Ferienhaussuche mit Erfolg
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Urlaub wieder möglich – Ferienhaussuche beginnt

Auch wenn in Sachen Corona die Zeichen auf Entspannung stehen, ist die Pandemie noch lange nicht überwunden. In Deutschland und weltweit ächzen die Menschen unter den strengen, anstrengenden, aber notwendigen Einschränkungen, die unser aller Leben genau da am härtesten treffen, wo wir am verwundbarsten sind: beim Kontakt zu anderen und beim langen und hart erkämpften Grundrecht, das zu machen, was man will, wann man will und vor allem, wo man will. Niemand hätte damit gerechnet, dass wir unser Recht auf Reisefreiheit einmal so hart einschränken müssen.

Doch zum Glück wissen die meisten, warum das sein muss. Und zum Glück ist so ganz langsam auch der berühmte Silberstreif am Horizont erkennbar: Immer mehr Menschen werden geimpft, die Infektionsraten gehen langsam zurück, und die ersten Einschränkungen werden hier und dort zaghaft zurückgenommen – darunter zum Beispiel auch das Beherbergungsverbot. Hotels, Ferienhäuser und -wohnungen dürfen mancherorts wieder öffnen.

Corona: Urlaub im Ausland

Ein sehr beliebtes Reiseland für Ferienhäuser-Fans ist Dänemark. Seit Anfang Mai 2021 gelten dort neue Bestimmungen zur Einreise. Wer etwa bereits vollständig geimpft ist, kann zwei Wochen nach der letzten Impfdosis mit einem gültigen Impfpass einreisen. Kinder unter 15 Jahren sind davon befreit. Ohne Impfschutz ist die Einreise nur mit einem „triftigen Grund“ möglich, zudem besteht dann Test- und Quarantänepflicht.

In vielen europäischen Ländern gelten ähnliche Regeln – und sie können sich auch schnell wieder ändern. Informieren Sie sich also unbedingt vor einer Buchung über Corona-spezifische Stornobedingungen und vor Reiseantritt über die aktuellen Reisebestimmungen, am besten beim Bundesgesundheitsministerium.

Ferienhäuser bieten entspannte Sicherheit

Trotz dem wollen noch immer viele Menschen auf Nummer sicher gehen. Sie wollen zwar nicht mehr auf ihren lang ersehnten Urlaub verzichten, aber sie wollen auch noch nicht in großen Hotels mit vielen Menschen eine Bar, den Pool oder das Restaurant teilen. Noch ist die weitaus beliebtere Variante: Urlaub im kleinen Kreise, am liebsten natürlich mit der Familie, vielleicht mit ein paar Freunden oder Bekannten. Aus diesem Grund sind Ferienhäuser und -wohnungen derzeit beliebter denn je.

Denn sie bieten die Chance auf einen echten „Tapetenwechsel“ etwa am See oder am Meer, kombiniert mit der Sicherheit von Abgeschiedenheit und Intimität. Und so, wie wir inzwischen fast alles übers Internet erledigen, lässt sich auch die Ferienhaussuche inklusive Buchung bequem auf verschiedenen Plattformen erledigen.

Ferienhaussuche im Test mit diesen Anbietern

Die Online-Portale wie Home ToGo oder FeWo-direkt funktionieren technisch ganz ähnlich wie die klassischen Pauschalreiseportale, etwa von Tui oder weg.de. Aber eben nur ähnlich, ein paar wichtige Unterschiede gibt es schon. IMTEST hat darum sieben beliebten Portalen für die Ferienhaussuche auf den Zahn gefühlt. Dazu gehören die bereits erwähnten Anbieter sowie ferienhausmiete.de, ferienwohnungen.de, Casamundo, Travanto und traum-ferienwohnungen.de.

Parallel dazu überprüften die Experten auch die drei bekannten Portale Airbnb, Expedia und booking.com. Diese drei sind zwar nicht auf Ferienwohnungen und -häuser spezialisiert, haben aber auch welche im Angebot. IMTEST wollte wissen: Sind sie vielleicht genauso gut oder gar besser dafür geeignet als die Spezialisten?

1 Sofort-Suchfunktionen (außer Teilnehmer, Zeitraum, Ort)

So testet IMTEST die Ferienhausportale

Aufbau, Funktionen, Benutzerfreundlichkeit, Angebot und Informationstransparenz – Online-Buchungsseiten sind komplex. Das hat IMTEST überprüft:

Was hat das Portal im Angebot und wie kommt der Vertrag zustande? IMTEST prüfte in aufwendigen Angebots-Checks, ob die Portale lediglich das Standard-Ferienhaus auf dem Darß präsentieren oder auch Angebote in Sachen Stadtwohnungen, Hausboote, Camping, Chalet oder gar Schloss im Programm haben. Zudem schaute sich IMTEST an, in welcher Mission die Betreiber unterwegs sind: als Vermittler oder als Anbieter?

Der Hauptteil der Prüfung befasst sich mit der Ferienhaussuche und den Findefunktionen des Anbieters. Denn schließlich ist es das Wichtigste bei einer Online-Buchung, dass man überhaupt erst einmal findet, was man sucht. Und dazu sind einerseits einfache und klare Suchfeld-Angaben wie etwa „Teilnehmer“ und „Ort“ nötig.

Andererseits ist im Anschluss aber auch wichtig, das Angebot an Treffern möglichst feinmaschig filtern und sortieren zu können. Schließlich haben die Anbieter Tausende bis hin zu Millionen unterschiedlicher Angebote auf Lager. Die Qualität eines Such-Portals hängt also im Wesentlichen davon ab, wie gut und einfach es die Spreu vom Weizen trennen kann – und wie einfach es ist einzustellen, was was ist.

Wie werden die Kosten dargestellt? Ist auf einen Blick ersichtlich, welche auf Urlauber zukommen? Oder muss man sich Einzelposten mühselig von vielen verschiedenen Orten zusammensuchen? Oder, noch schlimmer: Lässt ein zwar einfacher, aber undurchschaubarerer Gesamtpreis Kunden im Unklaren darüber, was wofür bezahlt werden muss?

Ähnliches gilt für die Bedingungen, falls mal etwas schiefgeht. Wie klar ist kommuniziert, dass es keine einheitlichen Stornobedingungen gibt, wie einfach sind die jeweiligen zu finden? Auf der Suche nach Antworten hat IMTEST Dutzende Inserate analysiert.

Zusätzlich hat IMTEST den spezialisierten IT-Anwalt Christian Oberwetter beauftragt, unabhängig und objektiv einen juristischen Blick auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Portale sowie ihrer Datenschutzbestimmungen zu werfen und nach Kundenfreundlichkeit und Wirksamkeit zu bewerten.

Die Unterschiede bei Ferienhausportalen

Wer sich bei der Ferienhaussuche im Internet bei Portalen wie ferienhausmiete.de oder HomeToGo umschaut, trifft auf den ersten Blick auf die immer gleiche Struktur und den gleichen Ablauf von Objekt-Angebot, Auswahl, Detailplanung und Buchung. Tatsächlich funktionieren die Portale aber nach drei verschiedenen Prinzipien:

HomeToGo und Casamundo sind sogenannte Meta-Suchmaschinen. Das bedeutet, dass auf diesen Plattformen keine Ferienhausangebote direkt vom Anbieter eingestellt werden. Meta-Suchmaschinen durchsuchen die Angebote auf anderen Portalen sowie die Daten anderer Suchmaschinen und bereiten sie für den Nutzer auf.

  • Vorteil: Die Zahl der dort aufgelisteten Angebote ist meist um ein Vielfaches höher als bei anderen Anbietern – die Zahl der einzelnen Angebote geht teilweise in die Millionen.
  • Nachteil: Nutzer werden je nach Angebot von Vermittler zu Vermittler „durchgeschleust“: Von der Meta-Suche geht es zur Suche und von da zum Anbieter, der möglicherweise auch nur Verwalter eines Eigentümers ist. Da sich alle über Provisionen finanzieren, führt das im Einzelfall zu deutlich höherpreisigen Angeboten als etwa eine Buchung direkt über den Eigentümer einer Ferienwohnung.

Auf der zweiten Stufe stehen Vermittlungsportale, die keine eigene Buchungsabwicklung anbieten. Auch sie treten nur als Mittler zwischen dem Eigentümer oder Anbieterfirmen wie Novasol in Erscheinung. Ihre Dienstleistung bei der Ferienhaussuche besteht für Nutzer in der übersichtlichen Aufbereitung der vielen Angebote und der Kontaktanbahnung. Sie sind bei keiner Ferienbuchung der Vertrags- oder gar Ansprechpartner, wenn es konkret um das Objekt geht.

Die letzte Gruppe der Testkandidaten bilden die kombinierten Vermittlungs- und Buchungsportale. Sie sind eine Mischung aus Vermittlerplattform und Buchungspartner. Dazu gehören in diesem Testfeld Airbnb, Expedia, booking.com und Travanto. Aber auch hier sind die Portale nicht die eigentlichen Vertragspartner bei der Ferienhausmiete.

Anders als reine Vermittlungsportale aber übernehmen sie bei ihren Direkt-Buchungsangeboten die Abwicklung sämtlicher Formalitäten. Dann sind sie auch Ansprechpartner, falls Fragen oder Unklarheiten bei der Buchung entstehen. In allen anderen Fällen ist das Ferienportal der falsche Ansprechpartner, sobald eine Buchung mit dem Eigentümer oder der Anbieterfirma zustande kommt, die das Inserat eingestellt haben.

Viele Portale für Ferienhäuser sehen aus wie Google (hier Travanto)
Ferienhaus-Google: Ferienhausportale (hier: Travanto) sehen oft ein bisschen wie Google aus. Credit: IMTEST
Auch bei Expedia lassen sich Ferienhäuser finden
Alternative: Auch die „großen“ Anbieter (hier: Expedia) haben Ferienwohnungen im Angebot.

So funktioniert die Ferienhaussuche

Abgesehen davon, dass mit den verschiedenen Portal-Arten auch unterschiedliche Rahmenbedingungen bei Buchungsbedingungen einhergehen können, ist die eigentliche Nutzung eines Ferienhausportals aber bei fast allen Anbietern ähnlich. Die Ferienhaussuche, die Auswahl und Buchung erfolgt in der Regel in drei Abschnitten:

  • Angabe der Reisedaten
  • Sortieren, filtern, suchen
  • Detailinformationen
Portale zur Ferienhaussuche ähneln sich stark
Keine großen Unterschiede: Die Ferienhausportale im Test sind sich technisch sehr ähnlich, auch viele Angebote tauchen auf allen Plattformen aus (hier: die Meta-Suchmaschinen HomeToGo und Casamundo). Credit: IMTEST

Angabe der Reisedaten

Die Startseite aller Portale im Test erinnert an Suchmaschinen wie Google. Unterschied: Statt eines einzigen Feldes für den Suchbegriff gibt es drei.

  1. Das erste ist für das Reiseziel: Städtenamen, Regionen, Länder, Küstengebiete oder Inseln – alle Eingaben sind hier möglich und führen zu sinnvollen Ergebnissen.
  2. Das zweite Feld ist für den Reisezeitraum: Die Eingabe erfolgt direkt in eine Art interaktiven Kalender. Hier gilt es lediglich, per Klick den richtigen Monat auszuwählen sowie den geplanten An- und Abreisetag mit zwei weiteren Klicks anzugeben.
  3. Im dritten Feld folgt die Angabe der Reiseteilnehmer: Je nach Anbieter beschränkt sich die Angabe hier auf eine Zahl, oder aber – etwas detaillierter – es wird die Zahl der Erwachsenen, der Kinder, etwaige Haustiere und im Einzelfall auch noch die gewünschte Zahl an Schlafzimmern abgefragt.

Sind alle Daten ausgefüllt, startet die Datenbanksuche nach einem letzten Mausklick – für die Nutzer geht die Suche dann erst richtig los.

Sortieren, filtern, suchen

Jedes Portal präsentiert die Ergebnisse der ersten Initialsuche in einer Liste. Darin sind neben einem Foto der Mietobjekte die wichtigsten Daten wie etwa Größe und Lage aufgelistet. Bei den meisten Anbietern ist direkt daneben eine Kartendarstellung zu sehen, oder sie lässt sich mit einem Mausklick aktivieren. Karte und Liste arbeiten zusammen. Das bedeutet: Bei Auswahl eines Objekts in der Liste passt sich der Kartenausschnitt entsprechend an und umgekehrt. In der Grafik wird im Detail und mit Erklärungen erläutert, wie diese wichtige Ergebnisseite beim Testsieger ferienhausmiete.de aussieht. Neben der interaktiven Karte lässt sich die Zusammensetzung und Reihenfolge der Ergebnisliste noch mithilfe von Sortier- und Auswahlfiltern anpassen, verändern und eingrenzen.

Im Test hat sich gezeigt, dass viele Probanden bei der Ferienhaussuche die Auswahl eines Domizils anhand der Kartenansicht sehr übersichtlich und einfach finden: Sie suchten im Kartenbereich zunächst nach einer Region, die ihnen gefällt, und konnten sich dann direkt daneben die dortigen Angebote anschauen, die den wichtigsten initial eingegebenen Suchkriterien (Teilnehmer und Zeitraum) entsprechen.

Kartenansicht von Hometogo um Ferienhaus zu finden
Kartenansicht: Per Klick auf Karten-Markierungen (hier: HomeToGo) geht es direkt zum Angebot. Credit: IMTEST

Detailinformation

Ist die Entscheidung für ein Ferienhaus gefallen, geht es per Klick auf das jeweilige Objekt zu den Detailinformationen und weiter zur Buchung oder Reservierung. Auf dieser Seite ist meist auch zum ersten Mal deutlich ersichtlich, wer hinter dem Angebot steckt, also ob das Portal selbst die Buchung anbietet, eine externe Anbieterfirma das Angebot eingestellt hat oder sogar eine Privatperson mit direktem Kontakt inseriert hat.

Darüber hinaus finden sich hier alle Detailinformationen zum favorisierten Haus. Dazu gehören neben Detailinfos zu den Wohn- und Schlafräumen sowie der Wohnungsausstattung auch Angaben zum Umfeld: Neben wichtigen Infos wie Entfernungen zu Ärzten, Apotheken oder dem nächsten Busbahnhof sollten hier auch etwaige Angaben wie die Entfernung zum Strand, zum nächsten Restaurant, zum Kinderspielplatz oder zu Sehenswürdigigkeiten in der näheren Umgebung zu finden sein.

Anbieter Novasol hat bei Airbnb inseriert
Wer ist wer? Hier „inseriert“ Ferienhausanbieter Novasol (rotes „N“ unten) bei Airbnb. Credit: IMTEST

„DIE PORTALBETREIBER HAFTEN NUR FÜR DIE SORGFÄLTIGE AUSWAHL DER ANBIETER – NICHT FÜR DIE BUCHUNG.“

Christian Oberwetter, Rechtsanwalt
Christian Oberwetter Rechtsanwalt/Datenschutz

Preisinformation

Ebenfalls hier zu finden, wenn auch meist ganz weit unten: Informationen zur Preiszusammensetzung. Dazu gehören im Idealfall die reinen Übernachtungs- beziehungsweise Mietkosten, alle erstattbaren Kosten wie Kautionen sowie nicht erstattungsfähige Kosten wie Stornierungs-, Umbuchungs- und eventuelle Service- und Buchungsgebühren. Letztere fallen vor allem dann an, wenn der Anbieter des Ferienhauses keine Privatperson ist.

Wie der Test zeigt, sind die bereitgestellten Informationen nicht nur von Plattform zu Plattform unterschiedlich, sondern können sich auch von Angebot zu Angebot unterscheiden. Die Plattformbetreiber weisen dann – meist unauffällig in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen – darauf hin, dass sie für Vollständigkeit und Richtigkeit der gemachten Angaben keine Gewähr übernehmen, sondern lediglich die Plattform zur Verfügung stellen. Das ist nicht verboten und auch nicht verwerflich. Aber es ist gut für Nutzer zu wissen, worauf bei der Ferienhaussuche und beim Buchungsprozess achten sollten.

Wie die Suche bei ferienhaus-miete.de funktioniert
So funktioniert die Ferienhaussuche beim Testsieger (ferienhausmiete.de) Credit: IMTEST

Fünf Tipps für die Urlaubsbuchung

Urlaubsbuchung im Internet – in den meisten Fällen ist es unerheblich, ob es ins Ferienhaus oder in den tropischen Strandclub geht. Dies sollten Sie bei der Online-Buchung beachten:

  1. Früh buchen: Der frühe Vogel fängt den Wurm – das gilt nicht nur für Pauschal- oder Individualreisen, sondern auch und ganz besonders für Ferienhäuser. Die interessantesten Objekte sind oft schon ein Jahr vor Reiseantritt ausgebucht. Im Stornofall ist eine kurzfristige Buchung meist nicht nur ärgerlich, sondern auch teuer.
  2. Buchungskalender: Im Gegensatz zu Hotelseiten sind Belegungskalender nicht immer auf dem neusten Stand – denn die werden mitunter von den Eigentümern gepflegt. Und die sind bisweilen nicht ganz so flott und tragen neue Buchungen erst Tage später ein. Daher erst anfragen oder reservieren. Bestätigt der Vermieter innerhalb einer gewissen Zeit den Reservierungswunsch, ist die Buchung perfekt.
  3. Schwarze Schafe erkennen: Bei den meisten Testkandidaten für die Ferienhaussuche schließen Reisende direkt mit dem Vermieter einen Vertrag ab, das Portal dient nur als Vermittler. Deswegen gilt es bei Bewertungen, Impressum und Mietverträgen genau hinzuschauen. Ein Vorab-Telefonat ist zwar nicht mit jedem Vermieter oder Anbieter möglich, sollte aber unbedingt erfolgen, wenn es geht.
  4. Richtig zahlen: Üblich sind Anzahlungen zwischen 10 bis maximal 30 Prozent des Gesamtpreises, je nachdem, wie weit in der Zukunft der Anreisetermin liegt. Der Rest wird dann meist kurz vor Reiseantritt überwiesen, wenn die Zahlung nicht komplett vom Portal abgewickelt wird. Einige Kosten wie Kurtaxe können vor Ort anfallen. Zudem können auch noch Folgekosten entstehen, wenn etwa noch Verbrauchskosten entstehen.
  5. Schnellcheck beim Einzug: Prüfen Sie beim Einzug die Lage: Funktionieren alle Geräte, ist es sauber, entspricht alles der Beschreibung? Falls nicht, kontaktieren Sie umgehend den Vermieter. So hat er die Möglichkeit, die Mängel zeitnah aus der Welt zu schaffen.
Buchungskalender bei ferienwohnung.de
Erfüllungsgehilfe: Buchungskalender (hier: ferienwohnung.de) erleichtern die Zeitplanung. Credit: IMTEST

Kosten vom Ferienhaus im Überblick

Eine der größten Schwächen bei der Ferienhaussuche und der anschließenden Buchung ist die oftmals sehr unübersichtliche oder nur sehr pauschale Information zu den anfallenden Kosten. In aller Regel können bei der Buchung eines Ferienhauses aber die folgenden Einzelposten anfallen:

Die reinen Übernachtungskosten werden bei vielen Angeboten als Gesamtpreis angegeben. Manchmal gibt es noch eine Info zu den Kosten pro Nacht. Aber das ist dann nur eine einfache Rechnung, bei der der angezeigte Gesamtpreis durch die Zahl der gebuchten Übernachtungen geteilt wird. Neben- und andere Kosten sind dann oft zwar ausdrücklich „eingepreist“, lassen sich aber nicht aufschlüsseln.

Angaben dazu, ob eine Kaution – also die Hinterlegung einer Sicherheit, die am Ende der Buchung wieder zurückgezahlt beziehungsweise gar nicht erst abgebucht wird – erhoben wird und wie hoch sie ausfällt, fehlt bei vielen Angeboten. Am zuverlässigsten findet sich die Angabe wieder bei Ferienhäusern von Privatinserenten. Kommerzielle Anbieter gehen darauf oft gar nicht, nur vage oder nur in ihren eigenen Geschäftsbedingungen ein – die muss man aber im Einzelfall immer erst suchen.

Strom, Wasser, Gas – im Idealfall ist auf der Buchungsseite ersichtlich, ob es pauschale Abschläge für den Verbrauch gibt, wie der berechnet wird und wie er im Einzelfall erhoben, gezahlt und erstattet wird. Auch diese Angabe fehlt bei vielen Angeboten oder wurde nur pauschal und unklar angegeben.

Die Bereitstellung von Handtüchern, Bettwäsche und anderem ist ein Zusatzangebot von Ferienhausanbietern. Aber das kostet natürlich extra. Diese Kosten werden in aller Regel zuverlässig angegeben, sofern sie im Angebot sind. Grund: Diese Leistung müssen Urlauber aktiv auswählen und stellt somit eine zusätzliche Einnahmequelle dar.

Etwas anders sieht es mit der Endreinigung aus. Die lässt sich nicht abbestellen oder selbst durchführen, um Geld zu sparen. Trotz dem wird dieser Posten auch meist als Teil des Gesamtpreises des Ferienhauses „abgehakt“, ohne dass es gesonderte Infos zur Höhe gibt. Am häufigsten trifft man auf Detailinfos wieder bei Privatleuten.

In vielen typischen Ferienhausregionen in Deutschland wird eine Kurtaxe fällig. Das ist eine personenbezogene Gebühr, die täglich anfällt, die die Kosten der dortigen Kultur- und Erholungsinfrastruktur finanziert und fast immer im Voraus und vor Ort erhoben wird. Das ist nicht viel, aber 1,50 Euro pro Tag und Person summieren sich bei einem 14-tägigen Urlaub für vier Personen eben auch auf 84 Euro.

Für Urlauber ist zumindest wichtig zu wissen, ob die Kurtaxe anfällt und wie hoch sie ausfällt – selbst wenn sie im Verlauf der Buchung noch nicht berechnet wird. Bei den meisten der überprüften Fälle war das der Fall.

Service- und Buchungsgebühren sowie Provisionen – im Grunde sind das alles Umschreibungen für ein und denselben Posten: der Preis für die Vermittlung der Ferienwohnung oder des -hauses. Die Höhe dieser Beträge wird deutlich häufiger konkret benannt, als man vielleicht vermuten würde. Der Grund dafür ist aber simpel: Dabei handelt es sich um nicht erstattungsfähige Kosten. Das bedeutet, dass diese Kosten bei einer Umbuchung, Stornierung oder einem Reiserück-tritt – ganz gleich aus welchem Grund – nicht zurückerstattet werden.

Ganz im Gegenteil: Oft erheben Portal- oder Ferienhausbetreiber etwa im Stornofall sogar noch zusätzliche Bearbeitungsgebühren, die ebenfalls nicht rückerstattbar sind. Ausnahme sind Angebote, die ausdrücklich ohne Service- und Buchungsgebühren eingestellt werden. Bei privaten Vermietern entfällt diese Gebühr auch im Regelfall. Zwar müssen auch sie Provision an die Vermittlungsplattform bezahlen, haben das aber meist im Übernachtungspreis mit einkalkuliert und nehmen in Kauf, auf diesem Posten sitzenzubleiben, falls die Buchung storniert wird.

Kostenüberblick bei der Ferienhausbuchung mit Casamundo
Kostenüberblick: In den meisten Fällen (hier: Casamundo) ist die Auflistung der Kosten eher spärlich. Credit: IMTEST

Einfacher Buchungsablauf

Nach der Ferienhaussuche ist der Buchungsablauf selbst in den meisten Fällen ein Kinderspiel: persönliche Daten eingeben, Reisedaten und Objekt bestätigen, gegebenenfalls Zahlungsweise wählen – und fertig. Die Bestätigung kommt dann umgehend per Mail. Aber auch hier gibt es Ausnahmen und Besonderheiten: Bei der Vermittlung privater Anbieter kann es passieren, dass die gesamte Abwicklung direkt mit ihm erfolgt. Im Zweifelsfall ganz altmodisch per Mail oder gar per Telefon. Das ist keine Ein-Klick-Bequemlichkeit, hat aber den (oft sogar günstigeren) Charme von Privatheit.

Globista: Ferienhaus-Alternative

Alternativ zur Ferienhaussuche finden Urlaubshungrige beim Reiseportal Globista eine Fülle von Urlaubsangeboten in Deutschland, Europa und der ganzen Welt. Bei Globista lassen sich Pauschalurlaube genauso buchen wie Hotelaufenthalte oder einfache Bahnfahrten. Das Portal bietet regelmäßige Sonderangebote, Sonderreisen und Extra-Aktionen wie Beispielsweise Wohnmobile zu besonders günstigen Preisen. Im Einzelfall bietet Globista auch Ferienhäuser, aber wie IMTEST gehört das Reiseportal zur Funke Mediengruppe und kann darum kein Testkandidat werden.

Ferienhaus stornieren

Niemand will es heraufbeschwören, aber es kann ja immer mal etwas dazwischenkommen. Sollte sich nach getätigter Buchung herausstellen, dass es nichts wird mit dem Urlaub, muss die Buchung storniert werden. Hier unterscheiden sich die Stornobedingungen nicht wesentlich von denen bei anderen Reisebuchungen. Das bedeutet konkret: Je näher der Buchungstermin rückt, desto höher werden die Stornokosten. In der Regel wird der volle Buchungspreis fällig, wenn es nur noch eine Woche bis zehn Tage bis zum Reiseantritt sind.

Im Einzelfall können sich die Bedingungen aber durchaus voneinander unterscheiden, denn im Detail legt der Anbieter sie fest – und das ist eben fast nie der Portalbetreiber. Aus diesem Grund sind nur in den wenigsten Geschäftsbedingungen der Anbieter überhaupt Stornobedingungen zu finden. Meist führen Links auf den Buchungsformularen zu den jeweiligen Stornobedingungen. Es gibt aber auch Fälle, bei denen die Stornobedingungen gar nicht oder nur sehr schwer auffindbar sind.

Wo sind die Stornokosten zu finden?

Das muss kein K.O.-Kriterium gegen eine Buchung sein. Es ist aber ratsam, sich dann über die Modalitäten vor Abschluss der Buchung direkt beim Anbieter zu informieren. Ebenfalls Unterschiede gibt es bei der Darstellung der Stornokosten. Besonders übersichtlich ist es, wenn die gestaffelt anfallenden Kosten grafisch dargestellt und in Textform erklärt werden. Im schlimmsten Fall muss man sich durch einen unverständlichen Textblock kämpfen, aus dem man sich die wichtigen Informationen mühselig herauslesen und interpretieren muss.

Stornobedingungen bei FeWoDirekt
Storno: Absagen kostet Geld. Gut, wenn wenigstens die Kosten deutlich sind (hier: FeWo-direkt). Credit: IMTEST

Ferienhaussuche bei Airbnb und Co.

Neben Ferienhaus-Spezialisten wie FeWo-direkt oder ferienhausmiete.de hat IMTEST auch Airbnb, booking.com und die Ferienhaus-Sparte von Expedia unter die Lupe genommen. Warum? Die drei Portale sind ursprünglich als Unterkunft-Allrounder (Airbnb), Hotelspezialisten (booking) und Pauschalreise-Portal (Expedia) bekannt, und wer öfter übers Internet bucht, hat dort womöglich schon ein Konto oder Profil. Da drängt sich die Frage auf: Warum nicht erst einmal dort mit der Ferienhaussuche beginnen, wo man sich schon auskennt?

In Bezug auf Ferienhäuser fällt die Testbilanz aber zwiegespalten aus: Die drei Alternativ-Anbieter punkten vielleicht durch vertraute Benutzeroberflächen. Sie bieten zudem ein Angebot, das weit über Ferienhäuser hinausgeht und genießen darum bei vielen einen sehr guten Ruf.

Die andere Seite steht aber dagegen: Das Angebot für Ferienhäuser ist oft deutlich kleiner und wird auch stiefmütterlicher behandelt. Hier sind alle Spezialisten deutlich leidenschaftlicher und machen einfach mehr Spaß. Zudem schaffen es die drei Alternativanbieter häufig noch schlechter, die im Gegensatz zu Pauschalreiseangeboten oft viel kleinteiligere Kostenstruktur transparent und klar darzustellen. Unterm Strich sind die Ferienhausportale also besser für die Ferienhaussuche geeignet, denn sie sind, was sie sind: Spezialisten.

FAZIT

Ferienhausmiete.de hat sich den Sieg durch kleine Optimierungen der Seite und oft sehr transparenten Kostendarstellungen gesichert. Der Rest des Feldes liegt dicht dahinter und fast gleichauf. Alternativanbieter wie Airbnb sind gut, können den Spezialisten bei der Ferienhaussuche aber nicht das Wasser reichen.