HP Victus 16 mit roten und blauen LEDs beleuchtet
Das HP Victus 16 im Test: Was kann das Notebook für Hobby-Zocker? Credit: IMTEST / HP

Mit Victus begründet Hersteller HP 2021 eine neue Gaming-Serie. Sie ersetzt das bisherige Pavillon Gaming und reiht sich preislich unter der High-End-Linie Omen ein. Zielgruppe sind daher nicht nur Gamer, sondern auch Schüler und Studenten, die neben Spielen auch leistungshungrige Anwendungen nutzen. Wie gut sich das Victus sowohl für das eine, als auch das andere eignet, zeigt der Test.

Inhalte des Artikels:

Technische Daten auf einen Blick

Verschiedene Ausstattungsvarianten sind möglich, bei denen wahlweise ein Intel Core i7 oder ein AMD Ryzen R7 als Prozessor dient. Als Grafikkarte kommt maximal eine GeForce Nvidia RTX 3060 zum Einsatz. Die exakte Modellbezeichnung lautet HP Victus 16-e0179ng. Da es sich um eine brandneue Geräte-Serie handelt, erhielt das Victus auch direkt ein Update auf Windows 11, mit dem es getestet wurde. Das ist die getestete Konfiguration:

  • Bildschirm: 16,1 Zoll, 1.920 x 1.080 Pixel (Full-HD) bei 144 Hertz Bildwiederholrate
  • Prozessor: AMD Ryzen 7 5800H
  • Arbeitsspeicher: 16 GB DDR4-3200
  • Grafikkarte: Nvidia Geforce RTX 3060
  • Speicher: 1024 GB SSD (m.2)
  • Gewicht: 2,48 kg
  • Preis: 1.399 Euro


Verarbeitung und Gehäuse

Wie üblich bei HP, ist auch das Gehäuse des Victus 16 sehr minimalistisch gehalten. Ein großes V markiert auf dem Gehäuse-Oberseite die Zugehörigkeit, ein kleines unter dem Display, das war’s. Das angenehme Understatement hebt sich von manchen Gaming-Geräten ab, die mit kunterbunten RGB-Lichtern zur mobilen Disko mutieren – angenehm.

Die Verarbeitung des Kunststoffgehäuses macht einen wertigen Eindruck, das Gewicht ist mit 2,48 Kilogramm insgesamt und somit 154 Gramm pro Zoll Displaydiagonale nicht leicht, für ein Gaming-Notebook aber üblich.

Erfreulicherweise beherbergt das Chassis sehr viele Schnittstellen, die von USB 3.1 Typ A, über USB 3.2 Typ C bis hin zu HDMI 2.1 und einen SD-Kartenschacht reichen. Auch ein Ethernet-Kabel lässt sich anschließen.

Die Buchstabentasten der beleuchteten Tastatur sind mit 1,6 cm anständig groß, das Mausfeld mit 14,7 cm Diagonale ebenfalls. Schreibgefühl und Präzision beider Eingabemöglichkeiten sind gut bis sehr gut. Einzig die Return-Taste weicht von der Norm-Größe ab und ist daher gewöhnungsbedürftig. Dafür gibt es einen vollwertigen Nummernblock.

HP Victus 16 zugeklappt
Schlicht: Ein spiegelndes großes V statt kunterbunte Leuchteffekte gibt es beim HP Victus 16. Credit: IMTEST / HP
HP Victus 16 Tastatur
Die Tastatur des HP Vicuts 16 bietet angenehm große Tasten, einen Nummernblock und nützliche Schnelltasten, zum Beispiel auch um das Omen Gaming Hub zu öffnen. Credit: IMTEST / HP
HP Victus 16 beleuchtete Tastatur
Das einzige LED-Licht, das das HP Victus 16 mitbringt, dient der Nützlichkeit: Die Tastaturbeleuchtung. Credit: IMTEST / HP

HP Victus 16: (Spiele)-Leistung im Test

Die Kombination aus schnellem Prozessor und leistungsstarker Grafikkarte verspricht genügend Leistung, ist aber nicht vergleichbar mit echten High-End-Modellen, die dafür jenseits der 3.000 Euro kosten. Für Gelegenheitsspieler liefern die Chips, unterstützt von den 16 Gigabyte Arbeitsspeicher, aber genügend Rechenpower. So erreicht der Prozessor im Geekbench gute Werte (1.379 bei Einzelkern-, 7.892 Punkte bei Multikern-Berechnungen). Auch beim 3D-Rendering beweist sich das Arbeitstempo und erlangt im Cinebench gute 1.386 bzw. 11.777 Punkte.

Zudem prüft IMTEST die Spieletauglichkeit sowohl mit einer Auswahl verschiedener Spiele, als auch mit Spiele-Benchmarks. Mit höchsten Detail-Einstellungen (Ultra) und bei Full-HD-Auflösung erreicht das Gaming-Notebook gute Werte mit durchschnittlich 65 Bildern die Sekunde (Frames per Second, FPS). Wer in 4K-Auflösung zocken will, sollte einen externen Monitor anschließen, da die verbaute Anzeige maximal Full-HD erlaubt. Über den Anschluss lässt sich besagter Bildschirm problemlos verbinden und darf dann Inhalte in 4k-Auflösung mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde wiedergeben, dank aktuellem Standard HDMI 2.1. Allerdings laufen dann die Spiele zumindest bei ultrahohen Grafikeinstellungen nicht mehr ganz so flüssig. In der Tabelle sind die Ergebnisse detailliert einsehbar.

Spiel / BenchmarkFull-HD-Auflösung4K-Auflösung
Metro Exodus47 fps16 fps
Forza Horizon 571 fps44 fps
Shadows Of The Tomb Raider93 fps32 fps
3DMark TimeSpy Extreme48 fps22 fps
Durchschnittliche FPS65 fps29 fps
Forza 5 auf dem HP Victus 16
Das brandaktuelle und rasante Forza 5 läuft flüssig – bei Full-HD-Auflösung und ultrahohen Grafik-Einstellungen. Credit: IMTEST / HP
HP Victus 16 Omen Tool
Obwohl nicht der teureren Omen-Reihe zugehörig, läuft auch auf dem Victus 16 das Omen Gaming Hub. Hiermit lassen sich Prozessor, Grafikkarte, Kühlung und mehr überprüfen sowie Anpassungen vornehmen, etwa um die Leistung weiter zu steigern. Credit: IMTEST / HP

Speicher, WLAN und LAN

Als Speicher verbaut HP eine m.2-SSD mit 1.024 Gigabyte. Im Testlabor zeigte sich die reine Datenrate auf einem ordentlichen, hohen Niveau verglichen mit anderen Gaming-Notebooks. Bis zu 2.424 Megabyte die Sekunde wurden hierbei gemessen. Verglichen mit Hochleistung-Notebooks, die zirka das doppelte an Datendurchsatz erreichen, ist die Geschwindigkeit etwas gering. Darüber hinaus simuliert IMTEST die Ladedauer und Zugriffszeiten mit verschiedenen Spielen anhand des neu erschienenen 3DMark Storage Benchmark. Hier erzielt der Speicher eine befriedigende Punktzahl von 1.869 und eine gute Zugriffszeit von nur 97 Mikrosekunden.

Im WLAN unterstützt das Notebook den neusten Standard WiFi 6. Im Test erreichte es damit Datenraten bis zu 339 Megabit die Sekunde. Das ist schnell genug, wenngleich manches Ultrabook die 800 Mbit/s knackt. Schneller geht es dann per Ethernet-Anschluss: Über den sind flotte 950 Megabit die Sekunde drin. Wer also schnell ein Spiel herunterladen möchte, sollte das Kabel bemühen – den richtigen Internetanschluss vorausgesetzt.

HP Victus 16 Anschlüsse linke Seite
Viele Anschlüsse sind nützlich, um Zubehör wie Gaming-Mäuse, externe Monitore und mehr anzuschließen. Das HP Victus 16 ist sehr gut ausgestattet. Credit: IMTEST / HP


HP Victus 16: Bildschirm im Test

Mit 16,1 Zoll Diagonale breitet sich der Bildschirm mit 1.920 x 1.080 Pixeln aus. Das ergibt 137 Pixel pro Zoll – ein etwas geringer Wert. Insgesamt wirkt das Bild aber noch scharf, macht beim Spielen und anderen Inhalten einen guten Eindruck, vor allem dank 144 Hertz Bildwiederholrate und somit flüssigem Bewegtbild. Die Messwerte bestätigen den Ersteindruck: Die Farbtreue des sRGB-Farbraums ist hoch, bei DCI-P3-Farben etwas gering, insgesamt aber noch gut. Etwas gering fällt das Kontrastverhältnis mit 1.318:1 aus, wiederum typisch für Notebooks im Allgemein, sofern sie nicht auf OLED oder verwandte Technologien setzen, wie etwa Apples MacBook Pro. Insgesamt leistet sich der Bildschirm also einige, kleinere Schwächen, erlangt aber noch eine gute Gesamtnote.

HP Victus 16 aufgeklappt
Aufgeklappt: Der Bildschirm zeigt weitgehend gute Farben, dürfte aber heller und schärfer sein. Credit: IMTEST / HP

Stromverbrauch, Lautstärke, Mobilität

Der Vorteil eines Notebooks liegt im wahrsten Sinne des Wortes auf der Hand: Die Kompaktheit. Im Gegensatz zum PC-Turm ist er handlich, passt in den Rucksack und dient so als Spielemaschine oder Arbeitsgerät auch außerhalb der eigenen vier Wände. Allzu lange hält ein Spiele-Notebook aber nicht durch, da die Leistungsstärke Energie bedarf. Mit 2:32 Stunden bei dauerhafter Videowiedergabe mit maximaler Bildschirmhelligkeit ist die Laufzeit des HP Victus 16 entsprechend kurz. Spiele in Full-HD laufen mit 1:34 Stunde noch kürzer. In 3:33 Stunden ist der Energiespeicher wieder aufgeladen, dank beiliegendem 200-Watt-Netzteil.

Verglichen mit einem Gaming-PC ist der Stromverbrauch sehr gering: Mit 118 Watt beim Spielen und nur 24 Watt bei Office-Anwendungen brauchen Nutzer keine zu hohen Stromrechnungen fürchten.

Selbst beim anspruchsvollen Spielen bleiben die Lüfter leise und überschreiten bei einem Abstand von 40 cm zum Bildschirm (entspricht normaler Sitzentfernung) keine 46 Dezibel. Die Lautsprecher hingegen geben einen recht kräftigen Klang von sich, mit soliden Bässen und klaren Höhen. Das ist für ein Notebook gut, Hochgenuss kommt aber nicht auf und die präzise Ortung von Gegnern oder die dichte Atmosphäre eines virtuellen Waldes erlebt man besser mit Kopfhörern.

HP Victus 16 Unterseite
Die Unterseite gewährt einen kleinen Blick auf das groß angelegte Lüftungssystem im Inneren. Im Test brachte es gute Kühlung und blieb dabei angenehm leise. Credit: IMTEST / HP


HP Victus 16 im Test: Fazit

HPs Start der neuen Gaming-Serie ist gelungen! Das Gaming-Notebook HP Victus 16 zwingt die ganz großen Spielemonster zwar nicht in die Knie – das ist aber auch nicht sein Ziel. Als tauglicher Spielerechner, mit dem sich auch vernünftig Arbeiten lässt, leistet das Kraftpaket gute Arbeit. Prozessor und Grafikkarte reichen für Spiele in Full-HD allemal, selbst in 4K ist manches Game noch spielbar. Der Bildschirm gefällt dank schöner Farbwiedergabe und hoher Bildwiederholrate und der sehr geringe Stromverbrauch erfreut die Geldbörse. In der Summe bietet das HP Victus 16 solide Gaming-Leistung zum fairen Preis.

  • PRO
    • Bildschirm mit guter Farbwiedergabe und 144 Hertz, hohes Arbeits- und Spieletempo, sehr viele Anschlüsse.
  • KONTRA
    • Kurze Akkulaufzeit, etwas geringe Bildschirmauflösung, Leistung für 4K-Spiele nur ausreichend, keine Fingerabdruck- oder Gesichtserkennung.

IMTEST Ergebnis:

gut 2,5