Weißer Saug- und Wischroboter auf hellen Fliesen vor verstreuter Erde
Credit: Getty Images, IMTEST

Saugroboter mit oder ohne Wischfunktion sind aus den meisten Haushalten schon gar nicht mehr wegzudenken. Zu praktisch sind sie, um eine gewisse Grundsauberkeit in Wohnungen mit vielen Fliesen oder Holz-/Parkettböden zu gewährleisten. Auf Wunsch saugen sie den täglichen Schmutz nicht einfach nur auf, sondern wischen gleich noch hinterher – vollautomatisch. IMTEST hat fünf neue Saug- und Wischroboter getestet.

Saug- und Wischroboter von Ecovacs

Marktführer Ecovacs ist in diesem Testfeld gleich mit zwei Saugwischrobotern vertreten. Zum einen mit dem Nachfolger des Testsiegers T8 AIVI aus dem Frühjahrsputz-Test, dem neuen T9 AIVI, und mit der Mop Station, einem wirklich außergewöhnlichen Gerät von der Schwestermarke Yeedi. Was den Saug- und Wischroboter so besonders macht, dazu später mehr. Zu den Geräten aus dem Hause Ecovacs-Yeedi gesellen sich im Saugwischroboter-Test noch der Roborock S7, der W450 von Zaco und der sehr günstige Tesvor. Sie alle müssen sich dem Testparcours stellen, der Hartböden und Teppiche mit den verschiedensten Verschmutzungen bereithält.

Yeedi mit besonderem Saugwischroboter im Test

Die Mop Station von Yeedi verfügt nämlich über einen riesigen Wassertank, kann aber den Saug- und Wischroboter selbst leider nicht mit frischem Wasser versorgen. Das Wasser dient ausschließlich der Reinigung der Bürsten und um den Dreck in den Nutzwassertank zu spülen. Die Prioritäten liegen beim Yeedi deshalb auch ganz klar beim Wischen von Hartböden, selbst bei kleinen kurzfloorigen Fußmatten neben Haus- oder Terrassentür muss er passen. Wenigstens umfährt er diese elegant und flüsterleise.

Weißer Saugwischroboter in weißer Station
Die Mob Station von Yeedi kommt mit großem Wassertank.
Saugwischroboter von unten mit Bürsten

Das kann der T9 AIVI

Das Top-Modell von Ecovacs, der T9 AIVI, ist nicht besser geworden als sein Vorgänger. So fährt der Saug- und Wischroboter oftmals nur bis auf 20 Zentimeter an Wände heran und schafft es so nicht, die bis an die Ränder verteilten Reiskörner im Parcours aufzunehmen. Zudem verstopft der (zu kleine) Einlass für Staub gerade in Haushalten mit Hunden sehr schnell. Herumliegende Schuhe werden zu dicht angefahren, sodass herausstehende Schnürsenkel aufgesogen werden und für einen Stopp sorgen. Mit langfloorigem Teppich kommt der T9 AIVI im Gegensatz zu den Testkandidaten von Roborock und Zaco nicht zurecht: Er fährt sich wie der Tesvor S6 Turbo bei jedem Durchgang fest.

Weißer Saugwischroboter auf grauen Fliesen
Festgefahren: Der Roborock S7 und der Ecovacs T9 AIVI fuhren sich im Parcours regelmäßig fest. Credit: IMTEST

Die Apps für den Ecovacs T9 AIVI und den Yeedi sind weitestgehend identisch, lassen aber die technische Klasse der letztjährigen Version vermissen. Neue Funktionen, wie 3-D-Möbel auf der zuvor erstellten Raumkarte zu platzieren, bringen keinerlei Mehrwert und bleiben eine Spielerei für Nutzer mit zu viel Zeit.

Drei Smartphone Bildschirme nebeneinander zeigen App
Die Yeedi-App
Drei Smartphone Bildschirme nebeneinander zeigen App
Drei Smartphone Bildschirme nebeneinander zeigen App
Die Ecovacs-Apps

Installation nur für Profis?

Wenn Apple einen Saugroboter machen würde, würde vor allem die Installation des Saugwischroboters wie bei nahezu allen Apple-Produkten zu einem Kinderspiel werden. Unverständlich daher, dass es immer noch Technikprodukte gibt, die nur von Technikprofis in Betrieb genommen werden können. Der Tesvor S6 Turbo ist so ein unrühmliches Beispiel. Der Saug- und Wischroboter funkt nur im 2,4-GHz-WLAN-Netz, weshalb der heimische Router deshalb manuell auf 2,4 GHz eingeschaltet werden bzw. das 5-GHz-Netz ausgeschaltet werden muss.

Smartphone zeigt App
Credit: Roborock, IMTEST

Anfänger scheitern an dieser Hürde mit hoher Wahrscheinlichkeit, da Tesvor auch keinerlei Hilfestellung für die in Deutschland verbreiteten Router wie die Fritzbox von AVM bietet. Zaco, Roborock, Yeedi und Ecovacs machen das deutlich besser, selbst die englische Sprachausgabe während der Installation ist dank der Schritt-für-Schritt-Anleitungen in den Apps kein Problem.

Saug- und Wischroboter und ihre Grenzen

Wer sich einen Saugwischroboter kauft, muss wissen, dass bei den meisten Geräten die Wischeinheit mit Wassertank gegen die reine Saugeinheit ausgewechselt oder ein Wischtuch meist per Klett an die Unterseite des Roboters geheftet werden muss. Bedeutet in der Praxis, dass Einsätze in Wohnungen mit wechselnden Bodenbelägen von beispielsweise Fliese zu Teppich immer etwas Aufwand und Planung benötigen. Einzig allein der Roborock S7 kann beides, da sich die Wischplatte etwas anhebt, sobald Teppichboden erkannt wird.

Ist kein Teppichboden vorhanden, liefern der Ecovacs T9 AIVI dank der Rüttel-Wischplatte und die Yeedi Mop Station die besten Ergebnisse beim Wischen, Letzter wird in dieser Disziplin der Zaco W450. Obwohl der Saug- und Wischroboter über spannende Details verfügt, wie eine integrierte Wischbürste und einen separaten Tank für Frisch- und Schmutzwasser, setzt er den Testparcours komplett unter Wasser. Der Wasserdurchfluss kann zwar per App reduziert werden, in der Standardeinstellung heißt es aber leider: Wasser marsch, oder: Viel hilft viel.



FAZIT

Die eierlegende Wollmilchsau ist im Testfeld der Saug- und Wischroboter nicht dabei. Doch eine gute Kombination wären der Ecovacs T9 AIVI oder Roborock S7 plus Yeedi Mop Station in einem Haushalt. Von den Putzleistungen ist der Ecovacs dann auch trotz Schwächen bei der Hinderniserkennung der beste Saugwischroboter im Test. Einen Tick unreinlicher, aber eben auch deutlich günstiger ist der Roborock S7.