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Smarte LED-Leuchten zum Energiesparen

Neben Systemen zum Überwachen von Haus und Hof mit Kamera und Türschlössern wird clevere Beleuchtung, die sich per App oder Sprache steuern lässt, im vernetzten Zuhause am häufigsten eingesetzt. Laut der Erhebung „Smart Home 2020“ vom Digitalbranchenverband Bitkom setzt bereits jeder vierte Deutsche daheim auf smartes („schlaues“) Licht. Neben Komfortgewinn ist das dank eingesetzter LED-Technik sehr energiesparend und ausdauernd – was wiederum die wirklich hohen Anschaffungskosten ausgleicht. IMTEST hat fünf smarte LED-Leuchten für Fassungen mit E27- Schraubsockel getestet – die klassische Glühbirnen-Größe.

Unter den LED-Leuchten ist die gefragte Philips Hue, die dem Smarthome-System der bekannten Marke angehört. Aber auch die günstigere Leuchte von Ikea ist im Test und durfte beweisen, was sie leistet. Ebenfalls wurden die smarten Leuchten von Wiz, AVM und Ledvance getestet. Letztere ist mit fast 32 Euro die teuerste Leuchte im Vergleichstest.

Eine Alternative bietet auch Lidl mit den smarten Leuchten der neuen Serie. IMTEST hat die Lampen des Discounters hier bereits getestet.

Smarte LED-Leuchten nutzen

Um intelligente Leuchten im heimischen Smarthome für eine bequeme Lichtsteuerung zu vernetzen, reicht es oftmals, diese direkt über entsprechende Apps des jeweiligen Herstellers anzusteuern – was im Testfeld mit den smarten Glühbirnen von Philips, Ledvance und Wiz möglich ist. Bei ersteren per Bluetooth, bei letzterer per WLAN. Die Technologie dafür sitzt bei allen drei Leuchten im Sockel. Die FritzDect 500 von Hersteller AVM lässt sich zwar ebenfalls einfach per App ansteuern, Voraussetzung dafür ist aber eine FritzBox mit aktueller Software (FritzOS 7.20). Der Kontakt zur Leuchte wird hier über DECT-Funk hergestellt, einen Funkstandard, der oft bei Festnetztelefonen eingesetzt wird.

Das schwedische Möbelhaus Ikea geht mit seiner Trådfri LED 1000 lm E27 noch einen anderen Weg: Die Leuchte lässt sich über eine Smarthome-Zentrale („Gateway“), die mit dem heimischen WLAN-Router verbunden wird (basierend auf dem Funkstandard „ZigBee“) oder per Dimmschalter verwenden – IMTEST hat ein Set mit Gateway, Dimmschalter und Trådfri-LED getestet. Im Test erwies sich die zwar etwas aufwändigere Inbetriebnahme der Ikea-Leuchte noch als recht einfach. Anders bei der Wiz-LED: Im Kopplungsprozess wurden per App mehrere unterschiedliche Testlampen nur im manuellen Modus und nicht automatisch erkannt. In diesem Testfeld punkteten die LEDs von Philips und AVM mit vergleichsweise einfacher Einrichtung.

LED-Leuchten steuern: per App, Sprache und Funk

In Räumen mit mehreren Lichtquellen bietet sich für die einzelnen LED-Leuchten das Abspeichern von Lichtszenen für wiederkehrende Situationen an, zum Beispiel Fernsehlicht. Per Sprachbefehl lassen sich die Lichtszenen dann „einschalten“. Hierbei spielt die Testsieger-Leuchte Hue von Branchenprimus Philips ihre Stärken aus: Sie versteht sich mit allen smarten Sprachassistenten wie Amazon Alexa, Google Assistant und Apple HomeKit sehr gut.

Auch die A67.E27 Full Color LED von Wiz und die Smart+ Filament E27 von Ledvance befolgen Sprachbefehle zur Lichtsteuerung. Einzig die FritzDect 500 lässt sich nicht per Sprachbefehl steuern. Darüber hinaus gelungen sind bei den LED-Leuchten von Philips Hue und Wiz die vielen Konfigurationsmöglichkeiten für das Anpassen der Beleuchtung durch Farben, Szenen und Rhythmen an den Tagesverlauf.

LED-Leuchten im Test: Schönes Licht – laborgeprüft

Neben unterschiedlichen Farben ist vor allem wichtig, wie gut die Lampen angenehmes Weißlicht erzeugen können. Darüber geben Angaben zu Farbtemperatur und -wiedergabe Auskunft. IMTEST ließ diese Werte der LED-Leuchten durch das unabhängige Testlabor OBL aus dem nordrhein-westfälischen Hüllhorst messen. Die Farbtemperaturen der Testkandidaten werden dabei relativ zu einer weißen Lichtquelle ermittelt und in der Regel in Warmweiß, Naturalweiß und Tageslichtweiß gegliedert. Dabei wirkt das kalt weiße Licht meistens ungemütlich.

Die höchste Abweichung vom Idealwert hat die Wiz A67.E27 Full Color LED. Die Hue A67.E27 1600 lm von Philips zeigt im Test nur minimale Abweichungen und sichert sich damit den Bestwert. Bei der Farbwiedergabe liefern AVMs FritzDect 500 und die Wiz die natürlichsten Werte. Bestimmt werden diese über den allgemeinen Referenzindex (Ra). Dieser gibt an, wie natürlich die Farben von Gegenständen oder der Umgebung bei einer bestimmten Lichtquelle wirken. Für die Farben der Ikea-Leuchte und der Hue ermittelte OBL einen etwas unnatürlicheren Wert als bei den anderen LED-Leuchten.

Fazit

Strahlender Sieg für Philips’ Hue A67.E27 1600lm: Die clevere LED lässt sich sehr einfach einrichten und bedienen – ob nun direkt über die Smartphone-App des Herstellers via Bluetooth-Funk oder per Sprachbefehl vom Sprachassistenten aus. Außerdem bemerkenswert an der Hue: Die lange Lebensdauer von bis zu 25.000 Betriebsstunden. Wer besonderen Wert auf niedrigen Stromverbrauch von LED-Leuchten legt, bekommt mit dem Preis-Leistungs-Sieger Wiz A67.E27 Full Color LED die nachhaltigste Leuchte. Zudem kann die Wiz, wie die Philips Hue, mit vielen Einstellungsmöglichkeiten punkten.