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E-Bikes mieten – für Urlaub und Alltag: Neuer Anbieter startet

Wer ein E-Bike etwa nur für kurze Zeit braucht oder erstmal vor dem Kauf ausgiebig testen möchte, für den eignet sich ein Miet- oder Aboangebot optimal. IMTEST kennt die Möglichkeiten.

Frau steht an Straße mit einem E-Bike
© Riese & Müller

E-Bike-Miete bedeutet Leihen statt Besitzen. Wer gern mit einem Fahrrad in der Stadt oder im Urlaub auf elektrisch unterstützte Fahrt gehen möchte, braucht dennoch nicht gleich einige Tausend Euro in ein neues E-Bike zu stecken, um mobil zu sein. Es gibt auch Leih- bzw. Sharing-Angebote für E-Bikes, gerade im urbanen Bereich. Mit Riese und Müller ist nun auch ein Fahrradhersteller unter die Anbieter gegangen. IMTEST klärt auf, was an den Angeboten dran ist und welche es überhaupt gibt.

Deutsche leihen gerne E-Bikes

Laut einer Umfrage zu Leihabsichten nach Produktkategorien zeigen Ergebnisse des Statista Global Consumer Survey auf die Frage “Bei welchen dieser Produkte würden Sie auch darüber nachdenken, dieses zu leihen statt zu kaufen?” folgende Antwort. 14 Prozent der Deutschen können sich vorstellen, dieses Jahr ein E-Bike zu leihen. Den größeren Prozentsatz machen mit 18 Prozent nur Autos aus. Weitere Konsumgüter, die gerne ausgeliehen werden, sind PCs/Laptops, Smartphones und Sportgeräte mit jeweils zehn Prozent.

Update vom 07. September 2022: E-Bikes im Abo direkt bei Riese und Müller mieten

Mann fährt auf einem E-Bike nachts durch die Stadt
Das UBN Five ist eines von zwei Rädern, welches Interessenten direkt bei Riese und Müller im Abo mieten können. © Riese und Müller

Wer von einem schicken E-Bike träumt, es sich aber zum Kauf nicht leisten kann oder will, für den bietet Riese und Müller nun einen Abo-Service an. Während es bereits verschiedene Abo-Anbieter gibt, die mehrere Fahrradmarken und -modelle im Repertoire haben, ist Riese und Müller vermutlich einer der ersten Fahrrad-Hersteller, die selbst dieses Geschäftsmodell anbieten.

Zur Auswahl stehen die erst neu vorgestellten City-E-Bikes UBN Five (Diamantrahmen) und das UBN Seven (Trapezrahmen). Beide kosten sonst 4.948 Euro, Riese und Müller bietet sie zum monatlichen Abopreis von 169 Euro an. Die Mindestlaufzeit für die Miete beträgt sechs Monate. Im Preis enthalten ist die Lieferung, das Fitting, Reparaturen sowie eine Vollkasko-Versicherung inklusive Verschleißschutz. Hinzu kommt noch eine einmalige Servicepauschale von 19,90 Euro hinzu.

  • Riese und Müller E-Bike UBN Five, Detail vom DIsplay
  • Riese und Müller E-Bike UBN Five, Detail vom Antrieb
  • Riese und Müller E-Bike UBN Five, Detail vom Rahmen

Da die Übergabe sowie eventuell anfallende Servicefälle von einem Fachhandel übernommen werden, ist das Angebot bislang nur in folgenden Städten verfügbar: Berlin, Braunschweig, Bremen, Dresden, Düsseldodrf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln, Mainz, München und Münster. Der Kunde kann bei seinem E-Bike zwischen drei Rahmenhöhen wählen. Riese und Müller verspricht, dass Interessenten das Rad bei Bestellung innerhalb kurzer Zeit in Empfang nehmen können.

Bei den beiden Modellen UBN Five und Seven handelt es sich um E-Bikes mit sehr hochwertigen Komponenten. Dazu zählt unter anderem das Antriebssystem Fazua Ride 60. Zudem bietet das E-Bike laut Hersteller eine innovative Bedienung und zahlreiche Connectivity-Features.



E-Bike-Sharing für die “Kurzstrecke”

Wer nur ein Fahrrad für das letzte Stück von der Bahn nach Hause braucht oder für ein paar Stündchen die nächste Großstadt besucht, für den ist Sharing das richtige Modell. Was alle Anbieter gemeinsam haben: Der Nutzer registriert sich vorab über eine App (wo auch die jeweiligen Bank- oder Kreditkartendaten hinterlegt werden), mit der er dann das E-Bike – meist via QR-Code – direkt vor Ort freischalten kann. Die Räder stehen nach dem Free-Floating-System bei fast allen Anbietern nicht an einer festen Station, sondern überall im Stadtgebiet.

Von der Bahn-Tochter “Call a Bike” können beispielsweise für einen Euro pro 15 Minuten bzw. neun Euro am Tag (im Starter-Tarif ohne Grundgebühr) in vielen deutschen Städten und Ballungsräumen E-Bikes ausgeliehen werden. Nutzt man das Angebot häufiger, gibt es hier verschiedene Tarifoptionen. Nachteil: Stellt man das Rad nicht an einer “Call a Bike”-Station ab, kommt eine Extragebühr on Top.

Ein weiterer Sharing-Anbieter ist Lime, die Firma mit der aufgeschnittenen Limette, die durch ihre E-Scooter bekannt geworden ist. Lime bietet mittlerweile auch E-Bikes zum Verleih an. Die Abrechnung erfolgt auch hier nach verbrauchten Minuten (25 Cent/Minute). Der Tagestarif kostet 9,99 Euro.

Wachstum um 40 Prozent bei Nutzung und Fahrten

Das E-Bike-Angebot über Free Now wird von unseren Nutzerinnen und Nutzern sehr gut angenommen und vor allem für die berühmte ‘letzte Meile’ eingesetzt. Sowohl bei den Nutzerzahlen als auch bei der Anzahl an getätigten Fahrten über Free Now kommen wir gegenwärtig auf ein durchschnittliches Wachstum von etwa 40 Prozent auf Monatssicht.” 

Christoph Weferling, PR Manager Free Now

Free Now bietet neben Carsharing und Vermittlung von Taxifahrten auch E-Bikes an, wobei das Unternehmen in dieser Sparte u.a. mit Tier und Dott kooperiert. Free Now-Bikes gibt es aktuell in Berlin, München, Düsseldorf und Köln, weitere Städte sollen folgen. Die Bikes lassen sich ab 19 Cent pro Fahrminute (plus ein Euro Freischaltgebühr) über den Anbieter buchen.



Nextbike betitelt sich selbst als größter Bike-Sharing-Anbieter. In 60 deutschen Städten und in 25 Ländern weltweit können Bikes ausgeliehen werden. 15 Minuten kosten einen Euro, der Tagestarif liegt bei maximal 15 Euro. Ebenso bietet Nextbike eine Vermietung für einen längeren Zeitraum an. Der Preis von zehn Euro im Monat ist dabei durchaus attraktiv.

Ein E-Bike für den Urlaub mieten

Wer ein E-Bike für seinen nächsten Urlaub sucht, wird sicher bei einem lokalen Anbieter fündig. Viele kleinere Fahrradgeschäfte in Touristengegenden verleihen E-Bikes, allerdings bedarf es hier im Vorfeld etwas Recherche.

Fahrradfahrer mit Rad vor Bergkulisse
Viele Menschen schätzen ausgiebige Radtouren während des Urlaubs. © Dó Castle / Pexels

Wer auf Nummer sicher gehen und nicht selbst suchen möchte, hat mit Travelbike einen Anbieter, der in ganz Deutschland und Österreich E-Bikes für den Urlaub vermittelt. Passend zur Körpergröße und für den gewünschten Einsatz gibt es ein hochwertiges Wunsch-E-Bike mit qualitativ hochwertigen Komponenten. An der Mietstation vor Ort bekommt der Kunde eine persönliche Einweisung. Im Fall einer Panne gibt es einen Pick-Up-Service. Außerdem bietet Travelbike einen Rundum-Versicherungsschutz bei Diebstahl, Schäden und Unfällen an. Die Verfügbarkeiten und genauen Preise (ab ca. 18 Euro pro Tag) werden erst bei der Buchung angezeigt.

E-motion Technologies ist ein Verbund von Fachhändlern in ganz Deutschland, bei denen man direkt vor Ort ein E-Bike für einen Tag, ein Wochenende oder auch etwas länger mieten kann. Bikes gibt es ab 25 Euro pro Tag. Je nach Verfügbarkeit kann man den Mietzeitpunkt flexibel und spontan wählen.

Mit E-Bike-Holiday gibt es einen weiteren Anbieter, der sich auf Urlauber fokussiert. Das Besondere: Der Anbieter verleiht nicht selbst E-Bikes, sondern vermittelt lokale Vermietungsstationen vor Ort. Der Nachteil: Der Suchende muss selbst noch Preise recherchieren und beim Vermieter anfragen. Der Vorteil: Das Portal kennt auch Vermieter in Frankreich, Spanien, Italien, Schweden, Norwegen und Österreich. Zudem führt E-Bike-Holiday auch E-Bike-Hotels und stellt individuelle Reiseangebote zusammen.

Faire Preise für etablierte Markenräder, die maximal ein Jahr alt sind, verspricht Green4Rent. Je nachdem, ob man ein City Bike, Beach Cruise oder Mountainbike wählt, zahlt der Kunde drei bis acht Euro pro Stunde, der Tag kostet zwischen 24-39 Euro. Dieses Angebot eignet sich gut für einen Tagestrip im Urlaub.


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Boomendes Geschäftsmodell: E-Bike-Miete auf Zeit

Wer ein elektrisches Fahrrad für eine länger Zeit braucht, zum Beispiel weil man ein Praktikum in einer anderen Stadt macht oder auch, weil man bei dem schönen Wetter lieber mit dem E-Bike zur Arbeit radeln möchte als mit Auto, Bus oder Bahn zu fahren, für den ist ein Abo empfehlenswert. Oder einfach auch, weil man erstmal verschiedene Modelle in Ruhe Probe fahren möchte, bevor man Geld für ein eigenes E-Bike ausgibt. Ob für einen Monat, drei, sechs oder mehr Monate, unter den vielen Anbieter kann man sein für sich persönlich bestes Angebot herausfiltern. Ebenso gibt es Unterschiede, wenn man Wünsche bzgl. Ausstattung an sein Rad hat. IMTEST hat sich einen Überblick über einige Anbieter verschafft.

Swapfiets – das sind die Räder mit dem blauen Vorderrad – hat zwei E-Bike-Modelle zur Auswahl, die 59,90 Euro bzw. 74,90 Euro pro Monat kosten. Das Unternehmen verspricht immer funktionierende Bikes, wahlweise Lieferung nach Hause oder Abholung im Shop, sowie einen Reparaturservice innerhalb von 24 Stunden.

Mieten bietet tolle Möglichkeit um E-Bikes ausgiebig zu testen

„Die Nachfrage ist hoch. Miete statt Kauf bietet eine höhere Flexibilität des zur Verfügung stehenden Budgets. Auch wir spüren die Lieferengpässe, haben aber mit über 75 Modellen von Top-Marken das größte Premium-Portfolio aller Anbieter von E-Bike Abos!”

Sven Erger Co-Gründer und CEO bei eBike Abo / Rebike

Bei eBike Abo wählt der Kunde aus dem umfangreichen Sortiment von 75 Rädern ein komplett neues Rad aus. Als Abozeiten stehen drei, sechs, 12, 18 oder 24 Monate zur Wahl und auch hier wird das Rad nach Hause geliefert. Je nach Modell zahlt der Kunde ab 59 Euro pro Monat. Das Besondere: Hat man sein E-Bike so ins Herz geschlossen, kann man es eBike Abo abkaufen.

Ein Damen- und ein Herrenmodell sowie ein E-Moped stehen bei Dance zur Auswahl. Auch hier wird das Rad an die Haustür gebracht. Das E-Bike kostet 49 Euro/Monat im Jahresabo und 69 Euro/Monat im monatlich kündbaren Abo. Ein sogenanntes Concierge-Team bietet einen Rundum-Sorglos-Service.



Greenstorm, die in der Abo-Vermietung auch mit dem ADAC kooperieren, haben acht Bikes in ihrem Sortiment. Sechs davon sind in gebrauchtem Zustand, zwei neu. Die E-Bikes kosten zwischen 79 – 109 Euro pro Monat, Schloss und Versicherung inklusive. Auch nach Österreich kann man die Bikes liefern lassen.

Neue regionale Anbieter erobern den Markt

Noch recht neu auf dem Markt ist mylo, daher bieten sie ihre E-Bikes aktuell auch nur in Süddeutschland an, ein Ausbau ist aber in Planung. Mylo bietet Räder von namenhaften Herstellern ab 99 Euro pro Monat an. Und auch Cargobikes gehören zum Sortiment, die es ab 199 Euro / Monat gibt.

Darüber hinaus gibt es noch weitere Anbieter, die nur in bestimmten Regionen ihre E-Bikes im Abo vermieten. Dazu zählen Meetse für den Großraum Frankfurt oder Green Moves in Nordrhein-Westfalen.

Bei allen Anbietern sollte man trotzdem vorher nochmal in das Kleingedruckte schauen. Oft gibt es günstigere Angebote, wenn man sich für einen längeren Mietzeitraum entscheidet, oder es müssen einmalige Servicegebühren einkalkuliert werden.