Vorne blaues iPhone, andere Smartphones dahinter aufgestellt mit blauen Bildschirmen, blauer Hintergrund
Credit: IMTEST, Apple

Wenn Apple seine neuen iPhone-Modelle präsentiert und auf den Markt bringt, ist das ein Event auf das Fans und Kritiker des Konzerns gespannt schauen. Denn oft genug kommen die neuen Modelle mit Innovationen und setzen neue Maßstäbe. Auch beim neuen iPhone 13 ist das nicht anders. Was es kann und vor allem, ob Top-Smartphones anderer Hersteller da mithalten können, zeigt der große Test und Vergleich mit insgesamt 15 Smartphones.

Top-Smartphones und iPhone 13 im Überblick

Das Testfeld des großen Vergleichs besteht aus zwei Kategorien: Smartphones bis 600 Euro und Smartphones ab 600 Euro. Die neuen iPhone 13-Modelle sind natürlich in der oberen Preisliga zu finden. Wie auch 2020 bilden vier Modelle die neue Serie:

Klein, handlich, technisch aber auf Augenhöhe mit den ganz Großen. Das iPhone 13 mini hat einen 5,4 Zoll großen Bildschirm und lässt sich somit auch einhändig gut bedienen.

Mit 6,1 Zoll ist der Bildschirm größer als beim mini. Darum wächst auch der Akku. Davon abgesehen sind beide Geräte technisch identisch.

Wie auch beim iPad und den MacBooks steht das Wort „Pro“ für ein Plus an Technik. Bei der neuen iPhone-Generation bedeutet das bessere Kameras, mehr Grafikleistung, ein besserer Bildschirm und auf Wunsch mehr Speicher.

Das iPhone 13 Pro Max teilt die technischen Vorteile mit dem iPhone 13 Pro, jedoch mit einem größeren Bildschirm mit 6,7 Zoll Diagonale – bestens für alle, die auf einhändige Bedienung verzichten und dafür lieber mehr im Blick haben wollen.

iPhone 13 Pro Vergleich iPhone 13 mini
Das iPhone 13 mini im Vergleich zum iPhone 13 Pro. Bei den Gehäuse-Größen hat sich nichts getan.
Notch Vergleich iPhone 13 und iPhone 12
Alle neue Modelle besitzen eine kleinere Notch, hier im Vergleich zum iPhone 12 (rechts).
Schwarzes kleineres iPhone neben größerem hellem modell auf weißem Hintergrund
Das kleine Schwarze passt einfach immer. So auch hier: Das iPhone 13 mini ist sehr handlich.

In dieser Preisklasse treten direkt gegen Apple die neuen Top-Smartphones von Samsung (Galaxy Z Fold3 und Flip3), das Vivo X60 Pro, das Asus Zenfone 8 und das Xiaomi 11T Pro an. Zudem sind Samsung und Xiaomi mit ihren günstigeren Modellen im Feld bis 600 Euro vertreten. Auch Nokia und Sony sind hier mit je ein Modell dabei.

Smartphones ab 600 Euro

Smartphones bis 600 Euro

iPhone 13 im Test

Unter den vier neuen Apple-Modellen sind das iPhone 13 Pro und Pro Max am besten. Sie erhalten eine Gesamtnote von 1,3 – ein „Sehr gut“. Die Pro-Modelle überzeugen mit ihrem Spitzenbildschirm, der starken Kamera-Ausstattung und einem hohen Arbeitstempo. Einziger Kritikpunkt hier: Die Ladedauer ist etwas lang.

Hamburger Alster bei Nacht
Die Hamburger Alster bei Nacht erstrahlt in neuem Glanz: Das iPhone 13 beherrscht einen noch besseren Nachtmodus- auch mit dem Ultraweitwinkel
Richtig reinzoomen ohne große Detailverluste können nur das iPhone 13 Pro und Pro Max.
Grünes Blatt in der Detailaufnahme
Kommen Sie näher und staunen Sie: Dieses grüne Blatt wurde aus nächster Nähe fotografiert.

Auch das iPhone 13 und Mini punkten mit dem ebenbürtigen Kamerasystem, hohem Arbeitstempo und schickem Design. Nur das Display kann mit denen der Pro-Versionen nicht mithalten. Alles in allem sind jedoch alle vier iPhone 13 Spitzengeräte. So besetzen sie auch im Vergleich mit den anderen Top-Smartphones die Plätze 1 bis 4. Alle Testdetails zum iPhone 13 gibt es im folgenden Artikel:



So schön sind andere Top-Smartphones

Auch wenn das iPhone mit seinem minimalistischen Konzept als Design-Pionier gilt, schicke Smartphones gibt es längst nicht mehr nur bei Apple. Das Vivo X60 Pro ist mit seinem fast randlosen Display und der hochwertigen Verarbeitung eine wahre Augenweide. Auch schick und ähnlich handlich wie das iPhone 13 mini ist das Asus Zenfone 8. Trotz der kompakten Maße verzichtet es nicht auf starke Technik – heutzutage eine echte Seltenheit.

Wer es wasserdicht braucht, muss nicht immer zu den teuren Geräten greifen – auch wenn das die Regel ist. Eine positive Ausnahme bildet das Sony Xperia 10 III. Die Glasrückseite sammelt allerdings Fingerabdrücke, da sie nicht wie bei den Mitstreitern von Apple oder Vivo mattiert ist.

Hand hält Smartphone mit Startbildschirm vor grauer Wand
Gegen den Strom schwimmt das wasserdichte Xperia 10 III mit seiner schmalen, länglichen Form.
Aufgeklappte Klapp und Falt-Smartphones auf beigen Tisch
Echt innovativ ist der Faltmechanismus des Galaxy Z Flip3 (links) und Galaxy Z Fold3 (rechts).

Eine echte Design-Revolution zetteln die Top-Smartphones Samsung Galaxy Z Fold3 und das Galaxy Z Flip3 an. Beide lassen sich aufklappen. Das Fold3 verwandelt sich so von einem Smartphone in ein kleines Tablet. Das Flip3 ist aufgeklappt etwas größer als ein herkömmliches Smartphone, passt zusammengeklappt dafür sogar in eine Hemdtasche.

Bares für die besten Bildschirme

Das Display ist mehr als das Gesicht eines Smartphones. Hierüber blickt der Nutzer auf alle Inhalte, ob Videos, Fotos, Internetseiten oder Spiele. Nur die besten Bildschirme zeigen all das auch tadellos an: Eine scharfe Darstellung? Bietet das Realme 8 Pro für 299 Euro. Starke Kontraste dank OLED? Gibt es schon beim OnePlus Nord 2 für 399 Euro. Ein flüssiges Bild mit 120 Hertz? Das Samsung Galaxy A52 5G für 429 Euro, bitte schön. Unter Androiden sind die Eigenschaften, die ein gutes Display ausmachen, längst keine Neuheiten mehr. Die Kunst besteht allerdings darin, all diese Qualitäten in einem Gerät zu vereinen.

Blaues Smartphone Rückseite liegt auf Holzdielen
Schlank und schick: Vivo kleidet sein starkes Technik-Paket in ein angemessenes, edles Outfit. Credit: IMTEST

Spitzen-Displays, die genau das können, findet man deshalb fast ausnahmslos nur bei den hochpreisigen Top-Smartphones. Über einen sehr guten Bildschirm verfügt das Vivo X60 Pro, dicht gefolgt von den beiden Samsung-Faltern und dem Xiaomi 11T Pro. Sie alle punkten mit starken Kontrasten, hoher Farbtreue, einem sehr scharfen und zugleich flüssigem Bild. Das Galaxy A52 überrascht: Obwohl es deutlich günstiger ist, schneidet es im Test ebenso gut ab, wie die genannten Premium-Modelle. An die Displays des iPhone 13 Pro und Pro Max reicht allerdings keiner der getesteten Kontrahenten heran.

Leistungsstark ist nicht nur das iPhone 13

Auch wenn Apple mit dem neuen A15-Bionic-Chip das Rennen macht, gibt es unter den Top-Smartphones andere leistungsstarke Zugpferde, die nicht im Stall zurückbleiben. Im Innern des Asus Zenfone 8, des Vivo X60 Pro und des Xiaomi 11T Pro arbeiten starke Prozessoren. Auch wenn sie nicht das Niveau des Apple-Chips erreichen, bringen sie es in Sachen Arbeitstempo und Grafikleistung auf eine sehr gute Benotung.

Im Vergleich dazu hinken günstige und mittelteure Geräte deutlich hinterher. Das Galaxy A52 und das Realme 8 Pro etwa eignen sich nur für das Nötigste, also Mails lesen, Nachrichten schreiben und Surfen, vielleicht noch Schnappschüsse. Spiele mit detaillierter 3-D-Grafik laufen nicht flüssig oder unansehnlich. Und aufwendige Augmented Reality ist gar nicht in Sicht. Außergewöhnlich schnell für sein Geld ist das OnePlus Nord 2 5G. Für 399 Euro ist es erschwinglich, lässt sich von einem leistungsstarken Prozessor antreiben.

Blaues Smartphone neben Zollstock auf Holzboden
So handlich sind leistungsstarke Smartphones selten: das kompakte Asus Zenfone 8. Credit: IMTEST

5G auch bei günstigen Smartphones

Beim schnellen OnePlus Nord 2 ist zudem 5G mit dabei. Der neue Mobilfunkstandard sorgt für eine hohe Datenübertragung im mobilen Netz und ist längst nicht mehr nur teuren Geräten wie den iPhones vorbehalten. So verfügt schon das Nokia X10 für unter 300 Euro über die Technik zur Nutzung des neuen Netzes. Bei Geräten ab 400 Euro ist sie mittlerweile standardmäßig dabei.



Kameras im Härte-Test

Mit der Kamera kommt die Königsdisziplin im Test. In kaum einer Kategorie sind die Unterschiede von günstigen zu teuren Smartphones so deutlich sichtbar wie bei der Foto- und Videoqualität. Tadellose Aufnahmen bei Tag und Nacht, mit sauberem Zoom und spannenden Extras beherrschen nur die echten Top-Smartphones. Bei Tageslicht liefern die meisten Geräte immerhin gute bis sehr gute Ergebnisse. Bei wenig Licht oder Nacht wird es finster – wortwörtlich. Günstige Geräte lassen kaum noch etwas erkennen, und körniges Bildrauschen überdeckt das gesamte Bild.

Nur die besten Smartphones bewältigen solche und andere Herausforderungen, mit einem Zusammenspiel ausgeklügelter Technik: Kamerasensor, Prozessor und Software-Berechnungen arbeiten zusammen und erhöhen die Bildqualität, reduzieren Störungen. Die besten Ergebnisse unter Androiden erzielten hier das Samsung Galaxy Z Fold3 und das OnePlus Nord 2. Sogar die Aufnahmen bei Nacht überzeugen mit einem klaren und detailreichen Bild.



Videos mit Top-Smartphones machen

In Sachen Videoaufnahme möchte es Xiaomi ähnlich wie Apple machen und für filmreife Erfahrungen sorgen: Das 11T Pro kommt mit vielen Extras und Effekten, etwa dem Hitchcock -Zoom, bei dem sich Protagonist und Hintergrund schwindelerregend voneinander absetzen. Das Vivo X60 Pro wartet mit besonders guter Bildstabilisierung auf. Auch beherrscht es ähnlich wie die Pro-Modelle der iPhone 13-Serie einen Makromodus für detailreiche Nahaufnahmen. Zwar ist dieser Modus auch unter sehr günstigen Geräten weit verbreitet. Die Aufnahmen lassen im Vergleich zu den Top-Smartphones aber bei den meisten Geräten deutlich Details vermissen.

So kommen beim Realme 8 Pro und dem Nokia X10 nicht sehr detailreiche Aufnahmen zu Stande. Und selbst wenn alle rückseitigen Kameras für jede Situation gewappnet sind, gilt das längst nicht für die frontal verbaute. Stattdessen ist die Selfiekamera vieler Smartphones eine echte Schwachstelle. Vor allem bei wenig Umgebungslicht tritt starkes Bildrauschen auf, mit dem günstige Handys leben müssen. Gute Ergebnisse unter allen Lichtbedingungen kann hier nur das Samsungs Fold3 vorweisen.



Kinomodus: Filmreife Kamera

Der neue Kinomodus bei Top-Smartphones bringt leistungsstarke Technik und ausgeklügelte Software zusammen. Was dahintersteckt, erklärt IMTEST hier.

Autofokus für Hauptdarsteller: Personen und Objekte werden bei der Videoaufnahme automatisch anvisiert. Die Kamera erkennt das gewünschte Motiv und stellt es scharf. Wendet sich beispielsweise eine sprechende Person ab und eine andere der Kamera zu, so wechselt der Fokus automatisch. Der Effekt des Scharfstellens geschieht zudem nicht abrupt, sondern allmählich und erzeugt damit einen Effekt wie im Film.

Fokus-Verschiebung wie im Film: Außerdem kann der Nutzer auch in das Geschehen eingreifen und per Fingertipp selbst den Fokus setzen. Das fokussierte Motiv ist dann gelb umrahmt. Spannend: Auch nach der Aufnahme lässt sich bestimmen, wann welches Objekt oder Person scharfgestellt werden soll. In der Zeitlinie erscheinen dann Markierungen, die auf Fokus-Einstellung hin[1]weisen. Die kann der Nutzer nach Belieben hinzufügen oder löschen. Auf diese Weise lässt sich mit Schärfe- und Unschärfe-Effekten spielen.

Kinomodus Aufnahme mit iPhone 13
Der Protagonist wendet sich von der Kamera ab, der Fokus liegt auf den Gebäuden hinter ihm…
Kinomodus Aufnahme mit iPhone 13
Der freundliche Redakteur lächelt in die Kamera und schon stellt der Fokus ihn scharf. Der Fokus lässt sich auch nachträglich per Fingertipp verändern und wird unten in der Zeitlinie mit gelben Punkten markiert.

Top-Smartphones mit Akku-Schwächen

Auch unter Androiden sind die Dauerläufer meistens leistungsschwache Geräte. Langsame Prozessoren und gering auflösende Bildschirme bedürfen eben weniger Strom. So kommt etwa das Realme 8 Pro im Test auf ausdauernde 12:27 Stunden. Alle getesteten Kandidaten unter 600 Euro beweisen viel bis sehr viel Ausdauer. Unter den Top-Smartphones überrascht Vivo mit dem X60 Pro: Erst nach 12:31 Stunden war Schluss. Kompakte und zugleich leistungsstarke Geräte haben ein Problem: Der Akku ist klein, der Energiebedarf aber groß. Das Flip3 und das Zenfone 8 ringen deshalb mit kurzen Laufzeiten.

Aufladen in Höchstgeschwindigkeit kann das Xiaomi 11T Pro: In unter 30 Minuten war der Tank wieder voll – ein neuer Rekord. Auch das günstige Realme 8 Pro (47 Min.) und OnePlus Nord 2 5G (39 Min.) sind zügig voll. Kabelloses Laden bleibt eine seltene Zugabe.

FAZIT

Apple kündigt nicht nur vollmundig an, sondern liefert auch ab. Ob ein hochauflösendes, farbtreues Display, ein rasanter Prozessor, ein vielseitiges Kamera-System für tolle Foto- und Videoaufnahmen oder lange Laufzeit – die neuen iPhone 13-Modelle bieten Technik der Spitzenklasse. Aber nicht nur in den Pflichtdisziplinen, sondern auch in der Kür sammelt die neueste Generation Punkte: Die Geräte sind wasserdicht, beherrschen kabelloses Laden und bieten guten Klang über die Lautsprecher und beim Telefonieren.

Im Vergleich zur 12er-Reihe hat sich die Kamera insbesondere bei Nachtaufnahmen deutlich verbessert, auch die längere Akkulaufzeit ist erfreulich. Große Sprünge machen aber nur die Pro-Modelle: Der Bildschirm läuft mit 120 Hertz endlich richtig flüssig. Dank intelligenter Technik hält der Akku trotzdem sehr lange durch. Zum ordentlichen Zoom gesellt sich erstmals ein Makro-Modus für verblüffende Nahaufnahmen. Zudem gibt es nun 1.000 Gigabyte Speicher – wenn auch für einen happigen Aufpreis.

„APPLE GELINGT DER RUNDUMSCHLAG. VOR ALLEM DAS IPHONE 13 PRO UND PRO MAX PUNKTEN IN JEDER DISZIPLIN.“

Timur StürmerIMTEST-Experte

Und die Konkurrenz unter den Top-Smartphones? Die kann all das auch. Allerdings gibt es derzeit kein Smartphone, dass all diese Superlativen vereint. Samsung zeigt sich mit seinen faltbaren Premium-Displays als Innovationstreiber, die Akkulaufzeit lässt aber zu wünschen übrig. Xiaomi setzt mit der Schnelllade-Technologie immerzu neue Maßstäbe. Doch die Kamera des 11T Pro enttäuscht. Vivo liefert ein starkes Gesamtpaket ab. Allerdings ist das X60 Pro nicht wasserdicht, sein Speicher ist etwas zu klein für den hohen Preis, und es fehlen ordentliche Stereo-Lautsprecher.

Aber braucht es all das überhaupt? Smartphones unter 600 Euro verblüffen mit ihrer alltagstauglichen Technik zu erschwinglichen Preisen. OnePlus, Sony und Samsung beweisen, dass auch schon für um die 400 Euro alles im Smartphone stecken kann, was der Durchschnitts-Nutzer so braucht. Das Staunen bleibt dann aber aus.