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E-Bikes für Senioren: Darauf müssen Sie beim Kauf achten

Tiefer Einstieg und einfache Handhabung sind von Vorteil.

Zwei Senioren fahren am Fluss auf ihren EBikes
© Hohe Acht

E-Bikes sind mittlerweile in allen Altersgruppen äußert beliebt. Und gerade für ältere Menschen bieten sie eine gute Möglichkeit, flexibel und aktiv zu bleiben. IMTEST sagt, worauf beim Kauf zu achten ist und welche Modelle sich besonders für Senioren eignen.

Mit dem Alter sinken die motorischen Fähigkeiten

Es lässt sich nicht von der Hand weisen, aber mit steigendem Alter wird der Mensch in seiner Mobilität mehr und mehr einschränkt. Dies ist auf den normalen Alterungsprozess zurückzuführen, bei dem unter anderem die Knochen poröser und instabiler werden und sich die Muskeln langsam zurückbilden. Zudem lassen auch die sensorischen Fähigkeiten nach.

Wer sich etwa nicht mehr traut, mit dem Auto zu fahren, kann mit einem E-Bike einen guten Ersatz finden. Längere Strecken, Anstiege und Gegenwind sind mit elektrischer Unterstützung kaum noch ein Hindernis. Wer beim Kauf ein für sich passendes Modell findet, wird sich über eine neue Form der Mobilität und Fitness freuen, was zur Verbesserung der Lebensqualität enorm beitragen kann.

Checkliste: Das ist bei und mit dem Kauf eines E-Bikes für Senioren zu beachten

E-Bikes für Senioren müssen zu deren körperlicher Voraussetzungen passen und mit Bedacht ausgewählt werden. Folgende Checkliste sollte daher jeder für sich vor dem Kauf durchgehen.

  • Rahmenform: Oft fällt älteren Menschen die Handhabung mit einem E-Bike leichter, das einen tiefen Einstieg, also einen sogenannten Wave-Rahmen, hat. So kommen sie ohne das Gleichgewicht zu verlieren sicher auf den Sattel.
  • Fahrrad-Typ: Als Fahrrad-Typ eignen sich sowohl City-, Trekking- als auch die beliebten Kompakt-E-Bikes. Letztere sind aufgrund ihrer Größe oft leichter und insgesamt einfacher in der Handhabung. Je nach motorischer Einschränkung bieten einige Hersteller auch E-Bikes mit drei Rädern an.
  • Gewicht: Ganz klar, E-Bikes sind aufgrund ihres Akkus und Motors schwerer als Bio-Bikes. Dennoch gibt es Unterschiede. Denn je größer der Akku, umso höher die Reichweite, aber desto schwerer das Rad. Daher sollte man überlegen, welche Strecken man zurücklegen möchte und ob gegebenenfalls ein E-Bike mit einem nicht ganz so großen Akku ausreicht.
  • Ergonomie: Ein angenehmer Sattel, eine gute Auflagefläche bei den Griffen und eine aufrechte Sitzhaltung. Das E-Bike sollte so geschnitten sein, dass sich der Best-Ager wohlfühlt, die Hände nicht einschlafen oder andere Körperteile schmerzen. Sattel, Sattelhöhe und Lenkergriffe lassen sich bei Bedarf schnell tauschen und anpassen. Bei der Probefahrt muss der Fahrer einfach ein gutes Gefühl bekommen.


  • Unkomplizierte Bedienung: Ein E-Bike bringt eine gewisse Technik mit sich und eine Einweisung der verschiedenen Funktionen sollte beim Kauf erfolgen. Wichtig ist auf jeden Fall, dass das Display gut ablesbar ist. Mitunter macht es auch Sinn, sein E-Bike mit der entsprechenden App zu koppeln. Aber, einmal eingerichtet, muss man eigentlich kaum etwas mit der App machen und der Fahrer kann sich darauf konzentrieren, die Unterstützungsstufen kennenzulernen und entsprechend zu nutzen. Insgesamt wird der Best-Ager vermutlich die meiste Freude an seinem Rad haben, wenn er es großteils intuitiv bedienen kann.
  • Gepäckoptionen: Wer mit dem E-Bike seine Einkäufe erledigen möchte, sollte darauf achten, dass beispielsweise ein Gepäckträger vorhanden ist. Befestigt man rechts und links eine Tasche, sollte man stets auf eine ausgeglichene Gewichtsverteilung achten.
  • Unterschiede zum Bio-Bike kennenlernen: Durch die höhere Geschwindigkeit und das höhere Gewicht des Fahrrads verändert sich der Bremsweg. Daher sollte man sich erst mit seinem neuen Rad auf einem Privatgrundstück oder einer wenig befahrenen Straße vertraut machen und auch mal eine Vollbremsung üben, bevor man sich in den Großstadtverkehr traut. Mitunter macht auch ein E-Bike-Kurs Sinn, den man zum Beispiel beim ADFC buchen kann.
  • Hilfsmittel: Um den rückwärtigen Verkehr gut beobachten zu können, ist ein Fahrradspiegel hilfreich und erspart dem Fahrer, sich oft nach hinten drehen zu müssen. Dieser kostet nicht viel und kann einfach nachgerüstet werden.
  • Helm: Gerade für Senioren ist es oft ungewohnt, einen Helm zu tragen. Dieser sollte jedoch zur festen Ausstattung gehören, wenn man sich auf’s Rad schwingt.

Diese E-Bikes eignen sich besonders für Senioren: Tern NBD S51

Das Tern NBD S51 gehört zu den Kompakt-E-Bikes und bietet einen sehr tiefen und breiten Einstieg. Die Bauweise bedingt zudem einen tiefen Rad-Schwerpunkt sowie eine sehr aufrechte Sitzhaltung. Beides soll für ein sicheres Fahren sorgen. Laut Tern ist das E-Bike für Personen von 1,47 Meter bis 1,90 Meter ausgelegt.

Productshot rotes Kompakt-E-Bike
Kompakt-E-Bikes wie das Tern NBD S51 bieten einen tiefen und breiten Einstieg. © Tern

Angetrieben wird es von einem Motor der Bosch Performance Line, der mit einem 500 Wattstunden-Akku kombiniert ist. Eine fünf Gang Nabenschaltung hilft bei der Feinabstimmung beim Treten. Das E-Bike kommt zudem mit einer festinstallierten Lichtanlage, hydraulischen Scheibenbremsen und einem Gepäckträger, der bis zu 27 Kilogramm Last aufnehmen können soll. Der Preis liegt bei 5.399 Euro.



pfautec Scoobo+: Das E-Bike mit drei Rädern

Mit pfautec gibt es einen Anbieter, der sich auf dreirädrige E-Bikes spezialisiert hat. Die meisten Modelle haben dabei zwei Räder hinten und eins vorne. Der große Vorteil dabei: Der Fahrer kann im Stand auf dem Rad sitzen bleiben. Andersrum sind dreirädrige E-Bikes alles andere als schlank, sodass man vor dem Kauf überlegen muss, wo man es gegebenenfalls zu Hause parken kann.

Um das Modell Scoobo+ anzutreiben, setzt pfautec auf den Bosch Performance Line CX Motor mit Cargoline Software, einen 545 Wattstunden-starken Akku und einer 14-Gang-Rohloff-Schaltung. Mit diesem Setup soll selbst dieses wuchtige Gefährt mühelos gefahren werden können.

Productshot dreirädriges E-Bike, welches eines Sitz mit Lehne hat
Dreirädrige E-Bikes eignen sich für Personen größeren motorischen Einschränkungen. © pfautec

Für einen angenehmen Komfort sorgte zudem ein breiter Sitz inklusive Lehne sowie eine gefederte Hinterbauschwinge. Darüber hinaus bringen das Frontlicht mit Fernlichtfunktion und das Rücklicht mit Bremslichtfunktion erhöhte Sichtbarkeit. Die hydraulischen Scheibenbremsen sind mit einer Feststellfunktion ausgestattet. Mit einem Preis ab 8.399 Euro ist ein solches E-Bike deutlich teurer als ein Kompakt- oder City-E-Bike, kann dank der Ladeoptionen für Einkäufe aber fast vollständig ein Auto ersetzen.

City-E-Bike Kalkhoff Image 3.B Move

Als klassisches City-E-Bike mit tiefem Einstieg kommt das Image 3.B Move von Kalkhoff. Von der Handhabung eher etwas schwerer als ein Kompakt-E-Bike soll es dennoch ein einfaches Auf- und Absteigen sowie eine aufrechte Sitzhaltung bieten. Für einen tiefen Schwerpunkt sorgt hier ebenfalls ein Bosch Mittelmotor der Active Line mit 50 Newtonmetern, der mit einem 400 Wattstunden oder wahlweise 500 Wattstunden-Akku kombiniert werden kann.

Productshot City-E-Bike von Kalkhoff
Ein klassisches City-E-Bike wie das Image 3.B Move bietet eine aufrechte Sitzhaltung und kommt mit einer praktischen Vollausstattung wie Gepäckdträger und Lichtanlage. © Kalkhoff

Eine Acht-Gang-Nabenschaltung, hydraulische Scheibenbremsen, eine Federgabel sowie eine gefederte Sattelstütze runden das Profil ab. Mit einem Gewicht von 27 Kilogramm ist das E-Bike zwar kein Leichtgewicht, das macht sich beim Fahren jedoch nicht negativ bemerkbar. Mit einem Preis ab 3.099 Euro bekommt man hier ein Rad zu einem sehr attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis.

Sucht der Best-Ager ein ähnliches Rad mit einem geringeren Gewicht, kann er sich auf das Modelljahr 2024 freuen. Dank des neuen Bosch Performance Line SX Motor wird Kalkhoff eine Light-Serie anbieten, die ebenfalls bequeme Tiefeinsteiger beinhaltet. Diese sollen um die 22 Kilogramm wiegen und sind damit deutlich leichter als der Modell-Bruder.