E-Bikes können bei der Verkehrswende eine große Rolle spielen, wenn immer mehr Menschen sie als Ersatz zum Auto nutzen und so die CO2-Emission reduziert werden kann. Richtig nachhaltig wird es aber erst dann, wenn der Strom für die elektrisch angetriebenen Räder aus regenerativen Energiequellen stammt und wenn jegliche Bauteile und Komponenten recycelbar sind. Das Start-Up Okawa aus China stellt nun einen solchen Antrieb vor und kombiniert die Technik mit einer nachhaltigen Geschäftsidee.

Antrieb AT60 für E-Bikes im Sharing- und Logistiksektor

Bei dem neuen recycelbaren Antrieb AT60, der zur Eurobike (13.-17. Juli 2022) vorgestellt werden soll, handelt es sich um einen Mittelmotor mit integriertem Vier-Gang-Getriebe. Er soll über ein Drehmoment von 100 Newtonmeter verfügen und kann optional mit Schaltautomatik ausgerüstet werden. Erste Serienversionen als komplettes Modul mit Motor, Akku, Getriebe und Display sollen Anfang 2023 auf den Markt kommen.



Das neue Antriebsset richtet sich von seiner Ausstattung her in erster Linie an Kunden aus dem Sharing- und Logistikbereich. Mit seiner neuen Geschäftsidee will das chinesische Start-Up Okawa das Modul als Abonnement inklusive Lifetime-Service anbieten.

Start-Up mit Experten im Rücken

Mit Yadea hat Okawa einen Anteilseigner im Rücken, der bereits eine große Expertise im Bereich Elektromobilität aufweisen kann. Mit, nach Herstellerangaben, 14 Millionen abgesetzten Leicht-Elektrofahrzeugen 2021 gehört Yadea in diesem Segment zu den großen Playern auf dem Markt.

Nach Angaben von Jack Brandsen, General Manager Europa von Okawa, liegt der Vorteil besonders darin, dass man dem Kunden mit dem Geschäftsmodell keine begrenzte Garantie gibt. Stattdessen möchte man mit dem Service-Abo punkten. Seine Vision ist es, dass sich der Kunde für die gesamte Lebensdauer auf einen funktionierenden Antrieb verlassen kann. Jack Brandsen war übrigens vor Gründung des Start-Ups lange bei Fallbrook Technologies (jetzt Enviolo: Hersteller von Schaltungen) und Bafang (Motoren-Hersteller) beschäftigt und bringt somit auch eine Menge Know-How mit.



Dank Abo immer ein funktionierender Antrieb

Für Okawa ist der Servicegedanke für seine Geschäftskunden besonders wichtig. Denn sie wissen, dass Ausfallzeiten einer der wichtigsten Kostenfaktoren bei Flottenbetreibern sind. Sollte es trotzdem mal zu einem Defekt des Antriebs kommen, gibt es zwei Möglichkeiten der Hilfestellung. Zum einen können hauseigene Mechaniker eingesetzt werden oder der Kunde kann Hilfe über spezielle Service-Stützpunkte erhalten. Das Konzept nennt sich AESMTM und steht für Advanced Exchange Service Model. Eine Smartphone-App unterstützt dabei, Software-Updates aufzuspielen und eine Fehlerdiagnose des Systems „over-the-air“ ohne zusätzliche Hardware zu ermöglichen.

Für die Kunden ist das Abo-System sicher eine gute Lösung, denn neben immer funktionierende E-Bikes brauchen sie sich nicht um die Entsorgung kümmern, wenn Akku oder Motor kaputt gehen. Wie das Recycling allerdings konkret bei Okawa aussieht, ist nicht bekannt.