Gaming-Headset Test mit fünf Modellen
Credit: Getty Images/Razer/Corsair/Logitech/Asus/AOC

Wenn es um Eingabegeräte geht, geben sich waschechte Gamer nur mit dem Besten zufrieden: Schnelle Mäuse verbessern die Treffgenauigkeit, mechanische Tastaturen erlauben komplizierte Manöver. Oft entscheiden Sekunden über Sieg oder Niederlage – da darf sich auch kein gewiefter Gegner von hinten anschleichen. Ein gutes Gaming-Headset ist daher für Mehrspieler-Gefechte Pflicht, denn nur damit lassen sich alle Gefahren im dreidimensionalen Raum rechtzeitig hören. IMTEST verrät, welche Kopfhörer mit Mikrofon sich lohnen.

Beim Gaming-Headset ist Schwarz angesagt

Beim Design sind sich die Hersteller der fünf Modelle einig: Schlicht darf es sein, aber moderne Highlights muss es geben. Alle getesteten Headsets setzen daher auf schwarzen Kunststoff. Das AOC GH300 will aber mit rotem Metall und LED-Lichtern etwas mehr auffallen. Dagegen möchte Logitech beim Gaming-Headset G335 mit bunten Kopfbändern punkten, die es in unterschiedlichen Designs zu bestellen gibt. Außerdem sitzen diese auch sehr bequem.



Bequem muss es sein

Ein guter Sitz ist für ein Gaming-Headset enorm wichtig, denn häufig behalten Spieler die Hörer mehrere Stunden lang auf. Auch die Ohrpolster dürfen daher nicht drücken, was sie beim schweren AOC GH300 leider tun. Das mit 394 Gramm ebenfalls sehr schwere Corsair Void Elite Stereo drückte nicht nur, sondern wackelte auf schmalen Köpfen auch unangenehm. Am bequemsten saß das ASUS ROG Strix Go Core mit seinen Kunstlederpolstern, dicht gefolgt vom G335 und dem Razer Barracuda X.



Ein Gaming-Headset für alle Geräte

Headsets benutzt man schon lange nicht mehr nur am Computer. So lassen sich dank eines Klinkensteckers alle getesteten Headsets auch an Konsolen-Controllern, einer Nintendo Switch oder Smartphones mit Klinkenbuchse verwenden. Alle Headsets bis auf das AOC GH300, das nur einen USB-A-Anschluss besitzt. Das Gaming-Headset von Razer Barracuda X funktioniert darüber hinaus auch kabellos und verbindet sich über einen mitgelieferten USB-C-Adapter mit anderen Geräten.

Auch sehr praktisch beim Razer sowie den Headsets von Asus und AOC ist die Funktion, das Mikrofon bei Bedarf abnehmen zu können. Ein Klinkenstecker am Mikro macht es möglich. Corsair und Logitech setzen dagegen auf die Klappfunktion. Letzteres zeigt sich insgesamt auch als das flexibelste Gaming-Headset im Test.

Headset mit Zubehör
Entfernte Verwandte: Viele Mikrofone lassen sich dank eines Klinkensteckers vom Headset trennen. Credit: IMTEST

Sofort startklar

Die Headsets benötigen dabei keine Installation und sind sofort einsatzbereit. Für das Barracuda X, das GH300 und das Void Elite Stereo gibt es allerdings Zusatzsoftware zum Download, die eine feinere Einstellung des Headsets erlaubt. Dazu zählen neben Equalizern für die Feinabstimmung des Tons auch die Aktivierung des 7.1-Surround-Sounds. Durch diesen Raumklang sind Geräuschquellen sehr genau auszumachen, und das Gaming-Headset verrät, wo mögliche Gefahren lauern. Die individuellen Einstellungsmöglichkeiten und der Surround-Sound sind also hilfreiche Funktionen, worauf Logitech und Asus verzichten.

Den Surround-Ton beim Razer über Software einstellen
Umfangreich: Dank zusätzlicher Software justieren Nutzer den Klang ihrer Headsets nach. Credit: Razer, IMTEST

Mit Gaming-Headset die Umgebung im Ohr haben

Neben spielerischen Vorteilen soll der Sound beim Gaming-Headset natürlich Spaß bereiten – und das tut er bei allen getesteten Kandidaten. Im Spiel überzeugen das Barracuda X und das Void Elite Stereo mit satten Explosionen und klaren Stimmen. Spannenderweise kann das günstige AOC GH300 hier mithalten und tönt ebenfalls sehr voluminös. Die Geräte von Logitech und Asus klingen im Spiel stellenweise etwas dünn, dafür überzeugt das ROG Strix Go Core mit dem besten Klang bei der Musikwiedergabe.

Die Mikrofone der Headsets sorgten für sehr unterschiedliche Testergebnisse: Sie erzeugen zwar alle verständliche Sprachaufnahmen, schwanken aber stark in der Qualität. So sorgt das Barracuda X etwa für einen sehr dumpfen Klang, bei dem S-Laute verschwinden. Das Logitech G335 klingt dafür etwas dünn und hat ein stetes Hintergrundrauschen. Den saubersten Ton erzeugt das Corsair Void Elite Stereo, das eine sehr klare Stimmwiedergabe besitzt.



FAZIT

Mit seinem guten Klang, den vielseitigen Anbindungsmöglichkeiten und einem satten 7.1-Surround-Sound ist das Gaming-Headset von Razer Barracuda X das beste und geht als Testsieger hervor. Der Preis-Leistungs-Sieger Corsair Void Elite Stereo kann trotz seines ausbaufähigen Tragekomforts mit umfangreicher Software und einem tollen Mikrofon punkten. Das AOC GH300 klingt zwar gut, macht in allen anderen Belangen allerdings keine gute Figur.