Regenjacken: Test mit diesen Modellen

Regen kann nerven. Muss er aber nicht. Denn gemäß der Redewendung „es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur falsche Kleidung“, kann eine solide Regenjacke dafür sorgen, dass die Trägerin oder der Träger trockenen Hauptes durch den Tag kommen. IMTEST hat fünf wasserdichte Freizeit-Regenjacken getestet und verrät, ob die Jacken der Marken Schöffel, Patagonia, Mammut, Haglöfs und Frilufts trocken halten – wie es die Hersteller versprechen.

Darüber hinaus wurde im Test auf die Verarbeitung und den Komfort der Regenjacken geachtet. Schließlich möchte man bei Regenwetter nicht nur trocken bleiben, sondern sich auch rundum wohlfühlen. Welche Jacken das schaffen, verrät der Test.

Sportliches Radfahren, Laufen, Bergtouren – für viele Freizeit-Tätigkeiten gibt es mittlerweile spezielle Regenjacken. Regenjacken für Spaziergänge und kurze Wanderungen, den Weg zur Arbeit oder Ausflüge per Fahrrad oder E-Bike erfreuen sich jedoch der größten Beliebtheit. Im Testfeld von IMTEST finden sich daher auch nur solche „Alltags“-Jacken. Die Preisspanne reicht dabei von 170 bis knapp 300 Euro. Alle Jacken gibt es sowohl in einer Ausführung für Damen als auch für Herren. Neben der Wasserdichtigkeit liegt ein weiterer Schwerpunkt des Tests auf dem Komfort: Je häufiger eine Regenjacke getragen wird, desto wichtiger sind ein guter Schnitt sowie eine hohe Material-Qualität.

Den angenehmsten Eindruck hinterließen dabei die die Jacken von Mammut (Convey Tour), Patagonia (Torrentshell 3L Jacket) und Haglöfs (LIM Jacket). Dabei ist die Mammut-Jacke angenehme leicht. Weitere Vorteile der zweilagigen Hardshelljacke Convey Tour von Mammut sind eine sehr einfach regulierbare Saumweite (per Kordelzug), sowie solide schließende Klettverschlüsse an den Handgelenken. Ihre Unterarm-Reißverschlüsse ermöglichen zudem großzügige Öffnungen für viel frische Luft unter den Armen.

Regenjacken punkten mit Nachhaltigkeit und Leichtigkeit

Ebenfalls hochwertig verarbeitet, aber etwas steif ist die recht angenehm zu tragende Torrentshell 3L Jacket von Patagonia. Praktisch: Die Regenjacke lässt sich über ihre linke Handwärmtasche einrollen und zum einfachen Transport mit Karabinerschlaufe verpacken. Außerdem ist keine der Regenjacken so nachhaltig verarbeitet wie die Patagonia. Die Jacke ist mit Fair Trade und Bluesign zertifiziert und das Außenmaterial ist zu 100 Prozent recycelt.

Genau wie der Testsieger von Mammut ist die Jacke von Haglöfs nicht nur sehr komfortabel, sondern auch sehr leicht. Die nur 200 Gramm sind angenehm zu tragen. Jedoch bietet das Modell keine Seitentaschen für die Hände, was ein wenig unpraktisch ist. Im Gegensatz dazu sind die Kordeln der Kapuze zwar da, lassen sich aber schwer finden, was Punktabzug gibt.

So lief der Test der Regenjacken

Wohl jeder hat schon einmal die Erfahrung einer undichten Regenjacke machen müssen. Daher gilt: Soll es nicht zu einer nassen Überraschung kommen, muss beim Kauf auf die Angabe „wasserdicht“ geachtet werden – die Angabe wasserfest oder wasserabweisend verspricht keinen 100-prozentigen Schutz. Um die Widerstandsfähigkeit der Regenjacken aus dem Testfeld unter durchweg vergleichbaren Bedingungen testen zu können, müssen sie in ein Labor.

IMTEST hat sich für das internationale Forschungs- und Dienstleistungszentrum Hohenstein Laboratories GmbH & Co. KG aus dem baden-württembergischen Bönnigheim entschieden. Die Wasserdichtheit der Regenjacken wurde dort mit einer genormten Beregnungseinrichtung nach Bundesmann (DIN EN 29865:1993-11) getestet. Die Regenjacken wurden dafür einem mit T-Shirts bekleideten Mannequin-Torso angezogen, die Kapuze aufgezogen. Im Nackenbereich sowie unter der Kapuze wurden zusätzlich Textilien als Indikator für eventuell eindringendes Wasser angebracht. Im Gesichts- und Kinnbereich wurde die Gesichtsöffnung abgedeckt.

Halten wasserdichte Regenjacken wirklich dicht?

Um zu prüfen, wie sich wasserdichte Regenjacken nach längerer Nutzung verhalten, wurden alle Jacken einzeln vor der intensiven Beregnungsprüfung im Labor zweimal unter Haushaltsbedingungen gewaschen und getrocknet. Im Anschluss wurde die Imprägnierung im Wäschetrockner aufgefrischt. Beim anschließenden Regentest entsprach die Wassermenge in ihrer Intensität einem starken Landregen. Eine direkte Beregnung der Kapuze und mindestens einer Schulterpartie war während des Tests stets gewährleistet.

Alle Jacken mit Ausnahme der Viedma Jacket von Frilufts erwiesen sich dabei als weitestgehend wasserdicht: Auf ihren Außenhüllen perlten die Wassertropfen verlässlich ab. Im Innenbereich fühlte sich bei der Patagonia Torrentshell 3L Jacket der Saum und die Kapuze lediglich etwas feucht an, bei der Mammut Convey Tour wurden Saum und Ärmelsaum sowie die Vorderseite teilweise nass, bei Schöffels Jacket Padon drang etwas mehr Feuchtigkeit durch. Aber kein Vergleich zur Frilufts: Dort wurden Schulter und Kopf deutlich nass.

FAZIT

Beim Testsieger von Mammut kommen gleich mehrere gute Eigenschaften zusammen: Die Regenjacke ist leicht, atmungsaktiv und verlässlich regendicht. Da die Convey Tour etwas klein ausfällt, sollte sie allerdings vor einem Kauf – wenn möglich – in einem Ladengeschäft anprobiert werden. Günstig, gut, regensicher und ebenfalls leicht: Die nachhaltig verarbeitete Patagonia Torrentshell 3L Jacket erweist sich im Test als verlässlicher Begleiter.