WhatsApp, TikTok, Instagram: Ohne Smartphone geht bei Grundschülern und Teenagern fast nichts mehr. Wäre da nicht die Frage nach dem passenden Handytarif für den Nachwuchs. Mit speziell auf Familien angepassten Angeboten wollen Vodafone, Telekom oder O2 den Eltern die Suche nach dem optimalen Mobilfunktarif für sich und ihre Kinder erleichtern. IMTEST hat die Familien- und Kindertarife der großen deutschen Netzbetreiber (zu denen künftig auch 1&1 zählen wird), im Detail durchleuchtet und liefert Antworten, welcher Tarif für Familien sich lohnt. Oder sind Discount-Anbieter wie Aldi Talk die preisgünstigen Alternativen? IMTEST erklärt mit einem Vergleich, für wen sich welcher Smartphone-Tarif eignet.

So funktionieren Partnerkarten

Die Familienangebote der Netzbetreiber lassen sich wahlweise als Zusatzoption zu einem bestehenden oder neuen Mobilfunkvertrag hinzu buchen. Das ist etwa bei der Telekom, bei Vodafone und O2 möglich. Bei 1&1 lässt sich ein eigener Zusatzvertrag für Kinder und Jugendliche (bis Vollendung des 18. Lebensjahres) abschließen. Mit Partnerkarten telefonieren Familienangehörige vergünstigt miteinander. Bei Vodafone kann das verfügbare Datenvolumen sogar miteinander geteilt werden. Voraussetzung für Familienkarten ist, dass der Haupttarif sowie die Nebenverträge auf eine Person laufen. Abgerechnet wird dann jeweils in einer einzigen Monats-Rechnung.

Partnerkarten bei Vodafone, Telekom und O2 lassen sich nur dann buchen, wenn ein entsprechender Partnerkartenfähiger Vertragstarif abgeschlossen wurde: Bei der Telekom sind Partnerkarten beispielsweise bei allen aktuellen MagentaMobil-Vertragstarifen (Ausnahme: MagentaMobil S Young) möglich. Wer bei Vodafone im Besitz eines Tarifs Red, Young, Smart L, L+ oder XL ist, ist gleichzeitig auch berechtigt für Partnerkarten. Bei O2 gibt es eine Fülle an aktuellen, aber auch älteren Tarifen, die sich für Familienkarten eigenen. Dazu zählen die Tarife Free Starter Flex, Free S bis L (inklusive Boost) und Free Unlimited sowie Blue All-in S bis L 2021 und auch Festnetz-Internet-Tarife My Home M bis XXL. Für Prepaid gilt: Partnerkarten gibt es gewöhnlich nicht. Es muss für jedes Kind und jeden Jugendlichen eine eigene Karte über den Anbieter bestellt werden.

Balkengrafik, die die Smartphone-Nutzung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland zeigt
© Statista


Mobilfunktarife für die Jüngsten

Das Einstiegsalter, in dem Kinder ein Smartphone bekommen, sinkt kontinuierlich. Laut dem Branchenverband Bitkom (Kinder & Jugendstudie 2022) nutzen mehr 65 Prozent der 6- und 9-Jährigen bereits ein Smartphone. Für diese Altersgruppen empfehlen sich spezielle, günstige Mobilfunktarife für Kinder, die in erster Linie die Erreichbarkeit des Kindes durch die Eltern garantieren. In der Regel reicht hier ein Prepaid-Tarif (ohne monatliche Fix-Kosten) mit recht geringem Guthaben aus. Vom Anbieter Discotel gibt es beispielsweise für den CleverXS-Tarif im O2-Netz (Kosten: 2,95 Euro pro Monat) 100 Freieinheiten zum Telefonieren oder SMS sowie 100 Megabyte-Inklusiv-Daten zum Surfen. Bei solchen Angeboten sollte das aktuelle Guthaben regelmäßig kontrolliert werden, denn sobald die Prepaid-Karte leer ist, kann das Kind im Notfall niemanden mehr erreichen.

Mit dem richtigen Tarif sparen

  • Wer als Vertragskunde eine Familienkarte bei O2 erwirbt, bekommt diese um 50 Prozent günstiger. So lässt sich zwischen 10 und 30 Euro je Monat sparen. Preistipp: Für 4,99 Euro pro Monat gibt es bei O2 zudem den Free Starter Flex mit 1 Gigabyte (GB) Datenvolumen als Partnerkarte für Kinder und Erwachsene. 
  • Im Vergleich zu den Standardtarifen der Telekom gibt es bei der Buchung einer Partnerkarte je 20 Euro Rabatt auf den Monatspreis. Für Kinder lassen sich Tarife ab 9,95 Euro/Monat – je nach Haupttarif – ab 5 GB Datenvolumen als Partnerkarte hinzubuchen.
  • Vodafone vertreibt seine Partnertarife für Kinder (Red+ Kids) für monatlich 20 Euro. Aktuell gibt es 20 statt 10 GB Inklusiv-Datenvolumen pro Monat hinzu. 

Mobilfunktarife im Vergleich: So sparen Sie und ihre Familie

Je älter die Kinder werden, desto höher fällt auch deren Anteil an der Smartphone-Nutzung aus: Laut Bikom haben aktuell über 90 Prozent der 10- und 11-Jährigen regelmäßig Zugriff auf ein Smartphone. Entsprechend wird für sie auch die Menge des verfügbaren Datenvolumens bei den jeweiligen Mobilfunktarifen wichtiger. Mit dem Prepaid-Tarif Kombi-Paket M von Aldi Talk für 12,99 Euro pro Monat bekommt diese Altersgruppe beispielsweise monatlich sechs Gigabyte LTE-Daten (Datentempo: bis 25 MBit/s) und eine Flatrate für Anrufe und SMS. Spätestens wenn die Kinder ins Teenager-Alter kommen, wird der Ruf nach noch mehr Datenvolumen laut. Schon Mobilfunktarife mit 5 Gigabyte kosten aber ab rund 10 Euro aufwärts pro Monat. Bei mehreren Kindern und zusätzlich noch den Verträgen der Eltern belastet dann schnell eine hohe Handyrechnung das Familienbudget bemerkbar.



Familienfreundliche Tarife in der Übersicht

1&1 LTE Kids

Der 1&1-Tarif kann unabhängig für jedes Kind gebucht werden. Er bietet 100 Einheiten für Telefon-Minuten und/oder SMS sowie 1 GB-Daten (LTE bis 21,6 MBit/s) pro Monat.

  • 1. – 6. Monat 3,99€, dann 6,99€
  • Mindestlaufzeit: 24 Monate
  • Einmalig 19,90€ Bereitstellung

O2 Free S Boost  

Die Partnerkarte zum O2-Tarif bietet 6 GB-Datenvolumen mit 225 MBit/s (LTE). Alle Anrufe und SMS sind damit inklusive. Ohne O2-Haupttarif monatlich 24,99 Euro. 

  • Monatlich 12,49€ (mit Haupttarif)
  • Mindestlaufzeit: 24 Monate
  • Kein einmaliger Anschlusspreis 

Telekom MagentaMobil PlusKarte 

Die MagentaMobil PlusKarte Kids & Teens Flex für Nutzer unter 18 Jahren bietet Anrufe und SMS in alle Netze und 20 GB pro Monat (Tempo: LTE Max und 5G mit bis 300 MBit/s.

  • Monatlich 9,95€
  • Mindestlaufzeit wahlweise 24 Monate oder ohne Mindestlaufzeit

Vodafone Red+ Kids

Die Partnerkarte für Kinder bis einschließlich 17 Jahren bietet ausschließlich Datenvolumen, das vom Elterntarif (Haupttarif) zugeteilt wird (mit 5G-Tempo bis 500 MBit/s.

  • Monatlich 10,00€
  • Mindestlaufzeit: 24 Monate 
  • Anrufe & SMS in alle Netze inklusive

Aldi Talk Kombi-Paket M

Der Prepaid-Tarif im O2-Netz bietet ein Datentempo von 25 MBit/s, monatlich sind 6 GB Datenvolumen inklusive, sowie alle Anrufe und SMS in alle Netze.

  • Monatlich 12,99€
  • Prepaid, 0 Tage Kündigungsfrist
  • Starter-Set einmalig 9,99€

Geld sparen mit Partnerkarten

Wer aber auf Familientarife und Partnerkarten setzt, kann jeden Monat Geld sparen. Die wesentliche Voraussetzung für solche Mobilfunktarife ist ein bestehender Handyvertrag eines Familienmitglieds – etwa bei der Telekom, Vodafone oder O2. Diese Tarife punkten mit übersichtlichen Paketen, in denen viel Datenvolumen, Zusatzkarten und manchmal auch weitere Extras vorhanden sind.



Smartphone im Urlaub nutzen 

Natürlich spielt das Smartphone bei Kindern und Jugendlichen (genau wie bei Erwachsenen) auch im Urlaub eine Rolle: Mit der EU-Verordnung „Roam like at home“ (RLAH) gelten seit 2017 europaweit die jeweils heimischen Tarifkonditionen. Surfen, Telefonieren und SMS versenden und empfangen – alles wie gehabt, nichts kostet extra. Das gilt für die 27 EU-Mitgliedsstaaten (mit Deutschland) sowie Island, Liechtenstein und Norwegen. Haben Sie nicht alle im Kopf, informieren Sie sich am besten vor der Reise, ob Sie mit Ihrem Reiseziel auf der sicheren Seite sind.

Eine echte Kostenfalle sind Kreuzfahrten oder andere Schiffsreisen. Denn hier nutzen die Schiffe nicht das gewöhnliche, terrestrische Netz über Sendemasten an Land, sondern eine Verbindung via Satelliten. Die zusätzlichen Kosten für die Nutzung dieses Netzes sind enorm. Weil diese Art der Verbindung von der oben genannten EU-Verordnung ausgenommen ist, lauert die Kostenfalle auch innerhalb der EU, zum Beispiel auf einer Schifffahrt von Kiel nach Schweden. In diesem Fall ist der Flugmodus auch zu hoher See nützlich und deaktiviert alle Verbindungen Ihres Handys.

Wie sinnvoll sind Mobilfunktarife mit Smartphone?

An dieser Frage kommen die Wenigsten vorbei, die sich mit Mobilfunktarifen auseinandersetzen. Soll man gleich ein Smartphone zu einem Tarif dazu buchen oder nicht? Dabei ist die Rechnung ganz einfach: Kostet das Gerät beispielsweise 29,99 Euro pro Monat zusätzlich, beläuft sich der Betrag über 24 Monate auf knapp 720 Euro – ohne die monatlichen Tarifkosten. Da die Smartphone-Preise aber oft schon wenige Monate nach dem Verkaufsstart stark purzeln, kostet das Wunsch-Smartphone über die Mindestlaufzeit eines Vertrages oft deutlich mehr als der Gerätekauf ohne Vertrag. Von daher sparen die, die sich Mobilfunktarife ohne Smartphone holen.



Fazit

Sollen die monatlichen Kosten der Smartphone-Verträge für Kinder nicht den Kostenrahmen sprengen, sind Mobilfunktarife mit Zweitkarten empfehlenswert. Ein Elternteil muss dafür über einen Bestandstarif bei einem entsprechenden Anbieter wie Vodafone, Telekom oder O2 verfügen. Dann lassen sich recht unkompliziert Zusatz- oder Zweitkarten für die Familie hinzubuchen, die teils sehr lohnenswerten Vergünstigungen wie zusätzlichem Datenvolumen ohne Aufpreis bringen. Wer beispielsweise bei 1&1 Kunde ist, kann auch einen speziellen Kindertarif buchen. Im Vergleich zum Discounter gibt es dabei ungleich höheres Datentempo. Sehr gut: Vodafone ermöglicht das minutiöse Aufteilen von Daten zum Internetsurfen innerhalb einer Familie.