Das Samsung Galaxy S21 und S21 Fe nebeneinander
Ist das Samsung Galaxy S21 FE eine gelungene Weiterentwicklung als das S21? Der Test zeigt es. Credit: La Miko/Pexels, Samsung

Fans warten auf das nächste Top-Modell Galaxy S22, Samsung liefert lieber eine Fan Edition: Das Samsung Galaxy S21 FE ist eine überarbeitete Version der S21-Serie und macht einiges anders, aber nicht alles besser. Wie sich das Samsung Galaxy S21 FE 5G im Test schlägt und wie es im Vergleich zu den Vorgängern einzuordnen ist, verrät IMTEST.

Technische Daten im Überblick

Das sind die technischen Eigenschaften im Überblick:

  • Maße / Gewicht: 155,7 x 74,5 x 7,9 mm / 177 g
  • Prozessor: Snapdragon 888
  • Bildschirm: 6,4 Zoll / 2.340 x 1.080 Pixel / 120 Hertz / AMOLED
  • Kameras: Hauptkamera (12 MP), Ultraweitwinkel (12 MP), Teleobjektiv (8 MP), Selfiekamera 32 MP
  • Speicher: wahlweise 128 GB (getestete Ausstattung) oder 256 GB
  • Preis: 749 Euro (mit 256 GB: 819 Euro)

Test-Ergebnisse im Vergleich

Die detaillierten Ergebnisse des Tests entnehmen Sie der Tabelle.

Update 21. Januar 2022: Alle S21-Modelle wurden nach dem aktuellen Testverfahren geprüft, um eine genaue Vergleichbarkeit zu gewährleisten.

Speicher: maximal erhältliche Versionen

Arbeitstempo: getestet mit Geekbench 5.0.1, Multicore

Grafikleistung: getestet mit 3DMark, Sling Shot Extreme, OpenGL ES 3.1

Ladezeit: getestet mit einem 20-Watt-Power-Adapter

Bildschirm in hoher Samsung-Qualität

Samsungs Bildschirme der Top-Smartphones können sich sehen lassen. Die S21-Reihe zeigt die mitunter beste Bildqualität, sowohl in Sachen Schärfe, Farbtreue, Kontraste und maximale Helligkeit. Auch das Samsung Galaxy S21 FE 5G bewies sich im Test: Mit 403 Pixel pro Zoll (ppi) ist die Bildschärfe des 6,4 Zoll großen Displays etwa auf Niveau des S21 und S21+, allerdings unter dem des S21 Ultra (516 ppi). Auch die im Labor gemessene Bildschirmhelligkeit reicht mit 888 Candela pro Quadratmeter nicht ganz an seine Geschwister heran, allem voran das S21 Ultra mit 1.170 cd/qm.

Die Farbwiedergabe erfolgt präzise – unter einer Voraussetzung. Die standardmäßige Farb-Einstellung “Lebendig” stellt Farben knallig dar – auch wenn sie das nicht sind. Der Nutzer muss wie auch schon bei den Vorgängern in den Einstellungen der Anzeige die natürliche Farbwiedergabe wählen. Dann erreicht das Display eine hohe Farbtreue sowohl bei Farben aus dem sRGB- als auch DCI-P3-Farbraum, allerdings auch hier nicht ganz auf dem exzellenten Niveau des S21, S21+ und S21 Ultra, denen das Testlabor jeweils ein “Sehr gut” in dieser Kategorie bescheinigt.

Display des Samsung Galaxy S21 FE 5G mit Spinne im Netz
Das Display des Galaxy S21 FE 5G zeigt ein sehr scharfes Bild mit sehr hohem Kontrast. Credit: IMTEST / SAMSUNG
Display des Samsung Galaxy S21 FE 5G knallgrüner Frosch
Auch eine Hohe Farbtreue konnte das Testlabor bescheinigen. Auch wenn die nicht ganz auf dem Niveau des S21 Ultra ist, Bilder und Videos wirken brillant. Credit: IMTEST / SAMSUNG

Leistung und Akkulaufzeit

In Samsungs S21-Reihe kommt der hauseigene Exynos-Prozessor zum Einsatz. Dessen Tempo ist durchaus hoch und erreichte im S21 Ultra 3.489 Punkte bei der Prozessorleistung (Geekbench, Mehrkern-Berechnung) und 7.524 Punkte bei der Spieleleistung (3D Mark Sling Shot Extreme) – so schnell sind auch das S21 und S21 Plus. Das Samsung Galaxy S21 FE 5G holt auf: Der verbaute Snapdragon-888-Prozessor erreicht 3.128 Punkte im Geekbench, bei der Spieleleistung allerdings den Maximalwert.

Die Akkulaufzeit beträgt 5:50 Stunden bei dauerhafter Wiedergabe eines Video-Streams. Das ist etwas kurz. Das Galaxy S21 Ultra schafft 10:35 Stunden, das S21+ erreicht 11:59 Stunden und das S21 9:40. Grund dafür sind die beim FE standardmäßig aktivierten 120 Hertz, die mehr Energie benötigen. Die 2021 erschienene S21-Reihe hingegen geht adaptiv vor: Das Gerät entscheidet je nach Anwendung, drosselt oder dreht die Bildwiederholrate hoch, wobei das Maximum ebenfalls bei 120 Hertz liegt. Wie die Test-Ergebnisse zeigen, sorgt das adaptive Vorgehen für einen sparsameren Energieverbrauch.

Die Ladedauer beträgt 1:39 Stunden. Wie auch bei den vorherigen S21-Modellen ist das etwas langsam, vor allem im Vergleich mit der rasanten Lade-Geschwindigkeit eines Oppo Reno 6 5G, das deutlich weniger kostet. Natürlich ist auch beim Galaxy S21 FE 5G kabelloses Laden an Bord, sowie der aktuelle Mobilfunkstandard 5G und schnelles WLAN per Wifi 6.

Hinweis: IMTEST garantiert faire, transparente und stets aktuelle Tests. Produkt-Weiterentwicklungen schlagen sich deshalb auch in den Testverfahren nieder. Deshalb prüft das Testlabor alle Modelle der S21-Serie nach dem aktuellen Test-Verfahren, das auch das Galaxy S21 FE 5G durchläuft. Hierdurch erhält der Leser einen genauen Vergleich zwischen den Modellen. Die detaillierten Ergebnisse entnehmen Sie der Tabelle.

Samsung Galaxy S21 FE nebst Verpackung
Das Samsung Galaxy S21 FE 5G im Test. Die Verpackung ist sehr kompakt und verzichtet auf viel Plastikmüll. Auch das wird bewertet. Credit: IMTEST / SAMSUNG


Design: Fans bekommen Plastik

Das Kürzel “FE” steht für “Fan Edition”. Da ist zu erwarten, dass Samsung echten Fans nur das Feinste vom Feinsten in die Hände legt. Zumindest bei der Material-Wahl trifft das nicht zu. Die Verarbeitung ist zwar tadellos und wirkt sehr hochwertig. Die Rückseite besteht aber wie auch schon beim Galaxy S21 aus Kunststoff. Dafür gibt es (etwas) neue Farben: Das Olivgrün ist ein echter Hingucker, aber auch die Farben Lavender, Graphite und White wirken durch ihr mattes Finish schick. Die Kamera-Einheit fügt sich hier als Teil der Rückseite nahtlos ein, anstatt farblich hervorzustechen.

Samsung Galaxy S21 FE 5G matte Rückseite
Das Gehäuse besteht leider aus Kunststoff. In dieser Preisklasse ist das etwas enttäuschend. Credit: IMTEST / SAMSUNG
Samsung Galaxy S21 FE 5G Gehäuserahmen
Der schlanke Aluminiumrahmen ist leicht abgerundet. Credit: IMTEST / SAMSUNG
Samsung galaxy S21 FE in vier Farben: Schwarz, Weiß, Olivgrün und Lavender
Samsung galaxy S21 FE 5G in vier Farben: Schwarz, Weiß, Olivgrün und Lavender. Credit: SAMSUNG


Kameras: Hauptkamera und Zoom im Test

Haupt- und Ultraweitwinkel-Kameras lösen hier wie auch beim S21 und S21+ mit 12 Megapixel auf. Mit Blick auf das Datenblatt erscheinen der Zoom und die Frontkamera die größten Unterschiede auszumachen. Das Teleobjektiv löst beim S21 FE 5G mit 8 MP nämlich deutlich niedriger auf als bei den genannten Vorgängern (je 64 MP). Die Selfiekamera erhöht die Pixelanzahl dafür auf 32 MP statt wie zuvor 10 MP. Allerdings sagt ein Test mehr als tausend Worte.



Bei Tageslicht gelingen gute Aufnahmen mit hoher Bildschärfe und natürlicher Farbwiedergabe sowie ausgewogener Dynamik. Das S21 Ultra erreicht eine etwas höhere Detailauflösung, wohingegen das S21 FE 5G manche feine Strukturen glatt zeichnet, die dann minimal verschwommen wirken. Dafür weisen die Fotos bei sehr wenig Umgebungslicht kaum Bildrauschen auf. Auch wirken Farben natürlicher. Die optische Vergrößerung zeigte im Test bei 4-fachem Zoom ebenfalls eine hohe Detailauflösung, etwa gleichauf mit dem Galaxy S21 und Galaxy S21+. Das S21 Ultra bleibt aber als Zoom-Meister ungeschlagen, was Vergrößerungsstufe und Detailgrad angeht.

Die Selfiekamera bringt aufgrund der hohen Auflösung sehr viele Details auf das Bild, ist aber ebenfalls von Weichzeichnung geplagt. Dafür gelingen Aufnahmen bei wenig Licht deutlich besser als mit bisherigen S21-Modellen.

In der Summe, also bei verschiedenem Umgebungslicht, mit und ohne Zoom, ist die Qualität der Foto-Kameras etwas besser als bei den Vorgängern.

Fotografierter Torbogen in der Innenstadt
Bei mäßigem Licht zeigen die Fotos eine noch gute Bilddynamik und recht viele Details, etwa die Fugen zwischen den Pflastersteinen. Credit: IMTEST / SAMSUNG
Ein Baum mit Lichterkette
Glanzparade: Auch bei Nacht zeigen die Aufnahmen ein noch klares Bild. Credit: IMTEST / SAMSUNG
Aufnahme von einer Skulptur auf dem Rathaus
Ganz ohne Zoom steht die Skulptur noch in weiter Ferne.
Aufnahme von einer Skulptur auf dem Rathaus
Bei vierfacher Vergrößerung sind noch viele Details gut sichtbar, etwa die Verzierungen am Gebäude und der Schriftzug.
Aufnahme von einer Skulptur auf dem Rathaus
Die 10-fache Vergrößerung lässt Details verschwimmen. Der Schriftzug ist dafür noch gut lesbar.
Aufnahme von einer Skulptur auf dem Rathaus
Die maximale Zoomstufe beträgt 30-fach. Spannend ist die Vergrößerung zwar – aber nur aus technischer Perspektive. Das Bild lässt Schärfe und Details vermissen.
Aufnahme von drei Tauben an einer Hauswand
Vor dem ungemütlichen Wetter suchen diese drei Tauben an der Hauswand des Hamburger Rathauses Schutz. Der Kamera entkommen sie nicht.
Aufnahme von drei Tauben an einer Hauswand
Bei vierfacher Vergrößerung ist die Bildschärfe gut, auch die steinernen Strukturen sehen plastisch und natürlich aus.
Aufnahme einer Taube an einer Hauswand
Bei zehnfachem Zoom macht sich dann die sogenannte Artefaktbildung bemerkbar. Details im Gefieder der Taube und an Oberfläche der Steine wirken verwaschen, als wären Sie mit Ölfarben gezeichnet.
Aufnahme einer Taube an einer Hauswand
Die dreißigfache Vergrößerung zeigt das kleine Zauselvieh aus nächster Nähe bei – wie üblich für Smartphone-Zooms – mäßiger Qualität.
Aufnahme von einer Skulptur auf dem Rathaus
Die maximale Zoomstufe beträgt 30-fach. Spannend ist die Vergrößerung zwar – aber nur aus technischer Perspektive. Das Bild lässt Schärfe und Details vermissen.


Samsung Galaxy S21 FE 5G im Test: Fazit

Das Samsung Galaxy S21 FE 5G baut die Stärken der Vorgänger aus. Das Tempo ist noch höher, die Kamera schießt bei wenig Umgebungslicht bessere Aufnahmen. Die Stärken des Vorgängers dürfen nicht fehlen: Ein sehr guter AMOLED-Bildschirm und ein wasserdichtes Gehäuse. Allerdings ist hier und da der Rotstift zu bemerken. Vor allem die Laufzeit erscheint etwas kurz, da eine adaptive Einstellung fehlt. Das drückt auf die Note und lässt das sonst gelungene S21 FE 5G etwas schlechter dastehen als seine älteren Geschwister – dafür aber auch zum geringeren UVP.

  • PRO
    • Farbtreuer, scharfer und heller OLED-Bildschirm, hohe Fotoqualität, sehr hohes Tempo, wasserdicht.
  • KONTRA
    • Etwas kurze Akkulaufzeit, etwas lange Ladedauer.

IMTEST Ergebnis:

gut 1,9