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Samsung Galaxy S22 Ultra im Test gegen iPhone 13 und Co.

Das Top-Gerät von Samsung ist das Galaxy S22 Ultra. IMTEST hat es getestet und mit anderen Smartphones verglichen.

Samsung Galaxy S22 Ultra mit Rückseite, Display und Stift im Vergleich zu vier Smartphones mit Rückseiten
© Oppo, Apple, Google, Samsung

Groß, eckig und in jedem Fall ein Hingucker: Das ist das brandneue Samsung Galaxy S22 Ultra. Im Test muss sich das teuerste der drei neuen Galaxy-S22-Modelle in verschiedenen Disziplinen behaupten. Dabei ist auf den ersten Blick erkennbar: Es unterscheidet sich nicht nur im Preis deutlich vom S22 und vom S22+. IMTEST hat die Variante mit 256 GB internem Speicher getestet (Neupreis: 1.349 Euro). Die Modelle S22 und S22+ hat Samsung für diesen Test nicht zur Verfügung gestellt. Ob das S22 Ultra tatsächlich der Überflieger des noch jungen Smartphone-Jahres ist, zeigt dieser Test.

Zudem muss sich Samsungs Top-Modell 2022 mit seinem direkten Vorgänger, dem Galaxy S21 Ultra, dem iPhone 13 Pro Max von Apple, Googles Pixel 6 Pro und dem ebenfalls brandneuen Oppo Find X5 Pro in den Testpunkten Display- und Fotoqualität, Arbeitstempo und Akkuausdauer messen.

Samsung Galaxy S22 Ultra im Test: Mit Stift & Android 12

Beim Samsung Galaxy S22 Ultra fällt im Test zunächst die kantige Gehäusefertigung auf: Während bei den beiden anderen S22-Geräten und auch dem Vorgängermodell S21 Ultra der Bildschirm flach aufliegt, ist er beim Galaxy S22 Ultra an den Seiten abgerundet. Am oberen und unteren Rand ist das Smartphone dann eher eckig. Trotz seiner Abmessungen von 163 x 78 Millimetern in Länge und Breite liegt es gut in der Hand. Und mit seinen fünf Foto- und Sensorlinsen, die einzeln auf der Rückseite angebracht sind, und dem Bedienstift (S-Pen) bietet es gleich zwei Alleinstellungsmerkmale. Außerdem an Bord:

  • der aktuelle Mobil-Prozessor Exynos 2200
  • ein 6,8-Zoll-AMOLED-Display mit der neuesten Generation
  • die aktuelle Android-Version 12
Obere Hälfte von Samsung Galaxy S22 Ultra in rosa zeigt fünf Kamera-Linsen
4 Linsen und ein Sensor: Die Kameraeinheit des S22 Ultra ist in Form von Tröpfchen gestaltet. © IMTEST

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Galaxy S22 Ultra mit überarbeiteter Oberfläche

Samsung-typisch wurde das Google-Betriebssystem (das in Reinform etwa auf dem Pixel 6 Pro läuft) allerdings mit einer angepassten Bedien-Oberfläche überarbeitet. Gerade für Samsung-Neueinsteiger bedeutet das eine gewisse Eingewöhnungszeit, um alle Anwendungen des Samsung Galaxy S22 Ultra spielend einfach bedienen zu können. Sehr gut gelöst hat Samsung das Update-Versprechen für das Android-System. Drei Versionen (also bis Android 15) sollen für das Galaxy S22 Ultra zur Verfügung gestellt werden, Sicherheitsupdates wird es dann sogar noch über das Jahr 2025 hinausgeben.

Das S22 Ultra wird zum Galaxy Note

Mit dem kantigen Gehäuse und dem S-Pen-Einschub gleicht das Samsung Galaxy S22 Ultra dem Galaxy Note 20. Das bislang letzte Modell aus dieser Reihe hat Samsung im August 2020 veröffentlicht. Nun soll offenbar das Galaxy S22 Ultra die Note-Smartphones komplett ablösen. Zumal nun erstmals auch der vom Note bekannte S-Pen fest in einem Galaxy-Smartphone steckt – in einem Schacht im unteren Teil des Rahmens. Er lässt sich nach einem Klick auf seinen Druckknopf lösen und herausziehen oder in die Gegenrichtung wieder arretieren. Im Test klappte das reibungslos, und auch die Stift-Funktion selbst konnte bei der Bedienung überzeugen. Der S-Pen arbeitet ohne jegliche Verzögerung mit speziell dafür ausgelegten Apps zusammen – etwa zum Zeichnen oder Notizenschreiben.

Hand hält Samsung Galaxy S22 Ultra während andere Hand Stift unten rauszieht
Stift raus, App starten…
Hand hält S22 Ultra während andere Hand Stift über Dispplay führt
Mit dem S-Pen im S22 Ultra lassen sich viele Anwendung sehr bequem bedienen.

Schwächen des Samsung Galaxy S22 Ultra?

Aber es gibt durchaus auch Kritik am Samsung Galaxy S22 Ultra. So berichten einige Tester beispielsweise über Aussetzer bei Wischgesten oder beim Tippen. Auch von Display-Problemen während der Wiedergabe von Videos ist im Internet zu lesen. Ein flackernder Streifen, der über den Bildschirm verläuft, soll demnach das Bild stören. Beim Galaxy S22 Ultra in diesem Test konnte IMTEST übrigens weder Bild-Ruckler noch Balken bei der Video-Wiedergaben beobachten. Auch die Ausdauer des 5000-mAh-Akkus stößt nicht überall auf Begeisterung. Die Kritikpunkte erinnern etwas an Pannen aus der Vergangenheit: So musste Samsung etwa 2017 das Galaxy Note 7 weltweit zurückrufen, da bei einigen Exemplaren der Akku in Flammen aufging.

Aufgrund dieser Berichte kam jüngst unter Technik-Journalisten die Diskussion auf, ob man mit den Tests nicht lieber warten solle. Was IMTEST davon hält, erfahren Sie in diesem Kommentar zur S22-Ultra-Diskussion.

Galaxy S22 Ultra im Vergleichstest: Welches Gerät hat das beste Display?

Neben der Kamera-Qualität misst IMTEST auch die Akku-Laufzeit, das Arbeitstempo sowie die Display-Qualität von Smartphones mit hohem Aufwand und reproduzierbaren Verfahren im Labor. Der Vergleich des Samsung Galaxy S22 Ultra im Test mit dem Vorgänger S21 Ultra ergibt folgendes Ergebnis:

Balken Diagramm zeigt Leistungsbereiche von S22 Ultra und S21 Ultra
© IMTEST

Größe und Auflösung: Mit seinen 6,8 Zoll (Diagonale: 17,27 Zentimeter) kommt das AMOLED-Display (QHD+) beim Samsung Galaxy S22 Ultra auf die gleiche Größe wie sein Vorgänger S21 Ultra. Dessen OLED-Bildschirm bietet aber mit 3.200 x 1.440 Pixeln eine etwas höhere Auflösung, die sich auch bei den Bildpunkten pro Zoll (ppi) bemerkbar macht. 516 ppi bietet der Vorgänger, 497 ppi das S22 Ultra.

Helligkeit: Bei der maximalen Helligkeit (Candela pro Quadratmeter, cd/qm) in der Mitte des Displays, ermittelt mit einem professionellen Messgerät der Firma Gossen, liegt das S21 Ultra mit 1.170 cd/qm nur knapp vor dem Galaxy S22 Ultra mit 1.065 cd/qm. Bei direkter und hoher Sonneneinstrahlung lassen sich Inhalte auf beiden Bildschirmen jeweils noch gut ablesen.

Farbtreue: Deutlichere Unterschiede haben die Prüfer bei der Farbtreue, also der Genauigkeit bei der Farbwiedergabe, ermittelt. Während das S21 Ultra eine sehr hohe Farbtreue bietet, stellt das Galaxy S22 Ultra im Test besonders Grün- und auch Hauttöne etwas zu knallig dar.

Mann schräg von hinten sitzt vor Computer, der ein buntes Diagramm zeigt während er Messgerät über Smartphone hält
Per Colorimeter misst IMTEST die Farbtreue sowie die Genauigkeit bei der Darstellung von Graustufen. © IMTEST

Im gesamten Testfeld kann sich das Galaxy S21 Ultra gegen das iPhone 13 Pro Max, das Google Pixel 6 Pro und schließlich das S22 Ultra durchsetzen.

Welches Smartphone hält am längsten durch?

Die Akku-Laufzeit eines Smartphones schwankt stark je nach Benutzung des Geräts. Um vergleichbare Ergebnisse zu erzielen, testet IMTEST alle Smartphones unter identischen Bedingungen. Der Bildschirm ist dabei auf eine moderate Helligkeit von 300 cd/qm eingestellt. Über einen lokalen Server streamt das Smartphone per WLAN im Testszenario dann ein Full-HD-Video in Endlosschleife – bis der Akku schließlich vollständig entleert ist.

Mann von schräg hinten vor Computerbildschirm mit angeschlossenem Smartphone
Wann ist der Akku wirklich voll? IMTEST ermittelt den genauen Zeitpunkt mit einem Messgerät. © IMTEST

Beim Samsung Galaxy S22 Ultra war das im Test bereits nach 7:29 Stunden der Fall. Im Vergleich dazu hält das S21 Ultra 10:35 Stunden durch. Im Testfeld reichte allerdings kein Smartphone an Apples iPhone 13 Pro Max heran: Die 17:06 Stunden Dauer-Laufzeit, die der 4.352-mAh-Akku im iPhone bietet, sind derzeit das Nonplusultra.

Auch beim Schnellladen seines 5000-mAh-Akkus muss sich das Galaxy S22 Ultra geschlagen geben: Zwar gelingt es, den Akku per 45-Watt-Schnellladegrät (wird nicht mitgeliefert, ab 25 Euro) in 50:04 Minuten komplett wieder zu 100 Prozent vollzuladen, doch noch schneller ist hier das Oppo Find X5 Pro. Per mitgelieferten 80-W-Schnelllader ist der ebenfalls 5000 mAh große Akku in nur 32:46 Minuten von 0 auf 100 Prozent geladen.



Welches Smartphone ist das schnellste?

In Europa wird das Samsung Galaxy S22 Ultra mit dem neuesten Mobilprozessor Exynos 2200 ausgeliefert. Auch dieser ist Ziel von Kritik. Denn der Qualcomm Snapdragon 8 Gen 1, der in den S22-Modellen beispielsweise für den US-Markt steckt, sorgt bei Tempo-Tests offenbar für teils deutliche Unterschiede beim Arbeitstempo des Smartphones. IMTEST ermittelt die Prozessorgeschwindigkeit mit dem „Referenzwerte“-Programm Geekbench 5.

Im Gegensatz zum derzeit schnellsten Smartphone, dem iPhone 13 Pro Max (mit Apple-A15-Bionic-Prozessor), erzielt das Galaxy S22 Ultra eine um über 1.300 Punkte niedrigere Leistung. Dennoch steht das Geekbench-Ergebnis von 3.438 Punkten noch für ein schnelles Arbeitstempo. Die Grafikleistung des neuen Exynos-2200-Chips punktet beim Spielebenchmark 3D-Mark – genau wie beim iPhone 13 Pro Max, beim Pixel 6 Pro und beim Oppo Find X5 Pro – mit Maximalwert. Prädikat: sehr hoch!

Die Galaxy-Family auf einen Blick

Prozessor, Akku-Kapazität, Kamera-Auflösung: Verschaffen Sie sich eine schnelle Übersicht auf wesentliche Ausstattungsmerkmale der Samsung-S22-Galaxys und des Galaxy S21 Ultra.

Tabelle mit vier Galaxy-Smartphones und deren Merkmale
© IMTEST

Wie gut ist die Kamera des Samsung Galaxy S22 Ultra im Vergleichstest?

Gleich fünf Objektive (zählt man noch den Tiefensensor dazu) befinden sich auf der Rückseite des Samsung Galaxy S22 Ultra. Die Hauptkamera bietet mit 108 Megapixeln (MP) eine sehr hohe Auflösung. Die Ultra-Weitwinkelkamera hat eine Auflösung von 12 MP. Zum optischen Zoom mit dreifacher Vergrößerung kommt noch ein zweiter mit zehnfacher Vergrößerung – beide Linsen bieten jeweils 10 MP. Diese Qualität liefert die Kamera im Galaxy S22 Ultra im Vergleich zu den anderen Smartphones im Test:

Der optische Zoom im Galaxy S22 Ultra sorgt im Test bei dreifacher Vergrößerung für eine sehr hohe Detailauflösung. Genau wie auch schon beim S21 Ultra erzielt das S22 Ultra somit ein sehr gutes Ergebnis. Beim Zoomen hat aber das iPhone 13 Pro Max im Test deutlich die Nase vorne: Bei vierfacher Vergrößerung sind seine Fotos noch detailreich. Zudem besitzt es einen Makromodus. Damit gelingen Aufnahmen aus nächster Nähe von nur wenigen Zentimetern Entfernung und erlauben einen Blick auf feinste Strukturen.

Die hohe Auflösung der S22-Ultra-Hauptkamera gab es auch schon beim Vorgänger. Sie liefert etwas zu knallige und teils etwas zu blasse Farben. Im Vergleich zum S21 werden Schwarzwerte etwas zu blass wiedergegeben. Feine Details sind zudem etwas verzeichnet und bei Gesichtsstrukturen etwas körnig. Hier punktet ebenfalls das iPhone. Es lieferte bei Tageslicht-Aufnahmen mehr Details, ein schärferes Bild und erkennbar weniger Rauschen als die beiden Galaxy-Smartphones.

Die derzeit insgesamt beste Kamera in einem Android-Smartphone steckt im Google Pixel 6 Pro. Im Test gelangen mit seiner 50-MP-Kamera detaillierte und farbechte Aufnahmen. Bei wenig Licht machte die starke Aufhellung viel erkennbar. Allerdings wirkten Farben dadurch etwas blasser, und ein leichter Detailverlust ist bemerkbar. Beim Galaxy S22 Ultra ist hingegen geringes Rauschen zu erkennen. Das Bild wirkt aber klar und nur etwas unscharf – insgesamt etwas besser als beim S21 Ultra.

Gerade in dunkler Umgebung sorgt die 40-MP-Frontlinse des Galaxy S22 Ultra für körniges Bildrausch en und fängt bei Aufnahmen etwas zu wenige Details ein. Die Kamera im Pixel 6 Pro erreicht insgesamt gute Ergebnisse mit scharfen Fotos, auch bei wenig Licht, äußerst wenig Bild-rauschen und noch guter Farbwiedergabe. Ähnlich gut knipst hier auch die 32-MP-Frontkamera im Oppo.

Rangezoomt an dunklem Kirchturm
Richtig reinzoomen ohne allzu große Detailverluste klappt beim Galaxy S22 Ultra gut. © IMTEST

Auch wenn die Kamera im Samsung S22 Ultra in einigen Facetten besser oder zumindest gleich gut ist wie beim S21 Ultra, steckt doch die insgesamt beste Kamera aller Android-Smartphones im Google Pixel 6 Pro. Die insgesamt beste Kamera in einem Smartphone bietet Apples iPhone 13 Pro Max, die sowohl bei Tageslicht als auch in dunkler Umgebung für viele Details und eine natürliche Farbwiedergabe sorgt.

Hand an Smartphone auf Stativ vor buntem Bild
108 Megapixel: Mit der Hauptkamera im S22 Ultra lassen sich Panoramen überzeugend ablichten. © IMTEST

FAZIT: Galaxy S22 Ultra nicht die Nr.1

Trotz sehr hellen Displays, gelungener Stiftbedienung und guter Fotoqualität bei Aufnahmen in dunkler Umgebung – ein neuer Star am Smartphone-Himmel ist das Samsung Galaxy S22 Ultra nicht. Sein Vorgänger kann im direkten Vergleich sogar noch etwas mehr überzeugen. Das beste Top-Smartphone kommt auch 2022 mit dem iPhone 13 Pro Max bislang von Apple. Die gute und günstigere Android-Alternative stellt Google mit dem Pixel 6 Pro – auch dank der besseren Kamera.