Immer mehr Familien schaffen ihr Auto ab und steigen aufs E-Lastenrad um. Die neuen Trendmobile sind aus dem Stadtbild längst nicht mehr wegzudenken. Doch Lastenrad ist nicht gleich E-Cargo-Bike. Es gibt Versionen mit zwei oder mit drei Rädern, angetrieben mit Muskelkraft oder per Elektromotor, mit Gepäckboxen vorne oder hinten, mit Neigetechnik, Achsschenkel- oder Drehschemellenkung. IMTEST erklärt die verschiedenen Konzepte der Lastenräder, gibt Tipps zum Kauf und verrät, wo man Fördergelder zum Kauf eines Lastenrads bekommt. Zudem stellen wir hier regelmäßig E-Cargobike-Neuheiten für 2022 vor.

Update vom 26. September 2022: E-Cargo-Bike für jedes Terrain

Der deutsche E-Bike-Hersteller Riese & Müller bringt mit dem Load4 60 ein neues E-Cargo-Bike auf den Markt, das laut Hersteller ein perfektes Handling in jeder Situation verspricht. Es soll sich fast wie ein normales E-Bike fahren lassen. Ein tiefer Einstieg soll das Load4 60 soll den Auf- und Abstieg auf das Bike sehr einfach ermöglichen. Die dicken, fast Mountainbike-ähnlichen Reifen sollen dafür sorgen, dass sich das E-Cargobike auf jedem Untergrund wohl fühlt. Zudem ist es mit einer sogenannten Control Technology ausgestattet. Dabei soll das Fahrwerk mit der fein abgestimmten Vollfederung für Komfort und Sicherheit auch bei hohen Geschwindigkeiten sorgen.

E-Cargobike Load4 60 von Riese & Müller
© Riese & Müller

Produktdetails

  • E-Motor: Bosch Cargo Line (Load 4 60 touring), bzw. Bosch Cargo Line Speed (bei den Modellen Touring HS, Vario und Vario HS)
  • Bosch Power Pack 545 Wh
  • ab 35,5 kg; zulässige Gesamtgewicht: bis zu 200 Kilogramm
  • Bosch Intuvia 100; Bosch Kiox 300
  • 20 Zoll Vorderrad (Schwalbe Big Ben Plus 55-406 Reflex), 26 Zoll Hinterrad (Schwalbe Smart Sam Plus 57-559 Reflex)
  • Frontlicht: Supernova M99 Mini Pro-25; Rücklicht: Supernova M99, integrated brake light
  • Schaltung: Shimano Deore XT 11-S Linkglide
  • ab 6.999 Euro (für Load4 60 touring)

Kinderausstattung oder Box: E-Cargobike nach Wunsch konfigurieren

Die Basisversion, das Load4 60 Touring, ist mit einem Bosch Cargo Line-Motor, einem dazugehörigen Power Pack-Akku mit 545 Wattstunden sowie einem Bosch Intuvia 100-Display ausgestattet. Bei den Modellen Touring HS, Vario und Vario HS ist je ein Bosch Cargo Line Speed-E-Motor im Einsatz. Alle Modelle lassen sich mit einer Kinderausstattung mit zwei Sitzen samt Fünf-Punkt-Gurten sowie einer entsprechenden Abdeckung oder einer abschließbare Hardcover-Box ausstatten.

Für die Anbindung und App-Steuerung per Smartphone besitzt das E-Cargo-Bike einen optionalen RX Chip. So kann es im Zusammenspiel mit der RX Connect App für iPhone und Android verwendet werden. Der Chip sorgt dafür, dass das Bike jederzeit auffindbar ist oder das dank digitalem Lock-Feature der Besitzer darüber informiert, sobald das Lastenrad nicht autorisiert in Bewegung gesetzt wird.

Update vom 13. September 2022: Kompakt-E-Cargo-Bike Multitinker von Riese & Müller

Mit dem Multitinker hat der deutsche E-Bike-Hersteller Riese & Müller sein erstes kompaktes E-Gargo-Bike auf der Eurobike 2022 in Frankfurt am Main vorgestellt. Ab sofort ist das kompakte E-Cargo-Bike in zwei Ausführungen (touring und vario) erhältlich. IMTEST konnte das E-Lastenrad in der Ausführung vario bereits fahren.

Produktdetails

  • 35 kg (Multitinker touring); 36 kg (Multitinker vario)
  • bis zu 65 kg an zusätzlichem Gewicht lässt sich transportieren
  • Bosch Performance Line CX Motor
  • 625 Wh Akku
  • Shimano Deore 10-Gang Kettenschaltung beim Multitinker touring; Enviolo 380 Nabenschaltung und Riemenantrieb beim Multitinker vario
  • Beide: Supernova mini 2 Pro (Frontlicht), Busch & Müller Toplight 2C LED (Rücklicht)
  • Display: Bosch Intuvia 100, bzw. Bosch Kiox 300
  • ab 5.699€ (Multitinker touring); ab 6.199€ (Multitinker vario)
Kompaktes E-Cargo-Bike Multitinker von Riese & Müller in Seitenansicht vor weißem Hintergrund.
© Riese & Müller

Riese & Müller Multitinker im Fahrtest

IMTEST konnte das brandneue Riese & Müller Multitinker auf der diesjährigen Eurobike zur Probe fahren. Obwohl das kompakte E-Cargo-Bike kein Leichtgewicht ist liegt es richtig gut auf der Straße. Sein kompakter Rahmen und seine 20-Zoll-Laufräder sorgen für einen tiefen Schwerpunkt. Kurvenfahrten sind daher ebenso problemlos möglich wie Fahrten beispielsweise auch leichte Steigungen hinauf. Dafür steht ein kraftvoller Bosch Perfomance Line CX-Mittelmotor nebst einem vollständig in den Rahmen integriertem 625 Wh-Akku bereit. Der Multitinker, den IMTEST ausprobieren konnte, bietet eine stufenlose Enviolo 380 Nabenschaltung und Riemenantrieb. Damit ließ sich – je nach Bedarf – eine komfortable Tretunterstützung beim Fahren einstellen. Neben einem bequemen Sattel und einer ausgewogenen Sitzposition kann das Multitinker mit einem sehr einfach zu handhabenden Mittelständer punkten. Ist er ausgeklappt, steht selbst ein vollständig beladener Multitinker kippsicher auf dem Bürgersteig.



Update vom 18. August 2022: Riese & Müller bringt die Neuauflage seines Packster 70

E-Lastenrad Packstar 70 von Riese & Müller in Seitenansicht vor weißem Hintergrund
© Riese & Müller

Mit dem Packster 70 bringt E-Bike-Hersteller Riese & Müller ab Herbst 2022 die überarbeitete Neuauflage seines E-Cargo-Bike-Klassikers zurück in den Handel – in vier Modell-Varianten (family, touring, vario und automatic). Damit das neue Packster 70 künftig im Straßenverkehr eine gute und sichere Figur macht, bietet es einen tiefen Schwerpunkt und besitzt einen kleinen Wendekreis für Fahrten auf engem Raum fahren sowie für einfaches Rangieren. Für maximale Sicht und Sichtbarkeit soll die Kombination aus leistungsstarken Scheinwerfern mit Dauerlicht und gut verteilten Reflektoren sorgen. Tektro Scheibenbremsen versprechen sicheres Abbremsen und Anhalten – selbst bei schwerer Beladung. Per optionalem Control Technology Package inklusive Vollfederung soll optimaler Komfort, höchste Sicherheit, hervorragende Straßenlage und beste Fahrdynamik gewährleistet sein.

Die vier neuen Varianten des Packster 70 sollen ab Herbst 2022 über den Fachhandel erhältlich sein – zu folgenden Preisen:

  • Ab 7.199 Euro wird die family-Version des Packster erhältlich sein.
  • Das Packster 70 touring startet ab 7.499 Euro.
  • Zu einem Preis von 8.099 Euro ist die Basisversion des Packster 70 vario losfahrbereit.
  • Mit einem Startpreis von 8.499 Euro kann die die P70 automatic-Variante erworben werden.


Update vom 21. Juli 2022: Ca Go FS200 Life – Der SUV unter den E-Cargobikes

Der Transport von Kindern auf Fahrrädern ist immer ein sensibles Thema. Jeder Vater und jede Mutter möchte das eigene Kind so gut wie möglich geschützt wissen. Das ist auch der noch sehr jungen Firma Ca Go aus Koblenz besonders wichtig, weswegen sie mit dem E-Cargobike FS 200 Life ein Rad auf den Markt gebracht haben, was besonders hohen Schutz und Komfort für die Kleinen bieten soll. Herzstück ist eine Box aus EPP (expandiertes Polypropylen), die im Falle eines Unfalls Kräfte absorbieren soll. Eine zusätzliche Safty Rail dient zum Schutz des Schulter- und Nackenbereichs, da auch hier aufkommende Kräfte in den Rahmen abgeleitet werden können. Als optimales Zubehör gibt es einen Sicherheitskragen für die Box zum Schutz des Kopfes.

  • E-Cargobike von Ca Go
  • E-Cargobike von Ca Go, Blick auf die Transportbox für Kinder
  • E-Cargobike von Ca Go - Modell zur Ansicht des Sicherheitsbügels

Benno Boost: Das Urban-Lastenrad

Benno aus den USA haben ihr erfolgreiches Modell Boost weiterentwickelt. Als Basis fungiert ein Kompaktrad mit einer Länge von 190,5 Zentimetern. Angetrieben wird es von einem Bosch Performance CX Line-Motor und kostet in der Basis-Variante umgerechnet 5.500 Euro. Benno selbst beschreiben ihr Rad eher als Urban-Bike. Durch die vielfältigen Möglichkeiten kann es sich durchaus in ein Cargobike verwandeln. Unter der Linie etility gibt es als Zubehör unter anderem Transporttaschen, Sitzmöglichkeiten für ein bis zwei Kinder oder auch eine Halterung für Surfbretter.

E-Bike Boost von Benno
Das Boost von Benno ist ein kompaktes E-Bike, kann durch seine Zuladungsmöglichkeiten aber zu einem kleinen Lastenrad werden. © IMTEST

Urban Arrow Shorty: Weniger ist mehr

Wer sich für ein E-Cargobike interessiert, kommt bei der Recherche an Urban Arrow kaum vorbei. Bestimmt kennt fast jeder die lange Familienkutsche, die in vielen Städten zu Hause ist. Als neues Modell kommt nun die Variante “Shorty”, bei dem der Hersteller auf Kompaktheit setzt. Statt in die Länge geht es hier in die Tiefe. Trotzdem können noch bis zu zwei Kinder mitfahren. Das Basismodell mit Bosch Performance Line-Motor (65 Newtonmeter) kostet 5.490 Euro.

Shorty von Urban Arrow, besonders kompaktes E-Cargobike
Beim Shorty vom Urban Arrow setzt der Hersteller auf kompakte Maße. © Urban Arrow

Update vom 28. Juni 2022: Revonte One ist der Elefant unter den Cargobikes

Das Revonte One vom Ouca ist ein E-Cargobike der Superlative. Neben dem Fahrer transportiert das (Schwer-) Lastenrad je nach Modell bis zu 225 Kilogramm. Besonderheit des Schwer-E-Cargo-Bikes: Es kann nach Kundenwunsch konfiguriert werden – je nachdem, ob Werkzeuge, Waren, Lebensmittel oder Menschen von A nach B gefahren werden sollen. Um die Dimension zu verdeutlichen: Nutzt man Ouca als „Kiddiebus“ für Kitas, passen acht Kinder in den Laderaum. Wählt man die Transportbox für Waren, kann man mit dem E-Cargobike bis zu 870 Liter mitnehmen. Ein Automatikgetriebe ermöglicht dem Fahrer ein entspanntes Fahren ohne Schalten. Und dank Rückwärtsgang lässt sich das Revonte One zudem einfach rangieren.

E-Lastenbike mit sehr großer Ladebox für einen Gewichttransport von bis zu 225 Kilogramm
© Ouca

Update vom 23. Juni 2022: E-Cargobike mit zwei Ladeebenen

Immer mehr Firmen setzen auf die praktischen Lastenräder, um auf der letzten Meile nicht mit einem dicken LKW im Großstadtdschungel festzustecken. Mittlerweile gibt es für (fast) jeden ein passendes Modell. Für noch mehr Auswahl sorgt nun der japanische Hersteller Envision mit seinem Cargobike Streek. Das E-Cargobike wirkt auf den ersten Blick sehr schlank und handlich. Die Japaner haben nämlich aufgrund einer länderspezifischen Vorgabe die Herausforderung, dass ein Fahrrad nicht länger als 190 Zentimeter sein darf. Und daher ist das Streek auch nur 189 Zentimeter lang und 59 Zentimeter breit. Das Besondere: Um trotzdem viel Gepäck mitnehmen zu können, kann man seine Sachen auf zwei Ebenen unterbringen.



E-Cargobike aus Japan mit zwei Ladeebenen
© Envision

Cargobike mit vielen Variationsmöglichkeiten

Dazu hat das E-Cargobike eine bodennahe Ladefläche und eine zweite, abnehmbare darüber. Umrahmt ist das Bike mit einem Aluminiumrohr, welcher einem Überrollbügel ähnelt. Statt der zweiten Etage lassen sich an diesem Bügel ebenso Taschen anhängen.

So hat jeder Nutzer die Möglichkeit, das Streek nach seinen Wünschen zu konfigurieren. Der Fahrradfahrer kann auf der unteren Ebene ebenso einen Kindersitz unterbringen. Unternehmen und Firmen können eine volumenfüllende Box montieren. Eine praktische Sache, die das Cargobike sehr vielfältig macht.

Die kippbaren Vorderräder sorgen für sportliche Wendigkeit

Das Lastenrad hat vorne zwei 18-Zoll-Räder, die unabhängig voneinander aufgehängt und kippbar sind. Das ermöglicht eine große Wendigkeit im Stadtverkehr. Der Elektroantrieb befindet sich im Rahmen und treibt das Hinterrad an. Als Akku hat Envision ein 374 Wattstunden-Modell gewählt. Bei niedrigster Unterstützungsstufe soll der Fahrer damit bis zu 120 Kilometer zurücklegen können. Das Gewicht des E-Bikes ohne Gepäck liegt bei 32 Kilogramm, die maximale Zuladung soll 60 Kilogramm betragen. Als Preis nennt Hersteller Envision 2.800 Euro für das Streek.



Update vom 17. Juni 2022: Solar-Lastenräder für höhere Reichweite

Bis zu 20 Prozent mehr Reichweite bei voller Auslastung der Nutzlast von bis zu 250 Kilogramm plus Fahrer – das verspricht die Urban Mobility GmbH von ihren E-Cargobikes. Das Unternehmen aus Bayern ist spezialisiert auf elektrisch unterstütze Schwerlastenräder zur Zustellung von Paketen sowie Lebensmittel und Getränke im innerstädtischen Raum. Das Modell “UM CargoBike” hat einen zwei Kubikmeter großen Transportraum. Da es als Pedelec25 klassifiziert ist, darf es auch auf Fahrradwegen und einigen Fußgängerzonen fahren.

Als gewerblich genutzes Schwerlastenfahrrad legt es am Tag zwischen 30 bis 40 Kilometer im Ein-Schicht-Betrieb oder bis zu 90 Kilometer im Mehr-Schicht-Betrieb zurück. Dabei ist es zwischen vier bis zehn Stunden am Tag im Einsatz, wobei etwa acht bis 12 Kilometer pro Stunde zurückgelegt werden. Pro Stunde verbraucht ein Schwerlastenrad je nach Zuladung und Gelände etwa 0,6 bis 1,0 Kilowattstunden Strom. Durch eine PV-Anlage auf dem Cargo-Bike können an sonnigen Tagen bis zu 1,8 Kilowattstunden Strom erzeugt werden, was die Einsatzzeit und die Reichweite um bis zu 20% erhöhen kann.

Solar-Lastenrad
Bei voller Auslastung kann durch die gewonnene Solarenergie mehr Reichweite erzielt werden. © Urban Mobility

Update vom 13. Juni 2022: Muli, das wandlungsfähige Lastenrad

Mit einer Länge von nur 195 Zentimeter ist das Muli-Lastenrad genau so lang wie ein normales Fahrrad. Trotzdem besitzt es einen Tragekorb zwischen Vorderrad und Lenker, der 100 Liter fassen kann. Transportiert man gerade nichts, lässt er sich auf eine Breite von nur 28 Zentimeter zusammenklappen. Durch seine kompakte Bauweise kann das elektrisch angetriebene Cargobike in der Bahn mitgenommen werden und passt auf alle gängigen Autoheckträger. Auch Hunde und Kinder können problemlos im Transportkorb mitgenommen werden.

Lastenrad
Das “muli motor px”-Lastenrad mit klappbarem Korb und einer Gesamtlänge von nur 195cm passt perfekt in den urbanen Alltag. © Muli Cycles


E-Bike für Transporte: Carqoon Flatbed

Das Carqon Flatbed eignet sich für Profis wie für Abenteurer. Mit einer Traglast von bis zu 75 Kilo und einer Reichweite von bis zu 140 Kilometern sind Gütertransporte auch über längere Strecken mit diesem Bike kein Problem mehr. Hinzu kommt ein sicheres Befestigungssystem.

  • Preis: ab 5.299 Euro
Carqon Flatbed 9 E-Lastenrad abgestellt vor einer Hauswand mit beladenem Frantgepäckfach
© Carqon

Rayvolt Trixie – Das Lastenrad für Familien

Brandneu von Rayvolt ist das stylische Cargo-Bike Trixie. Isofix-Halterungen, Anschnallgurte und Lederpolsterungen sorgen für sicheren, bequemen und schicken Fahrspaß. Achtung: Vorbestellung ist nötig.

  • Preis: ab 4.399 Euro
RAYVOLT TRIXIE E-Lastenrad vor weißem Hintergrund fotografiert
© Rayvolt

Dreirad oder Trike: Die Lastenräder mit drei Rädern

Sie bieten den meisten Stauraum und kippen im Stand und bei langsamer Fahrt nicht um. Die meisten dreirädrigen Lastenräder haben vorne zwei Räder und hinten eines. Der Kasten, oft eine Holzbox, ist vor dem Lenker angebracht. Das hat den Vorteil, dass man die Kinder oder das Ladegut stets im Blick hat. Die Nachteile der Dreiräder: Sie sind vergleichsweise schwer, langsam und so breit, dass sie auf manche Fahrradwege nicht passen.

Wie bei fast allen anderen Lastenrädern auch, haben Käuferinnen und Käufer die Wahl zwischen klassischem Antrieb per Muskelkraft oder mühelosem Elektroantrieb, was sich deutlich im Kaufpreis niederschlägt. Ideal geeignet sind diese Modelle für Familien mit Kindern. Auf dem Weg zum Einkaufen, Spielplatz oder Kindergarten sitzen die Kleinsten dank Drei-Punkt-Gurten gut gesichert in der Transportbox. Der Sicherheitsgurt verhindert außerdem, dass ein Kind während der Fahrt unvermittelt aufstehen kann. Einige Modelle bieten nicht nur für ein oder zwei Kinder Platz, sondern für bis zu sechs. Die Zuladung beträgt zwischen 100 und 200 Kilogramm, je nach Modell.

Frau auf Lastenrad
Lastenräder liegen voll im Trend und ersetzen oft das eigene Auto. Besonders beliebt bei Eltern und Kindern: Dreirädrige Lastenräder mit der Box vor dem Lenker. © Butcher and Bicycles

Verschiedene Arten der Lenkung

Bei einigen dreirädrigen Lastenrädern lenkt das Gefährt mit der gesamten Front über eine Drehschemellenkung. Das bedeutet, dass beim Kurvenfahren der Lenker, die Vorderräder und der Kasten gemeinsam und gleichzeitig bewegt werden. Diese Technik erfordert ein größeres Ausschwenken der Arme vom Körper weg. Das ist gewöhnungsbedürftig. 

Bei Modellen mit Achsschenkellenkung bleibt der Kasten beim Kurvenfahren gerade ausgerichtet. Hier bewegt sich nur die Vorderachse – die beiden Vorderräder sind über ein Gestänge mit dem Lenker verbunden. Die Lenkbewegung entspricht der eines normalen Fahrrades, fühlt sich aber indirekter an, ähnlich wie beim Auto. Auch das ist gewöhnungsbedürftig. Ein Sonderfall sind Dreiräder mit Neigetechnik wie die Sblocs Bikes von Velogut, die sich vor allem für sportliche Fahrerinnen und Fahrer anbieten.



Das Angebot an dreirädrigen Lastenfahrrädern ist groß. Zu den beliebtesten Modellen gehören die Räder der Marken Babboe, BakfietsButchers & Bicycles und Winther. Die Preise beginnen bei rund 1.700 Euro für Modelle ohne E-Antrieb und reichen bis zu rund 8.000 Euro für die Topmodelle. In vielen Fällen kommen dazu noch Aufpreise für Zubehör wie Verdecke, Kindersitzhalterungen oder herausnehmbare Sitzbänke.

Tipp: Wer auf seinen täglichen Fahrten Steigungen – auch leichte, mit dem bloßen Auge kaum erkennbare – zu überwinden hat, sollte den Aufpreis für den Elektro-Antrieb nicht scheuen. Die meisten Dreiräder ohne Elektromotor und Akku wiegen leer schon 30 bis 40 Kilogramm. Da kommt man ohne Motorunterstützung schnell aus der Puste.



Long John

Dieser Gattungsbegriff steht für zweirädrige Lastenfahrräder mit verlängertem Radstand und Ladefläche zwischen Lenker und Vorderrad. Diese Modelle vertragen bis zu 150 Kilogramm Zuladung. Ein Long John ist leicht zu fahren und passt auf jeden Radweg. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit erlaubt es sogar einen sportlichen Fahrstil. Nur an die Länge muss man sich gewöhnen: Long Johns sind rund 2,50 Meter lang, ein normales Fahrrad nur rund 1,90 Meter.

Lastenrad mit zwei Kindern
Lang und schnell: Die Long-John-Räder machen Spaß beim Fahren. © Velogold

Auch auf diesen zweirädrigen Vehikeln lassen sich im Kasten vor dem Lenker Kinder transportieren, die man dann ebenso gut im Blick hat wie bei den dreirädrigen Modellen. Bei hoher Zuladung kann das Gefährt im Stand und bei langsamer Fahrt aber recht kippelig werden. Auch die Tatsache, dass sich das Vorderrad weit entfernt vor dem Lenker befindet, bedarf der Gewöhnung. Hier hilft nur üben und sich mit den Fahreigenschaften vertraut machen, bevor man die Kinder damit herum chauffiert.

Zu den beliebtesten Herstellern von Long John Lastenrädern gehören Babboe, Bakfiets, Cargo Factory, Yuba, Larry vs Harry, Muli, Urban Arrow und Riese & Müller. Die Preise liegen zwischen rund 1.800 Euro und rund 7.500 Euro, je nach Modell, Antriebsart und Ausstattung.



Backpacker

Das sind ebenfalls besonders stabile zweirädrige Fahrräder mit verlängertem Radstand. Im Gegensatz zu einem Long John befindet sich bei einem Backpacker die Ladefläche jedoch hinter den Fahrenden und das Fahrrad ist insgesamt nicht so lang. Ein typischer Vertreter dieser Bauart, das Yuba Mundo, misst beispielsweise 2,10 Meter in der Länge. Das hat den Vorteil, dass sich diese Lastenräder beinahe wie ein normales Fahrrad fahren und manövrieren lassen. Sie sind im Stadtverkehr wendiger als die dreirädrigen Gefährte und Long Johns.

Lastenrad
Beim Backpacker liegt die Ladefläche hinter dem Sattel. © Yuba

Nachteil des Konzepts: Auf einem Backpacker steht nicht ganz so viel Ladefläche zur Verfügung wie auf Dreirädern und Long Johns. Trotzdem reicht es bei den meisten Modellen für zwei Kindersitze hintereinander. Wobei man die Kleinen allerdings während der Fahrt nicht im Blick hat. Statt Kindersitzen lassen sich mit Körben, Kisten, Boxen, Seitentaschen und Zurrgurten auch große und schwere Gepäckstücke auf dem stabilen Gepäckträger verstauen – damit eignen sich Backpacker auch für größere Einkaufstouren. Einige Modelle erlauben eine Zuladung von bis zu 200 Kilogramm.



Wie bei Lastenrädern üblich, gibt es Versionen mit und ohne Elektroantrieb. Die bekanntesten Hersteller von Backpackern sind Yuba, Riese & Müller, Tern und Benno Bikes. Die Preisspanne reicht von rund 1.400 Euro für die einfachsten Modelle ohne E-Motor bis über 7.000 Euro für die Topmodelle mit Elektroantrieb.

Postfahrrad

Mit diesen Fahrrädern haben sich Generationen von Briefträgerinnen und Briefträger abgestrampelt. Beim sogenannten Postrad handelt es sich um ein besonders stabiles Fahrrad mit tiefem Einstieg, das sich in der Größe nicht von einem herkömmlichen Fahrrad unterscheidet. Die klassischen Posträder haben vorne und hinten einen besonders stabilen und geräumigen Gepäckträger, der jeweils über dicke Metallstreben mit dem Rahmen des Fahrrads verschweißt ist. Dadurch vertragen Posträder wesentlich höhere Lasten als herkömmliche Fahrräder. Oft ist das Vorderrad im Durchmesser kleiner als das hintere, um dadurch mehr Stauraum für den vorderen Gepäckträger zu schaffen.

Postfahrrad
Das klassische Postfahrrad ist preiswerter als die anderen Lastenräder, verträgt aber ebenfalls eine Menge Zuladung. © Postfahrrad Racer / Mein Transporthelfer

Posträder gibt es mit Muskel- oder Elektroantrieb. Zu Preisen ab rund 1.000 Euro sind sie deutlich günstiger als die anderen Arten von Lastenrädern. Mit Elektroantrieb beginnen die Preise bei rund 3.000 Euro. Einen Überblick über die mittlerweile recht exotisch gewordenen klassischen Posträder und davon abgeleitete Lastenräder gibt es hier.



Probefahren ist wichtig

Selbst wer seine Entscheidung für eine bestimmte Art von Lastenrad bereits getroffen hat, sollte auf eine ausführliche Probefahrt nicht verzichten. Denn ob Dreirad, Long John, Backpacker oder Postrad – kein einziges dieser Modelle fährt sich so, wie man es vom eigenen Mountainbike oder Cityrad gewohnt ist. Lastenräder sind sowohl schwerer als auch unhandlicher und sperriger zu handhaben und zu fahren als das gewohnte Bike. Auch wer bislang oft mit einem Fahrradanhänger unterwegs war, muss sich auf ein Lastenrad umstellen.

Eltern, die mit ihrem Lastenrad Kinder durch die Gegend kutschieren möchten, sollten diese zu Probefahrten beim Fahrradhändler gleich mitnehmen. Die Kleinen werden begeistert sein und Papa oder Mama können ausprobieren, welche Art von Lastenrad ihnen am ehesten zusagt. Wem es stattdessen ums Transportieren von Ladung geht, sollte sich beim Fahrradhändler vor der Probefahrt erkundigen, ob dieser genügend schwere Gegenstände zur Probefahrt bereitstellen kann. Falls nicht, empfiehlt es sich, ein paar vollgepackte Taschen von zuhause mitzubringen. Denn es macht beim Fahren einen großen Unterschied, ob ein Lastenfahrrad leer oder mit hoher Zuladung bewegt wird.



Fördergelder von der Stadt/Gemeinde

Der Staat freut sich über alle Bürgerinnen und Bürger, die vom umweltschädlichen Automobil auf ein Lastenfahrrad umsteigen. Deshalb fördern viele Städte und Gemeinden die Anschaffung eines Lastenrads mit Prämien. Sie betragen meist 500 Euro oder 1.000 Euro, manchmal gibt’s auch nur 100 Euro Zuschuss. Die Konditionen dafür sind sehr unterschiedlich. In einigen Gemeinden werden nur Gewerbetreibende unterstützt, in anderen auch Privatpersonen. Manchmal ist die Förderung des Lastenrads mit der nachzuweisenden Abmeldung eines Autos verknüpft, oft wird die Prämie auch einfach ohne jede Bedingung ausbezahlt. Eine gute Übersicht über die Lastenrad-Prämien in Deutschland und Österreich, aufgeschlüsselt nach Bundesländern und einzelnen Städten/Gemeinden gibt es hier.

Fazit

Lastenräder sind eine tolle Alternative zu anderen Verkehrsmitteln und machen obendrein Spaß beim Fahren. Die Unterschiede im Fahrverhalten zwischen den einzelnen Arten von Lastenrädern sind jedoch beträchtlich. Deshalb sollten sich Interessenten vor der Entscheidung für eines der verschiedenen Konzepte mit zwei oder drei Rädern ausführlich Zeit für eine Probefahrt nehmen, am besten gleich mit den Kindern, falls das Rad dafür gekauft werden soll. Die Nachfrage nach Fördergeld bei der eigenen Gemeinde für die Anschaffung eines Lastenrads kann sich lohnen.


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