Endlich: Nach gefühlt zwei Jahren Corona-Komplett-Lockdown sind Reisen wieder möglich – aber auch Last Minute? Seit Anfang Juni hat das Auswärtige Amt den Status „Hochrisikogebiet“ aus dem Einstufungskatalog für Reiselandwarnungen gestrichen, und die Buchungszahlen bei TUI, Dertour & Co. explodieren. Wer jetzt noch keinen Platz im Flieger und kein Hotelzimmer hat, fragt sich also zurecht: Gibt es überhaupt noch etwas und wo? Und wie teuer wird es dieses Jahr? Eine Möglichkeit ist die Reisesuche auf speziellen Seiten wie dem auch zur Funke Mediengruppe gehörenden Portal Globista. Unabhängig davon hat IMTEST fünf weitere Pauschalreise-Buchungsportale im Internet geprüft und zeigt, ob es Last-Minute-Angebote gibt und wie gut es dort funktioniert.

Last-Minute-Urlaub: Der Preis ist heiß – und gleich

Kurz gesagt: Wer vor allem auf der Suche nach dem günstigsten Reisepreis ist, kann sich meist die Mühe sparen, auf mehreren Reiseportalen parallel zu suchen. Denn bei exakt gleichen Reisedaten – also Teilnehmer, Zeitraum, Abflughafen, Hotel, Zimmerkategorie, Verpflegung und Reiseleistungen – sind die Preise bei allen Portalen fast immer identisch oder unterscheiden sich höchstens minimal. Dafür gibt es einen einfachen Grund: Buchungsportale bekommen ihre Infos aus derselben Datenbank, die angezeigten Preise sind also zwangsläufig die gleichen.

Sparpotential bei Check24
Sparpotential bei Check24 © IMTEST
Last-Minute-Buchung bei Check24
Last-Minute-Buchung bei Check24 © IMTEST

Kommt es doch einmal zu Preisunterschieden, fallen die meist sehr gering aus oder sind dadurch begründet, dass die Daten zwischenzeitlich aktualisiert wurden. Im Laufe der Zeit können Reisepreise fürs gleiche Ziel aber schwanken, sodass es sinnvoll ist, die Suche über eine gewisse Zeitspanne zu strecken. Zu lange sollte man allerdings auch nicht warten, denn die Buchung in letzter Minute ist mit Vorsicht zu genießen. In vielen Fällen werden Pauschalreisen teurer, je näher der Starttermin rückt.



So haben die Buchungsportale im Test abgeschnitten

Last-Minute-Reisesuche: Teufel steckt im Detail

So ähnlich wie die Preisgestaltung ist auch die Suchmechanik bei den Test-Kandidaten. Unterschiede bestehen allenfalls in den Details – und die hat sich IMTEST entsprechend genau angeschaut. Im Wesentlichen gestaltet sich die Suche bei Buchungsportalen so: Zuerst wählt man die Art der Reise. Je nach Portal lassen sich neben Pauschalurlauben zum Beispiel auch Städtereisen oder Ferienwohnungen suchen.

Reiseportal: ab in den urlaub
Die Homepage von ab in den urlaub mit der Auswahl unterschiedlicher Kategorien. © Ab in den Urlaub

Weitere Unterkategorien – etwa die Aufteilung von Pauschalreisen in Last Minute, Frühbucher, Wellness oder Familienurlaub – sind oft nur Filter, die den Gesamtbestand an Angeboten zwar ausdünnen, aber keine gänzlich anderen Angebote zutage fördern.

Last Minute: Reisebuchung bei Opodo
Pauschal- und Last-Minute-Reisebuchung bei Opodo. © Opodo GmbH

Bei Opodo beispielsweise ist die Unterscheidung von Pauschalreisen und Last-Minute-Angeboten im Auswahlmenü Makulatur: Beide münden in derselben Auswahlliste. Nach Eingabe der Reisedaten – das heißt die wichtigsten sind Ziel, Teilnehmer, Reisezeit und Startflughafen –, erscheint eine Liste passender Vorschläge. Spätestens hier ist dann die Filterung der Liste nach Details wie Zimmerkategorie oder Verpflegung möglich.

EXPEDIA: Last Minute Buchung
Anzeige von Ergebnissen bei EXPEDIA © Expedia

Der dann folgende Buchungsabschluss erfüllt bei allen Kandidaten die nötigen rechtlichen Vorgaben. Dazu gehört etwa die eindeutige Kennzeichnung der Schaltfläche als „verbindliche Buchung“ sowie die Möglichkeit zum Abschluss einer Reiseversicherung, ohne dass schon bestimmte Angebote vorab ausgewählt sind. Die Entscheidung erfolgt durch Auswahl einer Police oder aber der ausdrücklichen Zustimmung zu „Ich wünsche keine Versicherung“.



Storno: Ungeplantes Ende der Last-Minute-Reise

Die Portale sind Reisevermittler, und somit nicht selbst verantwortlich für die Erbringung der Reiseleistung und die Abwicklung bei Problemfällen. Und das ist der Hauptgrund dafür, dass Kunden teils sehr tief ins Kleingedruckte abtauchen müssen, bis sie Informationen dazu erhalten, was im Problemfall passiert. Dieser Problemfall ist in der Regel die ungeplante Stornierung der Reise. Die genauen Bedingungen dafür legt aber der Reiseveranstalter fest. Diese stehen aber nur in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des jeweiligen Veranstalters. Bei allen Angeboten, die IMTEST überprüfte, ließen sich diese aber erst auf der Abschlussseite kurz vorm Klick auf „Jetzt verbindlich buchen“ einsehen – und zwar dort, wo die meisten einfach per Klick bestätigen, diese auch wirklich gelesen zu haben.

Sparpotential bei ab in den urlaub
Das Sparpotential bei ab in den urlaub. © IMTEST

Fazit

Grundsätzlich funktionieren sowohl die Suche als auch die Auswahl einer Urlaubsreise auf allen Portalen ähnlich gut und einfach. Die Preise für exakt gleiche Reisen sind bei den Anbietern zudem meist fast identisch. Die beste Kombination aus vielseitigem Angebot (nicht nur bei Reisen), einfacher Bedienung und transparenter Darstellung bietet aber Check24. In Sachen Preistransparenz sowie Detailinfos zum Reisepreis, zu Zahlungs- und Stornobedingungen zeigt sich kein Anbieter tadellos – Nutzer müssen deshalb überall aktiv danach suchen.

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