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10 Raclette-Grills im Test: Gaumenschmaus zu Silvester

An die Pfännchen, Käse drauf und los!

© Cloer

Die besten Raclette-Grills // IMTEST

Zu festlichen Anlässen mit Freunden und Familie steht das Raclette hoch im Kurs.

Für gesellige Runden sowohl an Weihnachten als auch an Silvester sind Raclette-Grills fast unverzichtbar. Niemand muss lange in der Küche großartig etwas vorbereiten, sondern alle sitzen gemütlich beisammen – das Essen wird zum abendlichen Event. Während die kleinen Pfännchen fester Bestandteil eines Raclette-Grills sind, gibt es Varianten mit Temperaturreglern und unterschiedlichen Platten. IMTEST hat 10 beliebte Modelle von Russell Hobbs, Steba, Unold, Klarstein, Stöckli, WMF, Rommelsbacher, Severin, Cloer und Tefal getestet. Preislich liegen diese Raclette-Grills etwa zwischen 60 Euro und 140 Euro. Mit welchem der Abend zum Erfolg wird, verrät der Artikel.

Das zeichnet Racette-Grillen aus

Das Wort Raclette ist französisch und heißt übersetzt soviel wie “schaben”. Früher wurde die an der Feuerglut gegrillte oder geräucherte obere Schicht des halben Käselaibs mit einem Messer auf einen Teller oder ein Stück Brot geschabt. Erfunden hat die besondere Art der Essenszubereitung die Schweizer. Diese alte Tradition, ihr Essen in kleinen Pfannen mit Käse zu überbacken, pflegen sie schon seit Jahrhunderten.

Nahaufnahme eines Raclette-Grills, auf der Grillplatte liegen Pilze, die Pfännchen sind befüllt und mit Käse überdeckt
Zu einem gemütlichen Abend mit Freunden oder der Familie gehört für viele Menschen ein Essen aus dem Raclette-Grill. © IMTEST, Getty Images

Ausstattung und Leistung der Raclette-Grills: Hier liegen die Unterschiede

Die Raclette-Grills von Tefal, WMF, Rommersbacher, Russell Hobbs, Unold oder Severin müssen beispielsweise mit einem Schalter betätigt beziehunbgsweise Drehregler bewegt werden, um das Gerät einzuschalten. Erst dann beginnt das Heizelement, sich zu erwärmen. Allerdings kann es passieren, dass die Raclettes direkt nach dem Anschließen an die Steckdose losfeuern, wenn der Regler beim letzten Mal nicht auf null gesetzt wurde.



Hitzeregulation ist dann vorteilhaft, wenn zum Grillen und Raclettieren unterschiedliche Temperaturen erforderlich sein sollen. Fleisch etwa wird bei weniger als 200 °C nicht schnell genug gegrillt, es würde zäh und blass. Käse hingegen schmilzt unten im Pfännchen schon bei deutlich weniger Hitze ohne zu schnell zu bräunen, zumal dort auch dickere Zutaten wie Kartoffeln oder Gemüse langsam erwärmt werden müssen.

Tefal und Klarstein verzichten auf eine Temperaturregelung. Sanftes Garen auf der Grillplatte ist so kaum möglich, schnelles und starkes Anbraten hingegen sehr wohl. Das Modell von Steba verfügt praktischerweise über Schalter und Regler.

Im Test wird die Grillplatte von Russell Hobbs beispielsweise 240 °C heiß, bei Steba zeigt das Messgerät 207 °C an. Mit diesen Temperaturen lässt sich scharf anbraten, bei Russell Hobbs müsste der Regler für sehr gute Ergebnisse nicht einmal bis zum Maximum geschoben werden.

Ein Blick sollte vor dem Kauf auch auf die Wattzahl geworfen werden. Cloer, Unold und Klarstein bringen es nur auf 1200 Watt, Stöckli sogar nur auf 11oo Watt, was sich in einer vergleichsweise langen Grilldauer niederschlägt. Besser und vor allem schneller gelingt das den anderen Raclette-Grills, die mindestens 1350 Watt aufbringen. Kehrseite: Temperaturen von bis zu 260 Grad strahlen auch seitlich auf die Tischoberfläche. Bei der Steinplatte des Geräts von Severin kann es dort bis zu 75 Grad heiß werden. Das ist für empfindliche Oberflächen zu heiß. Ein großes Holzbrett oder eine dicke Tischdecke aus nicht brennbarem Material kann hier helfen.

Stolperfalle Kabel

Ein langes Stromkabel, das im Idealfall bis weit auf den Fußboden reicht und nicht auf halber Strecke vom Tisch baumelnd verlängert werden muss, trägt enorm zur Sicherheit bei. Stöckli und Unold liefern für ihre Raclette-Grills großzügige Längen von 1,50 Meter beziehungsweise 2 Meter. Dagegen hat Russell Hobbs sein Gerät nur mit einem sehr kurzen 60-cm-Kabel ausgestattet, das reicht in vielen Fällen noch nicht einmal bis zur Tischkante. Grundsätzlich sorgen weiche Gummifüße für Halt auf der Tischoberfläche – beim Raclette von Stöckli fehlen sie.



Pfannengröße: So viel passt rein

Unterhalb der Heizelemente befindet sich die Etage für die Pfännchen: Dort wird geschmolzen, erwärmt und gebrutzelt. Wenn die Einschubhöhe allerdings – wie bei Klarstein oder Stöckli mit nur rund 3,5 Zentimetern – sehr niedrig ausfällt, muss das bei der Vorbereitung der Zutaten berücksichtigt werden. Schließlich dürfen die kulinarischen Experimente nicht allzu hoch aufragen, damit sie nicht von unten an die Heizstäbe oder Grillplatten reichen und dort verbrennen. Etwas mehr Möglichkeiten zur Pfännchenfüllung bieten Russell Hobbs (6 cm) und Steba (5 cm). Ist der Käse dann geschmolzen und die Kartoffel heiß, wird das Pfännchen entnommen und der Inhalt mit einem Holz- oder Kunststoffspatel auf den Teller bugsiert.

Die Pfännchen von WMF laufen nach vorne besonders flach aus, so kann der fertige Inhalt einfach auf den Teller rutschen. Auf ein Plus an Volumen setzt Tefal mit seinen hohen Pfannenrändern, hier passt viel rein. Auch die Länge der Pfannenstiele spielt eine Rolle: Bei Fettspritzern und starker Hitzeabstrahlung können die Finger nicht weit genug entfernt vom Geschehen sein. Lange Stiele wie bei WMF und Rommelsbacher sind darum ideal.

WMF hat seinen Raclette-Grill so konstruiert, dass der Einschub lediglich von den Längsseiten her erfolgen kann. Da haben Gäste an der kurzen Seite das Nachsehen und müssen um die Ecke greifen. Für die kurze Essenspause bieten WMF, Unold und Stöckli praktischerweise eine Extra-Etage, wo die Pfännchen geparkt werden können.

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