Mokka-e von Opel im Test Credit: IMTEST

Mokka-e – der geschmackvolle SUV

Die Auswahl der Kaffeebohnen, die richtige Röstung, staubfeines Mahlen, korrektes Aufbrühen: Ein guter Mokka ist die Essenz des Kaffeegenusses. Opel bemüht sich bei der zweiten Generation des Kompakt-SUVs Mokka-e wiederum, die Essenz des Autofahrens herauszustellen. Im Vergleich zum Vorgängermodell schrumpfte der Wagen um 13 Zentimeter. Und erhielt dennoch mehr Gehalt – sowie erstmals einen Elektroantrieb. Wird Opels Mokka-e also zum geschmackvollen Muntermacher unter den Kompaktmodellen? Der Test mit einem Modell für 42.595 Euro liefert die Antwort.

Zum Zusammenstecken: Dem Opel liegt ein Ladekabel für Haushaltssteckdose und Ladesäule bei.
Credit: IMTEST

Produktdetails

  • Karosserie: 5 Türen/E-Kompakt-SUV
  • Antrieb/Tempo: Front/ max. 150 km/h
  • max. Leistung in kW (PS): 100 (136)
  • Preis: ab 34.640 Euro

Der Mokka-e zeigt: In der Kürze liegt die Würze

Mit einer Länge von 4,15 Metern (Höhe: 1,53 m, Breite: 1,99 m) ist der Mokka-e eine gute Handbreit kürzer als ein aktueller VW Golf. Und mit seinem Leergewicht von 1.598 Kilogramm ist der Opel auch leichter. Der Wagen bewegt sich deshalb sehr wendig und agil durch die Stadt. Unterstützt wird das durch die griffige, direkte Lenkung. Opel bietet den Wagen auch mit Benzin- und Dieselmotor an, getestet wurde jedoch die Elektrovariante Mokka-e mit einem 50-kWh-Akku im Unterboden. Der beeinflusst die Größe des Kofferraums. So bietet er im Vergleich zu den Verbrenner-Modellen 40 Liter weniger Fassungsvermögen (310 bzw. mit umgeklappter Rückbank 1.060 Liter).

Auf dem Platz hinterm Lenkrad fühlt man sich wohl. Es gibt viel Raum für Kopf und Beine, die Sitze sind komfortabel. Auch die Sicht nach vorn ist gut – mit einer Einschränkung: Das Gehäuse am Rückspiegel, in dem Sensoren und Kameras untergebracht sind, ist so ungeschickt platziert, dass es in manchen Fällen den Blick auf Ampel oder Verkehrszeichen versperrt. Wenig Platz dagegen bietet der Opel auf der Rückbank. Selbst weniger große Personen können sich beim Einsteigen schon mal stoßen.

Mokka-e Rückbank
Die Rückbank bietet nur sehr wenig Platz… Credit: IMTEST
Mokka-e Sitze
Engpass: Größere Passagiere auf der Rückbank finden im Opel zu wenig Beinfreiheit. Credit: IMTEST

* indirekte CO2-Emission: statistische Berechnung in g/km

Bedienung des Mokka-e

Insgesamt ist die Übersicht jedoch in Ordnung. Opel hat die Bedienelemente fahrerzentriert angeordnet, allen voran das Infotainment-System, dessen zehn Zoll großer Touchscreen deutlich in Richtung Fahrer geneigt ist. Bedienen lässt sich der Screen auch – und das ist ein großer Pluspunkt des Mokka-e – über sechs Tasten unterhalb des Bildschirms. Zwischen Funktionen wie Radio oder Navigationssystem kann deshalb simpel und schnell per einfachem Tastendruck gewechselt werden.

Nur wer den aktiven Spurhalteassistenten einmal ausschalten möchte, muss dafür eine Taste in der Mittelkonsole und nicht einen Knopf am Lenkrad drücken, wie es etwa für den Abstandshalter und den Tempomaten bequem möglich ist. Insgesamt sind viele Assistenzsysteme an Bord des elektrischen Opel. Auch dabei: der Pannenruf.

360°-Innenansicht

So bedienen sie die panorama-ansicht:

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Mokka-e – ein Auto, zwei Meinungen

Mokka-e Meinnug IMTEST Experte

„Dank der Fahrten mit dem Mokka-e konnte ich mit einem Vorurteil aufräumen: SUVs (okay, der Mokka-e ist ein Kompakt-SUV) sind gar nicht so schrecklich, wie ich immer fand. Er fährt sich toll. Seine Sitze sind bequem, und die Rundumsicht ist ebenfalls gut.“

Horst Schröder, IMTEST-Experte

Mokka-e Meinung IMTEST

„Wenn selbst ich mir – mit meinen 1,63 m – schon beim Einstieg auf die Rückbank den Kopf stoße, ist die Decke eindeutig zu niedrig. Davon aber abgesehen, hätte ich mit dem Mokka-e gerne noch mehr Zeit verbracht – ein tolles Stadt-Auto!“

Caroline Neumann, Stellv. Art Directorin

Digital-Cockpit des Mokka-e überzeugt

Via Touchscreen lässt sich der Radiosender auswählen oder das Smartphone mit dem Auto koppeln. Möglich ist das auch via Sprachsteuerung. Sie wird mit einem Lenkradknopf aktiviert. Während das Infotainmentsystem im Test durch eine sehr einfache Bedienung überzeugte, schwächelte die Sprachsteuerung des Mokka-e. Einfache Befehle, etwa zum Wechseln des Radiosenders, wurden mehrfach missverstanden.

Fahrerprofile lassen sich im Opel auch erstellen. Die Hersteller-App dagegen bietet nur wenig Funktionen. Sehr gelungen ist jedoch die Ausgestaltung des 12-Zoll-Digital-Cockpits. Es stellt neben der aktuellen Geschwindigkeit stets auch den Ladestand der Batterie dar. Die Information wird in Prozent angegeben; die verbleibende Reichweite in Kilometer lässt sich ebenfalls ablesen.

Mokka-e mit Digital Cockpit
Credit: IMTEST

So weit kommt der Mokka-e

Der nächste Ladestopp kann also basierend auf den Angaben auf dem Touchscreen rechtzeitig eingeplant werden. Das Navi zeigt auf Wunsch auch Ladestationen gleich mitsamt Angabe zum jeweiligen Stromanbieter an. Während der Testfahrten fuhr der Mokka-e im Sport-Modus über Autobahn und Landstraße mit einer Akku-Ladung 203 Kilometer weit. In der Stadt schaffte er im Eco-Modus 233 Kilometer, über alle Probefahrten hinweg kam IMTEST auf einen Durchschnitt von 248 Kilometern bei 20 kWh Verbrauch. An einer Schnellladesäule mit 50 kW dauert es im Praxisbetrieb durchschnittlich knapp zwei Stunden, bis der leer gefahrene Akku wieder 80 Prozent Ladestand erreicht hatte.

Mokka-e mit zweifelhaftem Design-Trend

Während hinter dem Lenkrad beim Mokka-e vieles passt, kann die Mittelkonsole da nicht ganz mithalten. Die ist zwar mit schickem Klavierlack überzogen, jedoch macht der jeden Fingerabdruck und jedes Staubkorn sofort sichtbar. Ein aktueller Design-Trend, der auch bei deutlich teureren Elektro-Modellen wie etwa dem Porsche Taycan zu beobachten ist, aber wohl nicht jedem (Mokka-e-)Käufer gefallen dürfte.

Credit: IMTEST

FAZIT

Im Test hat der Mokka-e insgesamt einen wirklich guten Eindruck hinterlassen. Mit seinem recht hohen Platzangebot eignet sich der Kompakt-SUV nicht nur für die Stadt, sondern auch für längere Ausflüge. Einige Details gilt es aber noch zu verbessern, wie zum Beispiel die sichtbehindernde Gestaltung der Sensorik am Rückspiegel-Gehäuse.

  • PRO
    • Praktische Größe
    • Viel Platz für Fahrer und Beifahrer
    • Überzeugendes Digital Cockpit
  • KONTRA
    • Rückspiegel-Kamera unvorteilhaft angebracht
    • Sprachsteuerung nicht sehr präzise

IMTEST Ergebnis: gut

2,3

Quelle: IMTEST, Hersteller