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5 Kaffeevollautomaten im Test: Ist teuer besser?

So gut bereiten Maschinen von De’Longhi, Philips und Co. Kaffee zu.

© Hersteller

Die besten Kaffeevollautomaten // IMTEST

Kaffeevollautomaten sind bequem, aber oft auch teuer. Wie gut sind aktuelle Modelle unter 1000 Euro? IMTEST hat es überpüft.

Die Kaffeevollautomaten im Test kosten zwischen 680 und 1.000 Euro. Damit liegen sie im oberen Mittelfeld. Denn teurer geht es bei solchen Kaffeemaschinen immer. Doch wie gut bereiten die kostspieligen Automaten Kaffeespezialitäten zu, wie einfach geht das? Im Vergleichstest prüft IMTEST, was die Maschinen bieten und ob sich die Anschaffung lohnt.  

Denn in den meisten Haushalten beginnt der Morgen mit Kaffeeduft. Knapp 170 Liter Kaffee trank jeder Deutscher im Jahr 2020 durchschnittlich. Die Variationen reichen dabei von vorgemahlenem Filterkaffee über Stempel- und Kapselkaffee bis hin zum frisch gemahlenen und aufgebrühten Kaffee in vielerlei Variationen. Gerade die letztere Variante – Kaffee aus frisch gemahlenen Bohnen – verzeichnete mit über 10 Prozent den größten Zuwachs. Die Kombination mit Kaffeevollautomaten verspricht dabei den größten Komfort, denn die Maschinen versprechen Kaffeegenuss aus frisch gemahlenen Bohnen auf Knopfdruck.

Diese Kaffeevollautomaten sind im Test

Unter den fünf Kaffeevollautomaten im Test sind Modelle von De’Longhi, Philips, Melitta, Saeco und Krups. Letzterer ist mit 999,99 Euro das teuerste Modell. Die preiswerteste Maschine ist die Latticia OT von Melitta für 680 Euro. Ob sich der Preis auch in der Qualität des Kaffeevollautomaten niederschlägt, zeigt der Blick auf die Testergebnisse:

Das können die Kaffeevollautomaten im Test

Die prinzipielle Funktionsweise von Kaffeevollautomaten ist bei allen Testkandidaten gleich: Bohnenbehälter füllen, Wassertank füllen, Zubereitungsart per Knopfdruck auswählen – und fertig. Alles andere, also Mahlen, brühen und auf Wunsch sogar Milch aufschäumen, erledigt das Gerät selbstständig. Auch die anschließende Entsorgung des Kaffeesatzes erfolgt fast automatisch. Denn der Automat befördert den Satz in einen sogenannten „Tresterbehälter“, der wie die Tropfschale lediglich von Zeit zu Zeit geleert werden muss.

Geöffneter Tresterbehälter eines silbernen Kaffeevollautomaten
Der Kaffeesatz landet automatisch im Tresterbehälter. Der leert und reinigt sich aber nicht von alleine. Immerhin: alle Maschinen signalisieren, wenn er voll ist. © IMTEST

Alle Kaffeevollautomaten im Test bieten zudem über ein automatisiertes Milchschaumsystem auch Mischgetränke wie Latte Macchiato oder Flat White – und zwar ebenfalls auf Knopfdruck.

Glas unter silbernem Kaffeevollautomaten aus dem Latte Macchiato rausläuft
Milchmisch-Kaffeegetränke können die Maschinen allesamt mit nur einem Knopfdruck zubereiten. © IMTEST

Kaffeespezialitäten mit Milch für Automaten kein Problem

Die Zubereitung von Mischgetrönken geschieht bei den Kaffeevollautomaten im Test über die Auswahl des entsprechenden Getränks, genauso wie etwa bei einem Espresso. Vorher muss allerdings ein mitgelieferter Behälter mit kalter Milch gefüllt und anschließend über einen Schlauch oder ein Andock-System mit der Maschine verbunden werden. Lediglich bei Krups wird standardmäßig nur ein Schlauch mitgeliefert, der ganz einfach in eine Milchtüte gesteckt wird.

Silberner Kaffeevollautomat mit Milchsystem
Getränke-Mixer: Für Kaffeespezialitäten wie Capuccino wird die Milch über einen Extrabehälter erwärmt und geschäumt. © IMTEST

Nach Auswahl des entsprechenden Getränks saugt der Automat automatisch die Milch an, erwärmt und schäumt sie und füllt den Schaum über den Milchauslass ins Glas oder die Tasse – je nach Getränkeart entweder bevor oder nachdem der Kaffee gebrüht wurde. Egal wie: Es sind bei der Herstellung von Latte Macchiato und Co. keine zwei Arbeitsschritte notwendig.

Silberner Kaffeevollautomat im TEst von oben mit Milchtüte daneben
Pragmatische Lösung: Melitta liefert lediglich einen Schlauch mit, der einfach in die Milchtüte gehängt wird. © IMTEST

Reinigungssysteme der Kaffeevollautomaten

Zur Reinigung des Milch- sowie des gesamten Brühsystems bieten alle Kaffeevollautomaten im Test Reinungs- und Entkalkungsprogramme. Dennoch kommt man nicht umhin, Tropfschalen, Tresterbehälter und gegebenenfalls Milchschläuche von Zeit zu Zeit manuell zu reinigen. Die Einzelteile sind zwar offiziell spülmaschinengeeignet, allerdings sollte man darauf achten, die Kunststoffteile nicht zu oft in den Geschirrspüler zu stellen. Vor allem sollte man sie nicht zu heiß spülen, damit sie sich nicht im Laufe der Zeit verziehen und spröde werden.

Schwarz silberner Kaffeevollautomat von oben
Der Frischwassertank sollte nach Möglichkeit mindestens einmal am Tag mit frischem Wasser gefüllt werden.
Display von Kaffeevollautomat zeigt Info an
Automatische Spülprogramme helfen bei der Reinigung des Milch- und Brühsystems. Sie ergänzen die Handarbeit, ersetzen sie aber nicht.
Milchschlauch von Kaffeevollautomat
Achillesverse bei der Reinigung: Der Schlauch über den die Maschine die Milch ansaugt. Hier bleiben die meisten Reste kleben.
Schwarzer Kaffeevollautomat offen
Bei allen Kandidaten außer Krups lässt sich die gesamte Brühgruppe zum Reinigen entnehmen.


Kaffeevollautomaten und ihre feinen Unterschiede

Der Kaffeevollautomaten-Test hat erneut bestätigt, dass die technischen Dimensionen der Modelle ähnlich sind: In Sachen Bedienung und Handhabung unterscheiden sich die Kandidaten nur unwesentlich voneinander. Nach der ersten Inbetriebnahme gelingt die Kaffee-Zubereitung bei allen problemlos. Die Aussage „Auf Knopfdruck“ ist hier tatsächlich zutreffend.

Die feinen Unterschiede liegen in Details wie etwa der Auswahl der Kaffeevariationen: Während etwa bei De‘Longhi 16 verschiedene Getränke auf Knopfdruck verfügbar sind, kann das Gerät von Melitta nur fünf verschiedene Getränke automatisch zubereiten. Wer ohnehin nur die gängigen Standards von Espresso über Latte Macchiato bis zu „normalem“ Kaffee und heißem Wasser im Sinn hat, wird sich von der eingeschränkten Auswahl kaum beeindrucken lassen – denn die können alle Kaffeevollautomaten im Test.

Schwarzer Kaffeevollautomat von oben
Kaffeemenge und -stärke lassen sich über das Bedienfeld (hier: DeLonghi) individuell einstellen. © IMTEST

Ähnlich verhält es sich etwa beim höhenverstellbaren Kaffeeauslass. Zwar lassen sich alle an verschiedene Tassengrößen anpassen, aber nur bei De‘Longhi lässt sich zusätzlich noch die Tropfschale ausklappen, so dass auch besonders hohe Becher unter den Auslauf passen. Anderer Punkt: Wer zudem auch Pulverkaffee mit dem Automaten verwenden will, muss ebenfalls aufpassen: das können nur die Kaffeevollautomaten von De‘Longhi, Philips und Saeco.

Schwarzer Kaffeevollautomat mit zwei weißen Bechern oben auf
Über den Sinn vorgewärmter Tassenablagen streiten Experten. Grund: Wird die Ablage zu warm, erhitzt sie oft auch dauerhaft die Kaffeebohnen, was dem Aroma abträglich ist. © IMTEST

Kaffeevollautomaten und ihre Einstellungen

Bei allen Kaffeevollautomaten im Test lassen sich wichtige Parameter der Kaffeezubereitung manuell einstellen. Dazu gehören vor allem der Mahlgrad, die Brühtemperatur und die Kaffeemenge. Aber die Mehrheit aller Käufer von Kaffeevollautomaten verändert die Werkseinstellungen der Geräte auch nie. Doch so verlockend einfach Kaffeevollautomaten auch sind: Wer wirklich vollendeten Kaffeegenuss erleben will, kommt um eine Einstellung der Maschinen nicht herum.

Hand an Behälter für Kaffeebohnen bei Kaffeevollautomat
Die Einstellung des Mahlgrads – meist am Bohnenbehälter direkt – sollte nur bei laufendem Mahlvorgang erfolgen. © IMTEST

Geschmacksergebnisse der Kaffeevollautomaten im Test

IMTEST hat für den Espresso-Geschmackstest ebenfalls die Standard-Einstellungen der Kaffeevollautomaten mit der immer gleichen Bohnenauswahl (Espressobohnen, mittlere Röstung) verwendet, um die Gewohnheiten der meisten Nutzer abzubilden. So ließen sich zwar geringfügige Unterschiede feststellen, allerdings in vergleichsweisem kleinem Spektrum und insgesamt auf einem hohen kulinarischen Niveau.

Am besten fielen die Urteile für Espressogeschmack und Milchschaum-Qualität bei den Kaffeevollautomaten von De‘Longhi, Krups und Philips aus. Wer sich allerdings die Zeit nimmt, und Temperatur, Mahlgrad und Menge auf die verwendeten Bohnen hin zu optimieren, wird noch deutlich bessere Ergebnisse erzielen können.

Display von schwarzem Kaffeevollautomaten
Individuelle Vorlieben in Sachen Pulver- und Kaffeemenge lassen sich bei Saeco in vier Nutzerprofilen speichern. © IMTEST

Den wichtigsten Geschmacksfaktor – zumindest nach Aussage vieler Kaffee-Experten und Barista – kann übrigens keine Kaffeemaschine nennenswert beeinflussen: die Qualität der Bohne. Hier lohnt es sich am meisten, einen Euro mehr zu investieren, denn wer den billigsten Kaffee kauft, spart geschmackstechnisch ganz sicher am falschen Ende.

Fazit

Die Unter-1000-Euro-Klasse an Kaffeevollautomaten kann sich sehen und schmecken lassen. Unterm Strich macht deLonghi das Rennen mit der besten Kombination aus Ausstattung, Leistung und Geschmack. Einfache Handhabung und guter Espresso sichern Melitta den Preis-Leistungssieg.

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