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Solar-Powerbanks im Test: Grüner Strom für Handy & Co.

Wie gut sind Solar-Powerbanks? Aktuelle Modelle im Test.

Vier Solar-Powerbanks auf einer Wiese liegend.
© IMTEST

Klarer Himmel, die Sonne strahlt und der Wetterbericht sagt 25 Grad Celsius und aufwärts für die ganze Woche voraus: Ideale Voraussetzungen für einen Camping-Urlaub, einen spontanen Roadtrip oder eine Radtour. Macht sich dabei stets gut im Gepäck: eine Powerbank. Denn damit kann man Elektro-Kleingeräte wie Smartphones, Tablets und in einigen Fällen sogar Notebooks laden – auch wenn die nächste Steckdose weit weg sein sollte. Doch irgendwann ist selbst der Akku einer Powerbank erschöpft – was gerne mal bei längeren Reisen vorkommt. Bei solchen Ansprüchen kommen Solar-Powerbanks ins Spiel: Dank eingebauter oder verbundener Solarzellen verwandeln sie Sonnenenergie in grünen Strom und versorgen so Smartphone und Co. mit Energie. Doch die Auswahl an Solar-Powerbanks ist riesig. Worauf kommt es an? Welche Anschlüsse sind wichtig? Und wie sieht es mit der Ausstattung aus? Um diese und weitere Frage zu klären, hat IMTEST Solar-Powerbanks im Preisbereich um 50 Euro getestet. Der Reihe nach.



Solar-Powerbanks: Worauf kommt es an?

Wie eingangs bereits erwähnt, gibt es viele verschiedene Solar-Powerbanks auf dem Markt – wobei der Großteil aus China stammt. Die Bauweisen und Designs unterscheiden sich mitunter, dennoch kommt es auf die gleichen Dinge an. Welche das sind, zeigt die nachfolgende Übersicht:

  • Kapazität: Sie wird in Milliamperestunden (mAh) angegeben und bestimmt, wie oft man Geräte wie Smartphones oder Tablets aufladen kann. Eine Powerbank mit 25.000 mAh eignet sich beispielsweise dafür, um mehrere Geräte parallel an einem Wochenende aufzuladen. Kleinere Modelle ab 5.000 mAh sind hingegen für Tagesausflüge passend. Größere Varianten mit 50.000 mAh bringen genügend Saft für Geräte wie Notebooks mit. Noch mehr Power benötigt? Dann lohnt ein Blick auf Solar-Generatoren.
  • Ladeleistung: Wird in Watt angegeben und bestimmt, ob die Powerbank in der Lage ist, ein Gerät – beispielsweise ein Notebook – zu laden. Des Weiteren dient die Ladeleistung als Indikator, wie schnell die Powerbank Dinge aufladen kann.
  • Anschlüsse: Welche Anschlüsse die Powerbank bietet, ist mit am wichtigsten. Neben klassischen USB-A-Anschlüssen ist es von Vorteil, wenn es beispielsweise eine USB-C- oder eine Mikro-USB-Schnittstelle gibt. So lassen sich unterschiedliche Kabel anschließen. Wichtig dabei: Nur die Output-Buchsen versorgen andere Geräte mit Strom. Über den Eingang-Anschluss wird die Powerbank an sich mit Strom versorgt. In einigen Fällen können die Schnittstellen auch beides.
  • Verarbeitung: Eine Powerbank ist ein Reisegegenstand und befindet sich beispielsweise im Rucksack oder sogar in der Hosentasche. Bei Letzterem nicht ungewöhnlich: Die Powerbank fällt raus und landet auf dem Boden. Damit sie nicht direkt das Zeitliche segnet, muss das Gehäuse bestenfalls robust sein. Viele Hersteller setzen auf Kunststoff und packen noch eine Gummischicht obendrauf.
  • Ausstattung: Was hat die Solar-Powerbank abseits der Lade-Funktion drauf? Viele Modelle haben etwa eine Taschenlampe integriert, die besonders bei Camping-Urlauben praktisch ist. Bei Orientierungsproblemen hilft ein Kompass und dank Haken und Ösen kann man die Powerbank beispielsweise am Rucksack oder am Hosenbund festmachen.


Eine Frage der Bauweise

Solar-Powerbanks funktionieren im Grundsatz genauso wie herkömmliche Modelle ohne Solarmodul. Heißt: Sie lassen sich auch über einen Anschluss – etwa über einen Mikro-USB-Port – vollladen. So kann man die Powerbank auch abseits ihrer Solar-Funktion nutzen. Praktisch für Winter- oder verregnete Sommertage. Untereinander unterscheiden sie sich jedoch in ihrer Bauweise. Zwar haben alle Testkandidaten im Gehäuse ein Solarmodul eingebaut, aber nicht jeder hat zusätzliche Module. Einige Modelle haben zusätzlich noch faltbare Solarmodule, die sich ausbreiten lassen. Die sind bei vielen Solar-Powerbanks mit Kunstleder umhüllt.

Eine Solar-Powerbank mit faltbaren Solarpaneelen neben einer Solar-Powerbank ohne.
Freie Entfaltung: Die Solar-Powerbank Elzle YD-820S hat faltbare Solarmodule. Damit kann das Pendant von DJRoll nicht punkten. © IMTEST

Solarenergie: Fläche ist alles

Doch eins schon mal vorab: Man sollte sich nicht alleine auf die Ladeleistung der Solarmodule verlassen. Im Test bei praller Sonne füllte sich der leere Akku nur langsam darüber. Der Grund ist simpel: Bei Stromerzeugung ist die Fläche der Solarmodule entscheidend. Im Vergleich zu größeren Varianten von Solargeneratoren bieten sie recht wenig Fläche. Das schlägt sich auch auf die Leistung nieder. Dennoch: Als Ergänzung zum gewöhnlichen Laden sind die Solarmodule schon praktisch. Auf sie alleine sollte man sich jedoch nicht verlassen.

Verarbeitung: Fit für unterwegs?

Doch nun zu den getesteten Powerbanks. IMTEST hat die Modelle Hetp HX160S5, A Addtop HI-S025, DJRoll HDL-529 und Elzle YD-820S geprüft und miteinander verglichen. Die erste Disziplin: die Verarbeitung. Das Gehäuse aller Testkandidaten besteht aus Kunststoff. Nimmt man sie in die Hand, fühlen sich alle wertig verarbeitet an. Besonders die DJRoll – die speziell für den Outdoor-Einsatz gemacht ist – macht hier einen hochwertigen Eindruck. Das mit Gummi umzogene Gehäuse fässt sich griffig an und wirkt aufgrund dessen am robustesten. Schlusslicht bildet hier die Powerbank von Hetp mit einem schlichten Gehäuse.

An einer Seite befinden sich die Abschlüsse. Als Ladeausgänge dienen bei allen Modellen USB-A-Ports. Nur die Solar-Powerbank von DJRoll bietet zusätzlich noch eine USB-C-Buchse zum Laden. Dementsprechend können über die Modelle von Hetp, A Addtop und Elzle zwei Geräte aufgeladen werden – auch parallel. Bei der DJRoll HDL-529 sind es sogar vier. Denn: Dank induktiver Energieübertragung (Qi) kann man ein Smartphone auch einfach auf der Powerbank platzieren und der Ladevorgang beginnt. Übrigens: Notebooks lassen sich mit keiner der Solar-Powerbanks laden, das gibt die Leistung nicht her.

Die vier Solarpowerbanks liegen auf dem Rasen.
Liegen auch mal im Grünen: Solar-Powerbanks müssen robust sein. © IMTEST

Leistung: So schnell laden die Powerbanks

Apropos Leistung: Um die Ladegeschwindigkeit zu ermitteln, hat IMTEST jeweils ein leeres Smartphone – genau genommen ein Google Pixel 6a – angeschlossen und hat die Ladedauer ermittelt. Dieser Wert wurde dann der Referenzzeit am Netzteil (zwei Stunden und sieben Minuten) gegenübergestellt. Am schnellsten war das Handy mit der Hetp HX160S5 vollgeladen. Eine Ladung von null auf 100 Prozent brauchte zwei Stunden und 55 Minuten. Somit ist die Ladung über die Powerbank rund 38 Prozent langsamer als über das Netzteil. Die meiste Zeit zog hingegen bei der Elzle YD820S ins Land. Satte drei Stunden und 30 Minuten musste das Handy an der Powerbank hängen.

Das Google Pixel 6a hängt an einer Solar-Powerbank.
An der Strippe: Das Google Pixel 6a lädt an der Powerbank auf. © IMTEST

Doch wie sieht es aus, wenn die Powerbank mal leer ist? IMTEST hat die leeren Powerbanks an ein Netzteil angeschlossen und auch hier die Zeit gestoppt. Praktisch: Bei allen liegt ein USB-Kabel bei, das zum Aufladen dient. Mehrere Stunden muss man bei allen einplanen – jedoch gibt es Unterschiede. Die Hetp HX160S5 war mit acht Stunden und 22 Minuten am schnellsten voll, gefolgt von der DjRoll HDL-529 mit neun Stunden und fünf Minuten. Letztere staubt jedoch die bessere Note ab, da sie eine größere Kapazität bietet (36.000 Milliamperestunden). Eine ganze Ecke länger brauchten die zwei verbliebenden Powerbanks. Das Modell von A Addtop war erst nach elf Stunden und 29 Minuten voll und die Powerbank von Elzle sogar erst nach elf Stunden und 57 Minuten. Heißt: Mal eben aufladen und weiterreisen ist nicht drin, wenn der Akku komplett leer ist.

Das Bild zeigt die LED-Anzeige eine Powerbank im Detail.
Alle getesteten Powerbanks signalisieren den Akku-Status mit LED-Lichtern. Heißt: Ein LCD-Display bietet kein Kandidat. © IMTEST

Extras: Licht ins Dunkel

Klare Sache: Eine Solar-Powerbank dient primär dazu, Elektrogeräte wie Smartphones mit Strom zu versorgen. Dennoch bieten einige Modelle noch weitere Funktionen. Die Powerbanks von DJRoll, A Addtop und Elzle bieten eine Taschenlampe – die bei der DJRoll HDL-529 an der Seite und bei dem Rest auf dem Rücken sitzt. Auf Knopfdruck geht das Licht an. Doch damit nicht genug: Alle Taschenlampen können wahlweise auch blinken, was an ein SOS-Signal erinnert. So kann man auf sich aufmerksam machen, wenn man beispielsweise im Dunkeln gestürzt ist. Weitere Features wie einen Kompass gibt es jedoch nicht.


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Fazit

Energiegewinnung durch Sonnenenergie: Das klappte mit den Solar-Powerbanks im Test leider nur bedingt. Denn selbst bei brütender Hitze füllte sich der Akku nur langsam. Das braucht also Zeit, die auf Roadtrips manchmal fehlt. Dennoch: Wer die Solar-Powerbank unterwegs auch mal konventionell laden kann, erhält einen guten Begleiter, der einen auch nicht im Stich lässt, wenn die nächste Steckdose weit weg ist. Die beste Figur im Test machte die DJRoll HDL-529. Das liegt vor allem an der Ausstattung – zwei USB-A- und ein USB-C-Anschluss zum Laden – und an der vergleichsweise schnellen Ladegeschwindigkeit. Jedoch gibt es keine faltbaren Solarpanels: Da lohnt sich ein Blick auf die Hetp HX160S5, an der das Smartphone am schnellsten voll wurde. Aber nochmal: Für satte Solar-Power fehlt es einfach an Fläche.