Razer Barracuda X aufrecht stehend
Das Razer Barracuda X macht einen schlanken Eindruck und protzt nicht mit ausgefallenen Farben. Credit: IMTEST

  • Preis: 99,99 Euro
  • Akkulaufzeit: Etwa 20 Stunden
  • Gewicht: 250 Gramm
  • Anschlüsse: USB-C, 3,5mm-Klinke, Adapter auf USB-A

Die Zeiten, in denen Gamer den Stereotyp bedienten in dunklen Kellern zu sitzen und sich sozial zu isolieren, sind lange vorbei. Wer spielt, der spielt oft mit Freunden im Multiplayer. Seit den ersten GameBoys, der Nintendo Switch oder Phänomenen wie Pokémon Go! spielt es sich auch hervorragend unterwegs an der frischen Luft. Um dort immer den besten Ton zu haben und auch mit Mitspielern sprechen zu können, liefert Razer mit dem Barracuda X ein Headset, das nicht nur mit allen Spiele-Plattformen kompatibel ist, sondern auch für den Gebrauch unterwegs gemacht. Was das Gerät kann, zeigt der Test.

Razer Barracuda X: Sehr viel Plastik

Das Razer Barracuda X orientiert sich optisch an der ovalen Form bekannter Razer-Headsets wie dem Razer BlackShark oder dem Razer Opus. Das Gehäuse besteht hauptsächlich aus schwarzem Plastik und ist relativ schlicht gehalten. Nur kleinere Highlights, etwa die Stummschalttatste, scheinen wie von der Marke gewohnt giftgrün hervor. Das Headset sitzt sicher auf dem Kopf, ist größenverstellbar und drückt auch nach längerer Tragedauer nicht unangenehm. Zwar ist das Gesamtpaket stimmig, das viele Plastik und der dünne Bezug der Ohrpolster wirken aber etwas billig. Dafür hat sich der Hersteller bei der Funktionalität jede Menge Gedanken gemacht – aber leider nicht ganz zu Ende gedacht.

Abgestecktes Mikrofon des Razer Barracuda X
Das Mikrofon lässt sich einfach entfernen. Credit: IMTEST
USB-C Adapter des Razer Barracuda X
Der USB-C-Adapter verbindet sich automatisch mit dem Headset. Credit: IMTEST

Zum an- und abstöpseln

Das biegsame Mikrofon des Razer Barracuda X ist abnehmbar und macht aus dem Gaming-Headset so auch einen alltagstauglichen Kopfhörer für Bus und Bahn. Die Verbindung zum Endgerät findet dabei entweder physisch über das beiliegende 3,5mm-Klinkenkabel statt, wahlweise aber auch kabellos. An dieser Stelle verzichtet Razer mit Verweis auf den umständlichen Kopplungsprozess auf eine Bluetooth-Verbindung und setzt auf einen Hochgeschwindigkeitsadapter mit USB-C-Stecker.

Dank Plug-and-Play-Funktion verbindet sich das Barracuda X ohne Probleme und vor allem schnell mit dem Adapter. Der Wechsel zwischen PC, PlayStation, Xbox oder Switch-Konsole funktioniert so fliegend. Nebst des Headsets muss man unterwegs aber auch immer den Adapter oder das Kabel dabei haben, was schnell nervig wird. Bei heimischen Konsolen und Computern ist das Umstöpseln des Adapters ebenfalls lästig. Wer das Razer Barracuda X mit dem Handy nutzen will, darf das außerdem nur mit einem Android-Gerät tun, denn der Adapter besitzt keinen Lightning-Anschluss für Apple-Geräte. Da viele moderne Smartphones auf die 3,5mm-Klinkenbuchse verzichten, sollte auch die Handyhülle möglichst schmal ausfallen, um dem breiten Adapter nicht im Weg zu sein.

Knöpfe, Tasten, Rädchen

Schließt man den Adapter an einem Computer an, muss man das Headset zunächst in den Systemeinstellungen als aktives Soundgerät auswählen. Zum verbinden hält man kurz die kleine Einschalttaste des Barracuda gedrückt. Durch mehrmaliges schnelles Tippen auf diese Taste überspringt man außerdem Lieder bei der Musikwiedergabe. Eine taste zum Stummschalten des Mikrofons befindet sich ebenfalls am gleichen Hörer. Dazwischen liegt ein sehr leichtgängiges Rädchen für die Lautstärke, das man gerne versehentlich anstupst, wenn man eine der anderen Tasten drücken möchte. Nicht selten knallt einem der Ton dann unangenehm um die Ohren.

USB-C Adapter des Razer Barracuda X ohne Mikrofon
Ohne Mikrofon wirkt Razer Barracuda X wie ein ganz normaler Kopfhörer. Credit: IMTEST

Razer Barracuda X: Klar und deutlich

Fürs Musikhören oder Podcasts auf längeren Bahnfahrten ist das Razer Barracuda X dank rund 20 Stunden Akkulaufzeit bestens gerüstet. Der Klang fällt dabei gut aus: Die Musikwiedergabe ist weitestgehend sauber, nur der etwas zu kräftige Bass tönt hin und wieder ein wenig zu wuchtig. Eine App für individuelle Klangeinstellungen oder Equalizer gibt es leider nicht. Der eigentliche Zweck des Headsets ist aber nicht das Musikhören, sondern die Kommunikation mit anderen Spielern. Das Mikrofon erfüllt dabei alle Ansprüche, haut aber mit der Sprachqualität niemanden aus den Socken. S-Laute geraten etwas dumpf und werden verschluckt, ansonsten gibt es aber keinen Grund zur Klage.

Das gilt auch für den 7.1 Surround-Sound. Im donnernden Gefecht, auf rauschender hoher See, schleichend in raschelnden Büschen – das Barracuda X lässt Spieler tief ins Geschehen eintauchen. Auch hier ist der Bass stellenweise etwas zu kräftig, was aber absolut zu verschmerzen ist. Höhen und Mitten sind im Klangbild sehr sauber, Stimmen gut verständlich und auch leises Hintergrundrauschen bleibt aus.

Das gesamte zubehör des USB-C Adapter des Razer Barracuda X
Viel dabei: Das Razer Barracuda X kommt mit allerhand Kabeln und Adaptern. Credit: IMTEST

Um in den Genuss des Surround-Sounds zu kommen, müssen Nutzer aber leider erst eine separate Software herunterladen und ihr Produkt bei Razer registrieren. Das Programm ist Windows-exklusiv, Mac-Nutzer schauen in die Röhre. Aber auch ohne das Zusatzprogramm kann das Barracuda X klanglich überzeugen und leistet gute Dienste.

FAZIT

Mit seinem Barracuda X liefert Razer ein sehr solides Headset ab. Klanglich darf man für die veranschlagten 99 Euro mehr als zufrieden sein, aber auch kein Hi-Fi-Wunder erwarten. Mikrofon, Verarbeitung und Funktionalität sind gut, der Sitz auf dem Kopf bequem. Nervig ist dafür die Bedienung und das Umstecken des USB-C-Adapters.

  • PRO
    • Toller Klang, angenehmer Sitz und feiner 7.1-Surround-Sound…
  • KONTRA
    • … den es nur mit Registrierungszwang gibt. Außerdem viel Plastik.

IMTEST Ergebnis:

gut 2,2