Notebooks sind mobile Computer – und das ist auch die einzige Gemeinsamkeit aller Exemplare dieser Gattung. Denn die Ausstattung, Leistungsstärke, Mobilität und Vielzahl an Extras fällt sehr unterschiedlich aus. Da wären zum einen die Arbeitsgeräte, die sehr schlank und ausdauernd sind, sogenannte Convertibles, die mit Touchscreen und umklappbarer Tastatur auch als Tablet taugen, Profi-Geräte mit enormer Rechenleistung und nicht zuletzt Gaming-Notebooks, die sich für Spiele-Sessions eignen sollen. Ein Blick auf das Datenblatt und den Preis reicht da nicht aus, um zu wissen, welches Gerät in seiner Disziplin das beste ist. Was Notebooks im Test ertragen und überstehen müssen, verrät IMTEST hier.

Notebooks im Test: Ausstattung

In dieser Disziplin gilt es mit der grundsätzlichen Ausstattung zu punkten. Etwa die Verarbeitungsqualität: Knarzt das Gehäuse oder gibt es scharfe Kanten, wackelt der Bildschirm etwa bei der Benutzung oder sind Material und Verarbeitung rundum solide?

Die Größe des gesamt verbauten Speichers und die Konnektivität (WLAN, LAN, Bluetooth und Mobilfunk) bewerten die Tester ebenso wie Entsperrungstechnik und Webcam. So führen zum Beispiel das Fehlen eines Fingerabdrucksensor oder der Gesichtserkennung zu einer schlechteren Note. Der Nutzer muss umständlich ein Passwort eingeben, um das Gerät zu entsperren.

Verfügt ein Notebook zum Beispiel über einen USB Typ C Anschluss, sagt das alleine nichts über Datenrate und Übertragungsmöglichkeiten aus. Dahinter kann sich ebenso USB 3.0 verbergen wie Thunderbolt 4. Letzteres unterstützt nicht nur höhere Datenraten, sondern auch den Anschluss von 8k-Bildschirmen. Daher bewertet IMTEST sowohl die Anzahl, Art und Standards der Anschlüsse.

Leistung: Von Arbeitstier bis Gaming-Maschine

Einen schnellen Prozessor, eine flotte Grafikkarte und viel Arbeitsspeicher zu verbauen ist die eine Sache – die andere, die Komponenten so einzubauen, dass sie ihr volles Potenzial ausschöpfen. Um das zu überprüfen, setzt IMTEST verschiedene Leistungsmessungsprogramme ein, sogenannte Benchmarks. Sie bilden außerdem ab, wofür sich das Gerät vorwiegend eignet.

Geekbench 5: In diesem Test müssen Hauptprozessor und Arbeitsspeicher ihr Können beweisen. Die Tests verwenden modernste Technologien wie maschinelles Lernen, Augmented Reality und computerbasierte Fotografie. 

3D-Rendering: Im Cinebench R23 geht es um aufwendige Renderings, also die Berechnung von 3D-Objekten. Dieser leistungszehrende Benchmark misst die Leistungsgrenze sowohl für Einzelkern- als auch Mehrkern-Berechnungen und gibt wie Geekbench einen Punkte-Wert an.

Videobearbeitung mit Handbrake: Ganz praxisnah ist dieser Testpunkt, bei dem das Testgerät mit dem Programm Handbrake ein 4k-Video in Full-HD-Auflösung umwandelt. Die Dauer zählt und reicht von unter einer Minute bis hin zu mehr als zwanzig.

Spieleleistung: Gewöhnliche Notebooks sind in erster Linie nicht für das Spielen ausgelegt. Trotzdem ist es gut zu wissen, wie spieltauglich die Maschine ist für das gelegentliche Zocken. Hierbei durchlaufen die Testgeräte den integrierten Benchmark von Shadows Of The Tomb Raider, einmal auf niedrigsten Grafikeinstellungen und dann auf den höchsten – beides in der Auflösung Full-HD.

Arbeitsgeschwindigkeit: Die Eignung für einfache Arbeitsaufgaben wie Word, Outlook, Excel und das Surfen fragt der Test mit Passmark ab. Der Test prüft unter anderem die Leistung bei mathematischen Berechnungen und die Schreibgeschwindigkeit des Arbeitsspeichers.

Für alle Endbosse: Gaming-Notebooks im Härtetest

Ein Sonderfall sind Gaming-Notebooks. Da ihr hauptsächlicher Einsatzzweck das Spielen ist, kommen neben den oben genannten Leistungs-Prüfungen weitere hinzu.

Spiele: Damit der Test nah an der Spiele-Praxis bleibt, müssen sich die Gaming-Notebooks in tatsächlichen Spielen beweisen. Die Auswahl soll unterschiedliche Genres, aber auch unterschiedlich anspruchsvolle Berechnungen abbilden. Das sind die Titel.

  • Metro Exodus: Nach wie vor ein sehr herausfordernder Shooter, vor allem wenn alle grafischen Extras aktiviert sind.
  • Forza Horizon 5: Die Rennspiele der Forza-Reihe erfreuen sich großer Beliebtheit. Die Grafik ist mit jedem neuen Titel der Serie atemberaubend, wenn auch genügsamer als mancher Shooter.
  • Shadows Of The Tomb Raider: Wie oben bereits erwähnt, kommt dieser Titel auch bei Gaming-Notebooks als Adventure-Klassiker zum Einsatz.
  • GTA V: Nach wie vor sehr beliebt ist vor allem der Online-Modus von GTA V. Viele Spieler interessiert es deshalb, wie gut sich die Rechenmaschine für diesen Titel eignet. Die Open World und hektische Action sind für die Rechner zudem herausfordernd.
  • 3D Mark TimeSpy Extreme: Hierbei handelt es sich um einen Spiele-Benchmark und nicht um ein Spiel. Doch die leistungshungrigen Berechnungen reizen die Performance der Spiele-Computer sehr gut aus.

Alle Spiele bzw. Benchmarks führen die Tester sowohl in Full-HD, als auch in 4k-Auflösung aus.

Spiele: Ist das Notebook spieletauglich? Das testet 3DMark. © IMTEST

Notebooks im Test: Bildschirm

Ist der Bildschirm hochauflösend, farbtreu, hell oder eine einzige Fehlanzeige? Das gilt es zu prüfen. Die Angaben der Hersteller klingen sehr vielversprechend – doch erst Messungen bringen die Wirklichkeit ans Tageslicht.

Etwas irritierend: Die Auflösung alleine entscheidet nicht über die Bildschärfe. Denn Full-HD kann auf einem 13 Zoll großen Bildschirm für ein noch scharfes Bild sorgen. Auf 27 Zoll lassen sich wiederum Pixel zählen. Darum berücksichtigen die Tester die Bildschirmgröße und bewerten die Pixeldichte, also die Pixel pro Zoll. Neben der Bildwiederholrate für eine geschmeidige Bewegbild-Wiedergabe erfassen die Tester die Farbtreue. Hierfür messen sie mit dem kostenfreien Programm HCFR und einem Colorimeter die Genauigkeit der Farbwiedergabe sowohl im sRGB-Farbraum, als auch im DCI-P3. Ersterer ist weit verbreitet und findet vor allem bei der Bildbearbeitung Anwendung. Letzterer ist wichtig für Videowiedergabe- und -Bearbeitung, beinhaltet vor allem besonders intensive, kräftige Farben. Auch das maximale Kontrastverhältnis wird bewertet.

Die maximale Bildschirm-Helligkeit prüft das kalibrierte Profi-Gerät Mavo-Monitor vom deutschen Hersteller Gossen. An insgesamt sieben Messpunkten ist außerdem ablesbar, wie gleichmäßig der Bildschirm ausgeleuchtet ist.

Bedienung & Mobilität

Da ein Notebook nicht nur ein Computer ist, sondern eben ein mobiler Rechner, bewertet IMTEST dies nebst Bedienung in einer eigenen Kategorie.

Temperatur: Bei hoher Beanspruchung erwärmt sich der Rechner. Der Nutzer bekommt das dann zu spüren, wenn das Gerät auf seinem Schoß liegt. An warmen Sommertagen, die für eine ohnehin warme Umgebung und dünne Bekleidung sorgen, kann das mitunter schmerzhaft sein. Die Temperatur misst IMTEST mittig der Rückseite sowohl beim Arbeiten als auch bei anspruchsvoller Auslastung per Cinebench (siehe oben). Dazu kommt die professionelle Wärmebildkamera BOSCH Professionell GTC 600C zum Einsatz.

Lautstärke: Die Szenarien für die Lautstärke-Messung entsprechen denen der Temperatur, also Arbeit und Volllast. Die Messung findet bei einem Sitz-Abstand von 40 Zentimetern zum Bildschirm statt. Hier zeigt sich, ob die Geräte schon bei einfachen Arbeitsaufgaben die Lüfter anschmeißen und auch, wie laut oder leise diese dann arbeiten.

Stromverbrauch: Generell sind Notebooks deutlich bescheidener als richtige Computer, was den Stromverbrauch angeht. Aber auch hier gibt es Unterschiede, die letztlich Kosten verursachen. Die Leistungsaufnahme in Watt, also wieviel Strom das Gerät über das mitgelieferte Netzteil aus der Steckdose bezieht, ist mit einem Strommessgerät zu überprüfen. Auch hierbei zählt der Wert beim Arbeiten und bei starker Beanspruchung.

Akku-Ausdauer und Ladedauer: Die Ausdauer der Notebooks abseits der Steckdose prüfen die Redakteure bei dauerhafter Videowiedergabe über einen WLAN-Stream-Server. Damit besonders helle Bildschirme nicht einen Nachteil haben, ist die Helligkeit fest eingestellt auf 300 Candela pro Quadratmeter. Ist das Notebook leer, kommt es an das mitgelieferte Netzteil, um die vollständige Ladedauer zu prüfen.

Bedienung: In diese Kategorie fallen Kriterien wie die Qualität der Eingabegeräte
(Tastatur und Touchpad). Eine ganze Reihe an Prüf-Punkten umfasst unter anderem die Größe und Anordnung der Tasten, die Größe des Mausfelds, Tastatur-Beleuchtung und Nummernblock, sowie das Schreibgefühl.

Kompaktheit: Das Gewicht alleine zu bewerten wäre unfair. Große Notebooks mit großem Bildschirm würden stets schlechter abschneiden als Mini-Rechner. Um dem Rechnung zu tragen, benotet IMTEST das Verhältnis von Bildschirmgröße zu Gewicht. Schließlich zählt die Frage, wie schwer der Nutzer schleppen muss für den gebotenen Rechner.

Temperatur: Die Tester prüfen, wie heiß die Geräte bei Belastung werden.

Service & Umwelt

Wie lange beträgt die Garantie und wie umweltfreundlich ist die Verpackung? Diese Testpunkte betreffen nicht das Gerät – doch sind IMTEST ein Anliegen.