Große, luxuriöse Wohnmobile passen nicht in jedes Budget, und auch die zusätzliche Neuanschaffung eines kleineren Camping-Vans oder Wohnwagens ist eine eher kostspielige Angelegenheit. Im Zuge des VanLife-Trends unter Campern gewinnt daher auch der Ausbau von Vans und PKWs zu Micro-Campern immer mehr Anhänger. Dabei gibt es inzwischen auch Lösungen, mit denen man ordentlich Zeit und, im Vergleich zum Neucamper, auch Geld sparen kann – und die auch diejenigen ansprechen dürften, die sich einen komplett in Do-it-yourself-Manier ausgebauten Micro-Camper nicht zutrauen.

Zum Micro-Camper mit Baumodulen

Die Baumodule von Buildify bieten ein gutes Grundgerüst, um einen Van wie etwa den VW T6 zu einem Micro-Camper umzubauen. Es gibt verschiedene Küchen-, Schrank- und Bettsysteme aus Holz. Letzteres ist ein Bettkasten zum Auseinanderklappen, inklusive Stauraum. Die Module müssen nach Anleitung zusammengebaut werden. Überwiegend sind es Teile zum Zusammenstecken. Nur etwa bei Türen von Stauräumen kommen gelegentlich Schrauben und Scharniere zum Einsatz.

Holzgestell für Bett halb auseinander geklappt
Das Bettsystem ist zum einfachen Auseinanderklappen gedacht.
Holzgestell für Bett
Die gesamte Liegefläche des Bettsystems für den Micro-Camper beträgt 1.800 mm x 1.180 mm x 435 mm.
offener Van mit Bettymodul und Schrank
In einen Van passen die Baumodule gut rein.

Anschließend können die Camper in spe die Module je nach Vorliebe lackieren oder bei Bedarf mit eigenen Ideen modifizieren. Damit ist ein großer Teil des Ausbaus erledigt. Die einzelnen Module kosten je nach Ausführung zwischen 600 und 700 Euro.



Camping-Box mit Küche und Bett

Besonders praktisch und sehr einfach geht der „Ausbau“ mit einer Camping-Box von Ququq. Diese bieten Küche, Bett und Stauraum in einem System. Hierbei handelt es sich um einsatzbereite Boxen aus Holz, Aluminium und Stahl. Sie werden mit Spanngurten fixiert – und fertig ist der Micro-Camper. Die Matratze und Kücheneinheit können einfach aufgeklappt werden. Dabei bildet das System eine Einheit ohne Einzelteile.

Dunkle Box
Die Ququq-Box zusammengeklappt. © QUQUQ

Es gibt die Boxen in verschiedenen Ausführungen für die unterschiedlichsten Vans und Hochdachkombis. Auch für den Landrover oder die Mercedes G-Klasse sind passende Systeme erhältlich. Die Komplettboxen kosten zwischen 2.380 und 2.990 Euro. Dafür ist auch gleich die komplette Ausstattung samt Gaskartuschen und Küchenutensilien dabei. Es gibt auch Küchenboxen ohne Bett. Diese sind rund 1.000 Euro günstiger. Erhältlich sind die Boxen über die Webseite des Herstellers und verschiedener Händler.

offener Kofferraum von der Seite mit ausgeklappter Küchenbox vor Schneelandschaft
Die Box bietet eine Camping-Küche zum Ausklappen. © QUQUQ
Braune Matratze in Van
Auch ein Bett ist mit der kompakten Box dabei. © QUQUQ

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Ganze Wohnmodule von PlugVan

Wesentlich kostspieliger als die Baumodule und die Camping-Box sind die Wohnmodule von PlugVan. Diese sind komplette Einsätze mit Küchen-, Schlaf- und Wohnsystem. Tisch, Bett und Schränke sind in einem solchen Wohnmodul vorhanden. Auch LED-Beleuchtung und USB-Ladeboxen gehören zur Ausstattung. All das soll es als Einsatz in nur fünf Minuten ermöglichen, aus einem Van oder Transporter einen Micro-Camper zu machen.

Weißer Van mit offenem Kofferraum
Die Wohnmodule von PlugVan werden einfach eingesetzt – fertig. © PlugVan

Für den schmalen Geldbeutel sind diese Wohnmodule mit Kosten ab rund 13.000 Euro nichts. Dennoch: Wer bereits einen Van besitzt, kommt auch mit diesem Ausbau-Trick günstiger weg, als sich einen Camper neu zu kaufen. Die Wohnmodule sind über die Webseite des Herstellers sowie über verschiedene Händler erhältlich.

Heller Wohnraum in offenem Van mit Blick auf See
Tagsüber Küchenzeile mit Tisch und Sitzgelegenheit. © PlugVan
Dunkler Wohnraum in offenem Van mit Blick auf See
Abends im Micro-Camper das Bett ausklappen. © PlugVan

Tipp: Wer ein größeres Budget zur Verfügung hat, aber keinen Van oder Kombi zum Ausbauen besitzt, findet auf Gebrauchtwagenseiten einen fertigen Camper kostengünstig, wie beispielsweise den VW California.


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Micro-Camper mit Strom versorgen

Der beste Weg, um sich unterwegs im Micro-Camper mit Strom zu versorgen, sind Power Stations in Kombination mit faltbaren Solar-Panels. Sie können Smartphones, Notebooks, Kühlboxen und Kochplatten mit Strom versorgen und dürften auch noch in den kleinsten Camper passen. Um nicht abhängig von Stromanschlüssen auf Campingplätzen zu sein oder die Autobatterie anzapfen zu müssen, kann eine Power Station auch mit einer Solartasche aufgeladen werden. Das dauert zwar etwas länger, aber ist nachhaltig und autark gedacht.

Mit großem Akku, langer Laufzeit, vielen Anschlüssen und ordentlich Power holte sich der Jackery Explorer 1000 den ersten Platz im Vergleichstest der Power Stations. Von Jackery gibt es auch die passenden Solar-Panels dazu.


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