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Nicht nur aufgrund der Corona-Krise kaufen immer mehr Konsumenten im Internet ein. Doch wie sieht es angesichts der vielen Verpackungen, Retouren und Lieferungen mit der Umweltbilanz des Online-Shoppings aus?  Dieser Frage sind die Unternehmensberatung Oliver Wyman und der Logistics Advisory Experts GmbH nachgegangen, einem Ableger der Universität St. Gallen. Das Ergebnis: Die Klimabilanz des Onlinehandels sei viel besser als die des stationären Handels.

Trotz Retouren besserer Klima-Fußabdruck

Über die gesamte Lieferkette schneide der Online-Handel hinsichtlich des Klima-Fußabdrucks um den Faktor 1,5 bis 2,9 besser ab. Betrachte man den gesamten Weg eines Produktes aus dem Non-Food-Bereich vom Hersteller bis zum Verbraucher betrachtet, würden beim stationären Einzelhandel durchschnittlich 2.000 Gramm CO2 anfallen. Im Online-Handel seien es hingegen nur 800 Gramm. Bei einem Buch im Einzelhandel liege der Klimaschaden beim 1,6-Fachen, bei einem Kleidungsstück beim 2,9-Fachen. Dabei wurden laut eigenen Angaben Retouren mit eingerechnet.

Weniger Verkehr durch E-Commerce

Das Kernproblem im stationären Handel sei, dass die meisten Kunden mit dem Auto zum Laden fahren. „Wer zu Fuß zum Buchladen geht, kommt auf die gleiche Klimabilanz wie der Online-Käufer”, so Joris D’Incà von Oliver Wyman. Die Bündelung der Warentransporte im Lieferverkehr sei um ein 4- bis 9-faches effizienter, als wenn Verbraucher selbst zu den jeweiligen Läden fahren. Auch würde Online-Shopping den Verkehr entlasten, auch wenn es manchmal anders aussehe. Neben dem reinen Verkehr sei beim stationären Einzelhandel zudem die Infrastruktur ein Problem. Im Vergleich zum Online-Händler würde beispielsweise viel mehr Fläche benötigt. Dazu kämen Parkplätze und andere Installationen, die zu Versiegelung von Böden und Flächenverbrauch beitragen würden.

Geschmäckle: Studie von Amazon gesponsert

Online-Shopper sollten sich aber nicht zu „grün“ fühlen. Denn die Studie wurde von Amazon finanziert. Die Macher betonen allerdings, dass sie vollkommen unabhängig durchgeführt wurde.

Fotos: Pixabay

Quelle der Studie: Handelsblatt