Im Fitness-Tracker-Test ist für jeden Geldbeutel ein Modell dabei. Sowohl Modelle bis 50 Euro als auch ab 50 Euro müssen sich den Tests stellen. Bei einem Fitness-Tracker handelt es sich um ein leichtes Armband, das Aktivitäten und andere Daten über den Tag hinweg aufzeichnet. Es soll dazu animieren, eher die Treppe als den Aufzug zu nehmen, mehr zu gehen und sich generell mehr zu bewegen. Durch das Tragen eines solchen Armbands mutiert zwar niemand in wenigen Wochen zum Supersportler, aber es kann dabei helfen, einen gesünderen, aktiveren Lebensstil zu pflegen.

Fitness-Tracker oder Smartwatch?

Bevor es mit dem Fitness-Tracker-Test los geht, hier die Antwort auf die Frage, was ein Fitnessarmband und was eine Smartwatch auszeichnet. Es gibt viele Gemeinsamkeiten zwischen Smartwatches und Fitness-Trackern. So arbeiten beide immer mit einer Smartphone-App zusammen, über die sich Statistiken rund um Bewegung, Herzfrequenz und Schlafverhalten besser als auf den kleinen Bildschirmen der Geräte auswerten lassen. Zudem lassen sich je nach App auch langfristige Statistiken abrufen: Etwa wie viele Kilometer in den letzten Wochen oder übers ganze Jahr zurückgelegt wurden und in welchen Monaten man besonders aktiv war. Darüber hinaus hagelt es Auszeichnungen, etwa beim Erreichen von 100.000 Schritten oder beim Aufstellen eines neuen Distanzrekords beim Laufen.

Frau von schräg oben prüft ihren Fitness-Tracker
Günstige Tracker sind ein gutes Hilfsmittel, um aktiver zu werden und wieder in Form zu kommen. © Withings

Im Gegensatz zu Smartwatches dienen Fitness-Tracker mehr oder weniger ausschließlich der Erfassung von Fitnessdaten. Auch bei den Bildschirmen gibt es Unterschiede. Fitnessarmbänder sind oft länglich, Smartwatches ähneln in ihrer runden oder eckigen Form eher klassischen Uhren. Letztlich gibt es Fitness-Tracker bereits ab 22 Euro.

Fitness-Tracker bis 50 Euro

Diese Technik bieten Fitness-Armbänder

Bei den ersten Fitness-Trackern handelte es sich um einfache Schrittzähler, die anregen sollten, ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Durchaus nützlich, aber mit den Funktionen moderner Modelle wie aus dem Fitness-Tracker-Test nicht zu vergleichen. Die sind zwar klein und leicht, es steckt aber jede Menge moderne Technik drin. Inzwischen gehört es etwa zum Standard, dass die Geräte permanent die Herzfrequenz messen. Anhand dieser Messungen lassen sich Rückschlüsse auf die Gesundheit ziehen: Ein niedrigerer Ruhepuls ist beispielsweise ein Indikator für gute Fitness. Wenn dieser über die Zeit sinkt, ist das ein gutes Zeichen.

Durch die Messung der Herzfrequenz ermittelt der Tracker überdies, wie stark sich der Träger anstrengt und wie schnell sich der Puls nach einer Aktivität wieder normalisiert. Auch aus solchen Werten leiten die Fitness-Armbänder interessante Informationen ab, etwa zu verbrauchten Kalorien, Erholungszeiten und Trainingsnutzen.

Smartphone zeigt weißes Fenster mit roter Pulskurve und anderen Werten vom Fitness-Tracker
Die Pulsmessung, im Bild von der Amazfit 5, funktionierte bei keinem Tracker sehr genau. © Amazfit, IMTEST

Fitness-Tracker ab 50 Euro

Fitness-Tracker: Test zeigt, worauf Käufer achten sollten

Was ein Fitness-Tracker genau leistet und vor allem wie genau Werte und Messungen ausfallen, ist von Modell zu Modell unterschiedlich. Im Test und Vergleich wird dies deutlich. Während bei einigen Geräten mehr Sportfunktionen vorhanden sind, bieten andere ein Plus an Gesundheitsfunktionen wie Messungen von Blutsauerstoffsättigung, Herzfrequenz bis hin zum EKG. Je nach dem, worauf Sie besonders viel Wert legen, sollten Sie beim Kauf auf diese Aspekte achten:

  • Ortung
  • Bildschirm
  • Smarte Funktionen
  • Gesundheitsfunktionen
Stehender Fitness-Tracker mit braunem Armband umgeben von liegenden schwarzen Fitness-Trackern
Im schwarzen Tracker-Einerlei hebt sich das Design der Huawei Fit Mini wohltuend ab. © IMTEST

Günstige Fitness-Tracker haben keinen GPS-Empfänger eingebaut. Das bedeutet, dass die Position und damit die Geschwindigkeit- und Distanzmessung bei Aktivitäten im Freien nur im Zusammenspiel mit einem Smartphone ermittelt wird. Diese Art der Positionsbestimmung ist für gelegentliche Spaziergänge oder Wanderungen kein großes Problem, wer aber viel und regelmäßig läuft oder mit dem Rad fährt und dabei nicht immer das Smartphone mitschleppen will, sollte besser eine günstige Smartwatch mit eingebautem GPS wählen. Als einziges Fitness-Armband in diesem Testfeld verfügt das Fitbit Charge 5 über GPS, das arbeitet aber teilweise sehr ungenau.

Smartphone zeigt Fenster mit Karte und Route vom Fitness-Tracker
Mit GPS ist nur die Charge 5 ausgestattet. Das arbeitete im Fitness-Tracker-Test aber ungenau und unzuverlässig. © Fitbit, IMTEST

Bessere Displays, wenig smarte Funktionen bei Fitness-Armbändern

Ähnlich wie bei den Smartwatches werden die Displays bei den Fitness-Trackern immer besser. Dank AMOLED-Technik sind sie bei vielen Geräten schön bunt, hell und scharf. Wunderdinge in Sachen Ablesbarkeit darf man aufgrund der geringen Größe trotzdem nicht erwarten. Aus der Reihe tanzen im Fitness-Tracker-Test die Schwarz-Weiß-Varianten in den Modellen von Withings und Hama, die dagegen geradezu altmodisch wirken.

Drei schwarze Fitness-Tracker nebeneinander auf Kork-Unterlage
Die AMOLED-Displays von Charge 5 und Amazfit Band 5 (rechts) lassen den Fit Track 1900 alt aussehen. © IMTEST

Sportfunktionen stehen bei Fitness-Trackern im Vordergrund. Entsprechend bleiben smarte Funktionen auf der Strecke. So ist beispielsweise kein Tracker in der Lage, weitere Apps zu laden. Der Umgang mit Textnachrichten beschränkt sich meist aufs Anzeigen. Und auch für Musikunterhaltung beim Sport sorgt kein einziger Fitness-Tracker im Test. Allein als Fernbedienung fürs Smartphone taugen einige Modelle. Wer also unabhängig vom Smartphone unterwegs Musik hören will, sollte ebenfalls zu einer Smartwatch mit Musikfunktionen greifen.

Dieser Fitness-Tracker im Test hat die meisten Gesundheitsfunktionen

Im Bereich Gesundheit macht der Fitbit keinem anderen Fitness-Tracker im Test etwas vor. Neben gängigen Funktionen wie Schlafauswertung, Stresserfassung und Messung der Sauerstoffsättigung im Blut (SpO2) ist die Charge 5 in der Lage, die Veränderung der Leitfähigkeit der Haut als Reaktion auf emotionalen Stress zu erkennen. In Zusammenspiel mit der Hauttemperatur und der speziellen EDA-Scan-App soll der Tracker so Rückschlüsse auf das eigene Wohlbefinden ermöglichen.

Die Aussagekraft der Funktion, die Fitbit gerne als Alleinstellungsmerkmal vermarktet, hält sich aber in Grenzen. Zudem ist sie Teil des Fitbit-Premium-Abos. Das bedeutet, dass sich auf den EDA-Bericht nach Ablauf des sechsmonatigen Probeabos nicht mehr zugreifen lässt, sofern nicht eine kostenpflichtige Mitgliedschaft (79,99 Euro pro Jahr) abgeschlossen wird.

In drei Teilen zerlegter Fitness-Tracker
Gut und schlecht: Das FBT-65 benötigt kein Aufladekabel. Materialermüdung ist aber vorprogrammiert. © IMTEST

Testsieger: Fitbit Charge 5

Zwar ist der Fitbit Charge 5 der beste Fitness-Tracker im Test. Das ist angesichts des mit Abstand höchsten Preises (ca. 150 Euro Marktpreis) aber keine Überraschung. Vollends überzeugen kann das Gerät aber nicht. Zwar bietet der Charge 5 jede Menge Fitness- und Gesundheitsfunktionen. In den Bereichen GPS-Zuverlässigkeit, smarte Fähigkeiten und Bedienung ist aber Luft nach oben. Der Preis erscheint zudem deshalb als zu hoch, weil es für rund 50 Euro mehr deutlich bessere Smartwatches gibt, etwa die Huawei GT3. Fraglich ist zudem Fitbits Politik, einige Funktionen nur in Verbindung mit einem kostenpflichtigen Abo anzubieten.



Preistipp im Fitness-Tracker-Test: Amazfit Band 5

Für den Einstieg in die Tracker-Welt bietet sich das Amazfit Band 5 für faire 22 Euro an. Zwar fehlt GPS, dafür bietet der günstigste Fitness-Tracker aus dem Test solide Trainingsanalysen, Stressüberwachung, praktikable Schlaftrackingfunktionen und sogar eine bequeme Auto-Pause-Funktion fürs Laufen und Radfahren. Als nützliches Gimmick ist mit Alexa sogar ein Sprachassistent an Bord, der Fragen aller Art auf Zuruf beantwortet. In seiner Preisklasse von unter 50 Euro punktet er zudem mit der längsten Akkulaufzeit – jedenfalls im Alltag.



FAZIT: Fitness-Tracker sind mittelmäßig

Richtig „gut“ ist keiner der Fitness-Tracker im Test. Dazu leistet sich selbst der teure Charge 5 von Fitbit zu viele Schwächen. Auch wenn wesentlich mehr Gesundheitsfunktionen an Bord sind als bei der Konkurrenz. Viele günstige Modelle bieten aber in anderen Bereichen viel Funktion für wenig Euro. Erstaunlich, was für starke Technik es bereits für 22 Euro gibt.

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