trotzdem einprägsame Kennwörter erstellen Sie etwa mithilfe von Merksätzen: Für Amazon zum Beispiel: „Bei Amazon kaufe ich mit Euro zwischen 8 und 18 Uhr“ Das ergibt: „BAkizmit€z8u18e““. Solche Kombinationen sind selbst mit Supercomputern kaum zu knacken. Tipp: Wie gut Ihre Kennwörter sind, können Sie auf der Internetseite checkdeinpasswort.de überprüfen. Der vertrauenswürdige Dienst wird durch das Land Baden-Württemberg gefördert. Für den Check tippen Sie in das Eingabefeld auf der Seite einfach ein Passwort ein. Bereits während der Eingabe bewertet der Dienst die Sicherheit.