Die Neugier war groß, als das Asus ROG Flow Z13 in der Redaktion eintraf: Das nach laut eigenen Aussagen „leistungsfähigste Tablet auf dem Markt“ lässt nicht nur handelsübliche Windows-Notebooks, sondern auch viele Gaming-Computer hinter sich und will auch gleichzeitig als praktisches Tablet durchgehen. Wie sich der Vorreiter dieser neuen Produktkategorie im Spieletest schlägt, verrät IMTEST.

Produktdetails

  • 1,185 kg
  • 13,4 Zoll
  • 2.100 Euro

ROG Flow Z13 ist extravagant und elegant

Das Prinzip des ROG Flow Z13 im Test erinnert auf den ersten Blick an ein etwas dickeres Surface-Tablet: Ein ausklappbarer Kickstand, eine ansteckbare Tastatur und ein solides Gehäuse. Da enden die Gemeinsamkeiten auch schon, da das Z13 förmlich „Gaming“ schreit:

Aufgestelltes ROG Flow Z13 Tablet mit Controller davor
Ausgestelltes ROG Flow Z13 Tablet mit Tastatur
Detail Asus ROG Flow Z13
Ecke vom Asus ROG Flow Z13 Tablet

Analog zum Super-Sportwagen gibt Asus Einblicke in den Motorinnenraum und zahlreiche ins Design eingebundene Lüftungsschlitze, die für ausreichend Kühlung sorgen und schick aussehen.

Detail Unterseite vom ROG Flow Z13 mit Lüftungsschlitzen und Gravur
Großflächige Lüfter, ermutigende Schriftzüge und futuristische Gravierungen setzen das ROG Flow Z13 in Szene.
Seitlich aufgestelltes Tablet mit Lüftungsschlitzen

Technische Daten des ROG Flow Z13

Das ROG Flow Z13 aus dem Test kommt mit diesen technischen Merkmalen und Komponenten:

  • Bildschirm: 1.920 x 1.200 bei 120 Hz
  • Prozessor: Intel Core i9 12900H mit 14 Kernen und 4.6 GHz
  • Arbeitsspeicher: 16 GB LPDDR5-5200 Mhz
  • Grafikkarte: NVIDIA GeForce RTX 3050 Ti
  • Speicher: 1024 GB 

ROG Flow Z13 flott in Full HD, für 4K zu schwach

Durchaus beeindruckend, was Asus an Leistung in solch ein kleines Tablet-Gehäuse steckt: Die GeForce 3050 Ti liefert rund 50 Prozent mehr Leistung als das ehemalige Konsolen-Topmodell PlayStation 4 Pro – und das im Handtaschenformat. Die Rechenkraft des ROG Flow Z13 reicht im Test vollkommen aus, um die meisten Spiele bei der Auflösung des Bildschirms (1.920 x 1.200) oder Full-HD (1.920 x 1.080) darzustellen. Allerdings muss der Spiler auf viele Effekte verzichten – im IMTEST-Härtetest laufen alle Spiele bei „Ultra“-Detailstufe:

Screenshot Leistungsauswertung ROG Flow Z13
© IMTEST
SpieleWerte
Metro ExodusFullHD 16
4K 6
Forza Horizon 5FullHD 42
4K 16
Shadows Of The Tomb RaiderFullHD 54
4K 17
3DMarkTimeSpy (anpassen auf FHD) 26
TimeSpy Extreme (4K, höherer Wert) 12
Durchschnitt FullHD35
Durchschnitt 4K13

Beim Anschluss an den 4K-Bildschirm brach die Performance des ROG Flow Z13 ein: So lieferte Forza Horizon 5 nur 16 Bilder pro Sekunde und war damit unspielbar. Für solche Fälle will Asus eine externe Grafikkarte anbieten, die zum Testzeitpunk noch nicht zur Verfügung stand: Die Asus ROG XG Mobile Dock ist eine kleine Box, in der eine deutlich leistungsfähigere GeForce 3080 (Laptop-Version) verbaut ist.

Sie sollte die Spieleleistung des Tablets um mehr als das doppelte verbessern und eine ähnliche Leistung wie etwa der große Bruder Asus ROG Strix liefern. Entsprechend bleibt auch die Mobilität auf der Strecke, da die Box einen Stromanschluss benötigt und rund ein Kilo wiegt. Beim Preis von fast 1.300 Euro stellt sich die Frage, ob der mobile Spieler nicht doch lieber auf ein größeres Notebook mit eingebauter GeForce 3080 umsteigt.



Asus‘ Convertible punktet mit Bildschirm

Dank ausgeklügeltem Kühlsystem auf Flüssigmetallbasis, was für verbesserte Wärmezufuhr sorgen soll, bleibt das ROG Flow Z13 mit höchstens 49 Grad an der Rückseite recht kühl. Bei höchstens 39 Dezibel unter Volllast wird es auch im Spielebetrieb nicht sonderlich laut. Größtes Ärgernis: Bei hoher Auslastung ist ein leichtes Fiepen zu hören, das auch als Spulenfiepen bekannt ist, hervorgerufen von Hochleistungskomponenten. Wird Musik abgespielt, hört man dies jedoch nicht mehr.

Dagegen überzeugt der Bildschirm des ROG Flow Z13 im Test auf ganzer Strecke. Dieser zählt zu den hellsten und farbechtesten Bildschirmen im Bereich der Gaming-Notebooks. Der spiegelnde Bildschirm zeigt Farben sehr brillant und trotz der heutzutage eher geringen Auflösung von 1.920 x 1.200 auf der 13,4-Diagonale knackscharf an.

Bedienung des Z13 schwächelt Bauart bedingt

Der größte Schwachpunkt vieler Tablets betrifft auch das ROG Flow Z13: Die ansteckbare Tastatur ist von eher mäßiger Qualität und gibt schon bei leichtem Tastendruck sehr stark nach. Längeres Tippen wird auf dem Asus schnell anstrengend und auch 3D-Spiele mit Fokus auf Geschicklichkeit und Reaktionsgeschwindigkeit sind nicht im Test ganz so präzise wie bei einem waschechten Gaming-Notebook oder gar einer mechanischen Spiele-Tastatur. Für die schnelle Spieleinlage unterwegs reicht sie trotzdem aus. Bei längeren Spiele-Sessions sollte der ambitionierte Spieler eine externe Tastatur und Maus verwenden.

Immerhin sind die Tasten des ROG Glow Z13 mit 1,5 Zentimeter (cm) ausreichend breit und gut zu treffen. Das Touchpad arbeitet präzise genug, auch wenn es mit 11 cm Diagonale deutlich kleiner als die Konkurrenz ausfällt. Störend ist hingegen die starke Staubansammlung, die dem rauen Kunststoff geschuldet ist. Wie auf dem Foto unten deutlich zu sehen, sammelt sich schon nach wenigen Stunden Staub zwischen den Tasten, der nur schwer wieder zu entfernen ist.



ROG Flow Z13 mit guter Akkuleistung

Asus gibt eine Akkulaufzeit von bis zu 16 Stunden an. Von diesen Werten ist das ROG Flow Z13 im Test weit entfernt: Beim Abspielen eines Streaming-Videos auf mittlerer Helligkeit hält das Tablet knapp sieben Stunden durch. Bei 100% Helligkeit waren es nur noch 4:30 Stunden. Damit hält es deutlich länger durch als alle anderen Gaming-Notebooks, kann aber nicht mit dem Platzhirschen aus Microsofts Surface-Serie mithalten. Das hält bei reduzierter Helligkeit über 10 Stunden. Beim Spielen ging dem Asus ROG Flow Z13 im Test übrigens nach knapp 1:30 Stunden das Licht aus.

Fazit

Endlich frischer Wind im Bereich der Spielehardware: Das Asus ROG Flow Z13 schlägt die Brücke zwischen praktischem Tablet und Gaming-Notebook. Unterwegs bietet es flüssigen Spielspaß, am heimischen Fernseher mit 4K-Auflösung hat es nicht ausreichend Leistungsreserven.

  • PRO
    • Brandneuer 12900H-Prozessor sorgt hohe Geschwindigkeit, kompakt, sehr portabel, hervorragender Bildschirm
  • KONTRA
    • Tastatur etwas wackelig, Leistung bei 4K-Auflösung gering

IMTEST Ergebnis:

gut 2,4