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5 Systemkameras im Test: Neue Modelle von Canon, Fujifilm, Nikon & Sony

Wie gut schlagen Systemkameras die Brücke zwischen Smartphone und Spiegelreflex?

© Milad Fakurian / Unsplash, Nikon, FUJIFILM, Sony, Canon

Im Systemkamera-Test müssen fünf Modelle beweisen, dass sie mehr sind als bloß ein Zwischending. Denn die immer besseren Smartphone-Kameras lassen Fotografen bequem werden. Da bleibt dann gerne mal die Spiegelreflex-Ausrüstung zuhause. Schließlich macht das Handy auch tolle Bilder. Trotzdem ärgert man sich dann mitunter, weil doch das vernünftige Teleobjektiv fehlt. Ob Systemkameras da die perfekte Lösung sind und wie hoch letztlich die Bildqualität der kompakten Geräte sind, hat IMTEST getestet.

Systemkamera-Test mit diesen Modellen und Testergebnissen

Es gibt eine sehr große Auswahl an Systemkameras unterschiedlicher Marken. Für diesen Systemkameras hat IMTEST fünf Modelle der beliebten Marken Nikon, Canon, Sony und Fujifilm genau unter die Lupe genommen. Nikon ist mit zwei Kameras vertreten.

Alle Modelle kosten unter 1.000 Euro. Mit 969 Euro ist die EOS RP von Canon die teuerste Kamera im Test, dicht gefolgt von der Fujifilm X-T30 II. Die preiswerteste Systemkamera im Test ist die Alpha ZV-E 10 von Sony. Dabei beziehen sich die Preise nur auf die Gehäuse.

Wie gut sich die Kameras im Test schlagen, zeigt ein Blick auf die detaillierten Testergebnisse:

So kompakt sind die Kameras im Test

Von den fünf Systemkameras im Test wiegt ohne Akku und Objektiv keine mehr als 500 Gramm. Auch sind alle Modelle recht handlich. Die Nikon Z30 und die Sony Alpha sind sogar besonders kompakt, weil ihnen ein elektronischer Sucher fehlt. Dieser sitzt bei den anderen Kameras im Test dort, wo man ihn auch bei einer Spiegelreflex findet. Einen Spiegel besitzt trotzdem keine Systemkamera aus dem Testfeld. So erfolgt der Blick durchs Objektiv durchweg elektronisch.

Mann träg Systemkamera um Schulter
Nicht ganz Spiegelreflex, aber mehr als Smartphone: Systemkameras sind der perfekte Kompromiss. © Nikon

Vollformat bei Systemkameras von Vorteil?

Fast alle Systemkameras im Test nutzen einen Sensor im APS-C-Format. Der ist um den Faktor 1,5 kleiner als das klassische Kleinbildformat, auf dass sich bis heute Brennweitenangaben bei Objektiven beziehen. Die Sensorgröße bei sogenannten Vollformat, wie man es bei der Canon EOS findet, entspricht exakt der Größe des früheren Kleinbildfilms. Theoretisch lässt das Vollformat sehr viel höhere Auflösungen zu. Praktisch bietet aber zumindest in dieser Preisklasse die EOS in diesem Punkt keine Vorteile.

Alle Kameras im Test bieten zwischen rund 20 und 26 Megapixel. Allerdings kommen die APS-C-Exemplare mit „kleineren“ Objektiven aus. Denn der besagte Faktor von 1,5 (Crop-Faktor) sorgt dafür, dass man nur 33 mm-Brennweite benötigt, um die 50 mm-Normalbrennweite beim Vollformat zu realisieren. Oder eben nur 200 mm, um auf 300 mm Vollformat-Telebrennweite zu kommen. Das macht sich im Hinblick auf Größe und Gewicht bei den Systemkameras positiv bemerkbar.



Erstklassige Bildqualität bei jeder Systemkamera im Test

Alle fünf Modelle im Systemkamera-Test können in Sachen Aufnahmequalität überzeugen. Lediglich bei hohen ISO-Werten, also hoher Lichtempfindlichkeit, kann die Canon EOS die Stärke ihres Vollformat-Sensors ausspielen. Damit bleiben Fotos bis zu ISO 6400 noch detailliert.

Bei den APS-C-Modellen liegt die Grenze hingegen schon bei ISO 3.200. Auch das ist allerdings viel, sodass auch bei weniger guten Lichtverhältnissen kurze Belichtungszeiten bei hoher Tiefenschärfe realisierbar sind. Wer dagegen gerne mit ausgemacht unscharfen Hintergründen, also geringer Tiefenschärfe arbeitet, fährt mit Vollformat besser. Die EOS von Canon beherrscht ein etwas größeres Spektrum von Schärfe und Unschärfe.



Kameras für Handarbeit und Automatik

Auch wenn der Wunsch nach anspruchsvollen Fotos bei den meisten der Grund für eine Kamera mit Wechseloptik sein dürfte, so ist doch nicht jeder ein Meister im Umgang mit Blende und Belichtungszeit. Die Systemkameras von Fujifilm, Sony und Canon helfen in dem Fall mit einer ganzen Reihe von Motivprogrammen weiter, bei denen die Einstellungen für bestimmte Aufnahmesituationen schon vorkonfiguriert sind. So schießen auch Anfänger mit wenig Übung passable Aufnahmen.



Die beiden Nikons aus dem Test setzen hier etwas mehr fotografisches Wissen voraus, wenngleich auch sie beim Speichern der Bilder eine Menge Möglichkeiten zur Nachbearbeitung bieten.

Einfache Systemkamera: Test bestätigt gute Bedienbarkeit

Insgesamt sind alle Modelle im Systemkamera-Test gut bedienbar. Wer schon Erfahrung im Umgang mit einer Spiegelreflexkamera besitzt, wird sich auch bei den Systemkameras ohne große Schwierigkeiten zurechtfinden. Ohnehin ist der Unterschied beim Bedienkonzept kein wirklich großer.

Sieht man von der Sony Alpha und der Nikon Z30 ab, denen, wie schon erwähnt, ein Sucher fehlt. Ein Grund dafür ist die Tatsache, dass beide Systemkameras für Videoblogger (Vlogger) konzipiert sind, wo ohnehin das Hauptdisplay eine größere Rolle spielt. Davon unabhängig sind allerdings beide Geräte ebenso wertig und auf qualitativ hohem Niveau wie die übrigen drei Kameras im Test.



Fazit

Die getesteten Modelle im Systemkamera-Test sind durchweg gute Lösungen für alle, die hohe fotografische Qualität sowie Flexibilität bei vergleichsweise viel Mobilität suchen. Letztlich macht man mit keinem der Kameras etwas falsch, auch wenn die im Retro-Look gestaltete Nikon Z fc wegen ihrer exzellenten Bildqualität die Nase ganz knapp vorn hat. Aber auch die recht günstige Sony Alpha macht sehr gute Fotos.

Für die Kaufentscheidung kann daher auch ausschlaggebend sein, ob man bereits teure Objektive eines Herstellers besitzt. Denn hier gibt es Adapter, mit denen sich Spiegelreflex-Optiken weiter nutzen lassen. Für den Alltag ist zwar ein kleines Reisezoom (z.B. 18 – 200 mm) sinnvoll, aber wer hin und wieder ein lichtstarkes, großes Tele nutzt und besitzt, muss das dann nicht neu anschaffen.